Wonder Woman/Batman: Hiketeia

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Dieses Jahr erwartet uns der erste Wonder Woman-Film des in sich geschlossenen DC-FIlmuniversums mit Gal Gadot in der Hauptrolle. Nach den ersten Trailern und dem bisherigen Schaffen der Regisseurin Patty Jenkins gibt es durchaus Hoffnungen auf einen ersten Streifen, der sowohl Fans der Comics als auch Kritiker zufrieden stellen sollte. Das konnte man ja in Bezug auf die letzten Veröffentlichungen um Suicide Squad und Batman v Superman ja leider nicht behaupten.

Wie üblich lässt sich Panini Comics bei solchen Releases nicht lumpen und bringt zahlreiche Neuauflagen, Sammelbände und Serien auf den Markt um vom Hype zu profitieren. Das so eine Taktik nicht automatisch negativ behaftet sein muss, erkennt man zum Beispiel an Wonder Woman/Batman: Hiketeia, welches zum ersten mal im Jahr 2002 veröffentlicht wurde und die erste Arbeit des legendären Greg Rucka (Gotham Central) mit der Figur darstellt, bevor er ein Jahr später die reguläre Serie übernahm. Hier kommen sowohl eingefleischte Fans, als auch diejenigen auf ihre Kosten, die das erste Mal mit der Amazone zu tun haben.

Zum einen liegt es an der großartigen Story und zum anderen daran, dass diese Graphic Novel in sich abgeschlossen ist und kein Vorwissen vom Leser voraussetzt. Im Detail geht es um das titelgebende antike Ritual der Hiketeia, welches eine junge Frau an Wonder Woman bindet, die Schutz von der Prinzessin erbittet und diesen auch bekommt. Wie sich schon bald herausstellt, handelt es sich um eine Mörderin, der nicht nur drei gnadenlose Rachegöttinnen, sondern auch der dunkle Ritter persönlich auf der Spur sind.

Entsprechend des alten Brauchs, darf der Bund zwischen den beiden Frauen nicht gebrochen werden und es kommt, wie das Cover des Bands andeutet, zum unerbittlichen Kampf zwischen Batman und Wonder Woman, welcher nur einen Ausgang haben kann…

Zwar kommen gelegentlich Szenen vor, die man getrost als „cheesy“ bezeichnen kann, aber wenn man darüber hinwegsieht, kriegt man eine großartige Geschichte, die erstaunlich offen mit sensiblen Themen umgeht und trotzdem kurzweilige Unterhaltung bietet. Im Großen und Ganzen gehört dieser Band in die Sammlung jedes Fans. Vor allem der attraktive Preis von 19€ für die auf 222 Stück limitierte(!) Hardcover-Ausgabe, müsste alle Bedenken beiseite wischen. Alle anderen sollten den Comic-Shop ihres Vertrauens aufsuchen, einen Blick hineinwerfen und das gute Ding nach hause nehmen.

Denn auch auf visueller Ebene überzeugt die Ausgabe auf voller Länge. Mit J.G. Jones und seinem realistischen Stil hat nämlich ein grandioses Talent und Fanliebling den Stift geschwungen, der in seiner Art perfekt mit Ruckas Storytelling harmoniert. Sein bisheriges Schaffen mit Wanted, Before Watchmen: Comedian oder Final Crisis sprechen dabei wohl für sich.

Wie ihr sicher bemerkt habt, gibt es an Wonder Woman/Batman: Hiketeia nicht viel auszusetzen und daher meine uneingeschränkte Empfehlung!

Batman: Auf dem Weg ins Niemandsland – Band 1

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Ich durchlebte mal eine Zeit, in der ich mir eingebildet habe, die Ursprünge meiner Lieblings-Comic-Figuren erforschen zu müssen. Dabei setzte ich gerne die Brille des Fanboys auf und redete mir teils extrem trashige Veröffentlichungen künstlich schön. Da diese Phase seit langem vorbei ist, konnte ich „Batman: Auf dem Weg ins Niemandsland“ ziemlich unvoreingenommen begegnen und auf eine Reise gehen, die ich wohl nicht mehr so schnell wiederholen werde.

