Batman – Der dunkle Prinz (Band 1 von 2)

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Es kommt durchaus mal vor, dass ein europäischer Künstler sich an einem Flaggschiff von DC Comics versuchen darf, doch meist beschränkt sich die Arbeit auf fortlaufende Serien, in denen Experimente und eine zu individuelle Handschrift eines Autoren oder Künstlers nur ungern gesehen werden.

Deswegen gleicht der Release von Batman – Der dunkle Prinz einer kleinen Sensation, da zum einen der Schweizer Enrico Marini (u.a. Die Adler Roms) ganz alleine für Inhalt und Optik verantwortlich ist und zum anderen die auf zwei Bände angelegte Geschichte in Hardcover-Alben frankobelgischen Stils erscheinen wird. Band eins liegt schon in den Regalen, während der Abschluss im Juni (also vermutlich im Rahmen des Comic Salons Erlangen) veröffentlicht wird.

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© Panini Comics

Doch worum geht es in der Story eigentlich? Zunächst einmal mutet die Handlung ziemlich typisch für Batman an. Mal wieder wird der dunkler Ritter mit dem Joker konfrontiert, der hier tatsächlich wie eine Art Clown aussieht und sich mit einem dazu passenden Gefolge umgibt. Natürlich dürfen in so einer Konstellation auch nicht die weiblichen Pendants der zwei ewigen Feinde fehlen: Catwoman und Harley Quinn, die ebenfalls in einer recht frischen Optik präsentiert werden und den Leser daran erinnern, dass es sich hier tatsächlich um ein eigenständiges Werk handelt. Außer diesen Ausnahmen wirkt alles ein wenig austauschbar, als aber eines Tages eine Kellnerin an der Tür von Bruce Wayne klingelt und ihn mit den angeblichen Folgen einer Jahre zurückliegenden Nacht konfrontiert, erfährt die Handlung einen Spin, den man schon lange nicht mehr im Zusammenhang mit Batman erlebt hat. Als der Joker auch noch Wind von der Sache bekommt, ist der Aufbau zum Cliffhanger perfekt, der es einem so richtig unter den Fingernägeln brennen lässt, wie sich die Sachlage entwickelt…

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© Panini Comics

Das Ganze wird dabei in wunderschönen Panels präsentiert, die gänzlich handgemalt sind und digitale Trickkisten weglassen. Dadurch kommen unter anderem wunderschöne Splash-Pages zustande, die eine wahre Augenweide sind und die ein ganz gutes Bild davon vermitteln, warum Jim Lee (Herausgeber von DC Comics) sich persönlich dafür einsetzte, dass Marini seinen heimlichen Traum eines eigenen Batman-Comics umsetzen konnte.

Um die Besonderheit dieser Veröffentlichung zu unterstreichen, wird der Story ein ausführliches Interview zwischen dem Macher des vorliegenden Bandes und Alexander Bubenheimer von Panini Comics nachgestellt, dass nochmal die Vorgeschichte zur Entstehung von „Der dunkle Prinz“ aufgreift, die besonderen Umstände als Künstler vom europäischen Kontinent umschreibt und einen Ausblick auf das Finale im Juni  gibt, welches definitiv in meinen Schrank wandern wird!

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© Panini Comics

In diesem Sinne macht man bei einer Anschaffung dieses Prachtstücks für knapp 17 Euro nichts falsch. Ein visuell und inhaltlich schönes Gesamtwerk, dessen Abschluss ihr sicherlich genauso sehnlichst erwarten werdet wie ich!

Spawn Origins Collection – Band 10

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Endlich bin ich mit meinen Prüfungen für dieses Semester durch und nur noch zwei Hausarbeiten davon entfernt, mich wirklich entspannen zu können. Bis dahin habe ich endlich etwas mehr Zeit, um mich um ZOMBIAC zu kümmern und präsentiere nach der unfreiwilligen Pause gleich mal die Fortsetzung einer meiner Lieblingsreihen, die in die zehnte Runde geht: Die Spawn Origins Collection!

Diese beinhaltet die US-Hefte 113 bis 125 und damit weiterhin den Run des Spawn-Zeichners Angel Medina, mit dem ich die Figur entdeckt habe und den ich bis heute als den besten Künstler ansehe, der sich an Todd McFarlanes Schöpfung versucht hat. Nun aber erstmal zum Inhalt:

Da der Vorgänger-Band quasi mitten im Geschehen abgebrochen ist, finden wir uns erneut im Kampf gegen die Vampire in New York City wieder, der zwar keine unmittelbaren Folgen für Spawn aber durchaus für einige seiner nächsten Verbündeten nach sich zieht. Wie für die Heftreihe üblich, setzt der Fortgang der Geschichte nicht sofort nach der angesprochenen Konfrontation ein, sondern bietet dem Leser zunächst ein schön düsteres Intermezzo, dass uns sowohl in das alte Japan verschlägt, als auch in der Gegenwart schaurige Geschehnisse bietet, bei denen Spawn erstaunlicherweise sogar nur eine Nebenrolle spielt.

Dem schließt sich die eigentliche Haupthandlung an, die nach längerer Zeit erneut den Redeemer als eine Art Anti-Spawn in den Mittelpunkt stellt und ihn gegen die beliebteste Ausgeburt der Hölle in den Ring steigen lässt. Dabei wird glücklicherweise darauf verzichtet (nur) einen simplen Showdown zweier übernatürlicher Wesen zu porträtieren, sondern schlägt sogar den Bogen zu einer älteren Spawn-Story, in der ein kleiner Junge vor dem eigenen brutalen Vater gerettet werden sollte. Es ist nicht das erste Mal, dass McFarlane und seine Co-Autoren mit solchen Kniffen eine in sich geschlossene Welt präsentieren, die deutlich tiefer wirkt, als die Vielzahl an Schocker-Comics der 90-Ära, die zum Glück hinter uns liegt und nur die besten Serien hat überleben lassen.

Das ist unter anderem der Grund dafür, warum Spawn seit seinem Debüt vor nun fast drei Dekaden, als die erfolgreichste Figur aus einer eher unkonventionellen Comic-Ecke, immer noch seine Fans findet, immer noch in einer laufenden Serie vertreten ist und seine Klassiker auch außerhalb der USA erfolgreich neu aufgelegt werden. Schön erzählte Geschichten, die mit ihrem Pathos oft nur knapp an der Fremdscham-Grenze vorbei schrammen, aber immer noch genug Ernst beibehalten, um gut zu unterhalten, sowie ein detailverliebtes Artwork, dass bis heute unerreicht bleibt. Diese Mixtur lässt mich daher hoffen, dass Panini Comics, im Gegensatz zu ihren Kollegen aus den Vereinigten Staaten, den Mut aufbringt die Origins Collection eigenständig weiterzuführen, sollten die Verkaufszahlen stimmen. Die Fans über dem großen Teich schauten nämlich nach dem Release von Band 10 in die Röhre, während hier noch eine gewisse Hoffnung im Raum steht.

Ich für meinen Teil würde jedem von euch ans Herz legen, die wunderschönen Hardcover-Bände in euren Schrank wandern zu lassen und dadurch die Chancen für alle Fans zu erhöhen, auch in Zukunft Freude an Spawn haben zu können.