Massimo Listri. Die schönsten Bibliotheken der Welt

listri_libraries_xl_d_3d_05763_1807241154_id_1204832

Wer schon einmal eine ältere Bibliothek von innen gesehen hat und sich selbst als leidenschaftlicher Leser bezeichnen würde, kennt das überwältigende Gefühl, dass sich beim ersten Blick auf meterhohe Schränke, gefüllt mit zahllosen Geschichten und Informationen einstellt. Eine Mischung aus Erstaunen, Ehrfurcht und Freude, die sich in dem stillen Raum in Ruhe ausbreitet und nur durch einen Griff in eines der Regale übertroffen werden kann.

Genau diesen Moment wollte wohl der italienische Fotograf Massimo Listri einfangen, als er beschloss, die in seinen Augen schönsten Bibliotheken der Welt, im gleichnamigen XL-Band vom TASCHEN-Verlag, für die Ewigkeit festzuhalten. Dabei ist der Begriff Bibliothek fast schon vermessen, wenn man all die Fresken, vergoldeten Regale, Statuen und jahrhundertealten Werke sieht, die mehr an eine Kathedrale als an etwa anderes erinnern. Auf der Reise, an der Listri den Leser teilhaben lässt, durchstreift man diese ‚Schatzkammern aller Reichtümer des menschlichen Geistes‘ in aller Herren Länder. So ist der Band in die geographisch unterschiedlichen Bereiche Europas, sowie des amerikanischen Kontinents unterteilt und zeigt dadurch über die Büchersammlungen hinaus, auch die architektonischen Eigenarten der präsentierten Länder, die einen Besuch der gezeigten Bibliotheken zu einer wahrlich kulturhistorischen Wallfahrt werden lassen.

xl_listri_libraries_p051_1805161614_id_1193796

©Massimo Listri / TASCHEN
Biblioteca Statale Oratoriana dei Girolamini, Neapel, Italien

Auch sind die Hintergründe der Entstehung der einzelnen Sammlungen interessant, die wiederum die Zusammenstellung der Bücher und die visuelle Aufbereitung der Räume erklären. So sieht man ehemalige Bibliotheken untergegangener oder aktuell immer noch waltender Monarchien. Darüber hinaus gewährt uns Listri Einblicke in Privatbibliotheken, wie die der Medici, die von niemand anderem als Michelangelo persönlich entworfen wurde, Klosterbibliotheken oder die Vatikanische Apostolische Bibliothek, die eine der wertvollsten Sammlungen der Welt beherbergt. Dabei sind das nur einige von vielen Beispielen, die das Gefühl verstärken Geschichte geradezu einatmen zu können, wenn man die entsprechenden Räume und Hallen betritt. Ein krasser und doch angenehmer Kontrast zum Alltag des 21. Jahrhunderts, dem man hier entfliehen kann. Während all unsere Fotos und Texte irgendwann, allein schon aufgrund von ständig wechselnden Datenformaten, das digitale Zeitliche segnen, überdauern klassische Bücher über Jahrhunderte und bleiben damit ein konstanter Übermittler von Wissen, der unabhängig von Zeitgeist und technischer Entwicklung Bestand hat.

xl_listri_libraries_p196_1805161634_id_1193926

©Massimo Listri / TASCHEN
Stiftsbibliothek Sankt Gallen, St. Gallen, Schweiz

Um dabei das Gezeigte überhaupt korrekt einordnen zu können, findet man neben den großartigen Fotografien, die dazu passenden, sowie detaillierten Texte. Diese sind zum einen in längerer Form zwischen den geographisch aufgeteilten Kapiteln, aber auch als ergänzende Stichpunkte zu den wertvollsten Besitztümern, Baujahren und weiteren interessanten Fakten zu finden. So kann man nicht nur die Aufmachung der palastartigen Bauten genießen, sondern sich aktiv über sie informieren und sich damit vielleicht Inspiration für die nächste Urlaubsreise holen. Ich für meinen Teil habe mir zumindest schon die ein oder andere Notiz dazu gemacht.

xl_listri_libraries_p005_1805161612_id_1193775

©Massimo Listri / TASCHEN
Stiftsbibliothek Kremsmünster, Kremsmünster, Österreich

Zusammengetragen wurden diese Informationen dabei nicht von einem anonymen Redakteur, sondern durch die Experten Georg Ruppelt und Elisabth Sladek. Ersterer leitete nach seiner Promovierung und anfänglicher Laufbahn als Bibliothekar, als stellvertretender Direktor die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel und von 2002 bis 2016 als Direktor die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover. Währenddessen hat er schon mehr als 400 Aufsätze und 40 Monographien über das Buch- und Bibliothekswesen verfasst. Bei so einer Biografie kann man sich getrost die Frage stellen, ob es tatsächlich noch andere Menschen auf der Welt gibt, die sich in einem Leben so viel theoretisches, als praktisches Wissen um dieses Thema aneignen konnten. Zumindest in ähnliche Sphären stößt Elisabeth Sladek vor, die in Wien Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Judaistik studierte. Daraufhin spezialisierte sie sich auf die Kunst- und Architekturgeschichte des Barock und ist in Forschung und Lehre tätig, unter anderem in Wien, Rom und Zürich. Zu diesen Themen publiziert sie regelmäßig. In diesem Sinne ein Team, dessen Expertise nicht nur bei Betrachtung ihres Lebenswegs, sondern auch sofort beim Blick in Massimo Listri. Die schönsten Bibliotheken der Welt* offenbart wird.

xl_listri_libraries_p098_1805161618_id_1193826

©Massimo Listri / TASCHEN
Biblioteca do Convento de Mafra, Mafra, Portugal

In dieser Kombination bietet der vorgestellte Prachtband nicht weniger, als die konzentrierte Essenz dessen, was man als bibliophile und wissensdurstige Person geradezu als magisch bezeichnen würde. Gewissermaßen ein Spaziergang durch die ältesten und schönsten Oasen des Wissens, dessen Genuss man nach der Lektüre nur noch durch den realen Besuch dieser altehrwürdigen Orte steigern kann.

Massimo Listri. Die schönsten Bibliotheken der Welt*
Verlag: TASCHEN  
Fotograf: Massimo Listri 
Autoren: Georg Ruppelt, Elisabth Sladek 
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch  
Format: Hardcover, 29 x 39,5 cm
Seitenzahl: 560
Preis: 150 EUR


*Affiliate-Link

Françoise Gilot. Three Travel Sketchbooks: Venice, India, Senegal

francoise_gilot_sketchbooks_cx_int_v1_3d_66906_1806111803_id_1196865

Es gibt Menschen, die der Öffentlichkeit erst ein Begriff sind, wenn sie im Zusammenhang mit jemand anderem genannt werden. Ein Beispiel könnte die heute 96-jährige Malerin Françoise Gilot sein, die von 1943 bis 1953 mit Pablo Picasso eine Beziehung führte, aus der zwei Kinder hervorgingen. Das wäre jedoch, trotz der Omnipräsenz des Themas bei Erwähnung des Namens Gilot, etwas zu kurz gedacht.

