[Ankündigung] Ausstellung und Signieraktion in Hamburg: Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger

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Ich habe schon vor längerer Zeit über die großartige Veröffentlichung „Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger“ (Link führt zur Rezension) aus der Feder des Illustrators Robert Nippoldt und des Schriftstellers Boris Pofalla berichtet.

In diesem Band geht es um das überbrodelnde Leben in einer Stadt die nie schläft, bevor sie, wie der Rest der Republik, in den Albtraum des Faschismus stürzte. Hierbei setzt Nippoldt mit seinen akribisch ausgearbeitete Illustrationen sowohl die damalige Prominenz aus Kultur und Politik, als auch bedeutende Personen aus der Wissenschaft in Szene, die das Leben in Berlin und darüber hinaus geprägt haben. Ergänzt wird das Ganze durch Übersichtsseiten, die Menschen und Ereignisse in einen Kontext setzen und den Leser ausführlich informieren. Als Sahnehäubchen dieser Reise auf dem Weg zum Ende der Weimarer Republik, liegt dem Buch sogar eine CD mit seltenen Schlager-Aufnahmen aus den Zwanzigern bei, um die Stimmung noch greifbarer zu machen.

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Nun gibt es nach den Ausstellungen zum Band in Berlin und Köln, auch die Möglichkeit sich dieses Werk in Hamburg persönlich von Robert Nippoldt signieren zu lassen und seine Bilder im Original zu betrachten. Das Ganze findet am 08.11.2018 im TASCHEN-Store Hamburg (Bleichenbrücke 1-7, 20354 Hamburg) statt. Von 15 bis 19 Uhr können sich Besucher dabei ganz der Atmosphäre der „Roaring Twenties“ hingeben und sich selbst mit einer persönlichen Widmung des anwesenden Künstlers eine Freude machen.

Datum: 08.11.2018 
Ort: TASCHEN Store, Bleichenbrücke 1-7, 20354 Hamburg
Uhrzeit: 15 - 19 Uhr

[Comic Review] Mark Millar Collection Bd. 8: Marvel Knights – Spider-Man (Panini Comics)

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Fleißige Leser meines Blogs und Fans des Tausendsassas Mark Millar werden sich bei der folgenden Rezension vermutlich kaum über die Interpretation von Spider-Man in dem neuesten Band der „Mark Millar Collection“ wundern, doch auch in der achten Ausgabe der Reihe, die den Schotten ehren soll, gibt es mehr als genug überraschende Elemente, die eine genauere Betrachtung verdienen.

So kann man sagen, dass der Rahmen der Geschichte eigentlich alles beinhaltet, was man sich von einem klassischen Auftritt des Wandkrabblers wünschen könnte. Peter Parker ist so gut wie pleite, die Beziehung zu Mary Jane durch sein Alter Ego unter keinem guten Stern und die Sorgen um Tante May quasi omnipräsent. Auch das Design der Figuren bleibt den ikonischen Mustern treu, die bis heute dafür sorgen, dass Fans Helden und Antagonisten sofort benennen können.

Der (in meinen Augen) angenehme Bruch mit Gewohnheiten erfolgt durch die Tatsache, dass die Geschichte ursprünglich im „Marvel Knights„-Imprint erschienen ist, der sich explizit an ein erwachseneres Publikum richtete und in dem Zuge den beteiligten Künstlern Freiheiten ließ, die sie bei einem normalen Run niemals genoßen hätten. Unter anderem erschienen neben der vorliegenden Story auch „Punisher“ von Garth Ennis, „Daredevil“ von Kevin Smith oder auch „Black Panther“ von Christopher Priest. Wie man an den Namen erkennen kann, sind all diese Herren nicht unbedingt für sanfte Handlungsstränge bekannt und auch Mark Millars Geschichte stellt keine Ausnahme dar, denn die vorliegende Erzählung ist härter, krasser und brutaler als so gut wie alles, was ihr zuvor mit Spidey im Programm gesehen habt und dabei nicht Deadpool beinhaltete.

Und wenn man mit dem Humor und den Zutaten Millars vertraut ist, erkennt man diese in den ständigen Grenzüberschreitungen wieder, die das Ganze zu so einem Lesevergnügen machen. So strotzen die Seiten nur vor selbstreferentiellen Verweisen und wenig subtiler Kritik an typischen Superhelden-Geschichten. Zum Beispiel kann man nicht anders, als laut aufzulachen, wenn Spider-Man sich nicht weiter zu helfen weiß, um den Grünen Kobold aufzuhalten und daher zu einem Briefkasten greift und…naja…eine Gehirnerschütterung wäre zumindest eine optimistische Diagnose.

Auch die fein eingestreuten Kommentare von umstehenden Personen und namenlosen Nebencharakteren tragen zu einer angenehmen Würze bei, die man in regulären Storys um die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft schmerzlich vermisst, wenn man als erwachsener Leser eine spannende Geschichte lesen möchte, aber auf die unschuldigen Aspekte gut verzichten kann. So wird gut und gern geflucht, sich über Charakterentwicklungen offen lustig gemacht und das ganze Genre genüßlich durch den Kakao gezogen, ohne respektlos vor der Materie zu erscheinen. Im Endeffekt genau die richtige Balance um alte Leser, die etwas Zynismus brauchen, zu bedienen, als auch Neueinsteiger zu überzeugen, die Comics immer noch als Kinderkram begreifen. In diesem Sinne ist es schade, dass Marvel diese Reihe seit einigen Jahren ruhen lässt, während DC Comics nun zum ersten Mal mit ihrem „Black Label“ versucht einen Fuß in die Tür einer (vordergründig) neuen Zielgruppe zu kriegen.

