100 Manga Artists

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Der Manga als Kunstform ist schon seit vielen Jahren im westlichen Mainstream angekommen. Ob durch die auf RTL II ausgestrahlten Animes, den Hype um die Pokémon– oder Dragonball-Reihe: Der japanische Comic hat sich zum allgegenwärtigen Kultobjekt gemausert.

Leider gehen mit großem Erfolg auch viele Schattenseiten einher. Sowie beim westlich geprägten Comic, dominieren in der breiten Masse die Klischees. In diesem Fall glupschäugige Mädchen in Schuluniformen und abgedrehte Storys, die in ihrer süßen Form vermutlich unter anderem für Diabetes verantwortlich sind.

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© Yûji Aoki

Soweit die Vorurteile. Denen stellt sich nun TASCHEN mit dem neuesten Zuwachs der „Bibliotheca Universalis“ entgegen und veröffentlicht „100 Manga Artists„. Wie der Titel schon verrät, beinhaltet dieses 672 Seiten starke Werk Informationen über die wichtigsten Vertreter des Manga in alphabetischer Reihenfolge. Dabei werden auf jeweils 4-8 Seiten in knackiger Form biographische, als auch bibliographische Informationen über alte Meister und junge Talente geboten, die entsprechend dem Medium mit Bildern aus den Veröffentlichungen der genannten Personen unterstrichen werden.

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© Usamaru Furuya

Im Laufe der Lektüre sollte dann auch der letzte Zweifler seinen Blick auf diese traditionsreiche Kunst verändern. Die schiere Bandbreite auf erzählerischer und technischer Ebene zeigt eindrucksvoll wie viel hinter dem Oberbegriff des Manga steht. Es gibt natürlich Elemente, die die präsentierten Werke dem Genre zuordnen. Diese geraten aber schon auf den zweiten Blick in den Hintergrund. Genau wie in Europa oder den USA, haben die Künstler in Japan unterschiedlichste Einflüsse, die sie in ihre Arbeit einbauen und damit wiederum Alleinstellungsmerkmale kreieren. So stolpert man neben an Karikaturen erinnernde Figuren, über detailverliebte Landschaftsbilder, bis hin zum Ultrarealismus über alles was man sich in dieser Hinsicht vorstellen kann.

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© Osamu Tezuka

Damit fungiert „100 Manga Artists“ nicht nur als nützliche Enzyklopädie, sondern auch als Inspirationsquelle für vorhandene Leser oder diejenige, die es noch werden wollen. Ich für meinen Teil verspüre wieder den Reiz eine gute Geschichte aus Fernost zu schnappen und in die zeitgleich vertraute als auch fremd anmutende Welt abzutauchen. Dementsprechend gibt es von mir eine klare Empfehlung. Bei einem Preis von knapp 15 Euro, kann man auf jeden Fall nicht viel falsch machen!

Art Record Covers

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Seit nun fast 80 Jahren gehört die Verschmelzung von Bild und Ton unweigerlich zum Genpool der Popkultur. Dabei durchlebt diese Symbiose auf verschiedenen Ebenen immer wieder Veränderungen, die teils unvorhergesehene Folgen haben.

Angefangen als reines Marketinginstrument, entledigten sich die Plattenfirmen zunächst der eintönigen Verpackung ihrer Produkte und steigerten damit sowohl die Aufmerksamkeit potentieller Käufer als auch die Anzahl der abgesetzten Tonträger. Im nächsten Schritt wurde der Fernseher zum Kaminersatz im heimischen Wohnzimmer und damit zum Katalysator für die weitere Visualisierung der Musikindustrie.

Nun waren Plattencover und Booklets fester Bestandteil des Images und oftmals der erste Kontakt mit einem potentiell neuen Fan. Kein Wunder, dass auch viele etablierte Künstler, die tendenziell eher den Pinsel als das Mikro schwingen, die Chance gekommen sahen ihre Werke einem breiteren Publikum vorzustellen oder in Zusammenarbeit mit bestimmten Musikern den ohnehin vorhanden Bekanntheitsgrad zu festigen.

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Cover: Andy Warhol / Musik: The Velvet Underground and Nico / Album: The Velvet Underground and Nico / Jahr: 1967 / Label: Verve Records

Bis heute zieren Gemälde, Fotografien und Collagen die Front von CDs und nun wieder aufkommenden Vinyls. Sogar im Bereich des Streamings sind Bilder immer noch ein relevanter Faktor, um auf sich aufmerksam zu machen.

Da im Laufe der Jahrzehnte eine nicht geringe Auswahl an Kollaborationen zwischen den kreativen Kreisen zustande kam, ist es nicht verwunderlich, dass der für solche Themen immer passende TASCHEN-Verlag einen eigenen Band heraus gebracht hat, der sowohl der Kunst durch die Lautsprecher als auch dem Papier huldigt: Art Record Covers!