Die in New York lebende französische Künstlerin war sowohl davor, währenddessen, als nach dieser Zeit in ihrem Metier aktiv. Zwar wird sie dem Laien primär durch ein Foto mit dem spanischen Exzentriker am Strand der Côte d’Azur und durch ihre Autobiographie „Leben mit Picasso“ (1964) bekannt sein, doch ihre in internationalen Galerien und Museen hängenden Bilder sprechen seit nun mehreren Dekaden für sich selbst und ließen sie zu einer Ikone unserer Zeit werden. Auszeichnungen wie der Ordre des Arts et Lettres und die Ernennung zum Offizier der Ehrenlegion sind dabei nur Beispiele zahlloser Ehrungen, die die Wichtigkeit ihrer Person zu unterstreichen wissen.

0000s_0000_francoise_gilot_sketchbooks_cx_image012_66906_1807241201_id_1204851

Dementsprechend war es nur eine Frage der Zeit, bis TASCHEN sich einem Denkmal für Françoise Gilot annehmen würde. Und da das Verlagshaus dafür bekannt ist, nicht einfach nur Bücher, sondern wahre Schätze für bibliophile Leser zu produzieren, ist es nicht überraschend, dass mit „Françoise Gilot. Three Travel Sketchbooks: Venice, India, Senegal„* eine wahre Perle ihre Veröffentlichung feiert.

Ähnlich dem Prinzip von „Andy Warhol. Seven Illustrated Books 1952-1959“ liegen dem XL-Paket nicht weniger als drei wunderschöne Faksimiles von Skizzenbüchern bei, die auf den Reisen der Künstlerin nach Venedig (1974), Indien (1979) und in den Senegal (1981) entstanden sind. Im Originalformat versprühen die Ausgaben den Charme vergangener Zeiten, während der Inhalt die Kreativität und Vielseitigkeit von Gilots Œuvre spiegelt.

ce_francoise_gilot_venise_010-011

Venedig (1974) ©TASCHEN

Der erste Band ist dabei der einzige, der sowohl Worte bzw. Gedichte neben einer dezenten Farbpalette um die Schattierungen eines wässrigen Blaus aufweist, die den Geist der Lagunenstadt einzufangen wissen. Eine Symbiose die, der Künstlerin nach, für ein „Klangbild“ wichtig ist, dass man insbesondere durch die Vokale spüren soll. Darüber hinaus erweist Gilot mit Verweisen auf berühmte Werke, den venezianischen Großmeistern der Malerei ihren Respekt und lässt immer wieder ihre Liebe für eine Stadt durchscheinen, mit der sie schon seit Kindheitstagen verbunden ist.

Der Band zur Reise nach Indien, den sie wie die anderen Skizzenbücher in den Flugzeugen und Hotels der jeweiligen Destinationen gefüllt hat, kommt nur mit den Farben Blau und Schwarz aus und hat größtenteils in Saris (traditionelles indisches Kleidungsstück) gehüllte Frauen zum Gegenstand, die in der Realität jedoch eine vielgepriesene Farbpalette aufweisen. Daneben dominieren Straßenszenen, Märkte und Tiere die Seiten des kleinsten der drei Faksimiles.

ce_francoise_gilot_india_032-033

Indien (1979) ©TASCHEN

In der letzten Ausgabe dokumentiert Françoise Gilot ihre 1981 erfolgte Reise in den Senegal, die wieder bunter daherkommt und erneut die Menschen vor Ort in den Fokus nimmt, die sie laut eigener Aussage durch ihren Anmut und ihre Schönheit fasziniert haben. Doch auch hier findet die Umgebung in Form von Flora und Fauna Einzug.

Die entsprechende Einordnung kann man machen, wenn man in das mitgelieferte Beiheft blickt, dass neben einer mit historischen Fotografien bebilderten Einführung durch Hans Werner Holzwarth, seines Zeichens Buchdesigner und Herausgeber, auch ein interessantes Gespräch zwischen der Künstlerin und Thérèse Crémieux beinhaltet. Die Schauspielerin und Dramatikerin entlockt dabei ihrer Gesprächspartnerin allerlei Anekdoten aus ihrem bewegten Leben und lässt den Leser am Entstehungsprozess der drei Skizzenbücher teilhaben.

ce_francoise_gilot_senegal_009

Senegal (1981) ©TASCHEN

Dementsprechend ist dieses Gesamtpaket nicht nur eine wahre Sinnesreise, sondern ein informatives Stück zeitgenössische Kunstgeschichte, die in jedes gut sortierte Regal gehört. Insbesondere Sammler sollten bei dieser Veröffentlichung aufhorchen. Es existieren nämlich weltweit nur 5.000 Stück dieser Version, wobei man mit einem größeren Budget auch auf drei verschiedene Art Editions von jeweils 60 Exemplaren zurückgreifen kann. Diese werden jeweils mit einer signierten Farblithographie geliefert, die Gilot speziell für diesen Release geschaffen hat. Ein Prachtstück, dass ich jedem Liebhaber authentischer Kunst ans Herz legen möchte.

Françoise Gilot. Three Travel Sketchbooks: Venice, India, Senegal* 
Verlag: TASCHEN
Format: 3 Hardcover-Faksimiles mit Begleitheft in Portfoliomappe
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch
Seiten: 364
Preis: 
150 EUR - Edition von 5.000 Exemplaren
2.000 EUR - Art Editions Nr. 1-180

*Affiliate-Links

TASCHEN Warehouse Sale + Gewinnspiel

evite-xbe

Es ist wieder soweit und der TASCHEN-Verlag begeht erneut den beliebten Warehouse Sale! Nur vom 21. bis zum 23. Juni 2018 könnt ihr euch endlich einige der hier öfter besprochenen Bände zu einem Preis besorgen, der nicht gleich das Konto sprengt.

Dabei könnt ihr euch aussuchen, ob ihr einen Abstecher in einen Flagship-Store in Berlin, Hamburg oder Köln macht oder gemütlich von zuhause aus von der Website des Unternehmens ordern wollt, um bis zu 75% auf Display- und Mängelexemplare zu sparen.

Wenn man sich dabei die Auswahl der angebotenen Bände der letzten Sales zu Gemüte führt, wird einem klar, dass eigentlich jeder Geschmack bedient sein dürfte, solange man sich generell für bildende Künste interessiert. Ob es nun Comics, Architektur, Film, Fotografie oder einfach wunderschöne Faksimiles sind – es ist für jeden etwas dabei.

Ich für meinen Teil werde definitiv einen Blick auf die Angebote werfen und vielleicht das ein oder andere Prachtexemplar in meine Sammlung aufnehmen.

Bis dahin habt ihr die Möglichkeit euch in eine aktuelle Veröffentlichung des Verlags vertiefen zu können, ohne dafür die Kreditkarte zücken zu müssen, denn wie schon einige Male zuvor, veranstalte ich in Zusammenarbeit mit TASCHEN ein Gewinnspiel, bei dem ihr die Möglichkeit habt, den folgenden Band euer Eigen nennen zu können:

HOLMES_CRAZY_COMPETITIONS_VA_D_3D_04645

„Crazy Competitions. Die 100 verrücktesten Wettbewerbe der Welt„

Für dieses Buch hat sich der britisch-amerikanische Grafiker, Schriftsteller und Theoretiker Nigel Holmes auf eine irrwitzig schräge Weltreise begeben, um die obskursten und skurrilsten Wettkämpfe mit der gebotenen Nüchternheit zu dokumentieren und grafisch anschaulich aktenkundig zu machen. Dabei stolpert als Leser über Wettkämpfe wie Moorschnorcheln, Thunfischweitwurf, Schneckenrennen oder die Meisterschaften im Luftsex, nur um einige zu nennen. Wer mehr erfahren möchte, muss nichts weiteres tun, als einem (oder mehreren) meiner Social Media-Kanäle zu folgen, ein Like unter dem entsprechenden Beitrag zu hinterlassen und mir dort sagen, gegen wen ihr am liebsten bei einem dieser verrückten Wettbewerbe antreten wollen würdet. Hier die Details:

Der Beitrag auf…Facebook, Twitter und Instagram.

