[Rezension] Skulldigger und Skeleton Boy (Splitter)

Was soll man eigentlich nach so vielen Bänden aus dem Black Hammer-Universum über Jeff Lemire und seinen schier unaufhörlichen Output sagen? Er schafft es beständig Qualität und Quantität zu verbinden und damit den Hunger seiner Fans zu stillen, während Kritiker seine Geschichten höchstens im internen Vergleich als weniger gut oder besser, aber niemals schlecht einordnen. Diesem Credo folgt nun auch die neueste Veröffentlichung unter dem Titel Skulldigger & Skeleton Boy.

© Splitter

Diesmal mit dem kroatischen Zeichner Tonci Zonjic an seiner Seite, entführt uns Lemire in seiner Geschichte erneut nach Spiral City und stellt uns den Antihelden Skulldigger vor, der rastlos Verbrecher jagt und diese unter anderem mit seinem an einer Kette befestigten Totenschädel unter die Erde bringt. Doch zunächst beginnt die Geschichte mit einem Jungen, dessen Eltern bei einem Raubüberfall sterben, während er als Waise überlebt. Klingt irgendwie vertraut? Das ist wie bei Black Hammer üblich gewollt und geht wie gewohnt als charmante Hommage mit einem speziellen Twist durch. Denn besagter Junge wird nicht zu einer Art Batman oder Robin, sondern gesellt sich als der Sidekick Skeleton Boy an die Seite von Skulldigger, um ebenfalls zum Verbrecherjäger ausgebildet zu werden. Dabei sind jedoch Gnade und Achtung vor dem Gesetz wie zu erwarten zweitrangig. Um die Grundlage der vorliegenden Geschichte zu vervollständigen, haben wir außerdem eine fast schon besessene Ermittlerin, die Skulldigger hinter Gittern bringen will und mit Grimjim einen Halbdämon, der Chaos sät und Spaß daran zu haben scheint ein düsteres Geheimnis mit sich herumzutragen.

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Betrachtet man all diese Versatzstücke, entdeckt man, dass hier nicht nur eine Verbeugung vor dem Schaffen eines Frank Miller (Batman, Daredevil) vorliegt, sondern die Referenzen sich über alle Grenzen des Superhelden-Genres hinweg erstrecken. Wir entdecken Verweise auf Ghost Rider, Spawn, den Punisher und so viel mehr, dass einem als Kenner der Materie die Augen übergehen. Dabei schafft es Lemire wie immer gekonnt die genannten Vorbilder als Sahnehäubchen auf einer eigenständigen Geschichte zu platzieren und damit Black Hammer nach wie vor als eigenständiges Universum darzustellen. Die Figuren haben eigene Charakterzüge und Motive, fungieren nicht einfach als Projektonsflächen und die Handlung, von der nicht zu viel vorweg genommen werden soll, wird von einem realen Spannungsbogen vorangetrieben. In diesem Sinne wird die gewohnte Qualität eines Lemire präsentiert, die Fans seines Schaffens wunschlos glücklich machen sollte.

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Auf der visuellen Seite des Projekts bietet Toni Zonjic verhältnismäßig ungewohnte Kost, da diesmal auf eine fast schon als klassisch geltende Superhelden-Optik gesetzt wird, die oft an Millers Werke um den dunklen Ritter erinnert, während der Look auf der anderen Seite doch etwas „cleaner“ erscheint. Dadurch entsteht ein roher Realismus, den man von Black Hammer in dem Ausmaß nicht kennt. Selbst die weniger abstrakten Titel spielten oft mit leicht „cartoonesken“ Elementen, während hier gefühlt die 80er und 90er mit ihrer geerdeten Art anklopfen. Eine nicht geringe Rolle übernimmt dabei auch die Farbgebung, die nur selten eine ganze Palette aufzeigt, sondern mit einzeln ausgewählten, auf die Stimmung angepassten Spektren die Handlung zu unterstreichen weiß. Dieser reduzierte Einsatz trägt mitunter zum rauen Feeling bei, welches Perfekt zur Story und den eiskalt agierenden Figuren passt.

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Skulldigger & Skeleton Boy ist in dem Sinne zwar, wie die anderen Spin-Offs der Reihe, eine weitere Verneigung von Genres und Künstlern, funktioniert aber trotzdem geradezu mit Leichtigkeit als eigenständige Geschichte, die in ihrer Gesamtheit zu überzeugen weiß. Daher ist der Titel nicht nur ein Must-Have für Sammler von Lemires Output, sondern ein Tipp für alle, die sich für rohe Action und menschliche Abgründe in Comics begeistern können.

