Mark Millar Collection 2: Wolverine – Staatsfeind

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Nach „Wanted“ veröffentlicht Panini Comics Deutschland den nächsten Band aus der sogenannten „Mark Millar Collection„, die ihrem Namen entsprechend das Werk des talentierten Schotten würdigt.

Mit „Wolverine: Staatsfeind“ bekommt man eine seiner weniger bekannten, aber nichtsdestotrotz qualitativ hochwertigen Geschichten geliefert. Genaugenommen handelt es sich um den von Millar und John Romita Jr. (mit dem einige Jahre später die Zusammenarbeit an „Kick-Ass“ realisiert wurde) betreuten Run der Comic-Serie „Wolverine„, die sich ab Heft 20 über 12 Ausgaben erstreckte.

Wie schon der Erstling, kommt Band Nummer zwei als edle Hardcover-Ausgabe auf den Markt und wird diesmal mit einem Vorwort von Garth Ennis („Rover, Red, Charlie„, „Crossed, „Preacher“ usw.) eingeleitet. Dieser ist definitiv nicht als großer Superhelden-Fan bekannt. Daher ist es umso erfreulicher zu lesen, dass er sich für die Geschichte um den beliebten Mutanten erwärmen konnte und teils überschwänglich lobende Worte dafür findet.

Die eigentliche Story ist als klassische Rache-Erzählung angelegt, in der Wolverine den Mördern des Sohnes eines japanischen Freundes auf der Spur ist. Hierbei sieht er sich persönlich in der Verantwortung und geht entsprechend kompromisslos gegen jeden vor, der sich ihm entgegen stellt. Man sollte hier aber kein Gemetzel erwarten, dass nach der „Logan„-Verfilmung offensichtlich Hochkonjunktur hat. Romita Jr. nutzt seinen ihm eigenen und daher beliebten Stil, der individuell und doch angenehm fürs Auge ist.

Die Geschichte ist dabei keineswegs so voraussehbar, wie man es zunächst erahnen könnte. Der Erzschurke Gorgon schafft es im Verlauf der Ereignisse „Hydra“ mit „der Hand“ zu vereinen und in dem Zuge Wolverine unter seine Kontrolle zu bringen, der nun schier unkontrollierbar eine Schneise der Zerstörung hinter sich her zieht.

Auf dem eben beschriebenen Weg begegnet Wolverine so gut wie allen bekannten Helden des Marvel-Universums, die ihm teils zur Seite stehen und teils bekämpfen. Dabei wirkt die Geschichte keineswegs überladen und hält die eine oder andere Überraschung für die Leser bereit. Durch die Länge des Ganzen ist man darüber hinaus gezwungen, sich gänzlich auf die Handlung einzulassen und nicht als Lesesnack zwischendurch zu verschlingen.

Ein zusätzliches Highlight in diesem Band, neben viele Konzeptzeichnungen und Covern, ist die Geschichte „Gefangener Nummer Null„, die zwar ebenfalls mit Wolverine als Hauptcharakter aufwartet und von Millar getextet wurde, aber für sich alleine steht.

Hier begegnen wir unserem Helden um das Jahr 1942 im Konzentrationslager Sobibor, in dem er den diensthabenden Kommandanten an seinem Verstand zweifeln lässt. So schafft es der Autor die Kräfte des Mutanten zum Element einer schaurigen Handlung werden zu lassen, die trotzdem genug Fingerspitzengefühl aufweist, um ein KZ nicht zur reinen Kulisse verkommen zu lassen. Diesbezüglich hatte Millar persönlich Angst eine Grenze zu überschreiten, die ihm aber nach einem im Nachwort beschriebenen Gespräch mit Comic-Legende Will Eisner genommen wurde.

Alles in allem ein Pflichtkauf, unabhängig davon ob man Fan der Mark Millar-Kreationen ist oder primär den X-Men anhängt. Hier sollten beide Fan-Lager gleichermaßen bedient werden. Nun freue ich mich umso mehr auf die Fortsetzung der „Collection“ und verstehe umso mehr, warum diesem Mann eine ganze Reihe gewidmet wurde.

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