Teilnahmebedingungen

  1. Teilnahmeberechtigte

Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.

Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.

  1. Teilnahmemöglichkeiten

Eine Teilnahme ist nur über Facebook, Twitter und Instagram möglich, indem die jeweilige Seite mit einem Like versehen wird und ein Kommentar mit der Beantwortung der im Text angegebenen Frage erfolgt. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook, Twitter oder Instagram.

  1. Teilnahmeschluss

Teilnahmeschluss ist der 17.06.2018 um 18:59 Uhr.

  1. Gewinnermittlung

Der Gewinner wird per Los ermittelt.

  1. Art der Gewinnbenachrichtigung

Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Nachricht schriftlich kontaktiert.

  1. Veröffentlichung der Gewinner

Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form veröffentlicht.

  1. Der Rechtsweg

Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg

Präsentation von „Murals of Tibet“

MURALS_OF_TIBET_SU_GB_ADDON001_02617

Wie schon bei meinem letzten Beitrag kurz angeteasert, haben TASCHEN mit dem Band „Murals of Tibet“ das aufwändigste Buch ihrer Verlagsgeschichte kreiert, dass in jeder Hinsicht außer Konkurrenz steht und im April der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Inhaltlich werden zahlreiche unveröffentlichte Wandmalereien aus Tibet gezeigt, die in Originalgröße und extremster Präzision im gigantischen Sumo-Format abgedruckt wurden. Sie sind mittlerweile teilweise zerstört oder davon bedroht und dementsprechend besonders in ihrem Anblick, den man nur in diesem Band genießen kann, an dem schon seit 2009 in Kooperation mit dem Journalisten und Photographen Thomas Laird gearbeitet wurde, um die teils bis zu 10 Meter hohen Malereien so originalgetreu wie möglich abzubilden. Diese zeigen neben Mandalas das religiöse Alltagsleben, Fantasiewesen, Paradiesszenen und vieles mehr, dass sich zu einem ikonografischen Gesamtprogramm zusammenfügen lässt.

Die Wichtigkeit dieser Abbildungen als Teil der tibetischen Kultur wird nur umso mehr durch Seine Heiligkeit, den 14. Dalai Lama unterstrichen, der jedes der Bücher persönlich signiert (limitiert auf 998 Exemplare) und das Werk als „world heritage landmark“ bezeichnet hat. Insbesondere vor dem Hintergrund von Nachrichten, wie dem Brand des Jokhang, der als wichtigster Tempel des tibetischen Buddhismus gilt, wird die Gefahr der endgültigen Zerstörung, der ohnehin angegriffenen Wandtafeln greifbar. „Murals of Tibet“ bietet dementsprechend einen Ansatzpunkt dafür, sich mit diesen Kunstwerken auseinanderzusetzen und im besten Fall Schritte zu ihrer Bewahrung zu unternehmen.

Tibet Murals_Vol2_(00 Intro).indd

Tenzin Gyatso, the Fourteenth Dalai Lama, with a draft copy of Murals of Tibet, Boston, 2014. Photo Mina Magda © TASCHEN

Um die Materie auch in ihrer Tiefe zu verstehen, findet man neben dem Hauptwerk, einen 528 Seiten starken Begleitband, in dem Robert Thurman (Experte auf dem Gebiet des tibetischen Buddhismus) über die künstlerische und spirituelle Bedeutung der Gemälde informiert, während Heather Stoddard und Jakob Winkler in den Bildunterschriften den historischen Hintergrund und die jeweilige Besonderheit jedes Bildes herausstellen. Darüber hinaus wird das Paket mit einem speziell für das Buch entworfenen Tisch geliefert, der von niemand geringerem als dem Pritzkerpreisträger (Nobelpreis der Architektur) Shigeru Ban entworfen wurde.

Die allerwenigsten unter euch werden den stolzen, aber durchaus gerechtfertigten Preis von 10.000€ aufbringen können, um diesen Meilenstein euer Eigen nennen zu können. Trotzdem gibt es zwei Möglichkeiten, um „Murals of Tibet“ persönlich im Rahmen einer Präsentation in Augenschein zu nehmen. Zum einen am 01.04.2018 auf Schloss Elmau und zum anderen am 12.04.2018 in der Buchhandlung Wrage in Hamburg. An beiden Terminen werden der Tibetologe und Autor Jakob Winkler und der Editor Florian Kobler anwesend sein. Hier die Details:

Datum: 01.04.2018
Ort: Schloss Elmau, In Elmau 2, Krün
Uhrzeit: 20:30 Uhr
Datum: 12.04.2018
Ort: Buchhandlung Wrage, Schlüterstraße 4, Hamburg
Uhrzeit: 18-20 Uhr

Sollte es euch möglich sein, an einem der beiden Termine teilzunehmen, könnt ihr euch meines Neids sicher sein! 😉

 

 

 

 

Andy Warhol. Seven Illustrated Books 1952-1959

andy_warhol_7_illustrated_books_xl_int_box001_04668_1706271223_id_1133000

Jeder fing mal klein an. Auch eine Legende wie Andy Warhol war mal unbekannt und musste sich erst einen Namen erarbeiten. Da jedoch in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts Plattformen für Selbstdarstellung wie Facebook und Instagram noch in den Bereich der Science Fiction gehörten, mussten sich kreative Menschen anders behelfen.

Schon in jungen Jahren nicht auf den Kopf gefallen was Selbstvermarktung anbelangt (auch passend bezüglich seines Berufs als Gebrauchsgrafiker), entwickelte Warhol Portfolios, die schon zum Erscheinungsdatum in extrem geringer Auflage (meistens unter hundert Exemplare) zu Sammlerstücken avancierten und persönlich von Warhol an Freunde und Kunden ausgehändigt wurden. Natürlich sind die einzelnen Veröffentlichungen heutzutage für die allermeisten Menschen kaum erschwinglich, geschweige denn überhaupt zu bekommen.

xl_warhol_7_illustrated_books_ms_0038_1710111231_id_1152152

Um trotzdem einen Eindruck vom frühen Schaffen der Pop-Art-Ikone zu bekommen, ist erneut der TASCHEN-Verlag in die Presche gesprungen, um ein wirklich außergewöhnliches Produkt unter die Leute zu bringen. Der Verlag ist schon lange für Formate bekannt, die bibliophile Leser auch haptisch auf eine Reise schicken (ein schier unglaubliches Beispiel ist das ebenfalls aktuelle Murals of Tibet). Dementsprechend ist es wenig überraschend, dass „Andy Warhol. Seven Illustrated Books 1952-1959“ nicht als simple Beschreibung, samt netter Aufmachung in die Regale der Buchhändler gewandert ist, sondern in Form von nahezu originalgetreuen Nachdrucken, die so genau wie möglich im ursprünglichen Format und auf dem ursprünglichen Papier reproduziert wurden. Sogar kleine per Schreibmaschine beschriebene Sticker, wie auf den Originalen, finden sich wieder und lassen den Betrachter nicht mehr aus dem Staunen über den Detailreichtum heraus kommen.