Hier werden rund 500 Cover präsentiert, die den Musikliebhabern unter uns in großer Zahl bekannt sein dürften. Genre-Grenzen spielen bei so manch ikonischer Veröffentlichung keinerlei Rolle. Ob Velvet Underground, die Beatles, Metallica oder Tyler the Creator – Sie alle verbindet der Rückgriff auf Talente, die auch außerhalb der Musik-Gemeinde ihre Fußabdrücke hinterlassen haben. Ein Andy Warhol war zum Beispiel schon als junger Illustrator für Columbia Records tätig, bevor sein unvergleichlicher Stil die Welt eroberte. Selbst Jahre später kehrte er Musikern jedoch nicht den Rücken. 1967 erblickte das Debütalbum der eben erwähnten Velvet Underground mit dem berühmten Bananen-Cover das Licht der Welt.

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Cover: Keith Haring / Musik: Emanon / Album: The Baby Beat Box / Jahr: 1986 / Label: Pow Wow Records

Auch für Schockmomente konnte die ein oder andere Aufmachung verwendet werden. Andres Serrano, ein Enfant Terrible unter den Fotokünstlern, konnte zum Beispiel mit den Bildern zu den Metallica-Alben „Load“ und „Reload“ Aufmerksamkeit erregen, in dem er für seinen typischen Stil Sperma, Blut und Urin zum Teil seines Werks werden ließ. An anderer Stelle reicht schon der Name des Künstlers um Schnappatmung zu erzeugen. H.R. Giger oder Mark Ryden sprechen mit ihrem individuellen und weit über Kenner bekannten Stil für sich selbst.

Dabei reden wir hier nur über die Spitze des Eisbergs. Der Herausgeber Francesco Spampinato, seines Zeichens Kunsthistoriker und Künstler, hat über 3.000 Cover durchgesehen, um die in seinen Augen relevantesten 500 heraus zu suchen. Auf diese verteilen sich ganze 270 Vertreter der bildenden Künste in alphabetischer Reihenfolge, die eindrucksvoll darlegen, dass die Vereinigung der beiden Universen bis heute ihre Berechtigung und trotz Digitalisierung eine Zukunft hat.

Nach der Lektüre, die den Leser tatsächlich das ein oder andere mal überrascht, hat man in jedem Fall selbst wieder Lust durch die eigene Sammlung zu wühlen und herauszufinden, welche Namen sich wohl hinter den Bildern verstecken. So habe ich mich plötzlich an das Werk Gottfried Helnweins erinnert, der seine Arbeit in Rammsteins „Sehnsucht“ und Marilyn MansonsThe Golden Age of Grotesque“ hat einfließen lassen. Oder Richard Kern, den TASCHEN-Fans primär durch seine Fotoarbeiten zu „New York Girls“ kennen sollten und der seine Themen rund um Gewalt, Sex und Fetischismus auch auf Alben-Cover ausweitete.

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Cover: Mark Ryden / Musik: Tyler, The Creator / Album: Wolf / Jahr: 2014 / Label: Odd Future Records

In jedem Fall ist Art Record Covers in vielerlei Hinsicht ein Appetizer für eine eigene Entdeckungsreise, aber auch für sich ein Genuss fürs Auge und nach der Neuentdeckung einiger Musiker auch fürs Ohr. Dementsprechend kann ich den Band jedem empfehlen, der sich mit Musik, Malerei und Fotografie mehr auseinandersetzt, als mit dem Finger auf dem Smartphone drüber zu wischen. Es lohnt sich!

Batman: Auf dem Weg ins Niemandsland – Band 1

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Ich durchlebte mal eine Zeit, in der ich mir eingebildet habe, die Ursprünge meiner Lieblings-Comic-Figuren erforschen zu müssen. Dabei setzte ich gerne die Brille des Fanboys auf und redete mir teils extrem trashige Veröffentlichungen künstlich schön. Da diese Phase seit langem vorbei ist, konnte ich „Batman: Auf dem Weg ins Niemandsland“ ziemlich unvoreingenommen begegnen und auf eine Reise gehen, die ich wohl nicht mehr so schnell wiederholen werde.

Hierbei handelt es sich um eines der prominentesten Batman-Crossover aller Zeiten, dass während der 90er stattfand und in zwei Bänden gesammelt bei Panini Comics Deutschland erscheint. Mit der ersten Ausgabe wird quantitativ schon mal eine hohe Messlatte angelegt. Über 400 Seiten erstrecken sich teils mehr oder weniger zusammenhängende Geschichten aus den Reihen „Batman„, „Robin„, „Detective Comics“ und „Batman: Shadow of the Bat“ und erzählen über die Nachwirkungen des vorangegangen Events „Das Beben„.

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Wie der Titel des Vorgängers schon verrät, hat ein gewaltiges Erdbeben Gotham City in Teilen zerstört und die gesamte gesellschaftliche Ordnung durcheinandergebracht. Nun liegt es an Batman und seinen Gefährten, sowie Verbündeten bei der Polizei wieder Ordnung herzustellen und immer noch vermisste Bürger zu retten.