Hierbei handelt es sich um eines der prominentesten Batman-Crossover aller Zeiten, dass während der 90er stattfand und in zwei Bänden gesammelt bei Panini Comics Deutschland erscheint. Mit der ersten Ausgabe wird quantitativ schon mal eine hohe Messlatte angelegt. Über 400 Seiten erstrecken sich teils mehr oder weniger zusammenhängende Geschichten aus den Reihen „Batman„, „Robin„, „Detective Comics“ und „Batman: Shadow of the Bat“ und erzählen über die Nachwirkungen des vorangegangen Events „Das Beben„.

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Wie der Titel des Vorgängers schon verrät, hat ein gewaltiges Erdbeben Gotham City in Teilen zerstört und die gesamte gesellschaftliche Ordnung durcheinandergebracht. Nun liegt es an Batman und seinen Gefährten, sowie Verbündeten bei der Polizei wieder Ordnung herzustellen und immer noch vermisste Bürger zu retten.

Doch neben der Zerstörung durch das Naturereignis, ergeben sich weitere Probleme für den dunklen Ritter, da die Superverbrecher der Stadt nun versuchen aus dem Chaos Kapital für ihre Machenschaften zu schlagen. Dabei trifft er alles von irren Dummschwätzern wie dem Ratcatcher, über mit unnatürlichen Kräften ausgestatte Feinde wie Clayface bis hin zum omnipräsenten Joker alles was die Stadt zu bieten hat.

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Dabei treiben Autoren-Größen wie Chuck Dixon, Alan Grant oder Greg Rucka die Story im für das Jahzehnt typischen Tempo voran, bieten aber allesamt nicht die Tiefe, die man als heutiger Leser gewöhnt sein dürfte. Natürlich wird auch aktuell kein tiefenpsychologischer Eingriff in die Gedankenwelt der Figuren ermöglicht, aber die 90er belieferten die Fans mit deutlich flacheren Charakterzeichnungen.

Leider wird dieser Eindruck durch Künstler wie Jim Aparo oder Mark Buckingham nur weiter unterfüttert. Natürlich könnte man sagen, dass es der Stil dieser Epoche war, aber wenn man Veröffentlichungen der 80er ansieht, könnte man fast zum Schluss kommen, dass es einen Rückschritt im kreativen Bereich gegeben hat. Mir persönlich fehlte beim Lesen über weite Strecken einfach die Dynamik und die Darstellung der Figuren driftete zu oft in den Bereich der Karikatur. Ich verstehe vollkommen, dass gewisse Künstler sich durch ihre Projekte einen Ruf erarbeitet haben und dazu beigetragen haben, Charaktere wie Batman zur noch größeren Prominenz zu verhelfen. Als jemand, der nicht Teil der Leserschaft zum ersten Release war, ist es aber mehr als nur gewöhnungsbedürftig sich durch die Seiten zu kämpfen.

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In diesem Sinne erscheint mir die Neuauflage dieses Klassikers vor allem für Nostalgiker und notorische Sammler publiziert worden zu sein, da das gesamte Konzept nach heutigen Maßstäben eher an B-Movie als Epos erinnert. Sollte es den geneigten Leser jedoch nicht stören, macht sich der dicke Band auf jeden Fall gut als Ergänzung im Regal. Der Zwiespalt basiert bei mir auf persönlichem Geschmack, der komplett konträr zur vorliegenden Ausgabe verläuft. Daher empfehle ich euch, in den nächsten Comic-Laden eures vertrauens vorbei zu schauen und einen persönlichen Blick hinein zu werfen.

Swamp Thing – Die Toten schlafen nicht

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Wie schafft man es in einem neuen Release, eine Old-School-Stimmung zu verpassen, die nicht zeitgleich negativ altbacken wirkt? Ganz einfach: Man holt sich das Mastermind hinter dem Original zurück und muss dadurch nichts mehr imitieren.