So findet man mit „Love Is a Pink Cake„, „25 Cats Named Sam„, „À la recherche du shoe perdu„, „A Is for Alphabet„, „In the Bottom of My Garden“ und „Wild Raspberries“ einen unverstellten Blick auf die schier grenzenlose Kreativität des Künstlers, der sich der Außenwirkung seiner frühen Werke offenbar bewusst gewesen sein muss, wenn man die zahlreichen Anspielungen entdeckt, die mit einem nicht ganz jugendfreiem Niveau aufwarten. Man sieht zum Beispiel in „In the Bottom of My Garden“ (der Titel ist schon ein Augenzwinkern für sich) eine junge Frau oder ein Mädchen, dass eine kleine Katze in ihrem Schoß hält, unter der die Unterschrift „Do you see my little pussy?“ prangt. Dazu kommen auffällig nach Hinterteilen aussehende Früchte und viele weitere kleine Gags, die Warhols Humor widerspiegeln.

va_andy_warhol._7_illustrated_books_04668_in_the_bottom_of_my_garden_11_1708231729_id_1141974

© 2017 The Andy Warhol Foundation of Visual Arts, Inc.

Dabei spielte er gleich mit mehreren Stilen und beschränkte sich bei der Produktion auch nicht auf eine Art von Material oder Format. Er ließ es sich nicht nehmen auch innerhalb einer Auflage Variationen einfließen zu lassen, einzelne Aspekte wegzulassen oder hinzuzufügen und mit schriftlich festgelegten Limitierungen den Sammlern der ersten Stunde eine Freude zu machen.

Thematisch gab es für ihn ebenfalls keine Grenzen. Er präsentierte in jeder seiner Publikationen ein neues Motiv. Ob es nun holprige Dreizeiler in Kombination mit Berühmtheiten der Geschichte, die Widmung jeder Seite für einen Buchstaben oder eine homoerotische Version eines Kinderbuchs – der Fantasie wurde freien Lauf gelassen. So lässt sich auch erklären, warum „Wild Raspberries“ nicht nur als reines Kunstwerk, sondern auch als Kochbuch funktioniert oder „À la recherche du shoe perdu“ mit einem Hauptaugenmerk auf Schuhe, allerlei Seitenhieben auf politisches Zeitgeschehen und Geistesleben aufwartet.

va_andy_warhol._7_illustrated_books_04668_love_is_a_pink_cake_27_1708231729_id_1141992

© 2017 The Andy Warhol Foundation of Visual Arts, Inc.

Um neben den schönen Illustrationen genügend Hintergrundinformation zur Einordnung zu bekommen, liegt dem im Baby Sumo-Format vorliegenden „Andy Warhol. Seven Illustrated Books 1952-1959„ ein ebenfalls in XL-Fassung gedruckter Begleitband bei, der neben der Entstehungsgeschichte und Interpretationen der sieben Bücher auch seltene Fotografien des Künstlers und Abbildungen seiner kommerziellen Auftragsarbeiten beinhaltet. In dieser Kombination findet man einen seltenen Einblick in den frühen Output Warhols, bevor dieser Anfang der 60er Jahre mit „Campbell’s Sousa Cans“ eine neue Ära einleitete. Abgerundet wird das Ganze mit einem einführenden Essay der Warhol-Expertin Nina Schleif, die mit ihrem von Kenntnis der Materie  geprägten Blick, den Leser an die Übergangsphase zwischen Gebrauchsgrafiker und legendärerer Künstler heran führt.

va_andy_warhol._7_illustrated_books_04668_25_cats_17_1708231729_id_1141983

© 2017 The Andy Warhol Foundation of Visual Arts, Inc.

In diesem Sinne lohnt sich die Investition von 150€ für die Anschaffung eines Bandes, der die einzigartige Möglichkeit bietet, visuell und haptisch eine Ära im wahrsten Sinne des Wortes nachzufühlen. Ich freue mich für meinen Teil, wenn TASCHEN weiter diesen Weg beschreitet und Liebhabern der bildenden Kunst noch mehr Möglichkeiten gibt, Inhalte über Grenzen hinaus zu erleben.

Jim Heimann. 20th Century Alcohol & Tobacco Ads

all_american_ads_alc_tobacco_ju_int_3d_49389_1801171037_id_1168168

Wir leben in einer Zeit, in der wir als Konsumenten zum einen die Freiheit haben uns unabhängig zu informieren und zum anderen durch passende Gesetze vor schädlichen Substanzen bewahrt zu werden, wenn gewisse Lobby-Gruppen gerade nicht intervenieren. Insbesondere bei Tabak und Alkohol würde deswegen wohl niemand auf die Idee kommen, sie als die Gesundheit fördernde Substanzen anzupreisen, die darüber hinaus der Schlüssel für eine erfolgreiche Teilhabe an der Gesellschaft sind.

Es ist jedoch nicht allzu lange her, als es durch pfiffige Werbetreibende durchaus der Fall war. Im Laufe des 20. Jahrhunderts versuchte sich die Alkohol- und Spirituosenbranche geschickt um Auflagen zu manövrieren und dabei die potentiellen Kunden direkt an ihrer Sehnsucht nach einem bestimmten Lebensgefühl zu packen, dass jeglichen Schaden am eigenen Körper zur Nebensache degradiert.

ju_all_american_ads_alc_tobacco_p001_1712201617_id_1168123

Murad, 1919 © Courtesy Jim Heimann Collection/TASCHEN

Dabei wirken manchen Anzeigen aus heutiger Sicht so absurd, kontextlos zum Produkt oder einfach nur faszinierend, dass TASCHEN es sich nicht nehmen ließ, diesem explizit sündigen Teil der Werbeindustrie ein kleines Denkmal mit „Jim Heimann. 20th Century Alcohol & Tobacco Ads“ zu setzen. Wie der Titel verrät, ist mit Jim Heimann als Herausgeber eine wahre Koryphäe am Werk. Als Kulturanthropologe und Autorität im Bereich Grafikdesign, holte er sich mit Steven Heller, ehemaliger Art Director der New York Times und mit Allison Silver, Gründungsredakteurin des Washington Independent, ein versiertes Autoren-Team ins Boot, dessen Expertise in diesem extrem unterhaltsamen Werk deutlich spürbar ist.