Doch neben der Zerstörung durch das Naturereignis, ergeben sich weitere Probleme für den dunklen Ritter, da die Superverbrecher der Stadt nun versuchen aus dem Chaos Kapital für ihre Machenschaften zu schlagen. Dabei trifft er alles von irren Dummschwätzern wie dem Ratcatcher, über mit unnatürlichen Kräften ausgestatte Feinde wie Clayface bis hin zum omnipräsenten Joker alles was die Stadt zu bieten hat.

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Dabei treiben Autoren-Größen wie Chuck Dixon, Alan Grant oder Greg Rucka die Story im für das Jahzehnt typischen Tempo voran, bieten aber allesamt nicht die Tiefe, die man als heutiger Leser gewöhnt sein dürfte. Natürlich wird auch aktuell kein tiefenpsychologischer Eingriff in die Gedankenwelt der Figuren ermöglicht, aber die 90er belieferten die Fans mit deutlich flacheren Charakterzeichnungen.

Leider wird dieser Eindruck durch Künstler wie Jim Aparo oder Mark Buckingham nur weiter unterfüttert. Natürlich könnte man sagen, dass es der Stil dieser Epoche war, aber wenn man Veröffentlichungen der 80er ansieht, könnte man fast zum Schluss kommen, dass es einen Rückschritt im kreativen Bereich gegeben hat. Mir persönlich fehlte beim Lesen über weite Strecken einfach die Dynamik und die Darstellung der Figuren driftete zu oft in den Bereich der Karikatur. Ich verstehe vollkommen, dass gewisse Künstler sich durch ihre Projekte einen Ruf erarbeitet haben und dazu beigetragen haben, Charaktere wie Batman zur noch größeren Prominenz zu verhelfen. Als jemand, der nicht Teil der Leserschaft zum ersten Release war, ist es aber mehr als nur gewöhnungsbedürftig sich durch die Seiten zu kämpfen.

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In diesem Sinne erscheint mir die Neuauflage dieses Klassikers vor allem für Nostalgiker und notorische Sammler publiziert worden zu sein, da das gesamte Konzept nach heutigen Maßstäben eher an B-Movie als Epos erinnert. Sollte es den geneigten Leser jedoch nicht stören, macht sich der dicke Band auf jeden Fall gut als Ergänzung im Regal. Der Zwiespalt basiert bei mir auf persönlichem Geschmack, der komplett konträr zur vorliegenden Ausgabe verläuft. Daher empfehle ich euch, in den nächsten Comic-Laden eures vertrauens vorbei zu schauen und einen persönlichen Blick hinein zu werfen.

TASCHEN: Steve Schapiro-Besuch und -Verlosung

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Es ist wieder soweit und ihr könnt euch erneut über ein schönes Gewinnspiel in Zusammenarbeit mit dem TASCHEN-Verlag freuen.

Erneut ist ein hochkarätiger Besuch der Anlass für diesen Beitrag und die dazu passende Verlosung. Genaugenommen stattet am 08. April (15-16:30 Uhr) niemand geringeres als der legendäre Fotograf Steve Schapiro dem Berliner TASCHEN-Flagshipstore (Schlüterstraße 39) einen Besuch ab.

Selbst wenn euch der Name auf Anhieb nichts sagen sollte, werdet ihr seine Bilder mit Sicherheit schon gesehen haben. So hat er nicht nur Cover-Photos für namhafte Zeitschriften wie Time, Sports Illustrated, People oder Life gestellt, sondern reiste auch mit dem Autoren James Baldwin durch die Südstaaten für das letztgenannte Magazin. Dort lichtete er Momente und Personen der Bürgerrechtsbewegung ab, die in ihrer Wirkung auch heute noch unvergessen sind. Martin Luther King Jr., Rosa Parks, Fred Shuttlesworth oder Jerome Smith – Sie alle standen vor seiner Linse. Hinzu kam historische Ereignisse wie der Marsch auf Washington oder der Selma-Marsch.

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In diesem Zusammenhang hat TASCHEN nun den Band „The Fire Next Time“ veröffentlicht, welches im traditionellen Hochdruckverfahren, auf zwei verschiedenen Papiersorten gedruckt wurde und im edlen Schuber geliefert wird.

Inhaltlich wird hier das gleichnamige Essay des schon erwähnten Autoren und Bürgerrechtlers James Baldwin (1924-1987) präsentiert, welches in der US-amerikanischen Diksussion um den „Alptraum der Rassenfrage“ nichts an seiner Aktualität verloren hat. Unterstrichen wird das auf 1.963 Exemplare limitierte Werk mit den ikonischen Fotografien Schiparos, den Besucher nächsten Sonntag persönlich treffen können.