Genaugenommen rede ich vom legendären Len Wein, seines Zeichens Erfinder des kultigen „Swamp Thing„, der auch der Titelheld des vorliegenden Bands ist. Die Figur selbst ist ein Kind der 70er und damit einer auf Comic-Ebene ohnehin düsteren Epoche zuzurechnen, die das grüne Monster, entsprechend des Zeitgeists, extrem populär gemacht hat.

Das die Figur dementsprechend sowohl im wörtlichen als auch übertragenem Sinne nicht tot zu kriegen ist, beweist die abgeschlossene Geschichte „Die Toten schlafen nicht„, die sowohl im Bezug auf Erzählstil als auch die Zeichnungen (von dem nicht minder legendären Kelley Jones), eine wohlig gruslige Atmosphäre schafft, die man in der Form nur von Veröffentlichungen vor über 40 Jahren kennt.

Lustigerweise spürt man diese Nostalgie auch, wenn man nicht direkt dieser Zeit entsprang und sich, wie ich, für teils enorm überzogene Gewaltdarstellungen und einen guten Schuss Selbstironie begeistern kann. Trotzdem wirkt das Ganze nicht ungewollt lustig oder wie schlecht gealterte Kost für Nerds der ersten Stunde, sondern wie eine Reise in eine weniger komplexe Welt.

Im Detail begegnen wir Swamp Thing in seinem Sumpf in Louisiana, der seinen Alltag als pflanzliches Wesen fristet und sich in spielerischen Kämpfen mit den Tieren der Umgebung misst. Doch plötzlich bietet sich ihm die Chance, sich sein altes Leben als Mensch mit Hilfe eines alten Freundes zurück zu holen. Da so ein Wandel nicht ohne Folgen bleiben kann, entwickelt sich aus dem sehnlichsten Wunsch ein reiner Alptraum.

In dessen Verlauf stehen ihm jedoch sowohl Verbündete, als auch solche die sich dafür ausgeben zur Seite. Genau genommen die Zauberin Zatanna, Spectre, der mysteriöse Phantom Stranger und viele mehr. Dieses Aufgebot dient zum Glück nicht dem reinen Name-Dropping, sondern weist allen Beteiligten eine mehr oder weniger relevante Funktion im Geschehen zu, dass weniger durchsichtig erscheint, als es zunächst den Eindruck macht.

Im Gesamten schleicht sich beim lesen immer wieder das schöne Gefühl ein, einen schön alten Horror-Streifen bei einer Tüte Chips und kühlem Bier zu genießen. Dabei wird man aber zum Glück mehr unterhalten, als bei so manchem B-Movies dieses Genres. Immer wieder schön eingestreute Seitenhiebe auf Elemente des Horrors und Verweise auf andere Reihen aus dem Haus DC, heben den Titel aus der Masse hervor und lassen Neueinsteiger wie mich, in Sachen „Swamp Thing“ auf viele weitere Geschichten freuen!

Superman: Die letzten Tage von Superman

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Superman stirbt schon wieder? Jap. Nachdem Anfang der 90er Jahre der Stählerne zu Grabe getragen wurde und sein Abgang mit „Batman v Superman“ auch in das Filmuniversum Eingang gefunden hat, darf Clark Kent aka Kal-El aka Superman erneut ins Gras beißen.

Dabei gibt es sogar einen triftigen Grund für diese Entscheidung, der außerhalb der Story selbst zu verorten ist. Nachdem 2011 bei DC die NEW 52 eingeführt wurden, konnten angehende Comic-Fans ohne Vorwissen zu den neuen Reihen greifen und sich nicht davor zwangsläufig über etliche Storys und Hintergründe schlau machen. In der Folge wurden viele Ereignisse für nichtig erklärt, andere abgewandelt erzählt oder komplett neu interpretiert.

