[Rezension] Secret Empire Paperback (Panini Comics)

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Wenn man den Sammelband des Marvel-Megaevents „Secret Empire“ in den Händen hält, ist jedes Superlativ für seine Beschreibung mehr als angebracht. Auf über 400 Seiten wird die auf 11 Hefte aufgeteilte Mini-Serie in einen Fluss gebracht und Lesern wie mir, die die stückweise Veröffentlichung an sich vorbeiziehen haben lassen, in einem Aufguss serviert. Doch ganz ohne Vorbereitung kann mich sich tatsächlich nicht in die Handlung stürzen, denn es wird ein gewisser Grad an Vorwissen aus den Ongoing-Series erwartet, um die vorliegenden Ereignisse zu verstehen. Dafür musste ich mir im Netz als jemand, der selten zu Marvel-Heften greift, einiges anlesen, um einen Durchblick zu bekommen, den man dringend braucht, da vieles nicht explizit erklärt wird.

Daher gibt es im Folgenden ein paar Eckpunkte: Man begegnet im Verlauf der Handlung einem Mädchen namens Kobik, welches jedoch ein aus den Fragmentstücken eines kosmischen Würfels zusammengesetztes Wesen ist und dessen Macht besitzt die Realität von Menschen zu ändern. Noch vor dem vorliegenden Event erschafft sie für die S.H.I.E.L.D.-Leiterin Maria Hill eine Art Geheim-Gefängnis, dass die gefährlichsten Schurken des Marvel-Universums hinter Schloss und Riegel halten soll. Damit die Öffentlichkeit jedoch nichts mitbekommt, wird der Knast als idyllisches Örtchen namens „Pleasant Hill“ getarnt.

Das nicht alles mit rechten Dingen zugeht, haben natürlich auch die Superhelden mitbekommen. Allen voran der neue Captain America namens Sam Wilson und Bucky Barnes aka Winter Soldier, die versuchen in diese nach außen hin sichere „gated community“ einzubrechen. Gleichzeitig stößt auch der inzwischen seinem realen Alter von 90 Jahren entsprechende Steve Rogers (der ursprüngliche Captain America) auf das Geheimnis von S.H.I.E.L.D. Kurz darauf kommt es zu einem Aufstand der Gefangenen, bei dem es zu einem Kampf zwischen Rogers und dem Bösewicht Cross Bones kommt. Doch bevor letzterer dem alten Mann das Lebenslicht ausblasen kann, kommt die schon erwähnte Kobik ins Spiel und verändert die Realität, wodurch Rogers wieder verjüngt und zur alten Form zurückkehrt.

Zeitgleich nutzt Caps alter Erzfeind Red Skull den Moment um Kobik auf seine Seite zu ziehen und durch sie Captain America in seinem Sinne zu formen. In dieser neuen Realität wurde Steve Rogers schon als Kind und damit vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs auf die Seite der Nazis gezogen. Dadurch wird der einstige Kämpfer für die frei Welt zu einem faschistischen Doppelagenten, der im Sinne der Verbrecherorganisation Hydra handelt.

Ihr seht, ein simples eintauchen in die Story ist de facto nicht möglich, was sie für Neueinsteiger, trotz redaktioneller Begleittexte quasi nicht lesbar macht, ABER(!) Fans der regulären Reihe sollten hier ohne Zweifel auf ihre Kosten kommen. Warum? Weil mit der „Umpolung“ von Captain America zeitgleich so viele Steine ins rollen gebracht werden, dass man den Mund vor Staunen nicht mehr zu kriegt. Hinzu kommt, dass man schon lange nicht mehr eine politische Kritik im Superhelduniversum zu sehen bekam, hier jedoch die volle Breitseite abbekommt, die zu keinem Zeitpunkt missverstanden werden kann.

Die eigentliche Geschichte des Bands beginnt damit, dass Steve Rogers die Maske fallen lässt und durch ein ausgeklügeltes Zusammenspiel von Macht-Instrumenten und Intrigen sowohl S.H.I.E.L.D. okkupiert, als auch alle ehemaligen Weggefährten, die ihm gefährlich werden könnten (scheinbar) beseitigt. Doch das ist noch nicht alles. Er schafft es sogar die US-Regierung zu narren und sich selbst an die Spitze der Vereinigten Staaten als faschistischer Herrscher zu setzen. Ich denke, dass bei dieser Beschreibung dem ein oder anderen die offensichtlichen Anleihen an die Realität bewusst werden. Der entscheidende Unterschied ist wohl, dass Captain America, in seiner verdrehten Weltsicht im Kern trotzdem nur das Beste für die Bevölkerung der USA möchte. Doch so einfach lassen sich die Helden des Marvel-Universums nicht abspeisen und ziehen gemeinsam gegen ihren einstigen Weggefährten in die Schlacht…

Dieser Cocktail aus klassischem Superhelden-Gekloppe, politischer Message und der Tatsache, dass eine Figur, die bis heute mit ihrem Kampf gegen Nazi-Deutschland assoziiert wird, plötzlich auf der Seite einer faschistischen Organisation steht, ist ein Kunstgriff, den es braucht um heutzutage eine Story abliefern zu können, die als relevant bezeichnet werden darf. Natürlich bleibt die Handlung von Nick Spencer, trotz vordergründiger Tiefe, in ihrem Kern eine klassische Marvel-Episode. Das Spiel mit der Grenzüberschreitung, die Länge der Handlung, die die Figuren aus ihrer Eindimensionalität holt und die damit einhergehende Komplexität machen „Secret Empire“ trotzdem zu einem kleinen Prunkstück, dass in eine gut sortierte Comic-Sammlung gehört. Dieses Event wird so gut wie sicher zu einem neuen Referenzpunkt, auf den sich Fans, Künstler und Interessenten beziehen werden.

Auch visuell wird das Ganze entsprechend der Ernsthaftigkeit der Themenfelder passend umgesetzt. Neben Steve McNiven und Rod Reis sticht dabei besonders Andrea Sorrentino mit seinem abstrakten Strich und ungewöhnlichem Panel-Aufbau hervor, die in Kombination eine Bildprache hervorbringen, die sie heutzutage nur wenige Künstler beherrschen. Wer seine Arbeit an Jeff Lemires „Old Man Logan„-Reihe kennt, weißt wovon ich rede.

Alles in allem ist „Secret Empire“ ein spannender Band, der jeden Marvel-Fan verzücken sollte, jedoch einiges an Vorwissen verlangt. Zwar kann man sich dieses durch redaktionelle Texte innerhalb des Sammelbands aneignen, jedoch gehe ich davon aus, dass das Lesevergnügen durch einen Griff zur Vorgeschichte um einiges gesteigert werden kann. Ich für meinen Teil wurde wunderbar unterhalten und wieder dazu angeregt öfter mal in die Sphären von Marvel abzutauchen. An dem vorliegenden Beispiel sieht man: Es lohnt sich!

