Der Unterwasser-Schweisser

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Mit dem vorliegenden Band ist ein Verlag in mein Blickfeld gerückt, den ich zuvor nicht mit Comics assoziiert habe. Nun freue ich mich umso mehr, dass sich Hinstorff dazu entschieden hat, das Gefilde der graphischen Geschichtenerzählung zu betreten.

Dank ihnen liegt nun endlich der schon 2012(!) in Nordamerika erschienene Band Der Unterwasser-Schweisser vor,  der dank Ryan Gosslings Interesse an der Verfilmung des Stoffs auch in den Blick der Masse geraten ist. Wenn man sich die Story des Künstlers und Ausnahmeautoren Jeff Lemire zu Gemüte führt, versteht man die Begeisterung, die sowohl bei der stetig gewachsenen Anhängerschaft des Kanadiers, als auch Rezensenten ausgelöst wird.

Wie schon bei anderen seiner Werke (z.B. Sweet Tooth), ist Lemire neben dem Storytelling auch für die visuelle Umsetzung verantwortlich und versorgt den Leser mit einem optischen Rahmen, der perfekt zur introvertierten Atmosphäre und den leisen Tönen dieser großartigen Geschichte beiträgt:

Die Hauptfigur Jack Joseph arbeitet, wie der Titel schon andeutet, als Unterwasser-Schweißer auf einer Ölplattform vor der Küste Neu-Schottlands. In der einnehmenden Einsamkeit des Meeres verrichtet er dieselbe Arbeit wie schon zuvor sein Vater,
der vor vielen Jahren bei einem Tauchgang ertrank. Dieses Unglück ist für ihn sowohl Antrieb als auch Bürde zugleich. Wie manisch taucht er immer wieder in die Tiefe um sein Kindheitstrauma zu verarbeiten, während zeitgleich seine hochschwangere Frau an der Küste wartet und immer verzweifelter wird, umso näher der Geburtstermin rückt. In dieser erdrückenden Lage sieht sich Jack gezwungen, sich seiner Vergangenheit im wahrsten Sinne des Wortes zu stellen und damit seinem Leben einen Sinn in der Zukunft zu geben,  statt in verflossenen Zeiten zu ertrinken.

In so einer kurzen Beschreibung wirkt der Plot vllt. nicht sonderlich auffällig, aber die Weise in der er gesponnen wird, berührt ab der ersten Seite Herz und Verstand. In schwarz/weiß gehalten, sprühen auch Passagen ohne Text nur so vor Emotionen, die sich alle auf die uns ureigenen Ängste von Verlust und Selbstzweifel zurückführen lassen. Darüber hinaus wird hier erneut unter Beweis gestellt, dass eine solch auf persönlicher Ebene dramatische Geschichte, durch eine graphische Umsetzung die gewisse Note bekommt, die weder Buch noch Film umsetzen könnten. Beide Formen des Geschichtenerzählens haben ihre eigenen Vorteile, die sie von anderen abgrenzen. Das Herz mit einer kleinen Bilderfolge für sich einzunehmen, bleibt aber immer noch das Metier der Comic-Kunst.

Ich vermute in diesem Zusammenhang, dass die angekündigte Umsetzung in einen Kinofilm für nicht wenige erstaunte Gesichter sorgen wird, wenn ihnen bewusst wird eine Comic-Verfilmung zu sehen, die weder etwas mit Fantasy noch einem Superhelden-Universum zu tun hat.

Neben dem positiven Anklang bei den Filmstudios, freut es mich natürlich auch persönlich, dass ein Drama so bravourös als Graphic Novel umgesetzt wurde. In meinen Augen bis jetzt eines der Highlights 2017 und damit ein Pflichtkauf! Die Nominierung als „Bester nordamerikanischer Comic“ beim PENG!-Preis des Münchner Comicfestivals war mehr als verdient und für euch vllt. ein Ansporn selbst einen Blick in Der Unterwasser-Schweisser zu werfen.

XCT

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Inzwischen sollte Timo Wuerz so gut wie jedem Leser meines Blogs und Comic-Fans im Allgemeinen ein Begriff sein, obwohl sich der Gute primär als Maler sieht, der zufällig auch Comics macht. Wenn euch schon mal eines seiner Werke in die Hände gefallen ist, wisst ihr sicherlich was ich meine.

Zwar fand Timo erst nach endlos langen Jahren wieder zu dem von uns geliebten Medium zurück, aber sein Output der aktiven Comic-Zeiten hat genügend Umfang um eine Werkausgabe zu veröffentlichen. Dieser Aufgabe nahm sich POPCOM an und liefert beginnend mit Ghost Realm, über Lula & Yankee bis Aaron & Baruch ein brachiales oder/und charmantes Werk nach dem anderen ab.

Klar, dass die Reise durch Timos Schaffen noch lange nicht vorbei ist. Mit XCT liegt eine weitere Geschichte in Zusammenarbeit mit Niki Kopp vor, die wie ein Zeitsprung in die Köpfe der Generation X anmutet, die offensichtlich Pate für die Namensgebung des Comics stand.