Der Erfolg dieses Reboots gibt dem Verlag zwar recht, aber viele langjährige Fans, sowie Neueinsteiger, die sich nun intensiver mit der Materie beschäftigt haben, sehnten sich nach den alten Figuren zurück, die nun mit dem Serien-übergreifenden Event „Rebirth“ Stück für Stück wieder hervor geholt werden. Auch symbolisch wird an Bewährtes angeknüpft. So laufen die Reihen „Action Comics“ und „Detective Comics“ in ihrer alten Nummerierung weiter, was im Klartext bedeutet, dass uns irgendwann jeweils die Ausgabe 1000 ins Haus steht.

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©Panini Comics Deutschland

Nun aber zu dem Inhalt von „Die letzten Tage von Superman“ und was er er mit „Rebirth“ zu tun hat. Nachdem sich der Mann aus Stahl über die letzten Monate in zahllosen Kämpfen verausgabt hat, versagt sein Körper langsam den Dienst und er sieht ein, dass er geschwächt, vergiftet und verstrahlt dem Tod ins Auge blicken muss.

Die wenige Zeit, die ihm bleibt, sucht er mit Hilfe seiner langjährigen Gefährten nach seiner Cousine Kara (Supergirl), die er als seine Nachfolgerin instruieren möchte. Dabei läuft natürlich nicht alles glatt und er muss sich mit einer durchgedrehten Version seiner selbst rumschlagen. Genaugenommen handelt es sich um einen flüchtigen Gefängnisinsassen, der von Supermans letztem Sonnenstoß erfasst wurde und ihm sowohl seine Kräfte als auch Erinnerungen verliehen hat.

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©Panini Comics Deutschland

Entsprechend seines Zustands, gestaltet sich der Kampf jedoch schwerer als gedacht, als ein schwarz gekleideter Superman plötzlich auftaucht und ihm zur Seite steht. Hierbei handelt es sich um die vor den Ereignissen um „Flashpoint“ (Ausgangspunkt für die NEW 52) lebende Version von Supes, der in der nun aktuellen Welt gestrandet ist. Hört sich wirr an? Ist es auch. Ohne die abgeschlossene Mini-Serie „Superman: Lois & Clark“ gelesen zu haben, liegt es nahe, die ein oder andere Verständnisschwierigkeit während der Lektüre zu haben. Dementsprechend werden sowohl die vorliegende Ausgabe, als auch der eben erwähnte Zweiteiler als „Vorgeschichte zu Rebirth“ beworben.

Trotzdem kann man dem Hauptstrang ohne dieses Vorwissen durchaus gut folgen und wird sehr gut unterhalten. Ich persönlich konnte nie viel mit dem Pfadfinder des DC-Universums anfangen und wurde auch bei den „Must-Haves“ um die Figur oftmals nicht wirklich mit ihr warm. Hier konnte ich jedoch mitfiebern, die Gefühle der Charaktere aufnehmen und mich gänzlich fallen lassen. Der einzige Schnitzer, der jedoch nichts an der Qualität der gesamten Story ändert, ist der eigentliche Tod von Superman. Dafür, dass er so emotional aufgebaut wurde, geschieht er relativ unspektakulär und vom Mitgefühl der Mitstreiter her seltsam statisch.

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©Panini Comics Deutschland

Alles in allem aber eine Geschichte, die man sich auch gönnen kann, ohne zuvor ein großer Fan des DC-Maskottchens gewesen zu sein. Eine tolle Story, die durch Peter Matosi über mehrere Serien hinweg zusammengeführt wurde, sich aber wie aus einem Guss liest.

Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles

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Endlich wieder in der Bloggosphäre! Bevor ich mit der Review von „Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles“ beginne, möchte ich nochmal kurz erklären, warum ich so lange (abgesehen von ein paar Gewinnspielen) abwesend war.