Um diesen Besuch auch außerhalb der Grenzen Berlins zu zelebrieren, verlose ich in Zusammenarbeit mit dem TASCHEN-Verlag sein Buch „Barbara Streisand„, dass stellvertretend für die Mitarbeit des Fotografen an über 200 Filmen steht (u.a. Taxi Driver, Asphalt Cowboy, Der Pate III).

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Wenn ihr den Band haben wollt, müsst ihr nur folgende Dinge erledigen um in den Lostopf zu kommen:

  1. Lasst ein „Like“ auf meiner Facebook-Seite
  2. Lasst ein „Like“ unter diesem auf der FB-Seite geposteten Beitrag
  3. Teilt genau diesen Beitrag ÖFFENTLICH

Dadurch kommt ihr in den Los-Topf aus dem ich danach den glücklichen Gewinner ziehen werde.

Ich wünsche euch viel Glück beim Gewinnspiel und ganz viel Spaß beim Besuch des Flagshipstores von TASCHEN!

Teilnahmebedingungen
1. Teilnahmeberechtigte
Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.
Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.
2. Teilnahmemöglichkeiten
Eine Teilnahme ist nur über Facebook möglich, indem der im Text angegebene Beitrag und die Facebook-Seite von ZOMBIAC mit einem „Like“ versehen und öffentlich geteilt wird. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook.
3. Teilnahmeschluss
Teilnahmeschluss ist der 07.04.2017 um 23:59 Uhr.
4. Gewinnermittlung
Der Gewinner wird per Los ermittelt.
5. Art der Gewinnbenachrichtigung
Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Facebook-Nachricht schriftlich kontaktiert.
6. Veröffentlichung der Gewinner
Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form auf zombiac.blog und der angeschlossenen Facebook-Seite veröffentlicht.
7. Der Rechtsweg
Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg ausgeschlossen.

Swamp Thing – Die Toten schlafen nicht

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Wie schafft man es in einem neuen Release, eine Old-School-Stimmung zu verpassen, die nicht zeitgleich negativ altbacken wirkt? Ganz einfach: Man holt sich das Mastermind hinter dem Original zurück und muss dadurch nichts mehr imitieren.

Genaugenommen rede ich vom legendären Len Wein, seines Zeichens Erfinder des kultigen „Swamp Thing„, der auch der Titelheld des vorliegenden Bands ist. Die Figur selbst ist ein Kind der 70er und damit einer auf Comic-Ebene ohnehin düsteren Epoche zuzurechnen, die das grüne Monster, entsprechend des Zeitgeists, extrem populär gemacht hat.

Das die Figur dementsprechend sowohl im wörtlichen als auch übertragenem Sinne nicht tot zu kriegen ist, beweist die abgeschlossene Geschichte „Die Toten schlafen nicht„, die sowohl im Bezug auf Erzählstil als auch die Zeichnungen (von dem nicht minder legendären Kelley Jones), eine wohlig gruslige Atmosphäre schafft, die man in der Form nur von Veröffentlichungen vor über 40 Jahren kennt.

Lustigerweise spürt man diese Nostalgie auch, wenn man nicht direkt dieser Zeit entsprang und sich, wie ich, für teils enorm überzogene Gewaltdarstellungen und einen guten Schuss Selbstironie begeistern kann. Trotzdem wirkt das Ganze nicht ungewollt lustig oder wie schlecht gealterte Kost für Nerds der ersten Stunde, sondern wie eine Reise in eine weniger komplexe Welt.

Im Detail begegnen wir Swamp Thing in seinem Sumpf in Louisiana, der seinen Alltag als pflanzliches Wesen fristet und sich in spielerischen Kämpfen mit den Tieren der Umgebung misst. Doch plötzlich bietet sich ihm die Chance, sich sein altes Leben als Mensch mit Hilfe eines alten Freundes zurück zu holen. Da so ein Wandel nicht ohne Folgen bleiben kann, entwickelt sich aus dem sehnlichsten Wunsch ein reiner Alptraum.

In dessen Verlauf stehen ihm jedoch sowohl Verbündete, als auch solche die sich dafür ausgeben zur Seite. Genau genommen die Zauberin Zatanna, Spectre, der mysteriöse Phantom Stranger und viele mehr. Dieses Aufgebot dient zum Glück nicht dem reinen Name-Dropping, sondern weist allen Beteiligten eine mehr oder weniger relevante Funktion im Geschehen zu, dass weniger durchsichtig erscheint, als es zunächst den Eindruck macht.

Im Gesamten schleicht sich beim lesen immer wieder das schöne Gefühl ein, einen schön alten Horror-Streifen bei einer Tüte Chips und kühlem Bier zu genießen. Dabei wird man aber zum Glück mehr unterhalten, als bei so manchem B-Movies dieses Genres. Immer wieder schön eingestreute Seitenhiebe auf Elemente des Horrors und Verweise auf andere Reihen aus dem Haus DC, heben den Titel aus der Masse hervor und lassen Neueinsteiger wie mich, in Sachen „Swamp Thing“ auf viele weitere Geschichten freuen!