Im Detail betreten wir eine utopisch anmutende Welt, die befreit von Waffen, Aids und all den anderen Geißeln der Menschheit in vollendeter Selbstgefälligkeit vor sich hin lebt. Mitten drin sticht jedoch eine Stadt heraus, die nur von Jugendlichen bewohnt und verwaltet wird: Die titelgebende XCT!

Entsprechend des Alters der Protagonisten und vor allem wegen dem Entstehungszeitpunkt der Geschichte, sieht die dortige Umgebung ziemlich nach der Musikvideo-Generation der 90er aus, die sich durch Anleihen an Grunge, Goth, Techno und Industrial definiert und damit die Realität des Jahrzehnts recht genau widerspiegelt.

Basierend auf der nihilistischen Grundstimmung der erwähnten Subkulturen, sind wir Zeugen von Drogenexzessen, Sex und Musik in Hülle und Fülle. Im Endeffekt das Traumabziehbild eines jeden Teenagers, der die Luft dieser Zeit atmen durfte.

Das benannte Konzept gerät aber plötzlich in Gefahr, als eine Gruppe mit Hilfe der verbotenen Waffen die Macht in der Stadt der Jugend an sich reißen möchte. Die zu den Gründervätern XCTs gehörende Corky lässt das Ganze natürlich nicht auf sich sitzen und macht sich bereit ihr Paradies mit allen Mitteln zu verteidigen.

So überdreht wie sich das anhört, liest es sich auch. Ein greller Adrenalinrausch, der sich über die gesamte Länge der über 100 Seiten erstreckt und kaum Zeit zum Durchatmen lässt. Zu der damit einhergehenden Gewalt, wird der Geschichte darüber hinaus ein sozialkritisches Korsett umgeschnallt, welches sich die dystopischen Elemente der dargestellten Exzesse schnappt und sie zu einem pervertierten Spiegelbild unserer realen Gesellschaft umfunktioniert.

Die popkulturelle Ebene kommt ebenfalls nicht zu kurz. Im Comic begegnet man zum Beispiel einer autoaggressiv anmutenden Band, deren Sänger gewisse Ähnlichkeiten mit einem Superstar aufweist, der einst als der Enfant Terrible der Musikwelt Bekanntheit erlangte. Die Rede ist von Marilyn Manson, der in Bezug auf Verhalten und Optik als Vorbild fungierte. Dabei handelt es sich nicht einfach um eine von mir aufgestellte Theorie, denn im reich mit Extras befüllten Anhang wird diese Annahme rasch durch die Macher bestätigt, die den „God of Fuck“ während der Tour zu „Antichrist Superstar“ persönlich erleben durften und dadurch nachhaltig inspiriert wurden.

Was die generelle visuelle Umsetzung anbelangt, bewegt sich Timo Wuerz im stilistischen Bereich von „Aaron & Baruch„, wobei er sich deutlich experimentierfreudiger zeigt.

Sowohl was die Farbgebung, als auch „Special Effects“ wie Unschärfen- und Lichteffekte anbelangt, war XCT seiner Zeit weit voraus. Digitale Bearbeitung steckte zu dem Zeitpunkt in den Kinderschuhen und selbst die großen Verlage und ihre Künstler übten sich in Zurückhaltung. Noch bis heute ist eine Nachbearbeitung realer Malerei eher selten anzutreffen, während komplett am Computer entstandene Welten zur Regel geworden sind. Daher sticht dieser Band auch 20(!) Jahre nach seiner (ursprünglich für zwei Ausgaben konzipierten) Erstveröffentlichung aus der Masse der 90er-Releases heraus und wirkt trotz der nostalgischen Note zu keinem Zeitpunkt altbacken.

Als Fazit kann ich entsprechend ziehen, dass XCT auf keinen Fall einen Lückenfüller für die Gesamtausgabe des Ausnahmekünstlers Timo Wuerz darstellt, sondern einen lupenreinen Pflichtkauf! Wenn ihr schon angefixt seid, müsst ihr nicht lange auf seinen nächsten Output warten: Ghost Realm 2 steht schon in den Regalen und die passende Besprechung findet ihr wie üblich bald hier auf ZOMBIAC!

PS: Wer sich persönlich eine Signatur abholen oder sich eines seiner Sketche anfertigen lassen möchte, hat dazu auf dem Comicfestival München die Gelegenheit. Am 25. und 26.05. ist Timo Wuerz in der Alten Kongresshalle der bayerischen Landeshauptstadt anzutreffen!

 

Convergence – Kampf der Welten

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Wie die meisten DC-Fans schon mitbekommen haben, befinden wir uns aktuell mitten im neuesten Reboot des Comic-Universums um den Dunklen Ritter und den Mann aus Stahl.

Doch wie kam es eigentlich dazu, dass sich der Verlag dazu entschieden hat alles wieder Rückgängig zu machen, was die New 52 vor einigen Jahren hervorgebracht haben? Natürlich spielen zum einen wie so oft monetäre Gründe eine Rolle. Jedes Mal wenn eine Reihe die Nummer 1 spendiert bekommt, steigen die Verkäufe und damit auch das Interesse der Macher, so viele Neustarts zu erzeugen wie möglich.