Secret Empire Paperback 
Verlag: Panini Comics 
Autor: Nick Spencer 
Zeichner: Andrea Sorrentino, Steve McNiven, Rod Reis 
Erschienen am: 29.01.2019 
Format: Softcover 
Seitenzahl: 412  
Preis: 38 EUR

[Rezension] Kick-Ass: Frauenpower (Panini Comics)

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„Kick-Ass“ sollte inzwischen jedem Comic- und Film-Fan ein Begriff sein. Mark Millars anarchische Kreation, die das Superheldengenre und seine Fans ordentlich durch den Kakao gezogen hat, ist inzwischen längst Teil des Kanons, den man im Regal stehen haben muss. Nun könnte man, wenn man in Millars Schuhen stecken würde, es sich einfach machen und die ursprüngliche Story kontinuierlich weiter spinnen, doch der schottische Tausendsassa wäre nicht er selbst, wenn er ganz andere Ansätze verfolgen würde.

So ist in der neuen Erzählung der Grad an Gewalt und derbem Humor der gleiche (und damit auf einem hohen Niveau) geblieben, aber der Titel nimmt schon voraus, dass man hier mit etwas grundlegend Neuem rechnen muss. „Frauenpower“ stellt nach „Hit-Girl“ nicht die erste starke Frauenfigur im vorliegenden Comic-Universum dar, dafür aber die erste, die titelgebend (ja, richtig gehört) für die berühmte Serie ist. Und nicht nur das! Während in der ursprünglichen Geschichte sich mit Dave Lizewski ein Nerd wie aus dem Bilderbuch die berühmte grüne Neoprenmaske, samt passendem Anzug überstreifte, ist diesmal mit der Afroamerikanerin Patience Lee eine hochdekorierte Soldatin an der Reihe. Das bedeutet zum ersten Mal auf körperlicher Ebene dominierte Kämpfe und ein um ein vielfaches brutaleres Vorgehen. Eine Aussage, die im Zusammenhang mit dem Titel „Kick-Ass“ zunächst verwundern mag, aber vollkommen zutrifft. Doch eins nach dem anderen. Wie kommt es eigentlich dazu?

Patience kehrt nach einem Auslandseinsatz zurück, nur um festzustellen, dass sie ihr (pseudo-)ambitionierter Autor von Ehemann sang- und klanglos verlassen hat. Nun steht sie als alleinerziehende Mutter da und muss sich mit Jobs im Niedriglohnsektor über Wasser halten. Ein nach ihren für das Heimatland erbrachten Opfern, fast schon schändlicher Status Quo, der nur als Sozialkritik am Umgang der USA mit den eigenen Veteranen gelesen werden kann. Nachvollziehbar frustriert durch ihre finanzielle und soziale Situation, sowie dem in weite Ferne gerückten Traum sich mit einem Studium hochzuarbeiten, beschließt sie einen lokalen Verbrecher in Albuquerque um sein Beute zu erleichtern. Diese möchte sie, ganz moralisch geschulte Patriotin, nicht nur für sich selbst beanspruchen, sondern in Teilen spenden. Mit einem einzigen Raubzug lässt sich jedoch nicht auf Dauer ein Leben finanzieren und so folgt ein maskierter Coup nach dem nächsten, bis sie sich mit dem Falschen anlegt. Und auch hier bohrt Millar mit Genuss im „American Dream“, indem er den Bösewicht der Story als eine pervertierte Kombination aus Mark Zuckerberg und Steve Jobs präsentiert, der seine verbrecherischen Pläne mit dem Zeitgeist des Silicon Valley  vermischt. Eine Rundumschlag, der sich diesmal weniger mit selbstreferentiellen Themen des Mediums Comic, als mit realen Problemen der Gesellschaft auseinandersetzt.

In diesem Sinne, trotz leicht anderen Schwerpunkten, immer noch ein typischer Millar-Cocktail aus Gewalt, Humor und Kritik, der den selben Geist zu atmen scheint, wie zehn Jahre zuvor. Unterstützt wird der Autor dabei am Zeichenbrett erneut vom legendären John Romita Jr., der es wie kein zweiter schafft einen unverkennbaren Stil aufs Blatt zu zaubern, dabei aber die Handlung auf visueller Ebene nicht durch allzu gewagte Experimente zu begraben. Farben, Figurendesign und Dynamik geben sich geradezu fließend die Klinke in die Hand und schaffen damit ein Gesamtbild, dass sowohl mit bekannten Versatzstücken, als auch einer deutlich erkennbaren Entwicklung überzeugt.

Alles in allem ist „Kick-Ass: Frauenpower“ daher nicht nur eine unausweichliche Erweiterung bestehender Millar-Sammlungen, sondern eine Pflichtanschaffung für jeden, der Comics nicht als oberflächliche Unterhaltung, sondern als eine seriöse Erzählform zu schätzen weiß.

Kick-Ass: Frauenpower 
Verlag: Panini Comics 
Erschienen am: 23.10.2018 
Autor: Mark Millar
Zeichner: John Romita Jr.
Format: Softcover / Variant Softcover (lim. 333 Ex.)
Seitenzahl: 164
Preis: 20 EUR / 25 EUR

[Rezension] Italien um 1900. Ein Porträt in Farbe (TASCHEN Verlag)

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Wenn man die Deutschen nach ihrem Traumland befragen würde, wäre die überwiegend häufigste Antwort wohl Italien. Wie bei so vielen Reisezielen, ist dabei jedoch die idealisierte Vorstellung das erste Bild, dass einem in den Sinn kommt und nicht die Realität, die häufig so schnöde ist, wie das eigene Zuhause. Doch warum haben sich bei uns gewisse Klischees über Land und Leute eingebrannt, selbst wenn wir persönlich vielleicht nie vor Ort gewesen sind?

Die simple Antwort lautet: Postkarten und Abbildungen, die nichts anderes tun sollten, als eben dieses bis heute omnipräsente Gefühl einzufangen, dass man mit den dargestellten Ländern verbindet. Genaugenommen reden wir von Photochromdrucken, die Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt wurden und dem Betrachter die Illusion der Realität in Form von Farbfotografien zu präsentieren. Eigentlich handelt es sich dabei um durch spezielle Techniken eingefärbte Schwarzweiß-Negative, die abhängig vom Können der Ersteller, abstrakter oder greifbarer wirken können. Die Klischees, die wir uns in dem Kontext einprägen, entstehen dadurch, dass die Bilder Momente aufgreifen, die zumindest oberflächlich eine Unschuld in sich tragen, die sie nur wenige Jahrzehnte später durch die beiden Weltkriege verlieren sollten. Natürlich gab es auch vor dem Umbruch des 20. Jahrhunderts Konflikte, soziale Spannungen und Ängste, doch diese sind weder im kollektiven Gedächtnis präsent, noch stößt man auf sie bei der Betrachtung der genannten Bilder.