Chronologisch aufgebaut, wird ab Beginn der 1900er Jahre im Dekaden-Takt das Loblied auf Feierabend, Freizeit und Zugehörigkeitsgefühl wiedergegeben, dass dem Konsumenten bis zum Ende der 90er in jeder erdenklichen Form präsentiert wurde. Ob es nun Zigaretten, die vom Arzt empfohlen wurden oder ein Appell an Eltern, dass ihr Nachwuchs trinken müsse, um sich eingebunden zu fühlen – nichts war unmöglich. Mein ganz persönliches Highlight ist dabei ein Baby, dass seiner Mutter sagt, sie solle sich doch mal eine Kippe anzünden, statt es anzuschreien. Solche Anzeigen schießen dabei teils so absurd weit übers Ziel hinaus, dass es nicht nur auf popkultureller bis historische Ebene interessant ist, die Entwicklung dieses Teils der Werbebranche nachzuzeichnen, sondern es ist bisweilen einfach zum brüllen komisch. Natürlich werden auch ikonische Ausreißer wie der Marlboro-Cowboy oder die Smirnoff-Designflaschen nicht vergessen.

ju_all_american_ads_alc_tobacco_p319_1712201617_id_1168114

Marlboro, 1973 © Courtesy Jim Heimann Collection/TASCHEN

Zeitgleich sind die vielen Erklärtexte und kurzen Essays äußerst lehrreich, was die Entwicklung einer Gesellschaft anbelangt. So sieht man Stück für Stück dem Verschwinden eines rein auf weiße Männer ausgerichteten Konzepts zu, kann das Aufkommen der Bürgerrechtsbewegung fast greifen und Trends auch am Bereich Alkohol und Tabak genau ablesen.

Hierbei wird an keiner Stelle der Konsum glorifiziert, sondern nur in regelmäßigen Abständen süffisant im Kontext der entsprechenden Zeit kommentiert und mit einer schön illustrierten, über die gesamte Buchlänge gehenden Zeitleiste eingeordnet.

ju_all_american_ads_alc_tobacco_p345_1712201616_id_1168078

Bud Light, 1988 © Courtesy Jim Heimann Collection/TASCHEN

Somit ist „Jim Heimann. 20th Century Alcohol & Tobacco Ads“ nicht nur eine äußerst günstige (30 EUR) Anschaffung für einen Sammelband dieser Größenordnung, sondern eine wahrhaft kleine Zeitreise, die man sowohl als Raucher/Trinker, als auch Fan von Grafikdesign und historischen Zusammenhängen genießen kann. Ich habe für meinen Teil durch das Buch nicht plötzlich Durst auf Wodka und Verlangen nach einem Nikotinschock entwickelt, werde aber sicherlich nicht zum letzten Mal durch die seltsamen und damit besonders tollen Illustrationen geblättert haben.

 

TASCHEN-Sale und Gewinnspiel

06 + 07 WHS_POSTCARD_MAILING_STORES_VS GEMEINSAM.indd

Da ich mich aktuell, wie jedes halbe Jahr, in Prüfungsvorbereitungen befinde, gibt es bis Anfang/Mitte Februar leider nur relativ wenige Beiträge auf ZOMBIAC zu lesen. Trotzdem möchte ich euch nicht ganz vernachlässigen und habe daher wieder eine kleine Überraschung für euch! 😉

Zunächst einmal zum Hintergrund: Wenn ihr regelmäßig meine Beiträge lest, werdet ihr gemerkt haben, dass ich neben Comics, auch meiner Leidenschaft für bildende und darstellende Künste fröne und dabei am liebsten zu den Bildbänden und passenden Essays aus dem TASCHEN-Verlag greife. Schon vor Jahren fiel mir auf, dass er nicht nur dem Mainstream an Kunstliebhabern, sondern auch Leuten mit abseitigen Interessen aus dem Bereich der Comics, Erotik oder Geschichte eine gewaltige Auswahl bietet. Dabei ist sowohl etwas für den kleinen Geldbeutel, aus auch für den Millionär etwas im Sortiment zu finden. Eine Aussage, die man nur selten treffen kann, hier aber vollkommen zutrifft. Wo sonst kann man sowohl für knapp 10 Euro eine kleine Zusammenfassung einer Kunstepoche, als auch für mehrere hunderttausend Euro ein Buch zur Apollo 11-Mission und das dazu passende Mondgestein erwerben?

Wer tendenziell nicht das Geld aufbringen kann, um sich eines der hochpresigeren Prachtstücke nach Hause zu holen, hat nun vom 25. bis 28.01.2018 die Chance beim TASCHEN-Sale zuzugreifen und nicht nur die ohnehin günstigen Schmöker zu einem noch attraktiveren Preis nach Hause zu holen, sondern auch die edlen Großformate ins Regal zu stellen, ohne sein Konto auflösen zu müssen. Bis zu 75% Rabatt auf Display-Bücher und Mängelexemplare sprechen wohl für sich.

Der Sale findet dabei sowohl zum oben genannten Zeitpunkt auf der offiziellen Website des Verlags als auch  in den Stores Berlin, Hamburg und Köln statt (hierbei bis zum 27.01.; 10-20 Uhr).

Damit auch diejenigen unter euch nicht leer ausgehen, deren Gehalt nicht rechtzeitig eintrifft, habe ich hier die angekündigte Überraschung für euch: Ihr könnt ohne großen Aufwand die beliebte Jamie Hewlett-Monografie (Gorillaz, Tank Girl usw.) gewinnen! Ein Must-have, dass ich persönlich in einem Zug verschlungen habe und jedem ans Herz lege der etwas mit zeitgenössischer Kunst anfangen kann!

JAMIE_HEWLETT_VA_2nd_ed_INT_3D_04656

Was ihr dafür tun müsst? Hinterlasst auf Facebook, Twitter oder Instagram sowohl ein Like auf der Seite, als auch unter dem passenden Post zu diesem Beitrag und schon seid ihr im Lostopf! Ihr könnt eure Chancen im Übrigen erhöhen, indem ihr das Prozedere bei all diesen Social Media-Kanälen durchführt und damit automatisch mehrfach im Lostopf landet! Der Gewinner wird am 25.01.2018 gezogen!

Teilnahmebedingungen

  1. Teilnahmeberechtigte

Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.

Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.

  1. Teilnahmemöglichkeiten

Eine Teilnahme ist nur über Facebook, Twitter und Instagram möglich, indem die jeweilige Seite mit einem Like versehen wird und ein Kommentar mit der Beantwortung der im Text angegebenen Frage erfolgt. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook, Twitter oder Instagram.

  1. Teilnahmeschluss

Teilnahmeschluss ist der 24.01.2018 um 23:59 Uhr.

  1. Gewinnermittlung

Der Gewinner wird per Los ermittelt.

  1. Art der Gewinnbenachrichtigung

Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Nachricht schriftlich kontaktiert.

  1. Veröffentlichung der Gewinner

Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form veröffentlicht.

  1. Der Rechtsweg

Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg ausgeschlossen.

Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger

TYPE_BOOK_VOL_1_VA_INT_3D.tif

Diese Woche kommt eines der größten Highlights aus dem TASCHEN-Katalog in die Läden der Republik und das gerade rechtzeitig, um es den Liebsten unter den Christbaum zu legen: Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger!