Darüber hinaus vermissten aber viele alteingesessene Fans, die die Geschichten ihrer Lieblingshelden seit Jahren verfolgen, die ihnen bekannten Handlungsstränge, Hintergründe geliebter Charaktere, die wie über Nacht verschwunden waren und vieles mehr. Zusätzlich informierten sich die zahlreichen neuen Leser über die Historie der Charaktere und die Vielzahl an Geschichten legendärer Autoren und Zeichner.

DC hat diesen Ruf nach altbekannter Kost erhört und stellte wieder auf die klassische Zählung von Detective Comics, Action Comics und vielen anderen Serien um. Das Ganze wurde jedoch wie so oft in solchen Fällen mit einem großen Event eingeleitet, welches seinen Ursprung sogar noch vor Rebirth hat. Die Rede ist natürlich von Convergence – Kampf der Welten.

Im Detail sammelt in dieser Geschichte Supermans Widersacher Brainiac ganze Städte aus den zahllosen Parallelwelten, die selbst dem größten Fan nicht in jedem Fall etwas sagen werden. Diese werden auf den fernen Planeten Telos gebracht, der scheinbar durch eine fehlgeleitete Personifizierung bzw. einen Avatar des Himmelskörpers einen vermeintlichen Befehl Brainiacs ausführen möchte, der im wahrsten Sinne des Wortes auf einen „Kampf der Welten“ hinaus läuft.

Hierbei müssen sowohl Helden als auch Schurken gegen Bewohner anderer Städte/Welten antreten. Dabei steht nicht wenige als die Existenz der Kontrahenten und ihrer Heimat auf dem Spiel. Dem Verlierer droht die komplette Vernichtung. Um dabei so viele Charaktere wie möglich präsentieren zu können, wurden selbstverständlich zahlreiche Specials rund um das Event veröffentlicht, die mal mehr oder weniger gelungen (Megaband, Sonderband, Batman) aber durchgehend unterhaltsam waren. Genauso verhält es sich mit dem vorliegenden Sammelband.

Zum Glück konzentriert man sich in diesem Fall primär auf die Helden der Erde-2 und gibt der Handlung ein dringend benötigtes Korsett, da sie sonst ins Chaos abzudriften droht. Um einigermaßen den Überblick zu behalten, waren die Macher sogar so nett, eine kleine Enzyklopädie beizufügen, die kurz die anzutreffenden Welten und ihre Bewohner erklärt. Ich vermute nämlich, dass ich nicht der einzige bin, der zum Beispiel Captain Carrot and His Amazing Zoo Crew bis dato nicht kannte.

In jedem Fall liest sich das Ganze durchaus flüßig und man kann sich einer gewissen Nostalgie nicht entziehen, selbst wenn man nicht zum Erscheinungszeitpunkt der angeteaserten Geschichten auf der Welt war. Das macht die Lektüre in meinen Augen zu einem Spaß für Alt und Jung, sowie für Profis als auch Neueinsteiger. In jedem Fall wird man gut unterhalten, ohne zwangsläufig jeden Hintergrund der präsentierten Figuren kennen zu müssen.

Auf visueller Ebene erwarten uns keine Überraschungen, da alles im klassischen Superhelden-Stil, samt Muskelbergen und großen Oberweiten serviert wird. Das wird zum einem dem zu behandelnden Stoff gerecht, der im Endeffekt einer Verbeugung vor der Vergangenheit gleich kommt, und lenkt zum anderen einfach nicht ab. Bei über 320 Seiten und einer Horde an Künstlern und Autoren, wären zu viele Stilbrüche einfach schädlich für den Lesefluss. Trotzdem wird solide Kunst abgeliefert, die auch ohne wirklich individuelle Trademarks zu überzeugen weiß.

Alles in allem also ein schönes Action-Paket, dass sich wunderbar als letztes Aufbäumen des seit 2011 existierenden DC-Universums lesen lässt und einem umso mehr Lust darauf macht, die alten Sachen zu entdecken, die inhaltlich angesprochen werden. Daher wird bei mir sicherlich der ein oder andere Streifzug auf eBay und lokalen Flohmärkten anstehen. Ich garantiere, dass es bei euch auch nicht anders sein wird! 😉

Wonder Woman/Batman: Hiketeia

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Dieses Jahr erwartet uns der erste Wonder Woman-Film des in sich geschlossenen DC-FIlmuniversums mit Gal Gadot in der Hauptrolle. Nach den ersten Trailern und dem bisherigen Schaffen der Regisseurin Patty Jenkins gibt es durchaus Hoffnungen auf einen ersten Streifen, der sowohl Fans der Comics als auch Kritiker zufrieden stellen sollte. Das konnte man ja in Bezug auf die letzten Veröffentlichungen um Suicide Squad und Batman v Superman ja leider nicht behaupten.

Wie üblich lässt sich Panini Comics bei solchen Releases nicht lumpen und bringt zahlreiche Neuauflagen, Sammelbände und Serien auf den Markt um vom Hype zu profitieren. Das so eine Taktik nicht automatisch negativ behaftet sein muss, erkennt man zum Beispiel an Wonder Woman/Batman: Hiketeia, welches zum ersten mal im Jahr 2002 veröffentlicht wurde und die erste Arbeit des legendären Greg Rucka (Gotham Central) mit der Figur darstellt, bevor er ein Jahr später die reguläre Serie übernahm. Hier kommen sowohl eingefleischte Fans, als auch diejenigen auf ihre Kosten, die das erste Mal mit der Amazone zu tun haben.