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Venedig, Canal Grande mit Rialtobrücke; Copyright: Marc Walter Collection, Paris

Genaugenommen glänzen Photochrome oft (aber nicht immer) durch die Abwesenheit von Menschen und einen Fokus auf die Umgebung. Dadurch erscheinen uns geläufige Plätze plötzlich idyllisch, während sie heutzutage von Touristen überrannt werden. So sah man es schon in den TASCHEN-Veröffentlichungen „Deutschland um 1900 – Ein Porträt in Farbe“ und „An American Odyssey„, die das beschriebene Konzept genauso in sich trugen, wie der neueste Release „Italien um 1900. Ein Porträt in Farbe„. Hier trug der Sammler Marc Walter die schönsten Darstellungen von den Alpen bis Sizilien zusammen, die im XL-Format nur als opulent zu bezeichnen sind.

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Gardone Riviera am Gardasee, um 1900; Copyright: Marc Walter Collection, Paris

Wenn man es genau nimmt, handelt es sich um eine Art Bilderbuch, dass die Version eines Landes zeigen möchte, dass es in diesem makellosen Zustand wohl nie gegeben hat, aber Sehnsüchte weckt, den fast schon spürbaren Flair von Markusplatz und Gardasee persönlich zu erleben. Wie in einer Filmkulisse bewegt man sich als Zuschauer zwischen Händlern, ikonischen Bauwerken und leergefegten Straßen, die komprimiert die Essenz der sogenannten „Belle Époque“ repräsentieren. Die Moderne scheint noch weit entfernt und nur in ihren Anfängen erkennbar, während Tradition und Folklore ein Idealbild zeichnen, dass sich aus Marktgassen, Zitronenhainen und verträumten Panorama-Aufnahmen speist. Im Endeffekt genau das Italien, von dem Goethe schwärmte und damit die Deutschen mit seiner Lust an dem Sehnsuchtsort im Süden ansteckte.

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Turin, Piazza Vittorio Emanuele I; Copyright: Marc Walter Collection, Paris

Diesem Gefühl kann man nun auch als Leser des Prachtbands mit einem Glas Wein und genügend Platz auf dem Tisch (der Band kommt im typischen TASCHEN-XL-Format) nachgeben und sich in längst vergangene Zeiten entführen lassen.

Italien um 1900. Ein Porträt in Farbe*
Verlag: TASCHEN
Herausgeber: Marc Walter, Sabine Arqué
Autor: Giovanni Fanelli
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch 
Format: Hardcover, 29 x 39,5 cm
Seitenzahl: 580
Preis: 150 EUR
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Sherlock Frankenstein und die Legion des Teufels

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Wie schon so viele andere Comic-Leser zuvor, bin auch ich ab dem ersten Band der „Black Hammer„-Reihe in den Bann der von Jeff Lemire geschaffenen Welt gezogen worden und kann mich immer noch nicht von ihr lösen.

Selten hat man ein so geniales Storytelling gesehen, dass sich zwar offen an Versatzstücken der Superhelden-Geschichten aus den letzten 80 Jahren orientiert, aber trotzdem eine eigene Note beibehält, die nur wenige Reihen für sich beanspruchen können. Ähnlich wie bei „Watchmen„, könnte man durch eine explizit zur Schau gestellte Meta-Ebene eine unterschwellige Kritik an der Maschinerie hineininterpretieren, die uns seit Dekaden mit Helden in Unterwäsche versorgt. Hier verhält es sich jedoch anders. Inzwischen sind sich die Leser, genauso wie die Künstler und Autoren, durchaus der Geschichte des Mediums und ihrer Umbrüche bewusst. Daher ist die Story um eine Gruppe gestrandeter Superhelden, die allesamt jeweils einen Archetypen repräsentieren, eher als eine nostalgische Geste zu betrachten, die als Rahmen für eine spannende Handlung mit fast greifbarer Tiefe dient. Das diese entsteht, ist kein Wunder, wenn man die Pläne für die Erweiterung des „Black Hammer„-Universums betrachtet. Lemire sieht in diesem Projekt die Möglichkeit ein nach seinen Regeln gestaltetes Werk zu erschaffen, dass sowohl seine Liebe zu Superhelden, als auch klassischem Drama vereint und sich über einen unbestimmten Zeitraum ausdehnt. In diesem Sinne ist „Black Hammer“ nicht weniger als sein Magnus Opus.

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©Splitter Verlag

Daher scheint es fast schon natürlich, dass nach zwei Haupt-Bänden, nun ein erstes Spin-Off ins Haus steht. Mit dem Titel „Sherlock Frankenstein und die Legion des Todes“ folgt der Autor seiner selbst gewählten Tradition und legt mit ihr (und dem dazu passenden Cover) eine falsche Fährte, die den Leser zunächst an trashige Zeiten des Comics erinnern soll, aber inhaltlich einen ganz anderen Weg einschlägt.

Wie schon bei „Vergessene Helden“ und „Das Ereignis“ wird Action mehr angedeutet, als präsentiert, während persönliche Tragödien und bizarre Alltagssituationen im Mittelpunkt stehen. So merkt man recht schnell, dass es sich nicht um eine eigenständige Geschichte über den titelgebenden Antagonisten handelt, sondern um die Suche von Black Hammers Tochter Lucy nach ihrem Vater und damit die Erklärung, wie sie auf der abgelegenen Farm bei seinen verschwundenen Helden-Kollegen landen konnte. Sherlock Frankenstein spielt dabei zwar eine Schlüsselrolle, doch wie diese genau aussieht, kann schon im Rahmen von Spoiler-Gefahren nicht genauer definiert werden. Es sei nur so viel verraten: Wie schon bei so gut wie allen Figuren, denen man bei der Lektüre dieser Reihe begegnet, liegen die Dinge nicht immer so, wie man sie zunächst erwartet.

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©Splitter Verlag

Bis man jedoch an diesen Punkt gelangt, begleitet man Lucy auf der Suche nach Antworten durch das berüchtigte Sanatorium von Spiral City, der Heimatstadt der verschwundenen Helden und ihres Vaters. Dort sind die gefährlichsten Schurken des Ortes untergebracht, die ihr helfen sollen, dass Puzzle Stück für Stück zu vervollständigen. Dabei erfährt sie nicht nur immer mehr über Sherlock Frankenstein und was genau beim finalen Kampf gegen „Anti-Gott“ passiert ist (der Punkt des Verschwindens), sondern auch etwas mehr über die Bewohner dieser Welt, die zum einen die Umgebung wirklich lebendig werden lassen und zum anderen auch immer wieder humoristische Elemente preisgeben, die klar machen, dass neben der voranschreitenden Handlung auch die Hommage an Comics nicht zu kurz kommen soll. Eine Figur mit dem Namen „Cthu-Lou„, die eine Mischung zwischen Klempner und kettenrauchenden Version des von H.P. Lovecraft erdachten Monstrums darstellt, sollte in der Hinsicht alles sagen. Doch auch hier werden Klischees und Querverweise an die Popkultur mit einem Twist versehen, der einem das Lachen schnell im Hals stecken bleiben lässt und den Leser daran erinnert, dass nicht alles schwarz und weiß ist. Eine in diesem Sinne tiefsinnige Geschichte, die Elemente verwendet, die zunächst nicht darauf schließen lassen. Ein cleverer Zug von Jeff Lemire, der damit die Qualität seiner Kreation zu unterstreichen weiß.