Nachdem der Illustrator Robert Lippold schon sein Können in den Bänden Hollywood in the 30s und Jazz: New York in the Roaring Twenties unter Beweis gestellt hat (und regelmäßigen Besuchern der TASCHEN-Website durch die Kategorie „Mein liebstes Buch bei TASCHEN ist…“ bekannt sein sollte), hat er sich diesmal mit Schriftsteller Boris Pofalla zusammengetan, um den Zwanzigern in Deutschland oder genaugenommen dem überbrodelndem Berlin, vor dem Sturz in den Albtraum des Faschismus, ein Denkmal zu setzen.

va_nippoldt_Berlin_Pressebilder_04

Robert Nippoldt © TASCHEN
Friedrichstraße bei Nacht

Warum sich die beiden für diese Stadt entschieden haben, lässt sich nicht auf einen Nenner bringen, da es unendlich viele Aspekte gibt, die das Leben in der Hauptstadt der Weimarer Republik weltbekannt gemacht haben: Theater, Cabaret, Film, Funk, Wissenschaft, Sport, Kriminalität, Sex, Skandale und Geheimnisse, die einen Cocktail ausmachten, der eine Strahlkraft besaß, die bis heute anhält.

Um dieses Gefühl zumindest im Ansatz einfangen zu können, stellt Nippoldt in dem atmosphärisch dichten Band nicht nur die Prominenz vor, die man ohne Mühe mit Berlin in Verbindung bringt (Albert Einstein, Marlene Dietrich, Kurt Weill, Comedian Harmonists usw.), sondern auch die interessanten Menschen aus der zweiten Reihe, die auf ihren ganz eigenen Gebieten revolutionäres hervorgebracht haben. Dazu zählt zum Beispiel der Sexualwissenschaftler und Mitbegründer der ersten Homosexuellen-Bewegung Magnus Hirschfeld. Ihm und allen anderen wird ein individuelles Porträt geschenkt, welches in Kürze alle wichtigen Informationen zu der Person beinhaltet und in den Kontext der Zeit einordnet. Um diese wiederum in ihrer Chronologie und Tiefe zu verstehen, werden immer wieder Übersichtsseiten eingestreut, die die Mode, Politik und andere relevante Aspekte der Zwanziger Jahre erläutern.

va_nippoldt_Berlin_Pressebilder_24

Robert Nippoldt © TASCHEN
Der Theaterrevolutionär – Bertolt Brecht

Dabei darf man nicht vergessen, dass es sich bei den Darstellungen nicht einfach um simpel abgepauste Porträts handelt, sondern um akribisch ausgearbeitete Illustrationen, an denen der gebürtiger Kraneburger Nippoldt über fünf Jahre saß und ihnen einen Touch von Graphic Novel und Film Noir verpasste. Dieses Gesamtpaket an kompakten und damit auf den Punkt gebrachten Informationen, sowie wunderschönen Tusche-Bildern, schafft es in einer abstrakten Art, die Lebenswelt in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts greifbar zu machen, ohne in eine Art Verklärung einer durchaus objektiv spannenden Zeit abzugleiten. Dies wird vor allem in der unausweichlichen Hinführung an das Ende der Weimarer Republik und damit die Machtergreifung Hitlers deutlich, die nicht als Randerscheinung, sondern Endpunkt präsentiert wird. Ein Tanz auf dem Vulkan also, mit einem festgelegten Anfang und Schluss.

Um dabei einen Genuss für wahrhaft alle Sinne bereit zu stellen, liegt dem Buch sogar eine CD bei, die rare Schlager-Originalaufnahmen der Zwanziger beinhaltet und damit den letzten Akzentpunkt auf ein Werk setzt, welches es schafft, sowohl Interessenten der Geschichte Berlins als auch Kunstliebhaber unter einen Hut zu bringen, ohne an einer der beiden Seiten Abstriche machen zu müssen. Daher bleibt nichts anderes übrig, als die treffende Bezeichnung „Gesamtkunstwerk“ für Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger zu verwenden.

va_nippoldt_Berlin_Pressebilder_32

Robert Nippoldt © TASCHEN
Hitler und Hindenburg, 30. Januar 1933, Ernennung zum Reichskanzler

Sollte einem die Lektüre dabei nicht genügen, kann man sich die Illustrationen Nippoldts ab dem 14. Dezember sogar persönlich im TASCHEN Flagshipstore (Schlüterstr. 39, 10629 Berlin) zu Gemüte führen. An diesem Tag wird die Ausstellung nämlich mit einer Vernissage (19 Uhr) eröffnet und lädt zum Entdecken und dem Austausch mit anderen Besuchern ein, die das Berlin der Zwanziger Jahre nachfühlen wollen.

 

 

Das DDR-Handbuch

beyond_the_wall_wende_museum_va_d_3d_44617_1711161532_id_1161234

Wenn man sich heutzutage die Berichterstattung aus den „neuen Bundesländern“ ansieht, kommt man nicht umhin festzustellen, dass gewisse Verhaltensweisen, Gedankengänge und der Umgang mit verschiedenen Situationen anders ausgedrückt werden, als man es vom Rest Deutschlands gewöhnt ist. Dabei herrscht insbesondere deswegen große Verwunderung, weil die sogenannte Wende nun fast 30 Jahre zurück liegt und es neben wirtschaftlichen Diskrepanzen auch auf sozialer und bisweilen kultureller Ebene Unterschiede festzustellen sind.

xl_wende_collection_592_1409291815_id_839775

Plakat der Jungen Pioniere, Pioniergruppe Kl. 1a der August-Bebel-Oberschule, 1981, 42 x 30 cm; ©The Wende Museum/TASCHEN

Als Außenstehender will sich einfach kein Bild im Kopf zusammenfügen, das erklären würde, wie es sein kann, dass nach so langer Zeit keine homogene Gesellschaft entstehen konnte. Hinzu kommt das Phänomen der „Ostalgie„, die so ziemlich alles umfasst, dass das Leben hinter der Mauer definiert hat und selbst die negativsten Aspekte des Unrechtsstaats in einem sanften Licht erscheinen lässt.

xl_wende_collection_721_1409291825_id_839847

Zwangsjacke, NS-Zeit, später in der DDR benutzt, 1940er–1980er, Franz-August Mühlenfeld, Barmen (Stoff, Leder, 85 x 76,5 cm); ©The Wende Museum/TASCHEN

Um sich besser in die mentale Lage eines ehemaligen Bewohners der DDR hineinzuversetzen zu können, ohne jedes Wort zu politisieren, brauchte es wohl eines Buches, dass so etwas wie ein authentische Lebensbild zu konstruieren weiß: Das DDR-Handbuch*, dass nun als günstige Neuausgabe (29,99€; Originalausgabe für 99,99€) in den Handel kommt.

Dieses beinhaltet rund 2.000 Artefakte aus der DDR, die sich von Designobjekten, Alltagsgegenständen, Werbung, Mode bis hin zu Stasirelikten und Propaganda erstrecken und damit den realen Alltag im Arbeiter-, Bauern– und Bonzenstaat abbilden. Das besondere daran, neben der Tatsache, dass mit dieser Ausgabe der umfassendste Überblick über die visuelle und materielle Kultur der DDR vorliegt, ist der Ort, an dem diese gigantische Sammlung zu finden ist und ausgestellt wird: Das Wendemuseum in Los Angeles!