Skulldigger & Skeleton Boy
Verlag: Splitter 
Künstler: Tonci Zonjic
Autor: Jeff Lemire
Format: Hardcover
Seitenzahl: 168 
Preis: 24 EUR 

Signierstunde in Berlin: Depeche Mode by Anton Corbijn

Lange mussten wir auf die beliebten Signierstunden in den TASCHEN Stores Köln und Berlin verzichten, doch nun reihen sie sich gefühlt aneinander und erfreuen Fans der aktuellen Veröffentlichungen aus dem Verlag. Dazu gehört auch Depeche Mode by Anton Corbijn. Der im Titel erwähnte niederländische Fotograf konzipierte das Buch in enger Zusammenarbeit mit den legendären Depeche Mode und gibt darin Einblick in über 500 oft unveröffentliche Aufnahmen, die handschriftlich erläutert und mit einem Interview abgerundet werden. Es finden sich hierbei nicht nur offizielle und private Bandporträts, sondern auch viele Fotos von Dreharbeiten zu ikonischen Musikvideos, spontane Schnappschüsse und Live-Aufnahmen von allen Tourneen seit 1988.

Dieses Gesamtwerk zeigt dabei deutlich den Einfluss des Fotografen auf die Band auf und unterstreicht eine der kreativsten und beständigsten Kollaborationen der Musikgeschichte. Nicht ohne Grund wurde Corbijn namentlich erwähnt, als Depeche Mode im Jahr 2020 in die Rock’n’Roll Hall of Fame eingeführt wurden. Sein Wirken kann garnicht hoch genug angesetzt werden und wird mit diesem ursprünglich als Collector’s Edition veröffentlichtem Band untermauert.

Nun kann man sich am Donnerstag, dem 7. Oktober, von 18 bis 19 Uhr im Berliner Store (Neumarkt 3, 50667 Köln) sein Buch Depeche Mode by Anton Corbijn persönlich mit einer Widmung veredeln lassen. Bitte beachtet, dass die Veranstaltung gemäß der aktuell geltenden Corona-Schutzverordnung durchgeführt wird. Der Zugang kann nur mit den 3G (geimpft – genesen – getestet) erfolgen. Bitte denkt an euren Nachweis.

Die Details zur Signierstunde:

Signierstunde: Depeche Mode by Anton Corbijn
Ort: TASCHEN Flagshipstore Köln (Neumarkt 3, 50667 Köln)
Datum: 07.10.2021
Uhrzeit: 18 bis 19 Uhr

Die Details zum Band:

Depeche Mode by Anton Corbijn
Verlag: TASCHEN 
Mehrsprachige Ausgabe: Englisch, Deutsch, Französisch 
Fotograf: Anton Corbijn
Herausgeber: Reuel Golden
Format: Hardcover, 24,3 x 34 cm, 3,69 kg 
Seitenzahl: 512 
Preis: 100 EUR 

Signierstunde in Köln: TATTOO. 1730s-1970s. Henk Schiffmacher’s Private Collection

Der legendäre Henk Schiffmacher signiert am Dienstag, 31. August, von 18 bis 19 Uhr sein Buch TATTOO. 1730s-1970s. Henk Schiffmacher’s Private Collection im Kölner TASCHEN Store (Neumarkt 3, 50667 Köln).

Der große Tätowierkünstler und Historiker nimmt den Leser mit seinem Band mit auf seine ganz persönliche Reise durch 200 Jahre Tattoo-Geschichte von den 1730er bis in die 1970er Jahre. Dieser voluminöse Band zeigt atemberaubende Zeichnungen, Designs, Fotos sowie Artefakte aus aller Welt und vereint das Beste aus Schiffmachers renommierter Privatsammlung mit aufschlussreichen, persönlichen Kommentaren des beliebtesten Tätowierers und Philosophen seiner Kunst. Meine detaillierte Besprechung zu dem Titel könnt ihr hier nachlesen.

© Rudi Huisman

Bitte beachtet, dass die Veranstaltung gemäß der aktuell geltenden Corona-Schutzverordnung durchgeführt wird. Der Zugang kann nur mit den 3G (geimpft – genesen – getestet) erfolgen. Bitte denkt an euren Nachweis.

Die Details zur Signierstunde:

Signierstunde: TATTOO. 1730s-1970s. Henk Schiffmacher’s Private Collection
Ort: TASCHEN Flagshipstore Köln(Neumarkt 3, 50667 Köln) 
Datum: 31.08.2021 
Uhrzeit: 18 bis 19 Uhr

Die Details zum Band:

TATTOO. 1730s-1970s. Henk Schiffmacher's Private Collection
Verlag: TASCHEN 
Mehrsprachige Ausgabe: Englisch, Deutsch, Französisch 
Autor: Henk Schiffmacher
Herausgeberin: Noel Daniel 
Format: Hardcover, 29 x 38,8 cm, 6,13 kg 
Seitenzahl: 440 
Preis: 125 EUR