Was die gegebene Klasse anbelangt, steht auch der Mann am Zeichenbrett dem Autoren in nichts nach. Schon bei einem kleinen Tie-In im zweiten Band, konnte man David Rubíns Können mit Staunen betrachten, während er im Vorliegenden Spin-Off den gesamten Band zeichnen und kolorieren durfte. Dabei schafft er fast schon spielerisch die eigenartige Atmosphäre der Geschichte einzufangen, indem er einen Stil-Mix präsentiert, den ich in der Form noch nie gesehen habe. Eine Mischung aus klassischer Superhelden-Kost, angereichert mit cartoonesken Einschüben, die den benötigten Ernst mit einer Prise Humor versehen. Dadurch schafft Rubín einen Balanceakt, der die Story vorantreibt, den Leser aber immer wieder verweilen lässt, um sich an den meisterhaft arrangierten Bildern zu erfreuen.

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©Splitter Verlag

In dieser Kombination lässt sich nur feststellen, dass „Black Hammer“ sowohl als eigenständige Geschichte, als auch als Spin-Off-Material eine so hohe Qualität beibehält, dass man nicht umhin kommt festzustellen, dass man einer wahren Legendenbildung beiwohnt. Es wäre nicht übertrieben zu sagen, dass man diese Reihe in wenigen Jahren zu dem klassischen Kanon zählen wird, die man als Comic-Leser im Regal stehen haben muss.

Sherlock Frankenstein und die Legion des Teufels 
Verlag: Splitter Verlag
Erschienen am: 20.08.2018 
Autor: Jeff Lemire
Zeichner: David Rubín
Format: Hardcover 
Seitenzahl: 152
Preis: 19,80 EUR

Spawn Origins Collection 11

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Seit ich ZOMBIAC als Blog eröffnet und dabei Spawn-Titel (allesamt bei Panini Comics erschienen) rezensiert habe, trieb mich die Angst um, dass sich der deutsche Verlag sklavisch an die Veröffentlichungen aus den USA halten und damit die „Origins Collection“ mit dem zehnten Band zu Grabe tragen würde. Allein vor dem Hintergrund eines ungelösten Cliffhangers, wäre dies zu beanstanden gewesen, doch offensichtlich sprechen Fan-Resonanz und Verkaufszahlen eine so deutliche Sprache, dass der deutsche Markt exklusiv die edle Hardcover-Sammlung eigenständig fortführen darf.

Eine Entscheidung, die mich als Fan der Reihe sehr freut, aber auch explizit als Comic-Leser positiv überrascht, da Panini Comics eher dafür bekannt ist, bestimmte Titel garnicht in den hiesigen Markt zu übertragen, da die Gefahr eines Minus-Geschäfts besteht. Wirtschaftlich verständlich aber in vielen Fällen durchaus schade. Ich persönlich habe zwar zum Beispiel sowohl sprachlich (Englisch-Studium) als auch organisatorisch (Comic Company München) keine Probleme die Originale zu besorgen, aber einem großen Teil der Fan-Community bleibt dadurch so manche Perle für immer verborgen. Daher erstmal einen großen Dank nach Stuttgart für dieses Wagnis!

Doch was erwartet uns in diesem exklusiven Release, der zu den dickeren Ausgaben der Sammlung zählt und die US-Hefte 126 bis 138 beinhaltet? Nun, es wäre nicht die größte und wichtigste Antihelden-Saga der Comic-Welt, wenn nicht gleich mit ordentlich Pathos vorgelegt werden würde. Passend zur ursprünglichen Veröffentlichung im Juli 2003  (4th of July, anyone?) entführt uns der Autor Todd McFarlane durch eine Art Vision in die Kriegstage von Vietnam und damit in die militärische Vergangenheit von Al Simmons, dem späteren Spawn. Hier stellt sich unser Protagonist dem fieberhaften Albtraum der Gefechte und zeitgleich der Armee der Toten, was die ganze Situation zu einer wahnwitzigen Mischung aus Realität und Fiktion werden lässt.

Auch in den darauf folgenden Geschichten wird zunächst in die Tiefe einzelner Charaktere und vergangener Events geblickt, um den Facettenreichtum der fortschreitenden Handlung zu unterstreichen. Dabei greift McFarlane sowohl Drama-Elemente (Familien-Tragödien usw.), als auch die beliebten Horror-Versatzstücke auf, für die ihn seine Fans so lieben. Wo kann man sonst auf ein von Geistern belebtes Haus treffen, in dem sich ein Showdown zwischen Meta-Wesen und Höllenfürst abspielt? Große Szenen mit B-Movie-Touch, wie man es sich wünscht!

Doch auch die Haupt-Story lässt nichts anbrennen, wenn alte Bekannte auf der Bildfläche erscheinen und dabei grausamer agieren, als jemals zuvor. Allein schon der Fakt, dass hier endlich eine Geschichte präsentiert wird, auf die man seit dem Erscheinen des „Clowns“ nur gewartet hat, sollte dem ein oder anderen Freudentränen in die Augen treiben. Eine zu einem Horror-Zirkus verwandelte Großstadt und Kannibalen-Witze? Könnt ihr haben und noch viel mehr!

Serviert wird das Ganze visuell dabei auf dem Zeichentisch von Angel Medina, der mich als Künstler vor gut 15 Jahren das erste Mal mit seiner plastischen und detailverliebten Art gefesselt hat und bis heute fasziniert. Zwar lehnt er sich, wie Greg Capullo zuvor, stark an den ursprünglichen Stil von McFarlane an, spielt aber in meinen Augen noch viel mehr mit überdimensionalen Panels und extremen Nahaufnahmen, die den Spawn-Stil unverkennbar machen.

Und auch in Band 11 dürfen die beliebten Extras in Form von Variant-Covern und Tusche-Zeichnungen nicht fehlen, die einen detaillierteren Blick auf die Entstehung einzelner Elemente freigeben und dadurch auch den Fans der technischen Seite des Mediums Comic genug Anreize bieten, sich dieses edle Hardcover im Überformat ins Regal zu stellen. Ich für meinen Teil bin auch nach Jahren noch von Inhalt und Aufmachung begeistert und kann es nicht erwarten, den zwölften Band in den Händen zu halten. Bis dahin verbleibe ich mit einer Kaufempfehlung für den aktuellsten Release!

Spawn Origins Collection 11 
Verlag: Panini Comics
Erschienen am: 22.05.2018 
Autor: Todd McFarlane
Zeichner: Angel Medina
Format: Hardcover 
Seitenzahl: 340
Preis: 35 EUR

Batman – Dark Knight III: Die Übermenschen

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Wenn der Name Frank Miller fällt, horcht die Comic-Szene in der Regel erstmal auf. Ob es sich nun um „300„, „The Dark Knight Returns“ oder die „Sin City„-Reihe handelt – der gute Mann hat mit jedem dieser Meilensteine seinen Legenden-Status weiter zementiert.