xl_wende_collection_813_1409291827_id_839865

Plakat, „Kämpft für den Frieden!“, 57,5 x 41,5 cm; ©The Wende Museum/TASCHEN

Es brauchte wohl erst einen Ort, der physisch als auch mental so weit weg vom Ort des dargestellten Geschehens ist, bis man ohne einen erhobenen Zeigefinger die Überbleibsel eines untergegangenen Unrechtsstaates präsentieren konnte, in dem Menschen lebten, deren Umwelt genau durch diese in dem Band abgebildeten Gegenstände bestimmt wurde. Daher ist es auch wichtig sich bewusst zu machen, dass Überwachung, Indoktrination und Misswirtschaft zwar essentiell, aber im täglichen Miteinander eine untergeordnete Rolle spielten, außer man machte sich „verdächtig“ oder stellte sich ganz offen dem Regime entgegen. Am Ende wird man sich aber, wie auch wir, an die Gerichte auf dem Tisch zuhause, den Geschmack bestimmter Getränke, den Geruch der Umgebung, die Spielsachen, die Architektur und so viel mehr erinnern, das sich außerhalb des politischen Spektrums abspielte.

xl_wende_collection_657_1409291818_id_839802

Fotochrombilder aus „Uniformen der Nationalen Volksarmee der DDR 1956–1986“, 1990, Klaus-Ulrich Keubke/Manfred Kunz; Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin, 22,5 x 20 cm; ©The Wende Museum/TASCHEN

Das DDR-Handbuch*, welches vom eben genannten Wendemuseum in Zusammenarbeit mit TASCHEN herausgegeben wird, versucht beide Seiten der Medaille zu beleuchten, die sowohl witzig, als auch tragisch sein können. So findet man mit jeweils einer Einleitung und immer mit einer Bildunterschrift zu jedem abgebildeten Objekt , das so banal sein kann wie eine Zigarettenpackung oder eine Speisekarte, aber auch die an die Totalität des Staates erinnernde Abhörapparate und Militäruniformen umfassen kann. Dabei beschränkt sich das Buch nicht ausschließlich auf offen zugängliche Materialien, die man als Besucher im Ostblock  mal mehr oder weniger offen begegnet wäre, sondern auch auf Dinge aus dem privaten Umfeld der Bewohner. Seien es die berühmten Essensmarken, mit denen man sich in die vielen typischen Schlangen gestellt hat, Fotografien von Familienfeiern und Ausflügen, aber auch oppositionellen Ausdrucksformen, die im Wunsch nach Freiheit entstanden sind. Außerdem Bestände aus den Archiven der Polizei und der Stasi, die penibel genau aufzeichneten, was man eventuell aus dem Westen hineinschmuggeln wollte und damit gleichzeitig zu verstehen gab, an was es auf heimischem Boden fehlte.

xl_wende_collection_692_1409291819_id_839811

Koffer, verwendet bei Passkontrolle und Grenzschutz, 1980er (Leder, Metall, Plastik, 14 x 35,5 x 27 cm)
Dieser Aktenkoffer war im Wesentlichen ein tragbares Passbüro und enthielt ein ganzes Arsenal an Stempeln und Spezialtinten, mit dem die Grenzposten die Reisedokumente überprüfen und Visa aktualisieren konnten.; ©The Wende Museum/TASCHEN

Natürlich werden auch Aufnahmen und Gebrauchsgegenstände im Zusammenhang mit offiziellen Anlässen wie Staatsfeiern, Sportveranstaltungen und weiteren Propaganda-Events berücksichtigt, um ein lückenloses Bild dessen zu präsentieren, was die DDR in ihrer Gesamtheit ausmachte. Eben dieser breite Blick macht deutlich, warum so eine Sammlung niemals hätte in Deutschland ihren Platz finden könnte, geschweige denn das objektive Interesse an inzwischen historisierten Tatsachen entfachen hätte können.

Das diese Veröffentlichung einen seriösen, mit Hingabe zum Detail ausgearbeiteten Hintergrund hat, wird dem Leser dabei auf den über 800 Seiten stets bewusst vor Augen geführt. Insbesondere wenn führende Akademiker und Experten aus Europa, Kanada und den USA zu Wort kommen, um ihr Wissen weiterzugeben, welches nicht bei der Stasi aufhört, sondern sich auch über Felder wie Sexualität, Denkmäler und mentalen Landkarten erstreckt. Dies ist insbesondere deswegen wichtig, weil es sich zwar um einen deutschen Staat handelte, er aber durch 40 Jahre Kalten Krieg eine komplett andere Sozialisation erfahren hat, als die Bundesrepublik. An dieser Stelle sollte auch den Letzten klar sein, warum sich die eingangs erwähnten Unterschiede bis dato halten konnten. Natürlich haben Osten und Westen eine gemeinsame Sprache und eine gemeinsame Vergangenheit, aber allein schon an dieser für historische Verhältnisse kurzen Episode der räumlichen Trennung ist abzulesen, dass die Gesellschaft kein statisches Konstrukt ist und durch so vieles mehr bedingt wird, als es zunächst den Anschein hat.

xl_wende_collection_695_1409291820_id_839820

Foto, DDR-Grenzschutz, Oktober 1961, Stasi-Hauptabteilung VI, Berlin, 30 x 21 cm; ©The Wende Museum/TASCHEN

Daher stellt das DDR-Handbuch* nicht nur einen interessanten Einblick in die Lebenswelt des sozialistischen Staats dar, sondern bietet auch die Möglichkeit, zumindest in Teilen ein Verständnis dafür aufzubringen, wieso eine Wiedervereinigung nur auf dem Papier nach dem Mauerfall umgesetzt werden konnte, aber bis heute andauert.

In diesem Sinne ist dieser Band eine Empfehlung an alle, die sich neben historischen Kontexten auch für die Sozialgeschichte eines Landesteils interessieren, der dazugehört, aber noch nicht ganz angekommen ist.

*Affiliate-Links

Jamie Hewlett

jamie_hewlett_va_int_3d_04656_1710171612_id_1153999

Man spricht oft von zeitgenössischer Kunst und popkulturellen Kreativen, doch selten findet man einen Laien, der fähig ist, konkrete Künstler oder Werke zu benennen.

Ganz anders verhält es sich mit Jamie Hewlett, dessen Kreationen über den klassischen Kunstbetrieb hinaus Fans in aller Welt begeistern und zusammenführen. Dabei zählt die Band Gorillaz (aktuell auf Welttournee) wohl zu seinem bekanntesten Output. In Kooperation mit seinem ehemaligen Mitbewohner und Blur-Sänger Damon Albarn erschuf er einen virtuellen Mittelfinger für die Musikindustrie der ausgehenden 90er Jahre. Musiker und die dahinter stehenden Akteure schienen keine Substanz mehr liefern zu wollen und die beiden Freunde entschieden sich, eine Band zu gründen, deren Musiker keinen realen Personen entsprachen und jederzeit austauschbar waren. Ein greifbarer Kommentar zu der damals frustrierenden und heute kaum veränderten Situation wurde geboren und mit auch im Jahr 2017 ausverkauften Hallen durch die Fans in seiner Relevanz bestätigt.

112a_jamie_hewlett_va_04656_1710101334_id_1151381

Copyright: © Jamie Hewlett; Gorillaz: Russel and Noodle at the old studio 13, 2005

Schlagartig wurde das Projekt weltbekannt, spielte bis dato fünf Alben ein und wurde in der Folge mit mehreren prestigeträchtigen Preisen prämiert. In dem Zusammenhang wurde nun auch Hewlett außerhalb des eingeweihten Kreises an Comic-Nerds ein Begriff für die Massen. Zuvor arbeitete er am legendären Tank Girl, welches in einer postapokalyptischen Welt angesiedelt, durch Einflüsse des Hip-Hop, trashiger Slasher-Filme und des britischen Punk definiert wurde. Bis heute erfreuen sich seine in dem Zug erfundenen Figuren großer Beliebtheit und werden von anderen talentierten Künstlern wie Rufus Dayglo in weitere Abenteuer getrieben.