Daher ist weniger die erzählte Geschichte das revolutionäre an diesem Sammelband (der im Übrigen zum ersten Mal die Handlung an einem Stück auf deutsch beinhaltet), sondern mehr die Erzählweise und der spürbare Spaß an der Provokation. Denn eine Entführung von Tante May und die Bedrohung von Mary Jane durch eine Vielzahl an klassischen Bösewichten und Auftritte der X-Men und Avengers sind in dem Sinne nichts neues, der Umgang der Protagonisten mit der gegebenen Situation jedoch sehr wohl. Daher ist der Fortgang der Geschichte auch alles andere als vorhersehbar und damit eine spannende Lektüre, die ihre Stärke aus dem schon erwähnten Verzicht auf Konventionen und zeitgleicher Rückbesinnung auf geliebte Elemente zieht. Ein ungewöhnlicher Cocktail, der jedoch blendend funktioniert!

Auch visuell kommt man auf seine Kosten, da man Terry und Rachel Dodsons (Spider-Man/Black Cat, Harley Quinn), sowie Frank Chos (Hulk) gemeinsames Werk hier an einem Stück genießen kann. Dabei schaffen sie den Spagat zwischen realistisch, überspitzt und sexy zu schlagen, ohne dabei in Klischees zu verfallen, die der Geschichte nicht zuträglich wären. Es ist eben genau die beschriebene Mischung, die einem als Leser die Sicherheit gibt, einen Superhelden-Comic vor sich zu haben, aber zeitgleich das Augenzwinkern zu erkennen, dass das „Millar„-Feeling perfekt zu transportieren weiß.

Und wem das nicht reicht, der sollte sich in Erinnerung rufen, dass es sich um einen Band der „Mark Millar Collection“ handelt und dementsprechend einiges mehr zu finden  ist, als nur die beschriebene Geschichte. Unter anderem dürfen sich Leser über einen schönen Bonusteil mit Skizzen aus dem Entstehungsprozess, sowie ein launiges Vorwort von niemand geringerem als Stan Lee persönlich freuen!

In diesem Sinne ist dieser Band der Reihe nicht nur eine Empfehlung für Sammler und Fans des Millar-Outputs, sondern explizit auch für Leser der regulären Spidey-Geschichten, denn wenn ihr die ursprüngliche Heftreihe nicht besitzt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ihr diese großartige Story schon mal gelesen habt. Daher nichts wie los zum Comic-Shop eures Vertrauens!

Mark Millar Collection Bd. 8: Marvel Knights - Spider-Man 
Verlag: Panini Comics 
Erscheint am: 23.10.2018 
Autor: Mark Millar
Zeichner: Terry Dodson, Rachel Dodson (nur Tusche), Frank Cho
Format: Hardcover 
Seitenzahl: 316
Preis: 39 EUR

GEWINNSPIEL: 3x Outcast (SIGNIERT von Paul Azaceta)

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Wenn ihr fleißig meinem Instagram-Account folgt, werdet ihr mitbekommen haben, wie ich vor kurzem im Rahmen einer Live-Rezension im Münchner „Comic Café„, den ersten Band zu „Outcast“ vom „The Walking Dead„-Schöpfer Robert Kirkman besprochen habe.

Dieser bei „Cross Cult“ erschienene Horror-Schocker behandelt das Thema Exorzismus, greift zeitgleich auf Versatzstücke berühmter Film-Klassiker des Genres zurück und behält dabei trotzdem eine individuelle Note, die insbesondere durch den Zeichner Paul Azaceta zur Geltung kommt. Wer also auf Grusel-Kost im Stile der 70er und 80er steht, dabei aber auf einen modernen Anstrich nicht verzichten möchte, kommt hier ganz auf seine Kosten.

Damit ihr euren Hunger auf frisches Lesefutter stillen, aber gleichzeitig euren Geldbeutel schonen könnt, habe ich in Zusammenarbeit mit dem „Cross Cult-Verlag etwas Feines für euch vorbereitet:

Ihr habt die Möglichkeit einen von drei Bänden der Erstausgabe von „Outcast“ zu gewinnen und nicht nur das! Jede der Ausgaben mit dem Titel „Im Reich der Finsternis“ wurde vom Zeichner Paul Azaceta höchstpersönlich SIGNIERT! Damit könnt ihr mit etwas Glück nicht nur ein gewohnt qualitativ hochwertiges Hardcover, sondern ein wahres Sammlerstück in euer Regal stellen!

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Was ihr dafür tun müsst?:

  1. Folgt einem oder allen Social Media Kanälen meines Blogs. Namentlich Facebook, Twitter und Instagram
  2. Hinterlasst ein „Like“ unter dem entsprechenden Gewinnspiel-Post
  3. Kommentiert den passenden Beitrag mit dem Hashtag #Outcast

Tipp: Wenn ihr gleich mehreren meiner Kanäle folgt und dort mitmacht, erhöht ihr eure Gewinnchancen!

Das Gewinnspiel läuft bis einschließlich dem 31.07.2018 um 23:59 Uhr! Die Gewinner werden danach zeitnah ausgelost und kontaktiert! Viel Glück!

Teilnahmebedingungen

  1. Teilnahmeberechtigte

Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter von Cross Cult.

Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.