Zum einen liegt es an der großartigen Story und zum anderen daran, dass diese Graphic Novel in sich abgeschlossen ist und kein Vorwissen vom Leser voraussetzt. Im Detail geht es um das titelgebende antike Ritual der Hiketeia, welches eine junge Frau an Wonder Woman bindet, die Schutz von der Prinzessin erbittet und diesen auch bekommt. Wie sich schon bald herausstellt, handelt es sich um eine Mörderin, der nicht nur drei gnadenlose Rachegöttinnen, sondern auch der dunkle Ritter persönlich auf der Spur sind.

Entsprechend des alten Brauchs, darf der Bund zwischen den beiden Frauen nicht gebrochen werden und es kommt, wie das Cover des Bands andeutet, zum unerbittlichen Kampf zwischen Batman und Wonder Woman, welcher nur einen Ausgang haben kann…

Zwar kommen gelegentlich Szenen vor, die man getrost als „cheesy“ bezeichnen kann, aber wenn man darüber hinwegsieht, kriegt man eine großartige Geschichte, die erstaunlich offen mit sensiblen Themen umgeht und trotzdem kurzweilige Unterhaltung bietet. Im Großen und Ganzen gehört dieser Band in die Sammlung jedes Fans. Vor allem der attraktive Preis von 19€ für die auf 222 Stück limitierte(!) Hardcover-Ausgabe, müsste alle Bedenken beiseite wischen. Alle anderen sollten den Comic-Shop ihres Vertrauens aufsuchen, einen Blick hineinwerfen und das gute Ding nach hause nehmen.

Denn auch auf visueller Ebene überzeugt die Ausgabe auf voller Länge. Mit J.G. Jones und seinem realistischen Stil hat nämlich ein grandioses Talent und Fanliebling den Stift geschwungen, der in seiner Art perfekt mit Ruckas Storytelling harmoniert. Sein bisheriges Schaffen mit Wanted, Before Watchmen: Comedian oder Final Crisis sprechen dabei wohl für sich.

Wie ihr sicher bemerkt habt, gibt es an Wonder Woman/Batman: Hiketeia nicht viel auszusetzen und daher meine uneingeschränkte Empfehlung!

Batman: Auf dem Weg ins Niemandsland – Band 1

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Ich durchlebte mal eine Zeit, in der ich mir eingebildet habe, die Ursprünge meiner Lieblings-Comic-Figuren erforschen zu müssen. Dabei setzte ich gerne die Brille des Fanboys auf und redete mir teils extrem trashige Veröffentlichungen künstlich schön. Da diese Phase seit langem vorbei ist, konnte ich „Batman: Auf dem Weg ins Niemandsland“ ziemlich unvoreingenommen begegnen und auf eine Reise gehen, die ich wohl nicht mehr so schnell wiederholen werde.

Hierbei handelt es sich um eines der prominentesten Batman-Crossover aller Zeiten, dass während der 90er stattfand und in zwei Bänden gesammelt bei Panini Comics Deutschland erscheint. Mit der ersten Ausgabe wird quantitativ schon mal eine hohe Messlatte angelegt. Über 400 Seiten erstrecken sich teils mehr oder weniger zusammenhängende Geschichten aus den Reihen „Batman„, „Robin„, „Detective Comics“ und „Batman: Shadow of the Bat“ und erzählen über die Nachwirkungen des vorangegangen Events „Das Beben„.

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Wie der Titel des Vorgängers schon verrät, hat ein gewaltiges Erdbeben Gotham City in Teilen zerstört und die gesamte gesellschaftliche Ordnung durcheinandergebracht. Nun liegt es an Batman und seinen Gefährten, sowie Verbündeten bei der Polizei wieder Ordnung herzustellen und immer noch vermisste Bürger zu retten.

Doch neben der Zerstörung durch das Naturereignis, ergeben sich weitere Probleme für den dunklen Ritter, da die Superverbrecher der Stadt nun versuchen aus dem Chaos Kapital für ihre Machenschaften zu schlagen. Dabei trifft er alles von irren Dummschwätzern wie dem Ratcatcher, über mit unnatürlichen Kräften ausgestatte Feinde wie Clayface bis hin zum omnipräsenten Joker alles was die Stadt zu bieten hat.

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Dabei treiben Autoren-Größen wie Chuck Dixon, Alan Grant oder Greg Rucka die Story im für das Jahzehnt typischen Tempo voran, bieten aber allesamt nicht die Tiefe, die man als heutiger Leser gewöhnt sein dürfte. Natürlich wird auch aktuell kein tiefenpsychologischer Eingriff in die Gedankenwelt der Figuren ermöglicht, aber die 90er belieferten die Fans mit deutlich flacheren Charakterzeichnungen.