Trotz der damit verbundenen Erfolge und einer Reihe von Film-Umsetzungen, die seine Titel einem breiteren Publikum bekannt machten, entwickelte sich sein Schreibstil immer weiter in eine derart reaktionäre Ecke, dass selbst seine größten Fans mit der Zeit Abstand von Miller als Person nehmen mussten. Einen traurigen Höhepunkt erreichte seine kreative Tirade gegen alles „liberale“ (unter bestimmten Kreisen in den USA geradezu ein Schimpfwort) mit „Holy Terror„, eine ehemals als Batman-Geschichte konzipierte Erzählung, die sich primär gegen den Islam richtet und ihn gefühlt als Brutstätte des Bösen im Kontext von Terrorismus darstellt. Sachliche Kritik weicht dabei einem für den Autoren und Zeichner typisch blutgetränkten Pathos nach dem Motto „du oder ich“. Kein Wunder, dass DC das Projekt abgelehnt hat und Miller diesen Tiefpunkt bei einem anderen Verlag unterbringen musste. Auch visuell und auf der Ebene des Storytellings baute er immer weiter ab. Selbst die offizielle Fortsetzung zu „The Dark Knight Returns“ mit dem Titel „The Dark Knight Strikes Again“ wurde trotz vorhandener Basis, auf der man eine tolle Geschichte aufbauen könnte, sowohl von Fans als auch Kritikern zerrissen.

Gut 15 Jahre später schlug die Nachricht über eine weitere Fortsetzung natürlich hohe Wellen. Würde sich der streitbare Altmeister auf alte Stärken besinnen oder die nächste Runde seines Streifzuges gegen die „Political Correctness“ einläuten? Dahingehend beruhigte die Ankündigung über eine Erweiterung des Kreativ-Teams, dass den alternden Miller bei seiner Arbeit unterstützen würde. Zum einen Brian Azzarello („100 Bullets„, „Joker„,  „Flashpoint„) an der Seite des Autors und zum anderen Andy Kubert („Flashpoint„, „Batman and Son„, usw.) am Zeichenbrett, vervollständigt durch Klaus Janson (unter anderem „The Dark Knight Returns„) als Inker.

Nun konnte man wirklich gespannt sein, ob der Mann, der in den 80ern neben Alan Moore den Comic aus der Kinderecke in die dreckigen Gossen der Realität führte, mit Hilfe seiner Kollegen eine erneut relevante Geschichte aus dem Hut zaubern würde. Und Siehe da: Er hat es tatsächlich geschafft.

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©Panini Comics

Zunächst aber einmal eine kurze Anmerkung zum Titel des Comics, der nicht unbedingt auf eine positive geistige Entwicklung des Machers schließen lassen könnte. Während es im Deutschen mit „Batman – Dark Knight III: Die Übermenschen“ einen Querverweis zu Nietzsche gibt, lautet der mit einem bitteren Beigeschmack versetzte Titel des Originals „Dark Knight III: The Master Race„. Auch auf Englisch ist es ein kalkuliertes Spiel mit Tabus, dass man hierzulande aus nachvollziehbaren Gründen nicht mittragen wollte. Die Vermittlung eines „Herrenrasse“-Schriftzugs wäre durchaus eine eher schwierige Aufgabe auf dem deutschen Markt. Beide Bezeichnungen sind jedoch ein direkter Verweis auf den Inhalt und daher nur auf den ersten Blick eine reine Provokation.

Die Handlung setzt drei Jahre nach dem Ende des Vorgängerbandes ein. Bruce Wayne gilt als verstorben, Wonder Woman zieht auf der Amazonen-Insel Themyscira ihren Nachwuchs Lara und Jonathan auf, die beide niemand geringeres als den Mann aus Stahl ihren Vater nennen können. Dieser ist jedoch wie der dunkle Ritter seit Jahren nicht gesehen worden. Ein Status Quo, aus dem nichts auf eine Veränderung hindeutet, wenn nicht scheinbar Batman oder zumindest jemand der sich für ihn ausgibt, auf der Bildfläche erscheinen und den Verbrechern auf der Straße nach einer gefühlten Ewigkeit Saueres geben würde. Kurze Zeit später stellt sich jedoch heraus, dass sich mit Carrie Kelley das ehemalige Mündel des maskierten Rächers unter der Maske befindet und das Erbe ihres Lehrmeisters aufrechterhalten will. Wie schon im Erstlingswerk, dürfen damit zusammenhängende Verweise auf die journalistische Berichterstattung nicht fehlen, die diesmal nicht nur mit Talkshow-Ausschnitten aufwarten, sondern auch ganz aktuelle Phänomene wie virale Videos oder wirre Kommentare eines Donald Trump (klar zu erkennen, ohne benannt zu werden) mit einbeziehen. Somit wird eine Ebene der gesellschaftlichen Relevanz eingefügt, die man als belesener Fan gerne annimmt, die den uninteressierten Leser aber auch nicht irritiert. Im Endeffekt ein auf wenige Panels komprimierter Balanceakt, der das dem Comic oft angedichtete Phänomen des Trivialen infrage stellt.

Währenddessen hadert Lara mit sich selbst, da sie sich nirgendwo zugehörig fühlt. Ohne greifbare Vaterfigur wächst sie zwar unter Amazonen auf, fühlt sich mit ihren von Superman geerbten übermenschlichen Fähigkeiten aber nicht als Teil der Gemeinschaft. Deswegen beschließt der Teenager sich dazu die Festung der Einsamkeit, Rückzugsort und Geheimversteck ihres kryptonischen Vaters, aufzusuchen und dort nach Antworten zu ihrer Identität zu suchen. Dort findet sie nicht nur ihren vor längerer Zeit eingefrorenen Vater, sondern auch die zur Miniatur geschrumpfte kryptonische Stadt Kandor. Unter einer Glaskuppel gefangen, sehnen sich die Bewohner nach einer Befreiung. Einzelne als Hilferuf interpretierte Zeichen deuten zumindest darauf hin. Lara sieht nun ihre Chance gekommen sich mit in ihren Augen „ihresgleichen“ auszutauschen, schnappt sich kurzerhand die Stadt und sucht die einzige Person auf, die ihr helfen könnte: Ray Palmer alias Atom.