  1. Teilnahmemöglichkeiten

Eine Teilnahme ist nur über Facebook, Twitter und Instagram möglich, indem die jeweilige Seite und der passende Beitrag mit einem Like versehen wird und ein Kommentar mit dem im Text angegebenen Hashtag erfolgt. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook, Twitter oder Instagram.

  1. Teilnahmeschluss

Teilnahmeschluss ist der 31.07.2018 um 23:59 Uhr.

  1. Gewinnermittlung

Der Gewinner wird per Los ermittelt.

  1. Art der Gewinnbenachrichtigung

Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Nachricht schriftlich kontaktiert.

  1. Veröffentlichung der Gewinner

Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung eventuell in anonymisierter Form veröffentlicht.

  1. Der Rechtsweg

Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg nicht möglich.

TASCHEN Warehouse Sale + Gewinnspiel

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Es ist wieder soweit und der TASCHEN-Verlag begeht erneut den beliebten Warehouse Sale! Nur vom 21. bis zum 23. Juni 2018 könnt ihr euch endlich einige der hier öfter besprochenen Bände zu einem Preis besorgen, der nicht gleich das Konto sprengt.

Dabei könnt ihr euch aussuchen, ob ihr einen Abstecher in einen Flagship-Store in Berlin, Hamburg oder Köln macht oder gemütlich von zuhause aus von der Website des Unternehmens ordern wollt, um bis zu 75% auf Display- und Mängelexemplare zu sparen.

Wenn man sich dabei die Auswahl der angebotenen Bände der letzten Sales zu Gemüte führt, wird einem klar, dass eigentlich jeder Geschmack bedient sein dürfte, solange man sich generell für bildende Künste interessiert. Ob es nun Comics, Architektur, Film, Fotografie oder einfach wunderschöne Faksimiles sind – es ist für jeden etwas dabei.

Ich für meinen Teil werde definitiv einen Blick auf die Angebote werfen und vielleicht das ein oder andere Prachtexemplar in meine Sammlung aufnehmen.

Bis dahin habt ihr die Möglichkeit euch in eine aktuelle Veröffentlichung des Verlags vertiefen zu können, ohne dafür die Kreditkarte zücken zu müssen, denn wie schon einige Male zuvor, veranstalte ich in Zusammenarbeit mit TASCHEN ein Gewinnspiel, bei dem ihr die Möglichkeit habt, den folgenden Band euer Eigen nennen zu können:

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Crazy Competitions. Die 100 verrücktesten Wettbewerbe der Welt

Für dieses Buch hat sich der britisch-amerikanische Grafiker, Schriftsteller und Theoretiker Nigel Holmes auf eine irrwitzig schräge Weltreise begeben, um die obskursten und skurrilsten Wettkämpfe mit der gebotenen Nüchternheit zu dokumentieren und grafisch anschaulich aktenkundig zu machen. Dabei stolpert als Leser über Wettkämpfe wie Moorschnorcheln, Thunfischweitwurf, Schneckenrennen oder die Meisterschaften im Luftsex, nur um einige zu nennen. Wer mehr erfahren möchte, muss nichts weiteres tun, als einem (oder mehreren) meiner Social Media-Kanäle zu folgen, ein Like unter dem entsprechenden Beitrag zu hinterlassen und mir dort sagen, gegen wen ihr am liebsten bei einem dieser verrückten Wettbewerbe antreten wollen würdet. Hier die Details:

Der Beitrag auf…Facebook, Twitter und Instagram.

Teilnahmebedingungen

  1. Teilnahmeberechtigte

Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.

Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.

  1. Teilnahmemöglichkeiten

Eine Teilnahme ist nur über Facebook, Twitter und Instagram möglich, indem die jeweilige Seite mit einem Like versehen wird und ein Kommentar mit der Beantwortung der im Text angegebenen Frage erfolgt. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook, Twitter oder Instagram.

  1. Teilnahmeschluss

Teilnahmeschluss ist der 17.06.2018 um 18:59 Uhr.

  1. Gewinnermittlung

Der Gewinner wird per Los ermittelt.

  1. Art der Gewinnbenachrichtigung

Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Nachricht schriftlich kontaktiert.

  1. Veröffentlichung der Gewinner

Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form veröffentlicht.

  1. Der Rechtsweg

Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg

TASCHEN-Sale und Gewinnspiel

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Da ich mich aktuell, wie jedes halbe Jahr, in Prüfungsvorbereitungen befinde, gibt es bis Anfang/Mitte Februar leider nur relativ wenige Beiträge auf ZOMBIAC zu lesen. Trotzdem möchte ich euch nicht ganz vernachlässigen und habe daher wieder eine kleine Überraschung für euch! 😉

Zunächst einmal zum Hintergrund: Wenn ihr regelmäßig meine Beiträge lest, werdet ihr gemerkt haben, dass ich neben Comics, auch meiner Leidenschaft für bildende und darstellende Künste fröne und dabei am liebsten zu den Bildbänden und passenden Essays aus dem TASCHEN-Verlag greife. Schon vor Jahren fiel mir auf, dass er nicht nur dem Mainstream an Kunstliebhabern, sondern auch Leuten mit abseitigen Interessen aus dem Bereich der Comics, Erotik oder Geschichte eine gewaltige Auswahl bietet. Dabei ist sowohl etwas für den kleinen Geldbeutel, aus auch für den Millionär etwas im Sortiment zu finden. Eine Aussage, die man nur selten treffen kann, hier aber vollkommen zutrifft. Wo sonst kann man sowohl für knapp 10 Euro eine kleine Zusammenfassung einer Kunstepoche, als auch für mehrere hunderttausend Euro ein Buch zur Apollo 11-Mission und das dazu passende Mondgestein erwerben?