Leider wird dieser Eindruck durch Künstler wie Jim Aparo oder Mark Buckingham nur weiter unterfüttert. Natürlich könnte man sagen, dass es der Stil dieser Epoche war, aber wenn man Veröffentlichungen der 80er ansieht, könnte man fast zum Schluss kommen, dass es einen Rückschritt im kreativen Bereich gegeben hat. Mir persönlich fehlte beim Lesen über weite Strecken einfach die Dynamik und die Darstellung der Figuren driftete zu oft in den Bereich der Karikatur. Ich verstehe vollkommen, dass gewisse Künstler sich durch ihre Projekte einen Ruf erarbeitet haben und dazu beigetragen haben, Charaktere wie Batman zur noch größeren Prominenz zu verhelfen. Als jemand, der nicht Teil der Leserschaft zum ersten Release war, ist es aber mehr als nur gewöhnungsbedürftig sich durch die Seiten zu kämpfen.

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In diesem Sinne erscheint mir die Neuauflage dieses Klassikers vor allem für Nostalgiker und notorische Sammler publiziert worden zu sein, da das gesamte Konzept nach heutigen Maßstäben eher an B-Movie als Epos erinnert. Sollte es den geneigten Leser jedoch nicht stören, macht sich der dicke Band auf jeden Fall gut als Ergänzung im Regal. Der Zwiespalt basiert bei mir auf persönlichem Geschmack, der komplett konträr zur vorliegenden Ausgabe verläuft. Daher empfehle ich euch, in den nächsten Comic-Laden eures vertrauens vorbei zu schauen und einen persönlichen Blick hinein zu werfen.

Swamp Thing – Die Toten schlafen nicht

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Wie schafft man es in einem neuen Release, eine Old-School-Stimmung zu verpassen, die nicht zeitgleich negativ altbacken wirkt? Ganz einfach: Man holt sich das Mastermind hinter dem Original zurück und muss dadurch nichts mehr imitieren.

Genaugenommen rede ich vom legendären Len Wein, seines Zeichens Erfinder des kultigen „Swamp Thing„, der auch der Titelheld des vorliegenden Bands ist. Die Figur selbst ist ein Kind der 70er und damit einer auf Comic-Ebene ohnehin düsteren Epoche zuzurechnen, die das grüne Monster, entsprechend des Zeitgeists, extrem populär gemacht hat.

Das die Figur dementsprechend sowohl im wörtlichen als auch übertragenem Sinne nicht tot zu kriegen ist, beweist die abgeschlossene Geschichte „Die Toten schlafen nicht„, die sowohl im Bezug auf Erzählstil als auch die Zeichnungen (von dem nicht minder legendären Kelley Jones), eine wohlig gruslige Atmosphäre schafft, die man in der Form nur von Veröffentlichungen vor über 40 Jahren kennt.

Lustigerweise spürt man diese Nostalgie auch, wenn man nicht direkt dieser Zeit entsprang und sich, wie ich, für teils enorm überzogene Gewaltdarstellungen und einen guten Schuss Selbstironie begeistern kann. Trotzdem wirkt das Ganze nicht ungewollt lustig oder wie schlecht gealterte Kost für Nerds der ersten Stunde, sondern wie eine Reise in eine weniger komplexe Welt.

Im Detail begegnen wir Swamp Thing in seinem Sumpf in Louisiana, der seinen Alltag als pflanzliches Wesen fristet und sich in spielerischen Kämpfen mit den Tieren der Umgebung misst. Doch plötzlich bietet sich ihm die Chance, sich sein altes Leben als Mensch mit Hilfe eines alten Freundes zurück zu holen. Da so ein Wandel nicht ohne Folgen bleiben kann, entwickelt sich aus dem sehnlichsten Wunsch ein reiner Alptraum.

In dessen Verlauf stehen ihm jedoch sowohl Verbündete, als auch solche die sich dafür ausgeben zur Seite. Genau genommen die Zauberin Zatanna, Spectre, der mysteriöse Phantom Stranger und viele mehr. Dieses Aufgebot dient zum Glück nicht dem reinen Name-Dropping, sondern weist allen Beteiligten eine mehr oder weniger relevante Funktion im Geschehen zu, dass weniger durchsichtig erscheint, als es zunächst den Eindruck macht.

Im Gesamten schleicht sich beim lesen immer wieder das schöne Gefühl ein, einen schön alten Horror-Streifen bei einer Tüte Chips und kühlem Bier zu genießen. Dabei wird man aber zum Glück mehr unterhalten, als bei so manchem B-Movies dieses Genres. Immer wieder schön eingestreute Seitenhiebe auf Elemente des Horrors und Verweise auf andere Reihen aus dem Haus DC, heben den Titel aus der Masse hervor und lassen Neueinsteiger wie mich, in Sachen „Swamp Thing“ auf viele weitere Geschichten freuen!

Superman: Die letzten Tage von Superman

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Superman stirbt schon wieder? Jap. Nachdem Anfang der 90er Jahre der Stählerne zu Grabe getragen wurde und sein Abgang mit „Batman v Superman“ auch in das Filmuniversum Eingang gefunden hat, darf Clark Kent aka Kal-El aka Superman erneut ins Gras beißen.

Dabei gibt es sogar einen triftigen Grund für diese Entscheidung, der außerhalb der Story selbst zu verorten ist. Nachdem 2011 bei DC die NEW 52 eingeführt wurden, konnten angehende Comic-Fans ohne Vorwissen zu den neuen Reihen greifen und sich nicht davor zwangsläufig über etliche Storys und Hintergründe schlau machen. In der Folge wurden viele Ereignisse für nichtig erklärt, andere abgewandelt erzählt oder komplett neu interpretiert.