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Der Wissenschaftler hat es geschafft sich nach Belieben zu schrumpfen und wieder wachsen zu lassen und soll nun zur Rettung der letzten Kryptonier beitragen. Doch dieser Plan entpuppt sich als fataler Fehler. Zur Lebensgröße angewachsen, stellt sich heraus das der zuvor getätigte Hilferuf von einer Sekte um den irren Anführer Quar abgeschickt wurde, der mit der Selbstüberhöhung der eigenen Rasse eine Art faschistisch-spirituellen Führer darstellt. Noch unter der Kuppel hat er mit seinen Anhängern diejenigen ermordet, die sich nicht zu seinen Idealen bekannten und möchte dieses Spiel nun auf der Erde wiederholen. Durch die gelbe Sonne der Erde nun wie Superman mit entsprechenden Kräften ausgestattet, sieht es so aus, als gäbe es niemanden auf der Welt, der die Kryptonier-Sekte in ihre Schranken weisen könnte, wenn nicht eine uns allzu bekannte Gestalt aus dem Untergrund auftauchen würde: Bruce Wayne. Gealtert und mit Wut im Bauch offenbart er sich der Öffentlichkeit und reaktiviert auch einige seiner alten Mitstreiter, um nichts weniger als die Welt zu retten…

Inhaltlich möchte ich ab diesem Zeitpunkt nicht zuviel vorausnehmen, da sich die Spannung der Story auch aus unerwarteten Wendungen speist und damit verhindert, dass das Ganze zum üblichen Gekloppe verkommt.

Außerdem entdeckt man zwischen den einzelnen Kapiteln, die ursprünglich als Einzelhefte ihren Weg in die Regale der Comic-Shops fanden, so etwas wie Tie-Ins, die zwar die Story voranbringen, aber als Zusatzelemente konzipiert wurden. Diese wurden zudem nicht wie der Hauptstrang von Andy Kubert, sondern von Frank Miller selbst gezeichnet. Ob das eine gute Idee war, muss der Leser wohl für sich selbst entscheiden. Es ist auf jeden Fall anzumerken, dass neben der unsäglichen digitalen Kolorierung, die schon seit gut 20 Jahren nicht zu seinem Stil passt, auch die zeichnerischen Fähigkeiten des Künstlers sich im Rahmen halten. So schwankt er zwischen extrem grobschlächtigen Geschmiere und genialer Strichführung vergangener Tage. In jedem Fall kommt sein Talent nicht an das des hauptverantwortlichen Kubert ran, dem zurecht bei diesem Projekt Platz gemacht wurde. So schafft er es tatsächlich seinen eigenen Stil mit der ursprünglichen Gestaltung der 80er und damit zeitgleich Nostalgie und Moderne verschmelzen zu lassen.

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©Panini Comics

In diesem Sinne schafft es „Batman – Dark Knight III: Die Übermenschen“ sowohl auf visueller als auch erzählerischer Ebene den Sprung zum modernen Klassiker, der zwar nicht wie „The Dark Knight Returns“ eine Revolution, aber sicherlich eine Evolution darstellt, die mit gut funktionierenden Rezepten aus der Vergangenheit auch im hier und jetzt zu überzeugen weiß. Eine klare Empfehlung!

Batman - Dark Knight III: Die Übermenschen 
Verlag: Panini Comics 
Erscheint am: 10.04.2018 
Autor: Frank Miller und Brian Azzarello
Zeichner: Frank Miller, Andy Kubert, Klaus Janson
Format: Softcover bzw. Hardcover
Seitenzahl: 380
Preis: 34 bzw. 39 EUR

Black Hammer (Bd. 2) – Das Ereignis

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Black Hammer. Ein Titel der schon bei der Ankündigung des Lizenzerwerbs durch den Splitter-Verlag hohe Wellen schlug, durch die Vorschau am Gratis Comic Tag einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wurde und schlussendlich, durch die renommiertesten Auszeichnungen der Comicbuch-Branche, einen wahren Hype um den Tausendsassa Jeff Lemire ausgelöst hat. Als auch noch genannter Autor viel gelobter Serien wie „Sweet Tooth„, „Der Unterwasser-Schweisser“ oder auch „Old Man Logan“ sein Kommen zum Comic-Salon Erlangen und damit zur größten Comic-Veranstaltung Deutschlands ankündigte, drehten Szene und Feuilleton endgültig durch.

Doch woher kommt die Begeisterung für eine Geschichte, die sich vordergründig erneut dem unendlich oft bespielte Thema der Superhelden annimmt? Nun, zunächst einmal sollte festgestellt werden, dass die Hauptprotagonisten zwar tatsächlich dem klassischen Bild der Kämpfer für die Gerechtigkeit entsprechen, aber in Bezug auf die Bedienung von Klischees, ungefähr so viel mit dem üblichen DC- und Marvel-Aufgebot zu tun haben, wie die Gruppe kaputter Gestalten in Watchmen.

Noch immer befinden sich Abraham Slam, Golden Gail, Colonel Weird, Madam Dragonfly, Talky-Walky und Barbalien auf der abgelegenen Farm in der Nähe einer Kleinstadt, die nicht so normal scheint, wie man zunächst glauben möchte. Vor allem eine unsichtbare Barriere um das Areal macht der Gruppe sorgen. Da sie eine bestimmte Grenze nicht überschreiten können, ohne in ihre Bestandteile zerfetzt zu werden, versucht der Roboter Talky-Walky Kontakt mit der Außenwelt über eigens gebaute Sonden herzustellen, scheitert aber regelmäßig.

Als zum Schluss des ersten Sammelbandes aber Lucy Weber, die Tochter des verstorbenen Helden und Namensgebers der „Black Hammer„-Reihe, plötzlich wie aus dem nichts auftaucht und ab Beginn des nun erschienenen zweiten Teils („Das Ereignis„) versucht das Geheimnis um den Tod ihres Vaters und der Stadt zu lösen, offenbaren sich langsam Motive und Hintergründe, die zumindest den Ansatz einer Erklärung bieten.

Dabei treten zeitgleich die Beweggründe mancher der Hauptfiguren deutlicher zutage, da die immer wieder eingestreuten Rückblenden und Origin-Geschichten so einige noch im Dunkeln liegende Geheimnisse hervorholen und damit regelmäßig für „Aha“-Effekte sorgen.

Insbesondere wenn es sich dabei um Themen wie Sexualität oder den psychischen Zerfall einzelner Charaktere handelt, spielt die Geschichte ihre Stärken aus, da zu keinem Zeitpunkt das Gefühl aufkommt, dass hier nur ein Mittel zum Zweck genutzt wird, sondern die Handlung real vorangetrieben wird, während sich das gesamte Konzept angenehm deutlich durch seine Tiefe von den uns schon bekannten Konsorten der Mitbewerber-Verlage abhebt.

Mehr möchte ich an dieser Stelle zum Inhalt nicht verraten, da dieser wirklich eine Klasse für sich ist und es dementsprechend nicht verwundert, dass schon mehrere Spin-Offs und noch kein Ende der Hauptreihe angekündigt wurden. Auch visuell wird nicht mit den üblichen Zutaten gekocht, was wiederum dem erwähnten Gefühl zuträglich ist, keinen klassischen Superheldenstoff durchzuackern. Mit dem ungewöhnlichen, aber sehr passenden Look von Dean Ormston nimmt man in meinen Augen das „spezielle“ der Figuren und der Umgebung viel einfacher auf, als muskelbepackte Halbgötter mit angedichtetem Makel und statischem Setting. In Kombination mit Dave Stewarts Farbenspiel ergibt sich schlussendlich ein erfrischendes Gesamtprodukt, von dem man nicht genug kriegt. Auch David Rubín sorgt für Abwechslung, indem er einen fast cartoonesk wirkenden Abenteur-Stil anwendet, um ein ganzes Kapitel als Rückblende zu gestalten und damit dem subjektiven Gefühl der Erinnerung Rechnung trägt.