242a_jamie_hewlett_va_04656_1710101333_id_1151309

Copyright: © Jamie Hewlett; Blue Nips, Ultra Girl and Yuri Tempura, the Sushi Lovers, 2015

Nicht verwunderlich, dass er mit seinem einzigartigen und dementsprechend jederzeit wiedererkennbaren Stil auch der als „seriös“ geltenden Kunst-Szene nicht verborgen blieb. Im Jahr 2006 wurde er sogar vom Londoner Design Museum zum „Designer des Jahres“ gekürt und nur drei Jahre später mit einem Bafta für seinen mit Damon Albarn animierten Affenfilm für die Olympischen Spiele in Beijing ausgezeichnet. Sein Rezept blieb dabei über die Zeit hinweg in seinen Grundzügen gleich aber nicht minder innovativ, da mit jedem Projekt neue Elemente für zukünftige Arbeiten einflossen und bis heute bestehen. Angefangen bei der cartoonhaften Punk-Attitüde von Tank Girl, über den Anime-Einfluss der Gorillaz bis hin zu einer modernen Spielart des Pop-Art in den neuesten Veröffentlichungen – der Jamie Hewlett-Touch modellierte alles auf eine Art und Weise, die fasziniert und unterhält. Dabei setzt er sich selbst keine Grenzen und tobt sich auch außerhalb der Zeichenstube aus. So hat er zum Beispiel ebenfalls mit Albarn die Oper Monkey – Journey to the West nach dem chinesischen Roman Xi Yóu Ji von Wu Cheng’en, die 2007 in Manchester uraufgeführt wurde,  auf die Beine gestellt und dabei die Vorstellung dessen, was ein Künstler zu schaffen vermag wie mit links erweitert.

212a_jamie_hewlett_va_04656_1710101334_id_1151354

Copyright: © Jamie Hewlett; Chums, 2008

Bei seiner umtriebigen Karriere, war es daher nur eine Frage der Zeit, bis sich mit TASCHEN einer der Giganten auf dem Kunstbuchmarkt für sein Portfolio interessieren würde. Nun kam eines zum anderen und damit schlussendlich die erste Monografie über Jamie Hewlett zustande, die wie als Kontrast zu seinen überdrehten Bilderwelten, zurückhaltend nach dem Künstler selbst benannt wurde.

Sie beinhaltet sein gesamtes Werk der letzten 25 reich an Projekten gefüllten Jahre, die noch weit über die schon erwähnten Arbeiten hinaus gehen. Bevor man in seine visualisierten Gedanken abtaucht, kann man sich zunächst das einleitende Interview zwischen dem Künstler und dem französischen Grafiker, Fotografen und Videoregisseur Jean-Baptiste Mondino zu Gemüte führen. Ein angenehm ungezwungenes Gespräch zwischen zwei Generationen, die die Begeisterung für ihr jeweiliges Lebenswerk teilen und dabei humoristisch explizit Hewletts Werdegang rekapitulieren, wobei man nicht umhin kommt den derben Humor, der aus den Bildern des Mannes spricht, auch in seinen Aussagen wieder zu entdecken.

336a_jamie_hewlett_va_04656_1710101334_id_1151390

Copyright: © Jamie Hewlett; Honey, 2015

Nun folgt die geballte Ladung dessen, worauf der geneigte Betrachter schon längst gewartet hat: Bilder über Bilder, die für sich selbst sprechen können, da außer bei dem jeweils einleitenden Text, der jedem der Kapitel vorangestellt wird, keine weiteren Erklärungen beigefügt werden. Nur die nötigsten Informationen wie Titel, Erscheinungsjahr und in Ausnahmefällen ein Satz zur Besonderheit des gezeigten, lenken nicht ab und fungieren als das was sie sein sollen – eine willkommene Ergänzung.

Während des Verlaufs des Buches merkt man recht schnell, wie wandlungsfähig Hewlett auch unabhängig vom Fortschreiten seiner Karriere sein kann. So schwankt sein Stil in den einzelnen Abschnitten zwischen Zeichentrickfiguren, photorealistischen Momentaufnahmen (von seiner Reise nach Bangladesch), Postern fiktiver Filme im Grindhouse-Stil, detailverliebten Tusche-Skizzen von Kiefernbäumen, die nur erahnen lassen mit welcher Engelsgeduld dieser Mann seine Zeichnungen anfertigt und schlussendlich stilecht auf halb durchsichtigem „Butterbrotpapier“ zu bewundernde Sketche, die einen noch Näher an die Arbeitsweise von Jamie Hewlett heranrücken lassen.

234a_jamie_hewlett_va_04656_1710161616_id_1153294

Copyright: © Jamie Hewlett; Original poster for the contemporary opera Monkey. Journey to the West

Seinem lückenlosen Portfolio ist als abschließendes Kapitel die Biografie des Künstlers ans Herz zu legen, die chronologisch seinen Werdegang nachzeichnet und dem Gesamtprodukt damit eine persönliche Note gibt.

Zusammengefasst kann man also sagen, dass Jamie Hewlett auf über 400 Seiten und ebenso vielen Werken eine moderne Koryphäe ehrt und zeitgleich den greifbaren Beweis dafür erbringt, dass Schubladendenken und Kunst nicht vereinbar sind. Eine Pflichtanschaffung für jeden Fan und all jene, die nach einem Blick in diesen Prachtband definitiv welche werden.

Alle Infos zum Buch:

Titel: Jamie Hewlett

Herausgeber: Julius Wiedemann

Hardcover (25 x 31,7 cm), 242 Seiten

Preis: 39,99€

 

316a_jamie_hewlett_va_04656_1710101334_id_1151345

Copyright: © Jamie Hewlett; The Fool, 2015

Ihr habt Lust bekommen, euch Jamie Hewlett persönlich in den Schrank zu stellen? Hier kommt eure Chance, euch das Buch kostenlos zu holen:

Hinterlasst einfach ein Like auf meiner Facebook-, Twitter oder Instagram-Seite und schreibt mir unter dem Beitrag, warum ausgerechnet ihr das Buch haben solltet und schon seid ihr im Lostopf! Der Gewinner wird am 24.11.2017 bekannt gegeben!

Teilnahmebedingungen

  1. Teilnahmeberechtigte

Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.

Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.

  1. Teilnahmemöglichkeiten

Eine Teilnahme ist nur über Facebook, Twitter und Instagram möglich, indem die jeweilige Seite mit einem Like versehen wird und ein Kommentar mit der Beantwortung der im Text angegebenen Frage erfolgt. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook, Twitter oder Instagram.

  1. Teilnahmeschluss

Teilnahmeschluss ist der 23.11.2017 um 23:59 Uhr.

  1. Gewinnermittlung

Der Gewinner wird per Los ermittelt.

  1. Art der Gewinnbenachrichtigung

Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Nachricht schriftlich kontaktiert.

  1. Veröffentlichung der Gewinner

Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form veröffentlicht.

  1. Der Rechtsweg

Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg ausgeschlossen.