Der Erfolg dieses Reboots gibt dem Verlag zwar recht, aber viele langjährige Fans, sowie Neueinsteiger, die sich nun intensiver mit der Materie beschäftigt haben, sehnten sich nach den alten Figuren zurück, die nun mit dem Serien-übergreifenden Event „Rebirth“ Stück für Stück wieder hervor geholt werden. Auch symbolisch wird an Bewährtes angeknüpft. So laufen die Reihen „Action Comics“ und „Detective Comics“ in ihrer alten Nummerierung weiter, was im Klartext bedeutet, dass uns irgendwann jeweils die Ausgabe 1000 ins Haus steht.

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©Panini Comics Deutschland

Nun aber zu dem Inhalt von „Die letzten Tage von Superman“ und was er er mit „Rebirth“ zu tun hat. Nachdem sich der Mann aus Stahl über die letzten Monate in zahllosen Kämpfen verausgabt hat, versagt sein Körper langsam den Dienst und er sieht ein, dass er geschwächt, vergiftet und verstrahlt dem Tod ins Auge blicken muss.

Die wenige Zeit, die ihm bleibt, sucht er mit Hilfe seiner langjährigen Gefährten nach seiner Cousine Kara (Supergirl), die er als seine Nachfolgerin instruieren möchte. Dabei läuft natürlich nicht alles glatt und er muss sich mit einer durchgedrehten Version seiner selbst rumschlagen. Genaugenommen handelt es sich um einen flüchtigen Gefängnisinsassen, der von Supermans letztem Sonnenstoß erfasst wurde und ihm sowohl seine Kräfte als auch Erinnerungen verliehen hat.

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©Panini Comics Deutschland

Entsprechend seines Zustands, gestaltet sich der Kampf jedoch schwerer als gedacht, als ein schwarz gekleideter Superman plötzlich auftaucht und ihm zur Seite steht. Hierbei handelt es sich um die vor den Ereignissen um „Flashpoint“ (Ausgangspunkt für die NEW 52) lebende Version von Supes, der in der nun aktuellen Welt gestrandet ist. Hört sich wirr an? Ist es auch. Ohne die abgeschlossene Mini-Serie „Superman: Lois & Clark“ gelesen zu haben, liegt es nahe, die ein oder andere Verständnisschwierigkeit während der Lektüre zu haben. Dementsprechend werden sowohl die vorliegende Ausgabe, als auch der eben erwähnte Zweiteiler als „Vorgeschichte zu Rebirth“ beworben.

Trotzdem kann man dem Hauptstrang ohne dieses Vorwissen durchaus gut folgen und wird sehr gut unterhalten. Ich persönlich konnte nie viel mit dem Pfadfinder des DC-Universums anfangen und wurde auch bei den „Must-Haves“ um die Figur oftmals nicht wirklich mit ihr warm. Hier konnte ich jedoch mitfiebern, die Gefühle der Charaktere aufnehmen und mich gänzlich fallen lassen. Der einzige Schnitzer, der jedoch nichts an der Qualität der gesamten Story ändert, ist der eigentliche Tod von Superman. Dafür, dass er so emotional aufgebaut wurde, geschieht er relativ unspektakulär und vom Mitgefühl der Mitstreiter her seltsam statisch.

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©Panini Comics Deutschland

Alles in allem aber eine Geschichte, die man sich auch gönnen kann, ohne zuvor ein großer Fan des DC-Maskottchens gewesen zu sein. Eine tolle Story, die durch Peter Matosi über mehrere Serien hinweg zusammengeführt wurde, sich aber wie aus einem Guss liest.

Mark Millar Collection 2: Wolverine – Staatsfeind

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Nach „Wanted“ veröffentlicht Panini Comics Deutschland den nächsten Band aus der sogenannten „Mark Millar Collection„, die ihrem Namen entsprechend das Werk des talentierten Schotten würdigt.

Mit „Wolverine: Staatsfeind“ bekommt man eine seiner weniger bekannten, aber nichtsdestotrotz qualitativ hochwertigen Geschichten geliefert. Genaugenommen handelt es sich um den von Millar und John Romita Jr. (mit dem einige Jahre später die Zusammenarbeit an „Kick-Ass“ realisiert wurde) betreuten Run der Comic-Serie „Wolverine„, die sich ab Heft 20 über 12 Ausgaben erstreckte.

Wie schon der Erstling, kommt Band Nummer zwei als edle Hardcover-Ausgabe auf den Markt und wird diesmal mit einem Vorwort von Garth Ennis („Rover, Red, Charlie„, „Crossed, „Preacher“ usw.) eingeleitet. Dieser ist definitiv nicht als großer Superhelden-Fan bekannt. Daher ist es umso erfreulicher zu lesen, dass er sich für die Geschichte um den beliebten Mutanten erwärmen konnte und teils überschwänglich lobende Worte dafür findet.