Superman: Die letzten Tage von Superman

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Superman stirbt schon wieder? Jap. Nachdem Anfang der 90er Jahre der Stählerne zu Grabe getragen wurde und sein Abgang mit „Batman v Superman“ auch in das Filmuniversum Eingang gefunden hat, darf Clark Kent aka Kal-El aka Superman erneut ins Gras beißen.

Dabei gibt es sogar einen triftigen Grund für diese Entscheidung, der außerhalb der Story selbst zu verorten ist. Nachdem 2011 bei DC die NEW 52 eingeführt wurden, konnten angehende Comic-Fans ohne Vorwissen zu den neuen Reihen greifen und sich nicht davor zwangsläufig über etliche Storys und Hintergründe schlau machen. In der Folge wurden viele Ereignisse für nichtig erklärt, andere abgewandelt erzählt oder komplett neu interpretiert.

Der Erfolg dieses Reboots gibt dem Verlag zwar recht, aber viele langjährige Fans, sowie Neueinsteiger, die sich nun intensiver mit der Materie beschäftigt haben, sehnten sich nach den alten Figuren zurück, die nun mit dem Serien-übergreifenden Event „Rebirth“ Stück für Stück wieder hervor geholt werden. Auch symbolisch wird an Bewährtes angeknüpft. So laufen die Reihen „Action Comics“ und „Detective Comics“ in ihrer alten Nummerierung weiter, was im Klartext bedeutet, dass uns irgendwann jeweils die Ausgabe 1000 ins Haus steht.

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©Panini Comics Deutschland

Nun aber zu dem Inhalt von „Die letzten Tage von Superman“ und was er er mit „Rebirth“ zu tun hat. Nachdem sich der Mann aus Stahl über die letzten Monate in zahllosen Kämpfen verausgabt hat, versagt sein Körper langsam den Dienst und er sieht ein, dass er geschwächt, vergiftet und verstrahlt dem Tod ins Auge blicken muss.

Die wenige Zeit, die ihm bleibt, sucht er mit Hilfe seiner langjährigen Gefährten nach seiner Cousine Kara (Supergirl), die er als seine Nachfolgerin instruieren möchte. Dabei läuft natürlich nicht alles glatt und er muss sich mit einer durchgedrehten Version seiner selbst rumschlagen. Genaugenommen handelt es sich um einen flüchtigen Gefängnisinsassen, der von Supermans letztem Sonnenstoß erfasst wurde und ihm sowohl seine Kräfte als auch Erinnerungen verliehen hat.

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©Panini Comics Deutschland

Entsprechend seines Zustands, gestaltet sich der Kampf jedoch schwerer als gedacht, als ein schwarz gekleideter Superman plötzlich auftaucht und ihm zur Seite steht. Hierbei handelt es sich um die vor den Ereignissen um „Flashpoint“ (Ausgangspunkt für die NEW 52) lebende Version von Supes, der in der nun aktuellen Welt gestrandet ist. Hört sich wirr an? Ist es auch. Ohne die abgeschlossene Mini-Serie „Superman: Lois & Clark“ gelesen zu haben, liegt es nahe, die ein oder andere Verständnisschwierigkeit während der Lektüre zu haben. Dementsprechend werden sowohl die vorliegende Ausgabe, als auch der eben erwähnte Zweiteiler als „Vorgeschichte zu Rebirth“ beworben.

Trotzdem kann man dem Hauptstrang ohne dieses Vorwissen durchaus gut folgen und wird sehr gut unterhalten. Ich persönlich konnte nie viel mit dem Pfadfinder des DC-Universums anfangen und wurde auch bei den „Must-Haves“ um die Figur oftmals nicht wirklich mit ihr warm. Hier konnte ich jedoch mitfiebern, die Gefühle der Charaktere aufnehmen und mich gänzlich fallen lassen. Der einzige Schnitzer, der jedoch nichts an der Qualität der gesamten Story ändert, ist der eigentliche Tod von Superman. Dafür, dass er so emotional aufgebaut wurde, geschieht er relativ unspektakulär und vom Mitgefühl der Mitstreiter her seltsam statisch.

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©Panini Comics Deutschland

Alles in allem aber eine Geschichte, die man sich auch gönnen kann, ohne zuvor ein großer Fan des DC-Maskottchens gewesen zu sein. Eine tolle Story, die durch Peter Matosi über mehrere Serien hinweg zusammengeführt wurde, sich aber wie aus einem Guss liest.

Mark Millar Collection 2: Wolverine – Staatsfeind

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Nach „Wanted“ veröffentlicht Panini Comics Deutschland den nächsten Band aus der sogenannten „Mark Millar Collection„, die ihrem Namen entsprechend das Werk des talentierten Schotten würdigt.