Zum einen bin ich zwar Student, aber entgegen aller Klischees muss ich durchaus so viel arbeiten, dass Hobbys zu bestimmten Phasen in den Hintergrund rücken müssen. Dazu gehört leider auch ZOMBIAC. Nachdem ich jedoch alle Prüfungen hinter mir gelassen habe, kann ich die wenige Freizeit, die ich genieße, endlich wieder in meine Leidenschaft investieren! Ich hätte schon gerne Anfang der Woche einen Beitrag verfasst, aber durch eine verschleppte Grippe war nicht daran zu denken einen Text zu veröffentlichen. Nun bin zwar immer noch ans Bett gefesselt, kann aber wieder einigermaßen klar denken. Jetzt aber genug von mir und hin zu dem, wofür ich eigentlich hier bin:

Der Titel des Comics wird vermutlich bei den meisten, wie bei auch bei mir, ein großes Fragezeichen hinterlassen. Wie wir alle wissen lebt der dunkle Ritter in einer fiktiven Version der USA, während die mutierten Schildkröten in der New Yorker Kanalisation hausen. Wenn man sich jedoch schon vorangegangene Crossover zwischen DC und anderen Verlagen ansieht, ist es gar nicht mal so selten, dass sich „unsere“ Welt mit der Batmans kreuzt. Schon Spawn und Spider-Man haben sich in der Vergangenheit zusammengeschlossen und gemeinsame Feinde bekämpft. Warum also nicht auch die Teenage Mutant Ninja Turtles, die in ihrer düster-zynischen Ursprungsfassung gar nicht mal so weit weg von der Stimmung in Gotham City entfernt sind?

Wie das Treffen tatsächlich zustande kommt, möchte ich hier um Spoiler zu vermeiden, nicht näher ausführen. Trotzdem kann ich vorausschicken, dass es sich weder erzwungen, noch unpassend anfühlt, diese Figuren auf denselben Seiten zu sehen.

Bezüglich der eigentlichen Story, verschlägt es wie der Titel schon suggeriert, die Turtles samt ihrem Meister Splinter in Batmans Heimat. Dort versuchen sie zunächst unauffällig zu bleiben, was durch die zeitgleiche Anwesenheit ihres Erzfeindes Shredder, samt seinem Foot-Clan nicht so einfach ist. So begibt sich das grüne Quartett immer wieder in die Konfrontation mit der Gefolgschaft des ominösen Ninjas. Natürlich bleibt sowas der menschlichen Fledermaus nicht verborgen und es kommt wie in den meisten Crossovern zunächst zu einem Missverständnis, aus dem schlussendlich eine Partnerschaft erwächst. Doch nicht nur unsere Helden werden zu Verbündeten. Shredder zieht in dieser abgeschlossenen Mini-Serie an einem Strang mit den klassischen Bösewichtern des DC-Universums, um seine sinisteren Ziele zu erreichen.

Als auch noch das sogenannte Mutagen ins Spiel kommt, welches für die Verwandlung der Turtles und ihres Meisters verantwortlich ist, kommt es zu unvorhergesehenen Ereignissen, die die Karten im Kampf der beiden Seiten neu mischen.

Alles in allem also eine wirklich unterhaltsame Story, die insbesondere die älteren Fans der Serien beglücken sollte. Neben der obligatorisch düsteren Stimmung des Hauptschauplatzes, kommt der Humor dank der Schildkröten mit der großen Klappe definitiv nicht zu kurz. So kommt es immer wieder vor, dass der Autor (James Tynion IV) sich einen kleinen Seitenhieb auf Batmans Geschichte, Ausstattung und Rückzugsort erlaubt. Dabei wirkt es weder unpassend, noch infantil. Man merkt, dass es dem Schreiber durchaus Spaß gemacht haben muss, die gegebenen Freiheiten zu nutzen.

Auf der visuellen Seite der Arbeit finden wir Freddie E. Williams II, der mit seinem malerischen Stil sowohl Batman, als auch die jugendlichen Ninjas sehr schön in Szene zu setzen weiß. Der Stil passt darüber hinaus ungemein gut zur Stimmung der Story, die eine Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit hält.

Als Fazit kann man dementsprechend ziehen, dass sich dieses überraschende Crossover ohne Hänger genießen lässt und mit einem runden Abschluss Fans beider Lager zufrieden stellen sollte. Ich war für meinen Teil zunächst skeptisch, ob sich so ein Aufeinandertreffen gut realisieren lässt und wurde dank der Lektüre dieses Bandes eines Besseren belehrt.