Alles in allem kann man daher sagen, dass es sich, wie schon beim ersten Band um ein Must-Have handelt, über das man noch in vielen Jahren sprechen wird. Ähnlich wie bei Mark Millars „Kick-Ass“ oder Mike Mignolas „Hellboy„, wird vor unseren Augen live ein Universum erschaffen, dass die Fans nicht nur aufgrund des klingenden Namens des Autors, sondern primär wegen der immens hohen Qualität an sich bindet. Ich persönlich sitze schon auf heißen Kohlen und kann kaum erwarten, was in knapp einem Jahr der dritte Band mit dem klingenden Titel „Age of Doom“ (04/2019) zu bieten hat. Da es ja doch noch etwas dauert, kann man sich dazwischen aber auch die Zeit mit den Spin-Offs „Doctor Star“ (01/2019) und „Sherlock Frankenstein“ (09/2018) versüßen. Falls ihr aber allen Ernstes noch nicht mal den ersten Band euer Eigen nennt, empfehle ich dringendst einen Ausflug in den nächstgelegenen Comic-Shop eures Vertrauens!

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Mit Jeff Lemire beim Comic-Salon Erlangen

Black Hammer (Bd. 2): Das Ereignis
Verlag: Splitter Verlag 
Erschienen am: 22.05.2018 
Autor: Jeff Lemire 
Zeichner: Dean Ormston, David Rubín
Kolorist: Dave Stewart
Format: Hardcover 
Seitenzahl: 176 
Preis: 24,80 EUR

 

 

 

The Death of Stalin

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Die meisten werden den Titel dieses Comics in einem anderen Zusammenhang gehört haben, als sie in den letzten Wochen eine Zeitung aufgeschlagen oder die Nachrichten angesehen haben. „The Death of Stalin“ wurde als Film in Russland verboten, weil dieser in den Augen der Zensoren (oder offiziell Kultusministerium genannt) einen Angriff auf die Kultur des Landes darstellen soll. Eine ziemlich gewagte Aussage, wenn man an einen paranoiden Massenmörder denkt, doch die im Zuge eines aufkeimenden Nationalismus voranschreitende Rehabilitierung scheint zu fruchten. Ein Sieg über den Faschismus überschattet dabei so sehr die unfassbaren Verbrechen Stalins, dass eine humoristische Kritik wohl in die Kategorie Landesverrat fällt.

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©Splitter

Was in dem Zusammenhang nur wenige wissen ist, dass der Film auf einem Comic von Fabien Nury und Thierry Robin aus dem Jahr 2010 basiert und nun (vermutlich im Zuge des kleinen Hypes um den Kino-Release) zum ersten Mal auf deutsch beim Splitter-Verlag erscheint.

Wie der Titel des Bandes schon verrät, dreht sich alles um die absurden Abläufe nach Stalins Tod, die sich primär aus dem Chaos innerhalb des kommunistischen Zentralkomitees speisen. Schon am 02.03.1953, dem Tag an dem der sowjetische Diktator einen Schlaganfall erleidet, der kurze Zeit später tödlich verläuft, spielen sich Szenen ab, die man sich kaum vorstellen kann. Leute wie der Innenminister Lawrenti Beria, der den Fokus der Geschichte großteils auf sich zieht, oder der spätere Generalsekretär Nikita Chruschtschow bieten sich dabei einen Schlagabtausch aus Intrigen, Denunziationen und menschlichen Abgründen, den man sich bei Personen in Machtpositionen generell nicht vorstellen möchte. Dabei wird überspitzt(?) die Absurdität eines zum Scheitern verurteilten Systems anhand von Situationen, wie der Bestimmung eines behandelnden Arztes dargestellt: So muss einstimmig beschlossen werden, welche Mediziner konsultiert werden sollen um sich um Stalin zu kümmern, wobei sich die Auswahl durch die zuvor denunzierten und daraufhin liquidierten jüdischen Top-Ärzte ziemlich verengt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Entscheidung darüber vertagt(!) werden soll, da sich das Zentralkomitee vor der möglichen Reaktion Stalins fürchtet, sollte er doch überleben.

In diesem Sinne ist „The Death of Stalin“ eine bitterböse Realsatire, die unverblümt den Kampf in einem Machtvakuum beschreibt, dass selbst nach dem Tod des Sowjet-Diktators von diesem bestimmt zu sein scheint. Jede Handlung wird mit dem vermuteten Willen Stalins abgewogen, während Pläne geschmiedet werden die politischen Mitbewerber auszuschalten. Dagegen wird in kürzeren Sequenzen das Leben der einfachen Bürger gegengeschnitten, die im Glauben an die Unantastbarkeit ihres Führers nach Moskau pilgern, um ihren Tribut zu zollen. Dem folgt eine Überreaktion der Streitkräfte, die den Massenauflauf nicht mehr unter Kontrolle haben und nur noch mit der ihnen eingeimpften Gewalt eine Antwort finden. Durch diese Konstellation lacht man köstlich über die Mischung als Weltfremdheit und eiskalter Kalkulation, bis einem das Lachen im Hals stecken bleibt. Wüsste man nicht, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, könnte man sich gemütlich zurücklehnen und das Spektakel durch die Brille der Fantasie betrachten. Leider musste erstaunlich wenig hinzugedichtet werden. So wurden den Charakteren nur griffigere Züge verpasst oder Abläufe umstrukturiert, um Zusammenhänge besser begreifen zu können.

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©Splitter

Die Macher machen auch keinen Hehl um ihre Anpassungen und beziehen sich im Bonus-Teil des Bandes ganz explizit auf ihre Arbeitsweise, ihre Gedanken und die Entwicklung der Geschichte. Damit überlassen sie Nationalisten nicht das Feld und geben zeitgleich Interessenten für den Entstehungsprozess einen Einblick, der mehr zum Verständnis der Geschichte beiträgt. Hierbei merkt man Nury und Robin auf jeder Seite an, wie ernst sie die Thematik der beschriebenen Zeit nehmen und das der Humor daher einfach ein Stilmittel ist, um sich den schrecklichen Ereignissen besser annähern zu können.