Mit „Wolverine: Staatsfeind“ bekommt man eine seiner weniger bekannten, aber nichtsdestotrotz qualitativ hochwertigen Geschichten geliefert. Genaugenommen handelt es sich um den von Millar und John Romita Jr. (mit dem einige Jahre später die Zusammenarbeit an „Kick-Ass“ realisiert wurde) betreuten Run der Comic-Serie „Wolverine„, die sich ab Heft 20 über 12 Ausgaben erstreckte.

Wie schon der Erstling, kommt Band Nummer zwei als edle Hardcover-Ausgabe auf den Markt und wird diesmal mit einem Vorwort von Garth Ennis („Rover, Red, Charlie„, „Crossed, „Preacher“ usw.) eingeleitet. Dieser ist definitiv nicht als großer Superhelden-Fan bekannt. Daher ist es umso erfreulicher zu lesen, dass er sich für die Geschichte um den beliebten Mutanten erwärmen konnte und teils überschwänglich lobende Worte dafür findet.

Die eigentliche Story ist als klassische Rache-Erzählung angelegt, in der Wolverine den Mördern des Sohnes eines japanischen Freundes auf der Spur ist. Hierbei sieht er sich persönlich in der Verantwortung und geht entsprechend kompromisslos gegen jeden vor, der sich ihm entgegen stellt. Man sollte hier aber kein Gemetzel erwarten, dass nach der „Logan„-Verfilmung offensichtlich Hochkonjunktur hat. Romita Jr. nutzt seinen ihm eigenen und daher beliebten Stil, der individuell und doch angenehm fürs Auge ist.

Die Geschichte ist dabei keineswegs so voraussehbar, wie man es zunächst erahnen könnte. Der Erzschurke Gorgon schafft es im Verlauf der Ereignisse „Hydra“ mit „der Hand“ zu vereinen und in dem Zuge Wolverine unter seine Kontrolle zu bringen, der nun schier unkontrollierbar eine Schneise der Zerstörung hinter sich her zieht.

Auf dem eben beschriebenen Weg begegnet Wolverine so gut wie allen bekannten Helden des Marvel-Universums, die ihm teils zur Seite stehen und teils bekämpfen. Dabei wirkt die Geschichte keineswegs überladen und hält die eine oder andere Überraschung für die Leser bereit. Durch die Länge des Ganzen ist man darüber hinaus gezwungen, sich gänzlich auf die Handlung einzulassen und nicht als Lesesnack zwischendurch zu verschlingen.

Ein zusätzliches Highlight in diesem Band, neben viele Konzeptzeichnungen und Covern, ist die Geschichte „Gefangener Nummer Null„, die zwar ebenfalls mit Wolverine als Hauptcharakter aufwartet und von Millar getextet wurde, aber für sich alleine steht.

Hier begegnen wir unserem Helden um das Jahr 1942 im Konzentrationslager Sobibor, in dem er den diensthabenden Kommandanten an seinem Verstand zweifeln lässt. So schafft es der Autor die Kräfte des Mutanten zum Element einer schaurigen Handlung werden zu lassen, die trotzdem genug Fingerspitzengefühl aufweist, um ein KZ nicht zur reinen Kulisse verkommen zu lassen. Diesbezüglich hatte Millar persönlich Angst eine Grenze zu überschreiten, die ihm aber nach einem im Nachwort beschriebenen Gespräch mit Comic-Legende Will Eisner genommen wurde.

Alles in allem ein Pflichtkauf, unabhängig davon ob man Fan der Mark Millar-Kreationen ist oder primär den X-Men anhängt. Hier sollten beide Fan-Lager gleichermaßen bedient werden. Nun freue ich mich umso mehr auf die Fortsetzung der „Collection“ und verstehe umso mehr, warum diesem Mann eine ganze Reihe gewidmet wurde.

The Boss Baby (Filmkritik)

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Die meisten von uns kennen die Madagascar-Reihe, Drachenzähmen leicht gemacht oder das legendäre Shrek-Franchise.

Das verantwortliche Studio ist dieses Jahr schon wieder mit einer Idee für die ganze Familie präsent und gibt uns The Boss Baby. Dabei ist der Name Programm. Die Welt des siebenjährigen Tim gerät komplett aus den Fugen, als er für ihn völlig überraschend einen kleinen Bruder bekommt.

Dabei handelt es sich aber nicht um irgendeinen Säugling, sondern um ein sprechendes, ständig Anzug-tragendes Baby, mit Business-Allüren. Die Eltern bekommen von diesen Sachen  jedoch nichts mit, während Tim sich mit einer Truppe aus Babys, mit seinem Bruder an der Spitze, herumschlagen muss. Dabei wünscht er sich nichts sehnlicher als wieder die ungeteilte Liebe seiner Eltern und ein Einzelkind-Dasein zurück.

Als sich plötzlich die Möglichkeit bietet, den neuesten Familienzuwachs loszuwerden, indem man ihm bei einem geheimen Plan hilft, schließt er sich mit ihm zusammen. Dabei müssen sie gegen seltsamen Geschäftsmann Francis E. Francis ankämpfen, der die Liebe für Babys komplett auf süße Hundewelpen umwälzen möchte.