Wer tendenziell nicht das Geld aufbringen kann, um sich eines der hochpresigeren Prachtstücke nach Hause zu holen, hat nun vom 25. bis 28.01.2018 die Chance beim TASCHEN-Sale zuzugreifen und nicht nur die ohnehin günstigen Schmöker zu einem noch attraktiveren Preis nach Hause zu holen, sondern auch die edlen Großformate ins Regal zu stellen, ohne sein Konto auflösen zu müssen. Bis zu 75% Rabatt auf Display-Bücher und Mängelexemplare sprechen wohl für sich.

Der Sale findet dabei sowohl zum oben genannten Zeitpunkt auf der offiziellen Website des Verlags als auch  in den Stores Berlin, Hamburg und Köln statt (hierbei bis zum 27.01.; 10-20 Uhr).

Damit auch diejenigen unter euch nicht leer ausgehen, deren Gehalt nicht rechtzeitig eintrifft, habe ich hier die angekündigte Überraschung für euch: Ihr könnt ohne großen Aufwand die beliebte Jamie Hewlett-Monografie (Gorillaz, Tank Girl usw.) gewinnen! Ein Must-have, dass ich persönlich in einem Zug verschlungen habe und jedem ans Herz lege der etwas mit zeitgenössischer Kunst anfangen kann!

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Was ihr dafür tun müsst? Hinterlasst auf Facebook, Twitter oder Instagram sowohl ein Like auf der Seite, als auch unter dem passenden Post zu diesem Beitrag und schon seid ihr im Lostopf! Ihr könnt eure Chancen im Übrigen erhöhen, indem ihr das Prozedere bei all diesen Social Media-Kanälen durchführt und damit automatisch mehrfach im Lostopf landet! Der Gewinner wird am 25.01.2018 gezogen!

Teilnahmebedingungen

  1. Teilnahmeberechtigte

Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.

Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.

  1. Teilnahmemöglichkeiten

Eine Teilnahme ist nur über Facebook, Twitter und Instagram möglich, indem die jeweilige Seite mit einem Like versehen wird und ein Kommentar mit der Beantwortung der im Text angegebenen Frage erfolgt. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook, Twitter oder Instagram.

  1. Teilnahmeschluss

Teilnahmeschluss ist der 24.01.2018 um 23:59 Uhr.

  1. Gewinnermittlung

Der Gewinner wird per Los ermittelt.

  1. Art der Gewinnbenachrichtigung

Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Nachricht schriftlich kontaktiert.

  1. Veröffentlichung der Gewinner

Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form veröffentlicht.

  1. Der Rechtsweg

Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg ausgeschlossen.

Super Mario Encyclopedia – Die ersten 30 Jahre

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Nachdem die „The Legend of Zelda„-Fans mit der „Hyrule Historia“ und „Art & Artifacts“ durch Tokyopop versorgt wurden, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch das andere prominente Maskottchen des Videospiel-Unternehmens Nintendo neben den Konsolen auch im Bücherschrank einen Platz finden würde.

Mit „Super Mario Encyclopedia – Die ersten 30 Jahre“ veröffentlicht der Verlag zwei Jahre nach dem dritten runden Jubiläum der Figur endlich eine deutsche Version, nachdem das Buch zunächst nur auf japanisch zu erwerben war. Mit ihr liegt das bis dato umfassendste Nachschlagewerk der Spielreihe um den italienischen Klempner mit Vorliebe für Pilze und abhanden gekommene Prinzessinnen vor.

Auf den über 250 bunten Seiten bekommt der Leser eine umfassende Menge an Informationen zu den bis zum Jahr 2015 erschienenen 17 Hauptspielen. Folgerichtig findet man natürlich nichts zum aktuellsten Ableger „Super Mario Odyssee„, was vor dem Hintergrund des erst kürzlich erfolgten Releases zu verkraften ist. Dafür erfährt man etwas zu faktisch jedem Charakter, der seit „Super Mario Bros.“ (1985) bis hin zu „Super Mario 3D World“ (2013) jemals über den Bildschirm geflimmert ist (das zum Jubiläum erschienene „Super Mario Maker“ findet als Teil der Einleitung Erwähnung). Doch dabei bleibt es nicht. Selbstverständlich findet man zu jedem Item und Level, knackig formulierte Erklärungen und schön aufbereitete Übersichtsseiten, die den Gesamtumfang der einzelnen Titel greifbar machen. Sollte man in diesem Zusammenhang das ein oder andere dieser Games (oder vielleicht alle?) sein Eigen nennen, kann man sich zusätzlich über schöne Tipps, Geheimnisse und wissenswerte Geschichten rund um die jeweiligen Veröffentlichungen freuen, die einem die nächste Runde sicherlich erleichtern werden.

Dabei werden auch die Titel außerhalb des „Kontinuums“ nicht unter den Tisch fallen gelassen. Dazu gehören nicht nur die Spin-Offs der Reihe, sondern ganz generell Gastauftritte in anderen Veröffentlichungen, sowie Marios Zeit, bevor er seinen nun zu Weltruhm gelangten Namen trug. Es wird wahrlich nichts ausgelassen. Selbst die kleinsten Debüts von Nebencharakteren finden Erwähnung und werden passend ins Gesamtbild eingeordnet.