In Mütterchen Russland sieht man das bekanntlich anders. Hier sieht man das Andenken an einen Nationalhelden beleidigt, da man über ihn lacht. Da wiegt der Sieg über Hitler-Deutschland offenbar mehr als die Opferzahlen seiner Säuberungsaktionen, die sich bezüglich der Höhe auf Platz zwei nach Mao Zedong befinden. Daher ist es umso wichtiger den Menschen mit solchen Werken zu signalisieren, dass die Realität durch eine ideologie nicht für nichtig erklärt werden kann. Ein Werkzeug dafür lässt sich in der Kunst finden und in den letzten Jahren umso deutlicher in der Comic-Branche. Wie sehr die Mächtigen die bildenden Künste dabei als Gefahr ansehen, lässt sich an Verboten umso deutlicher ablesen.

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©Splitter

Hier findet man daher nicht nur einen spannenden Polit-Thriller mit schwarzhumorigen Anstrich, sondern ein bebildertes Statement gegen eine geschichtsrelativierende Denkweise, die sich aus einem falsch verstandenen Nationalstolz speist.

Eine klare Empfehlung meinerseits, euch „The Death of Stalin“ ins Regal zu stellen!

The Death of Stalin
Verlag: Splitter 
Erschienen am: 25.02.2018
Autor: Fabien Nury
Zeichner: Thierry Robin
Format: Hardcover
Seitenzahl: 144 inkl. Bonus-Material
Preis: 29,80 EUR

Andy Warhol. Seven Illustrated Books 1952-1959

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Jeder fing mal klein an. Auch eine Legende wie Andy Warhol war mal unbekannt und musste sich erst einen Namen erarbeiten. Da jedoch in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts Plattformen für Selbstdarstellung wie Facebook und Instagram noch in den Bereich der Science Fiction gehörten, mussten sich kreative Menschen anders behelfen.

Schon in jungen Jahren nicht auf den Kopf gefallen was Selbstvermarktung anbelangt (auch passend bezüglich seines Berufs als Gebrauchsgrafiker), entwickelte Warhol Portfolios, die schon zum Erscheinungsdatum in extrem geringer Auflage (meistens unter hundert Exemplare) zu Sammlerstücken avancierten und persönlich von Warhol an Freunde und Kunden ausgehändigt wurden. Natürlich sind die einzelnen Veröffentlichungen heutzutage für die allermeisten Menschen kaum erschwinglich, geschweige denn überhaupt zu bekommen.

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Um trotzdem einen Eindruck vom frühen Schaffen der Pop-Art-Ikone zu bekommen, ist erneut der TASCHEN-Verlag in die Presche gesprungen, um ein wirklich außergewöhnliches Produkt unter die Leute zu bringen. Der Verlag ist schon lange für Formate bekannt, die bibliophile Leser auch haptisch auf eine Reise schicken (ein schier unglaubliches Beispiel ist das ebenfalls aktuelle Murals of Tibet). Dementsprechend ist es wenig überraschend, dass „Andy Warhol. Seven Illustrated Books 1952-1959“ nicht als simple Beschreibung, samt netter Aufmachung in die Regale der Buchhändler gewandert ist, sondern in Form von nahezu originalgetreuen Nachdrucken, die so genau wie möglich im ursprünglichen Format und auf dem ursprünglichen Papier reproduziert wurden. Sogar kleine per Schreibmaschine beschriebene Sticker, wie auf den Originalen, finden sich wieder und lassen den Betrachter nicht mehr aus dem Staunen über den Detailreichtum heraus kommen.

So findet man mit „Love Is a Pink Cake„, „25 Cats Named Sam„, „À la recherche du shoe perdu„, „A Is for Alphabet„, „In the Bottom of My Garden“ und „Wild Raspberries“ einen unverstellten Blick auf die schier grenzenlose Kreativität des Künstlers, der sich der Außenwirkung seiner frühen Werke offenbar bewusst gewesen sein muss, wenn man die zahlreichen Anspielungen entdeckt, die mit einem nicht ganz jugendfreiem Niveau aufwarten. Man sieht zum Beispiel in „In the Bottom of My Garden“ (der Titel ist schon ein Augenzwinkern für sich) eine junge Frau oder ein Mädchen, dass eine kleine Katze in ihrem Schoß hält, unter der die Unterschrift „Do you see my little pussy?“ prangt. Dazu kommen auffällig nach Hinterteilen aussehende Früchte und viele weitere kleine Gags, die Warhols Humor widerspiegeln.

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© 2017 The Andy Warhol Foundation of Visual Arts, Inc.

Dabei spielte er gleich mit mehreren Stilen und beschränkte sich bei der Produktion auch nicht auf eine Art von Material oder Format. Er ließ es sich nicht nehmen auch innerhalb einer Auflage Variationen einfließen zu lassen, einzelne Aspekte wegzulassen oder hinzuzufügen und mit schriftlich festgelegten Limitierungen den Sammlern der ersten Stunde eine Freude zu machen.

Thematisch gab es für ihn ebenfalls keine Grenzen. Er präsentierte in jeder seiner Publikationen ein neues Motiv. Ob es nun holprige Dreizeiler in Kombination mit Berühmtheiten der Geschichte, die Widmung jeder Seite für einen Buchstaben oder eine homoerotische Version eines Kinderbuchs – der Fantasie wurde freien Lauf gelassen. So lässt sich auch erklären, warum „Wild Raspberries“ nicht nur als reines Kunstwerk, sondern auch als Kochbuch funktioniert oder „À la recherche du shoe perdu“ mit einem Hauptaugenmerk auf Schuhe, allerlei Seitenhieben auf politisches Zeitgeschehen und Geistesleben aufwartet.

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© 2017 The Andy Warhol Foundation of Visual Arts, Inc.

Um neben den schönen Illustrationen genügend Hintergrundinformation zur Einordnung zu bekommen, liegt dem im Baby Sumo-Format vorliegenden „Andy Warhol. Seven Illustrated Books 1952-1959„ ein ebenfalls in XL-Fassung gedruckter Begleitband bei, der neben der Entstehungsgeschichte und Interpretationen der sieben Bücher auch seltene Fotografien des Künstlers und Abbildungen seiner kommerziellen Auftragsarbeiten beinhaltet. In dieser Kombination findet man einen seltenen Einblick in den frühen Output Warhols, bevor dieser Anfang der 60er Jahre mit „Campbell’s Sousa Cans“ eine neue Ära einleitete. Abgerundet wird das Ganze mit einem einführenden Essay der Warhol-Expertin Nina Schleif, die mit ihrem von Kenntnis der Materie  geprägten Blick, den Leser an die Übergangsphase zwischen Gebrauchsgrafiker und legendärerer Künstler heran führt.

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© 2017 The Andy Warhol Foundation of Visual Arts, Inc.

In diesem Sinne lohnt sich die Investition von 150€ für die Anschaffung eines Bandes, der die einzigartige Möglichkeit bietet, visuell und haptisch eine Ära im wahrsten Sinne des Wortes nachzufühlen. Ich freue mich für meinen Teil, wenn TASCHEN weiter diesen Weg beschreitet und Liebhabern der bildenden Kunst noch mehr Möglichkeiten gibt, Inhalte über Grenzen hinaus zu erleben.