Daher kann ich nur eine Empfehlung aussprechen und euch viel Spaß beim lesen wünschen!

Batman Megaband 2 – Über den Dächern von Gotham

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Ich bekomme öfter zu hören, dass die Welt bestimmter Comic-Figuren inzwischen so groß und kompliziert geworden ist, dass das Eintauchen in die Geschichten schlichtweg unmöglich sei. Paralleluniversen, vertrackte Beziehungen und Überschneidungen zu anderen Serien tun ihr Übriges um potentielle Leser zu verschrecken. Als langjähriger Fan genießt man zwar, dass eine Welt aufgebaut wird, die über das hinausgeht, was das weitläufige Klischee dieser Kunstform bietet, aber neue Anhänger gewinnt man damit nicht.

Glücklicherweise gibt es aber immer wieder Ausnahmen, die sowohl Kenner der Materie als auch Neueinsteiger erfreuen. So verhält es sich zum Beispiel mit dem zweiten „Batman Megaband“ mit dem Titel „Über den Dächern von Gotham“ von Panini Comics Deutschland. Hier kann man komplett ohne Vorwissen loslegen und sich die gelungene Mischung aus Action und Grusel einverleiben. Grusel? Ja, richtig gehört! Die 12 in sich abgeschlossenen Storys bieten auf über 300 Seiten teilweise ziemlich starken Tobak. Themen wie Kannibalismus oder Kindesmissbrauch wurden im Laufe der letzten Jahre zwar ab und zu angeschnitten, aber in so einer expliziten Form habe ich sie zumindest in Gotham City nie gesehen. Diesen Punkt verbuche im Übrigen unter einem positiven Aspekt! Die düstere Grundstimmung des Charakters wird durch solche Tricks im Bereich Storytelling umso mehr unterstrichen. Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall froh, dass seit den 80er Jahren ein gewisser Trend zur dunklen Seite des Menschen (mit einigen Ausnahmen) zu einem Standard umfunktioniert wurde.

So werden zum Beispiel Geschichten wie „Ohne Sünde“ primär Batmans Beinamen „Mitternachtsdetektiv“ gerecht, die eine spannende Krimi-Handlung ausbreiten und den Leser bis zum Schluss im Unklaren um die Absichten der einzelnen Figuren lassen. Ein weiteres Highlight wäre „Anpassung“. Auf wenigen Seiten tauchen wir in ein „was wäre wenn“-Szenario ein, welches direkt Bezug auf die Ereignisse um „The Killing Joke“ macht und ein mehr als überraschendes Ende bereit hält. Trotzdem gibt es Momente, die aus den dunklen Wolken heraus brechen und die Stimmung etwas auflockern können. Zum Beispiel gibt es entsprechend der titelgebenden Figur in „Dr. Quinns Diagnose“ Momente zum schmunzeln und mit „Ich hasse es, wenn er das macht“ einen kleinen Ausflug in Bruce Waynes Reisen als Jugendlicher auf der Suche nach sich selbst.

In diesem Sinne liegt mit dieser Auswahl aus der „Legends of the Dark Knight“-Reihe ein gelungener Cocktail vor, der jedem schmecken sollte, der sich auf den dunklen Rächer einlassen möchte oder schon mit ihm verbunden ist. Es gibt kaum Hänger und optisch keinen Totalausfall, was natürlich auch an den hochkarätigen Machern wie Rafael Albuquerque, Tim Seely, Peter Milligan, Tom Mandrake oder Charles Soule liegt.

Als Fazit sehe ich keinen Grund bei diesem dicken Schmöker nicht zuzugreifen und freue mich persönlich auf den nächsten Release aus der Megaband-Reihe!

Suicide Squad – Filmkritik

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Was habe ich mich lange auf diesen Film gefreut! Vor allem eine neue Interpretation des Jokers hat mich neugierig gemacht, da die Messlatte nach Heath Ledgers Performance auf eine schier unerreichbare Ebene gehievt wurde. Des Weiteren wurde man schon frühzeitig mit seiner „besseren Hälfte“ in Form von Dr. Harleen Quinzel aka Harley Quinn getriggert, indem die Marketingmaschinerie gefühlt nur auf sie ausgerichtet wurde.