Diesem Paket steht außerdem noch ein schönes Interview mit Takashi Tezuka voran, der seines Zeichens Game-Designer und Produzent zahlreicher Super Mario– und Zelda-Spiele war und ist. Dem interessanten Gespräch kann man neben schönen Anekdoten aus der Zeit vor dem kometenhaften Aufstieg von Nintendo, auch allerlei Informationen zur Entwicklung einzelner Aspekte der Games, sowie Design-Entscheidungen entnehmen, die die Super Mario-Reihe sicherlich für einige von euch in einem neuen Licht erscheinen lassen dürfte.

Super Mario Encyclopedia – Die ersten 30 Jahre„, bestehend aus quitschbunter Unterhaltung, die mit deutlich mehr Bildern als Text aufwartet (und damit dem visuellen Medium des Videospiels gerecht wird), sowie interessanten Anmerkungen und hilfreichen Informationen, stellt einen Pflichtkauf für jeden Spieler dar, dessen Interesse für die Figur, sowie die Spiele an sich, tiefer reicht, als es für die Masse der Gamer der Fall ist. Hier lässt man ein Monument der Videospielgeschichte Revue passieren, dass noch lange nicht am Ende ist und mit dem Buch sowohl einen Rückblick als auch die Aussicht auf weitere Dekaden Spielspaß bietet.

The Legend of Zelda: Art & Artifacts

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The Legend of Zelda. Ein Titel, der das „legendäre“ nicht ohne Grund im Namen trägt. Es wird kaum jemanden geben, der nicht zumindest einmal von der Reihe gehört hat. Ob es nun das sogenannte „Triforce„, die Hauptfigur „Link“ oder einfach nur der Name der Spielreihe ist: der Wiedererkennungswert hat sich nicht umsonst über Dekaden hinweg bis heute länderübergreifend gehalten.

Da ist es nicht verwunderlich, dass sich über die Zeit hinweg einiges an Material angesammelt hat, dass man als interessierter Spieler auch außerhalb der digitalen Welt erkunden möchte. Wie zu erwarten begann man in Japan, dem Ursprungsland der Reihe, damit die Fans mit Hintergrundinformationen, sowie Artworks im Buchformat zu versorgen. In Deutschland sind dafür Tokypop zuständig, die schon vor wenigen Jahren mit „The Legend of Zelda: Hyrule Historia“ erfolgreich den Markt bereichert haben. Angereichert mit chronologisch angeordneten Hintergrundinformationen, Skizzen und Designs, bietet es alles was man sich in der Richtung nur wünschen kann. Natürlich ist trotz des üppigen Inhalts, nicht Platz genug für wirklich alle relevanten Artworks vorhanden gewesen. Daher hat man sich bei den Machern dazu entschieden ein Buch herauszubringen, dass sich gänzlich der visuellen Pracht von „Zelda“ widmet und mit insgesamt über 400 Seiten auch quantitativ eine ganze Schippe drauf legt: „The Legend of Zelda: Art & Artifacts„!

Wie schon im Vorgängerband, arbeitet man sich als Leser chronologisch durch die Geschichte der Serie vom Erstling bis zum aktuellsten AblegerBreath of the Wild„, welcher aufgrund des zeitlichen Abstands in der „Hyrule Historia“ noch keine Erwähnung fand.

Nun findet man eine Masse an wunderschönen Farbillustrationen, die die letzten 30 Jahre der Geschichte aufarbeiten und dadurch einen nachvollziehbaren Prozess darstellen, der bei cartoonesk wirkenden Märchen-Anleihen begann und in epischen Kunstwerken, nahe am Photorealismus, seinen bisherigen Abschluss findet. Darunter befindet sich aber nicht nur schon bekanntes Promo-Material, sondern auch eine Vielzahl an Charakterdesigns, sowie bisher unveröffentlichte Darstellungen, einschließlich exklusiver Zeichnungen und einem Ausklapp-Poster. Nicht zu vergessen sind auch die vollständigen Abbildungen aller in den Spielen verfügbarer Items, die auf gedrucktem Papier sogleich eine andere Qualität entfalten, als auf dem heimischen Bildschirm

Man kann sich gefühlt stundenlang durch die wunderschönen Illustrationen blättern und immer wieder kleine Details entdecken, die man beim bisherigen spielen eventuell übersehen hat und kann dem Erlebnis dadurch einen weiteren Aspekt hinzufügen.

Als krönenden Abschluss bietet der Band darüber hinaus ein lesenswertes Interview mit Künstlern und Entwicklern von NINTENDO, die einen interessanten Blick hinter die Kulissen der Videospielschmiede bieten und dadurch das bisher gesehene in einen informativen Rahmen bettet.

In diesem Sinne ist mit „The Legend of Zelda: Art & Artifacts“ ein wahres Must-Have für jeden Fan erschienen, dass sich als edles Hardcover (für 34,95€ in der Größe vollkommen im Rahmen) auch im Regal als schöner Hingucker entpuppt.

Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger

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Diese Woche kommt eines der größten Highlights aus dem TASCHEN-Katalog in die Läden der Republik und das gerade rechtzeitig, um es den Liebsten unter den Christbaum zu legen: Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger!