Die eigentliche Story ist als klassische Rache-Erzählung angelegt, in der Wolverine den Mördern des Sohnes eines japanischen Freundes auf der Spur ist. Hierbei sieht er sich persönlich in der Verantwortung und geht entsprechend kompromisslos gegen jeden vor, der sich ihm entgegen stellt. Man sollte hier aber kein Gemetzel erwarten, dass nach der „Logan„-Verfilmung offensichtlich Hochkonjunktur hat. Romita Jr. nutzt seinen ihm eigenen und daher beliebten Stil, der individuell und doch angenehm fürs Auge ist.

Die Geschichte ist dabei keineswegs so voraussehbar, wie man es zunächst erahnen könnte. Der Erzschurke Gorgon schafft es im Verlauf der Ereignisse „Hydra“ mit „der Hand“ zu vereinen und in dem Zuge Wolverine unter seine Kontrolle zu bringen, der nun schier unkontrollierbar eine Schneise der Zerstörung hinter sich her zieht.

Auf dem eben beschriebenen Weg begegnet Wolverine so gut wie allen bekannten Helden des Marvel-Universums, die ihm teils zur Seite stehen und teils bekämpfen. Dabei wirkt die Geschichte keineswegs überladen und hält die eine oder andere Überraschung für die Leser bereit. Durch die Länge des Ganzen ist man darüber hinaus gezwungen, sich gänzlich auf die Handlung einzulassen und nicht als Lesesnack zwischendurch zu verschlingen.

Ein zusätzliches Highlight in diesem Band, neben viele Konzeptzeichnungen und Covern, ist die Geschichte „Gefangener Nummer Null„, die zwar ebenfalls mit Wolverine als Hauptcharakter aufwartet und von Millar getextet wurde, aber für sich alleine steht.

Hier begegnen wir unserem Helden um das Jahr 1942 im Konzentrationslager Sobibor, in dem er den diensthabenden Kommandanten an seinem Verstand zweifeln lässt. So schafft es der Autor die Kräfte des Mutanten zum Element einer schaurigen Handlung werden zu lassen, die trotzdem genug Fingerspitzengefühl aufweist, um ein KZ nicht zur reinen Kulisse verkommen zu lassen. Diesbezüglich hatte Millar persönlich Angst eine Grenze zu überschreiten, die ihm aber nach einem im Nachwort beschriebenen Gespräch mit Comic-Legende Will Eisner genommen wurde.

Alles in allem ein Pflichtkauf, unabhängig davon ob man Fan der Mark Millar-Kreationen ist oder primär den X-Men anhängt. Hier sollten beide Fan-Lager gleichermaßen bedient werden. Nun freue ich mich umso mehr auf die Fortsetzung der „Collection“ und verstehe umso mehr, warum diesem Mann eine ganze Reihe gewidmet wurde.

Old Man Logan – Band 2

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Und wieder eine Geschichte vom Mutanten mit Aggressionsproblemen. Und wisst ihr was? Ich krieg einfach nicht genug davon. Zwar muss ich gestehen, dass ich mich in den letzten Jahren eher vereinzelt mit seinen Abenteuern beschäftigt habe, da mich das Marvel-Bubblegum-Universum die meiste Zeit abturnt, aber ihre psychopathischen bis lustigen (Howard the Duck, Deadpool usw.), sowie getriebenen Vertreter (wie eben Wolverine) locken mich in regelmäßigen Abständen hinter dem Ofen hervor.

Das war auch bei „Old Man Logan“ der Fall. Das Original kann getrost als die Marvel-Version von The Dark Knight Returns angesehen werden, welche so meisterhaft von Mark Millar umgesetzt wurde, wie 99% seiner anderen Werke. Daher ist es eigentlich nicht weiter verwunderlich, dass das Franchise zwar ein paar Jahre später aber konsequent weiter getrieben wurde. Mit dem ersten Band gelang schon ein sehr atmosphärischer Einstieg, der eine Brücke zwischen zwischen der postapokalyptischen Welt des alten Logan mit dem modernen Universum schlug, welches nach dem Marvel Now-Reboot eingesetzt wurde.

In der Fortsetzung hat Wolverine sich langsam aber sicher an den Umstand gewöhnt, dass er sich nicht mehr in seiner gewohnten Umgebung befindet, hat aber immer noch Zweifel, dass seine neue Heimat nicht das selbe Schicksal ereilt, wie seine ihm bekannte Umgebung. Daher versucht er gleich auf mehreren Ebenen präventiv zu agieren. Zum einen versucht er seine neuen Verbündeten für einen potentiellen Angriff ihrer Gegner zu sensibilisieren, zum anderen möchte er sich soweit wie möglich von der Zivilisation bzw. den Leuten entfernen, die ihm etwas bedeuten, da er das Gefühl hat alles zu zerstören, womit er in Berührung kommt.

In letzter Konsequenz zieht er sich deswegen in die Grenzsiedlung Killhorn Falls nahe Alaska zurück, die neun Monate im Jahr eingeschneit und entsprechend von der Welt abgeschnitten ist. Hier versucht er sich unauffällig einzugliedern und seinen Beitrag für die kleine Gemeinschaft zu leisten. Doch es bleibt nicht unbemerkt, dass der in dieser Realität tote Logan plötzlich unter den Lebenden wandelt. Nun sehen einige alte Widersacher ihre Zeit gekommen, um Rache an dem alten Mann zu üben. Erneut steht Wolverine mit dem Rücken zur Wand und im Begriff sein neu aufgebautes Leben ein weiteres Mal, samt der ihm ans Herz gewachsenen Menschen, zu verlieren. So muss er nicht nur sich selbst, sondern auch die Dorfbewohner vor dem drohenden Angriff schützen. Keine leichte Aufgabe, da seine Feinde fest entschlossen sind, ein gewaltiges Blutbad anzurichten.