Klingt verrückt? Ist es auch! Die lose auf dem gleichnamigen Bilderbuch basierende Geschichte von Marla Frazee, wird vom Regisseur Tom McGarth in einer liebevollen Weise adaptiert, die zwar keine wirklichen Überraschungen bietet, aber trotzdem sehr angenehm unterhält.

Insbesondere wenn man selbst Geschwister haben sollte, kann man sich selbst als Erwachsener schnell in Tims Gedanken- und Fantasie-Welt einfühlen. Die Zweifel, die Angst und der Trotz aufgrund gefühlter Ungerechtigkeiten sind nur allzu vertraut. Hinzu kommen die schön in Szene gesetzten Ausflüge in die bunte Vorstellungskraft von Kindern, die den nostalgischen Trip abrunden.

Dazwischen gibt es zusätzlich ein paar Verweise auf die Lebenswelt der Eltern, die potentiell mit ihrem Nachwuchs in die Kinosäle trudeln. So verkommt die Story nicht zu einem gänzlich weichgewaschenen Erlebnis für die Kleinsten und hält den ein oder anderen Lacher für Mama und/oder Papa bereit!

Zwar reicht The Boss Baby definitiv nicht an die großen Würfe des Studios heran, bietet aber entspannte Unterhaltung für die ganze Familie. Sollte sich darüber hinaus die Möglichkeit ergeben, den Streifen im Original anzusehen, wird einem ein Cast des Who-Is-Who um die Nase gehauen: Alec Baldwin, Steve Buscemi, Jimmy Kimmel, Lisa Kudrow und Tobey Maguire stellen neben anderen Sprechern die Speerspitze des prominenzgeladenen Ensembles dar! Musikalisch untermalt wird das Animationsspektakel von niemand geringerem als Hans Zimmer!

In diesem Sinne sind die bei diesem Film verbrachten 1,5 Stunden definitiv gut angelegt!

Laufzeit: 97 Minuten

Kinostart: 30.03.2017

 

Old Man Logan – Band 2

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Und wieder eine Geschichte vom Mutanten mit Aggressionsproblemen. Und wisst ihr was? Ich krieg einfach nicht genug davon. Zwar muss ich gestehen, dass ich mich in den letzten Jahren eher vereinzelt mit seinen Abenteuern beschäftigt habe, da mich das Marvel-Bubblegum-Universum die meiste Zeit abturnt, aber ihre psychopathischen bis lustigen (Howard the Duck, Deadpool usw.), sowie getriebenen Vertreter (wie eben Wolverine) locken mich in regelmäßigen Abständen hinter dem Ofen hervor.

Das war auch bei „Old Man Logan“ der Fall. Das Original kann getrost als die Marvel-Version von The Dark Knight Returns angesehen werden, welche so meisterhaft von Mark Millar umgesetzt wurde, wie 99% seiner anderen Werke. Daher ist es eigentlich nicht weiter verwunderlich, dass das Franchise zwar ein paar Jahre später aber konsequent weiter getrieben wurde. Mit dem ersten Band gelang schon ein sehr atmosphärischer Einstieg, der eine Brücke zwischen zwischen der postapokalyptischen Welt des alten Logan mit dem modernen Universum schlug, welches nach dem Marvel Now-Reboot eingesetzt wurde.

In der Fortsetzung hat Wolverine sich langsam aber sicher an den Umstand gewöhnt, dass er sich nicht mehr in seiner gewohnten Umgebung befindet, hat aber immer noch Zweifel, dass seine neue Heimat nicht das selbe Schicksal ereilt, wie seine ihm bekannte Umgebung. Daher versucht er gleich auf mehreren Ebenen präventiv zu agieren. Zum einen versucht er seine neuen Verbündeten für einen potentiellen Angriff ihrer Gegner zu sensibilisieren, zum anderen möchte er sich soweit wie möglich von der Zivilisation bzw. den Leuten entfernen, die ihm etwas bedeuten, da er das Gefühl hat alles zu zerstören, womit er in Berührung kommt.

In letzter Konsequenz zieht er sich deswegen in die Grenzsiedlung Killhorn Falls nahe Alaska zurück, die neun Monate im Jahr eingeschneit und entsprechend von der Welt abgeschnitten ist. Hier versucht er sich unauffällig einzugliedern und seinen Beitrag für die kleine Gemeinschaft zu leisten. Doch es bleibt nicht unbemerkt, dass der in dieser Realität tote Logan plötzlich unter den Lebenden wandelt. Nun sehen einige alte Widersacher ihre Zeit gekommen, um Rache an dem alten Mann zu üben. Erneut steht Wolverine mit dem Rücken zur Wand und im Begriff sein neu aufgebautes Leben ein weiteres Mal, samt der ihm ans Herz gewachsenen Menschen, zu verlieren. So muss er nicht nur sich selbst, sondern auch die Dorfbewohner vor dem drohenden Angriff schützen. Keine leichte Aufgabe, da seine Feinde fest entschlossen sind, ein gewaltiges Blutbad anzurichten.