Nachdem der Illustrator Robert Lippold schon sein Können in den Bänden Hollywood in the 30s und Jazz: New York in the Roaring Twenties unter Beweis gestellt hat (und regelmäßigen Besuchern der TASCHEN-Website durch die Kategorie „Mein liebstes Buch bei TASCHEN ist…“ bekannt sein sollte), hat er sich diesmal mit Schriftsteller Boris Pofalla zusammengetan, um den Zwanzigern in Deutschland oder genaugenommen dem überbrodelndem Berlin, vor dem Sturz in den Albtraum des Faschismus, ein Denkmal zu setzen.

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Robert Nippoldt © TASCHEN
Friedrichstraße bei Nacht

Warum sich die beiden für diese Stadt entschieden haben, lässt sich nicht auf einen Nenner bringen, da es unendlich viele Aspekte gibt, die das Leben in der Hauptstadt der Weimarer Republik weltbekannt gemacht haben: Theater, Cabaret, Film, Funk, Wissenschaft, Sport, Kriminalität, Sex, Skandale und Geheimnisse, die einen Cocktail ausmachten, der eine Strahlkraft besaß, die bis heute anhält.

Um dieses Gefühl zumindest im Ansatz einfangen zu können, stellt Nippoldt in dem atmosphärisch dichten Band nicht nur die Prominenz vor, die man ohne Mühe mit Berlin in Verbindung bringt (Albert Einstein, Marlene Dietrich, Kurt Weill, Comedian Harmonists usw.), sondern auch die interessanten Menschen aus der zweiten Reihe, die auf ihren ganz eigenen Gebieten revolutionäres hervorgebracht haben. Dazu zählt zum Beispiel der Sexualwissenschaftler und Mitbegründer der ersten Homosexuellen-Bewegung Magnus Hirschfeld. Ihm und allen anderen wird ein individuelles Porträt geschenkt, welches in Kürze alle wichtigen Informationen zu der Person beinhaltet und in den Kontext der Zeit einordnet. Um diese wiederum in ihrer Chronologie und Tiefe zu verstehen, werden immer wieder Übersichtsseiten eingestreut, die die Mode, Politik und andere relevante Aspekte der Zwanziger Jahre erläutern.

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Robert Nippoldt © TASCHEN
Der Theaterrevolutionär – Bertolt Brecht

Dabei darf man nicht vergessen, dass es sich bei den Darstellungen nicht einfach um simpel abgepauste Porträts handelt, sondern um akribisch ausgearbeitete Illustrationen, an denen der gebürtiger Kraneburger Nippoldt über fünf Jahre saß und ihnen einen Touch von Graphic Novel und Film Noir verpasste. Dieses Gesamtpaket an kompakten und damit auf den Punkt gebrachten Informationen, sowie wunderschönen Tusche-Bildern, schafft es in einer abstrakten Art, die Lebenswelt in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts greifbar zu machen, ohne in eine Art Verklärung einer durchaus objektiv spannenden Zeit abzugleiten. Dies wird vor allem in der unausweichlichen Hinführung an das Ende der Weimarer Republik und damit die Machtergreifung Hitlers deutlich, die nicht als Randerscheinung, sondern Endpunkt präsentiert wird. Ein Tanz auf dem Vulkan also, mit einem festgelegten Anfang und Schluss.

Um dabei einen Genuss für wahrhaft alle Sinne bereit zu stellen, liegt dem Buch sogar eine CD bei, die rare Schlager-Originalaufnahmen der Zwanziger beinhaltet und damit den letzten Akzentpunkt auf ein Werk setzt, welches es schafft, sowohl Interessenten der Geschichte Berlins als auch Kunstliebhaber unter einen Hut zu bringen, ohne an einer der beiden Seiten Abstriche machen zu müssen. Daher bleibt nichts anderes übrig, als die treffende Bezeichnung „Gesamtkunstwerk“ für Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger zu verwenden.

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Robert Nippoldt © TASCHEN
Hitler und Hindenburg, 30. Januar 1933, Ernennung zum Reichskanzler

Sollte einem die Lektüre dabei nicht genügen, kann man sich die Illustrationen Nippoldts ab dem 14. Dezember sogar persönlich im TASCHEN Flagshipstore (Schlüterstr. 39, 10629 Berlin) zu Gemüte führen. An diesem Tag wird die Ausstellung nämlich mit einer Vernissage (19 Uhr) eröffnet und lädt zum Entdecken und dem Austausch mit anderen Besuchern ein, die das Berlin der Zwanziger Jahre nachfühlen wollen.

 

 

Das DDR-Handbuch

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Wenn man sich heutzutage die Berichterstattung aus den „neuen Bundesländern“ ansieht, kommt man nicht umhin festzustellen, dass gewisse Verhaltensweisen, Gedankengänge und der Umgang mit verschiedenen Situationen anders ausgedrückt werden, als man es vom Rest Deutschlands gewöhnt ist. Dabei herrscht insbesondere deswegen große Verwunderung, weil die sogenannte Wende nun fast 30 Jahre zurück liegt und es neben wirtschaftlichen Diskrepanzen auch auf sozialer und bisweilen kultureller Ebene Unterschiede festzustellen sind.

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Plakat der Jungen Pioniere, Pioniergruppe Kl. 1a der August-Bebel-Oberschule, 1981, 42 x 30 cm; ©The Wende Museum/TASCHEN

Als Außenstehender will sich einfach kein Bild im Kopf zusammenfügen, das erklären würde, wie es sein kann, dass nach so langer Zeit keine homogene Gesellschaft entstehen konnte. Hinzu kommt das Phänomen der „Ostalgie„, die so ziemlich alles umfasst, dass das Leben hinter der Mauer definiert hat und selbst die negativsten Aspekte des Unrechtsstaats in einem sanften Licht erscheinen lässt.