Die Geschichte des Autoren Jeff Lemire ist während dem Verlauf der Lektüre durchgehend schlüssig und trotz bekannter Versatzstücke anzutreffender Genres (Science Fiction, Western, usw.) stets erfrischend. Er schafft es eine melancholische Atmosphäre aufzubauen, die perfekt zur Weltsicht des Hauptprotagonisten passt, der seine seelischen Wunden für alle sichtbar vor sich hin trägt. Gleichzeitig bedient er fast nebenbei den Wissensdurst der Fans, indem er Logan zum Beispiel erinnern lässt, was exakt in der Nacht geschah, als die Helden starben.

Hinzu kommt der wunderschön malerische Stil des Zeichners Andrea Sorrentino, der sich nicht mit klassischem Panel-Aufbau begnügt, sondern immer wieder mit dem gegebenem Medium in all seinen Facetten spielt und sich nicht scheut symbolhafte Darstellungen einzustreuen, die das gezeigte sofort auf ein höheres Niveau heben.

Mit dieser Kombination aus mitreißender Geschichte und perfekter Visualisierung, wurde ein wahrer Pflichtkauf auf den Markt geworfen, dessen Nachfolger ich kaum erwarten kann!

Der Tod von Wolverine

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Nachdem ich den großartigen Film „Logan“ gesehen habe, dachte ich mir, dass ich bei meiner nächsten Rezension thematisch bei Wolverine bleiben möchte. Selbiges gilt auch für die Grundstimmung bzw. thematische Anleihen um den Charakter. Dementsprechend kommt es mir sehr gelegen, dass Panini Comics Deutschland ein passendes Trade Paperback veröffentlicht hat: „Der Tod von Wolverine„

Dem Titel entsprechend, könnt ihr euch sicherlich denken, wie die Geschichte ausgehen wird. Daher ist der Weg dorthin, der spannende Teil des Ganzen. Wie fleißige Leser bereits wissen, hat Logan seine Selbstheilungskräfte eingebüßt und ist daher sterblich wie jeder andere auch. Der einzige Vorteil den er gegenüber Feinden vorweisen kann, ist sein Adamantiumskelett samt Klauen. Doch genau dieses scheint auch der Ursprung des langsamen Verfalls des Helden zu sein. Da er direkt am Abwurfpunkt der Atombombe in Nagasaki war, wurde das Metall verstrahlt. Dank seines Heilfaktors, konnte Wolverine die Radioaktivität nicht viel anhaben, aber das hat sich nun offensichtlich geändert.

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©Panini Comics Deutschland

 

Leider bleibt dieser Umstand kein Geheimnis und es beginnt eine unerbittliche Jagd. Ein ominöser Geldgeber hat ein extrem hohes Kopfgeld auf Logan angesetzt und damit zeitgleich eine Horde Kopfgeldjäger auf den Plan gerufen. Als Wolverine jedoch herausfindet, dass er lebend gefangen werden soll, geht er in die Offensive und hinterlässt auf seiner Suche nach den Hintermännern eine Schneise der Zerstörung. Den Tod vor Augen, ist er fest entschlossen so zu sterben wie er gelebt hat: kämpfend!

Für dieses finale(?) Kapitel hat der Autor Charles Soule alle Geschütze aufgefahren, die für einen Abgesang von Nöten sind. Dramatik, Verzweiflung, Action und ganz viel Insider-Futter für die Fans. Das alles wird extrem blutig serviert, damit von vornherein keine Zweifel daran bestehen, dass es aufs Ende zugeht. Zwar ist die Story abgesehen vom finalen Twist und des eben beschriebenen Effektfeuerwerks etwas arm an Überraschungen und der Umfang für so ein Ereignis durchaus etwas gering, aber der Unterhaltungswert nimmt hierdurch keinerlei Schaden. Wie bei einem dramatischen Action-Film fiebert man ständig mit, obwohl eine emotionale Tiefe nur angedeutet wird. Im Endeffekt die Essenz einer Superheldengeschichte, die hier meisterhaft umgesetzt wurde.

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©Panini Comics Deutschland

 

Dieser Eindruck verfestigt sich nicht zuletzt aufgrund des unfassbaren Talents von Steve McNiven, der den Figuren fast schon greifbares Leben einhaucht und atmosphärische Landschaften kreiert, die auch ohne Dialog für sich selbst stehen können. Ein sehr angenehmer Stil, der sich stark realistisch gibt, aber das Groteske eines Comics nicht komplett unter den Tisch fallen lässt.

Diese Kombination aus spannendem Storytelling und einer extrem attraktiven Visualisierung macht „Der Tod von Wolverine“ zu einem Pflichtkauf für Fans und eine schöne Anschaffung für diejenigen, die es noch werden wollen.

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