Die Geschichte des Autoren Jeff Lemire ist während dem Verlauf der Lektüre durchgehend schlüssig und trotz bekannter Versatzstücke anzutreffender Genres (Science Fiction, Western, usw.) stets erfrischend. Er schafft es eine melancholische Atmosphäre aufzubauen, die perfekt zur Weltsicht des Hauptprotagonisten passt, der seine seelischen Wunden für alle sichtbar vor sich hin trägt. Gleichzeitig bedient er fast nebenbei den Wissensdurst der Fans, indem er Logan zum Beispiel erinnern lässt, was exakt in der Nacht geschah, als die Helden starben.

Hinzu kommt der wunderschön malerische Stil des Zeichners Andrea Sorrentino, der sich nicht mit klassischem Panel-Aufbau begnügt, sondern immer wieder mit dem gegebenem Medium in all seinen Facetten spielt und sich nicht scheut symbolhafte Darstellungen einzustreuen, die das gezeigte sofort auf ein höheres Niveau heben.

Mit dieser Kombination aus mitreißender Geschichte und perfekter Visualisierung, wurde ein wahrer Pflichtkauf auf den Markt geworfen, dessen Nachfolger ich kaum erwarten kann!

Der Tod von Wolverine

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Nachdem ich den großartigen Film „Logan“ gesehen habe, dachte ich mir, dass ich bei meiner nächsten Rezension thematisch bei Wolverine bleiben möchte. Selbiges gilt auch für die Grundstimmung bzw. thematische Anleihen um den Charakter. Dementsprechend kommt es mir sehr gelegen, dass Panini Comics Deutschland ein passendes Trade Paperback veröffentlicht hat: „Der Tod von Wolverine

Dem Titel entsprechend, könnt ihr euch sicherlich denken, wie die Geschichte ausgehen wird. Daher ist der Weg dorthin, der spannende Teil des Ganzen. Wie fleißige Leser bereits wissen, hat Logan seine Selbstheilungskräfte eingebüßt und ist daher sterblich wie jeder andere auch. Der einzige Vorteil den er gegenüber Feinden vorweisen kann, ist sein Adamantiumskelett samt Klauen. Doch genau dieses scheint auch der Ursprung des langsamen Verfalls des Helden zu sein. Da er direkt am Abwurfpunkt der Atombombe in Nagasaki war, wurde das Metall verstrahlt. Dank seines Heilfaktors, konnte Wolverine die Radioaktivität nicht viel anhaben, aber das hat sich nun offensichtlich geändert.

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©Panini Comics Deutschland

 

Leider bleibt dieser Umstand kein Geheimnis und es beginnt eine unerbittliche Jagd. Ein ominöser Geldgeber hat ein extrem hohes Kopfgeld auf Logan angesetzt und damit zeitgleich eine Horde Kopfgeldjäger auf den Plan gerufen. Als Wolverine jedoch herausfindet, dass er lebend gefangen werden soll, geht er in die Offensive und hinterlässt auf seiner Suche nach den Hintermännern eine Schneise der Zerstörung. Den Tod vor Augen, ist er fest entschlossen so zu sterben wie er gelebt hat: kämpfend!

Für dieses finale(?) Kapitel hat der Autor Charles Soule alle Geschütze aufgefahren, die für einen Abgesang von Nöten sind. Dramatik, Verzweiflung, Action und ganz viel Insider-Futter für die Fans. Das alles wird extrem blutig serviert, damit von vornherein keine Zweifel daran bestehen, dass es aufs Ende zugeht. Zwar ist die Story abgesehen vom finalen Twist und des eben beschriebenen Effektfeuerwerks etwas arm an Überraschungen und der Umfang für so ein Ereignis durchaus etwas gering, aber der Unterhaltungswert nimmt hierdurch keinerlei Schaden. Wie bei einem dramatischen Action-Film fiebert man ständig mit, obwohl eine emotionale Tiefe nur angedeutet wird. Im Endeffekt die Essenz einer Superheldengeschichte, die hier meisterhaft umgesetzt wurde.

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©Panini Comics Deutschland

 

Dieser Eindruck verfestigt sich nicht zuletzt aufgrund des unfassbaren Talents von Steve McNiven, der den Figuren fast schon greifbares Leben einhaucht und atmosphärische Landschaften kreiert, die auch ohne Dialog für sich selbst stehen können. Ein sehr angenehmer Stil, der sich stark realistisch gibt, aber das Groteske eines Comics nicht komplett unter den Tisch fallen lässt.

Diese Kombination aus spannendem Storytelling und einer extrem attraktiven Visualisierung macht „Der Tod von Wolverine“ zu einem Pflichtkauf für Fans und eine schöne Anschaffung für diejenigen, die es noch werden wollen.

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©Panini Comics Deutschland