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Zwangsjacke, NS-Zeit, später in der DDR benutzt, 1940er–1980er, Franz-August Mühlenfeld, Barmen (Stoff, Leder, 85 x 76,5 cm); ©The Wende Museum/TASCHEN

Um sich besser in die mentale Lage eines ehemaligen Bewohners der DDR hineinzuversetzen zu können, ohne jedes Wort zu politisieren, brauchte es wohl eines Buches, dass so etwas wie ein authentische Lebensbild zu konstruieren weiß: Das DDR-Handbuch*, dass nun als günstige Neuausgabe (29,99€; Originalausgabe für 99,99€) in den Handel kommt.

Dieses beinhaltet rund 2.000 Artefakte aus der DDR, die sich von Designobjekten, Alltagsgegenständen, Werbung, Mode bis hin zu Stasirelikten und Propaganda erstrecken und damit den realen Alltag im Arbeiter-, Bauern– und Bonzenstaat abbilden. Das besondere daran, neben der Tatsache, dass mit dieser Ausgabe der umfassendste Überblick über die visuelle und materielle Kultur der DDR vorliegt, ist der Ort, an dem diese gigantische Sammlung zu finden ist und ausgestellt wird: Das Wendemuseum in Los Angeles!

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Plakat, „Kämpft für den Frieden!“, 57,5 x 41,5 cm; ©The Wende Museum/TASCHEN

Es brauchte wohl erst einen Ort, der physisch als auch mental so weit weg vom Ort des dargestellten Geschehens ist, bis man ohne einen erhobenen Zeigefinger die Überbleibsel eines untergegangenen Unrechtsstaates präsentieren konnte, in dem Menschen lebten, deren Umwelt genau durch diese in dem Band abgebildeten Gegenstände bestimmt wurde. Daher ist es auch wichtig sich bewusst zu machen, dass Überwachung, Indoktrination und Misswirtschaft zwar essentiell, aber im täglichen Miteinander eine untergeordnete Rolle spielten, außer man machte sich „verdächtig“ oder stellte sich ganz offen dem Regime entgegen. Am Ende wird man sich aber, wie auch wir, an die Gerichte auf dem Tisch zuhause, den Geschmack bestimmter Getränke, den Geruch der Umgebung, die Spielsachen, die Architektur und so viel mehr erinnern, das sich außerhalb des politischen Spektrums abspielte.

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Fotochrombilder aus „Uniformen der Nationalen Volksarmee der DDR 1956–1986“, 1990, Klaus-Ulrich Keubke/Manfred Kunz; Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin, 22,5 x 20 cm; ©The Wende Museum/TASCHEN

Das DDR-Handbuch*, welches vom eben genannten Wendemuseum in Zusammenarbeit mit TASCHEN herausgegeben wird, versucht beide Seiten der Medaille zu beleuchten, die sowohl witzig, als auch tragisch sein können. So findet man mit jeweils einer Einleitung und immer mit einer Bildunterschrift zu jedem abgebildeten Objekt , das so banal sein kann wie eine Zigarettenpackung oder eine Speisekarte, aber auch die an die Totalität des Staates erinnernde Abhörapparate und Militäruniformen umfassen kann. Dabei beschränkt sich das Buch nicht ausschließlich auf offen zugängliche Materialien, die man als Besucher im Ostblock  mal mehr oder weniger offen begegnet wäre, sondern auch auf Dinge aus dem privaten Umfeld der Bewohner. Seien es die berühmten Essensmarken, mit denen man sich in die vielen typischen Schlangen gestellt hat, Fotografien von Familienfeiern und Ausflügen, aber auch oppositionellen Ausdrucksformen, die im Wunsch nach Freiheit entstanden sind. Außerdem Bestände aus den Archiven der Polizei und der Stasi, die penibel genau aufzeichneten, was man eventuell aus dem Westen hineinschmuggeln wollte und damit gleichzeitig zu verstehen gab, an was es auf heimischem Boden fehlte.

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Koffer, verwendet bei Passkontrolle und Grenzschutz, 1980er (Leder, Metall, Plastik, 14 x 35,5 x 27 cm)
Dieser Aktenkoffer war im Wesentlichen ein tragbares Passbüro und enthielt ein ganzes Arsenal an Stempeln und Spezialtinten, mit dem die Grenzposten die Reisedokumente überprüfen und Visa aktualisieren konnten.; ©The Wende Museum/TASCHEN

Natürlich werden auch Aufnahmen und Gebrauchsgegenstände im Zusammenhang mit offiziellen Anlässen wie Staatsfeiern, Sportveranstaltungen und weiteren Propaganda-Events berücksichtigt, um ein lückenloses Bild dessen zu präsentieren, was die DDR in ihrer Gesamtheit ausmachte. Eben dieser breite Blick macht deutlich, warum so eine Sammlung niemals hätte in Deutschland ihren Platz finden könnte, geschweige denn das objektive Interesse an inzwischen historisierten Tatsachen entfachen hätte können.

Das diese Veröffentlichung einen seriösen, mit Hingabe zum Detail ausgearbeiteten Hintergrund hat, wird dem Leser dabei auf den über 800 Seiten stets bewusst vor Augen geführt. Insbesondere wenn führende Akademiker und Experten aus Europa, Kanada und den USA zu Wort kommen, um ihr Wissen weiterzugeben, welches nicht bei der Stasi aufhört, sondern sich auch über Felder wie Sexualität, Denkmäler und mentalen Landkarten erstreckt. Dies ist insbesondere deswegen wichtig, weil es sich zwar um einen deutschen Staat handelte, er aber durch 40 Jahre Kalten Krieg eine komplett andere Sozialisation erfahren hat, als die Bundesrepublik. An dieser Stelle sollte auch den Letzten klar sein, warum sich die eingangs erwähnten Unterschiede bis dato halten konnten. Natürlich haben Osten und Westen eine gemeinsame Sprache und eine gemeinsame Vergangenheit, aber allein schon an dieser für historische Verhältnisse kurzen Episode der räumlichen Trennung ist abzulesen, dass die Gesellschaft kein statisches Konstrukt ist und durch so vieles mehr bedingt wird, als es zunächst den Anschein hat.

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Foto, DDR-Grenzschutz, Oktober 1961, Stasi-Hauptabteilung VI, Berlin, 30 x 21 cm; ©The Wende Museum/TASCHEN

Daher stellt das DDR-Handbuch* nicht nur einen interessanten Einblick in die Lebenswelt des sozialistischen Staats dar, sondern bietet auch die Möglichkeit, zumindest in Teilen ein Verständnis dafür aufzubringen, wieso eine Wiedervereinigung nur auf dem Papier nach dem Mauerfall umgesetzt werden konnte, aber bis heute andauert.

In diesem Sinne ist dieser Band eine Empfehlung an alle, die sich neben historischen Kontexten auch für die Sozialgeschichte eines Landesteils interessieren, der dazugehört, aber noch nicht ganz angekommen ist.

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David LaChapelle kommt nach Berlin!

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Es ist wieder einer dieser Tage, an denen ich wünschte mich teleportieren zu können. Wie oft ist es schon passiert, dass der TASCHEN-Verlag in die Räume seiner Flagshipstores eingeladen hat um Neuveröffentlichungen zu zelebrieren und dabei die dazu passenden Künstler im Gepäck hatte. Ob Christo, Steve Schapiro oder Peter Lindbergh – Jeder Name stellvertretend für ein legendäres Lebenswerk. Auch am 28.10. diesen Jahres darf ich neidisch gen Norden blicken, während eine weitere Koryphäe sich in Berlin die Ehre gibt.

Niemand Geringeres als der Ausnahme-Fotograf David LaChapelle wird an dem Tag von 18 bis 20 Uhr anwesend sein, um seine neuesten zwei Bildbände zu präsentieren und zu signieren. Es hätte kein besserer Zeitpunkt gewählt werden können, da mit „Lost + Found, Part I“ und „Good News, Part II“ eine fünfteilige Reihe abgeschlossen wird, die mit „LaChapelle Land“ (1996) begann, mit „Hotel LaChapelle“ (1999) fortgeführt und vor über zehn Jahren mit „Heaven to Hell“ (2006) einen vorläufigen Höhepunkt fand.

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Die glücklichen Besitzer dieses Werks können sich über eine Signatur und den Händedruck eines Mannes freuen, der es wie kein zweiter versteht Gesellschaftskritik mit Popkultur zu vermengen und dabei die Gesichter einer Armada von Prominenten vor die Linse zu kriegen. Dadurch kreiert er Motive, die uns vertraut und doch, in seiner ganz eigenen Vision, fremd erscheinen. Diese Mixtur ist es auch, die es schafft, den Zeitgeist ganzer Dekaden einzufangen und dem Betrachter als Spiegel vorzuhalten.

Dabei kriegen Käufer der finalen zwei Bände sogar die Möglichkeit, erstmalig einen Blick auf zuvor unveröffentlichtes Material zu werfen, welches es zuvor nicht mal in einschlägigen Galerien zu sehen gab, sowie erstmals in Buchform veröffentlichte Abbildungen.

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Solltet ihr wie ich kein Glück haben und am 28.10. nicht in Berlin sein, gebe ich euch zumindest die Möglichkeit den edlen vierten Band „Lost + Found, Part I im Wert von 49,99€ euer Eigen zu nennen. Was ihr dafür tun müsst, erfahrt ihr hier:

  1. Lasst ein „Like“ auf meiner Facebook-Seite
  2. Lasst ein „Like“ unter diesem auf der FB-Seite geposteten Beitrag
  3. Markiert einen Freund unter dem eben genannten Beitrag

Dadurch kommt ihr in den Los-Topf aus dem ich danach den glücklichen Gewinner ziehen werde.

Ich wünsche euch viel Glück beim Gewinnspiel und ganz viel Spaß beim schmökern!

Teilnahmebedingungen
1. Teilnahmeberechtigte
Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.
Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.
2. Teilnahmemöglichkeiten
Eine Teilnahme ist nur über Facebook möglich, indem der im Text angegebene Beitrag und die Facebook-Seite von ZOMBIAC mit einem „Like“ versehen und öffentlich geteilt wird. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook.
3. Teilnahmeschluss
Teilnahmeschluss ist der 27.10.2017 um 23:59 Uhr.
4. Gewinnermittlung
Der Gewinner wird per Los ermittelt.
5. Art der Gewinnbenachrichtigung
Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Facebook-Nachricht schriftlich kontaktiert.
6. Veröffentlichung der Gewinner
Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form auf zombiac.blog und der angeschlossenen Facebook-Seite veröffentlicht.
7. Der Rechtsweg
Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg ausgeschlossen.