Aber eins nach dem anderen. Als vor wenigen Tagen das Presse-Embargo zur Berichterstattung zu „Suicide Squad“ gefallen ist, staunte ich nicht schlecht, als der Streifen regelrecht zerrissen wurde. Man warf dem Film so viel vor, dass man fast denken könnte „Batman v Superman“ sei im Vergleich ein Oscar-Favorit gewesen.
Ihr könnt euch denken, dass ich in diesem Zusammenhang mit einem flauen Gefühl Richtung Kino-Saal marschiert bin und innerlich flehte, dass das DC-Universum nicht frühzeitig komplett gegen die Wand gefahren wird.

Nun kann ich aber nach gestern Abend durchaus eine Entwarnung aussprechen. Ich gehe zwar gleich noch im Detail auf die Stärken und Schwächen ein, kann aber vorausschicken, dass ich die teils sehr harsche Kritik nicht nachvollziehen kann. Es ist nicht der ganz große Wurf, auf den so mancher (inklusive mir) gehofft hat, aber eine Enttäuschung ist es definitiv auch nicht.

Die meisten werden schon anhand der Trailer herausgefunden haben, worum sich der Plot dreht. Nachdem Superman nach seiner Auseinandersetzung mit Doomsday („Batman v Superman“) gestorben(?) ist, fragt sich die US-Regierung wie sie auf kommende Meta-Wesen reagieren soll. Was wäre wenn der nächste Mann aus Stahl einfach in das Weiße Haus fliegt, sich den Präsidenten schnappt und die Macht übernimmt?
Um solchen Fällen vorzubeugen stellt die eiskalte Amanda Waller (Viola Davis) eine Gruppe mit besonderen Fähigkeiten zusammen, die auf selbstmörderische Missionen (daher der Titel des Films) geschickt wird, um Feinde ihres Kalibers auszuschalten. Da sie durch die Bank zu den „bösen“ gehören, werden ihnen bei Erfolg einige Jahre im Knast erspart und bei Misserfolg der Tod in Aussicht gestellt. Da die Regierung dabei jeden Einfluss bestreitet, hat sie auch nichts zu verlieren.

Im Detail wird mit Deadshot (Will Smith) einer der meistgesuchten Auftragskiller,
mit El Diablo (Jay Hernandez) ein ehemaliges Bandenmitglied samt „feurigen“ Fähigkeiten und mit Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje) ein wahres Monster akquiriert. Hinzu kommt mit Enchantress eine Art Hexe, mit Captain Boomerang (Jai Courtney) ein Räuber mit besonderer Affinität zu Bumerangs (er ist Australier) und rosa Plüscheinhörnern. Das Team wird mit Katana (samt besessenem Schwert) und Jokers Flamme Harley Quinn komplett und brandgefährlich. Um diese Gang unter Kontrolle zu halten, wird ihnen der Elite-Soldat Rick Flagg (Joel Kinnaman) vorgesetzt, der wie Waller jederzeit die Macht hat, das Leben der ihm Untergebenen zu beenden.

Als durch einen unglücklichen Zufall dann tatsächlich ein Meta-Wesen auftaucht, dass die Welt in den Abgrund stürzen könnte, wird die „Task Force X“ aktiviert und in den Kampf geschickt. Ab hier möchte ich aufgrund von Spoiler-Gefahren auf weitere Details zur Story verzichten und auf einzelne Dinge eingehen, die der Film wirklich gut umsetzt und natürlich auch auf jene, die ihm zurecht angekreidet werden.

Zunächst muss man festhalten, dass es bei so vielen Figuren schwierig ist, jedem Charakter eine tiefere Origin-Geschichte zu verpassen, ohne das Publikum zu überfordern oder zu viele Details auszuspielen, die keine Relevanz haben. Dementsprechend konzentriert sich der Film in dieser Hinsicht explizit auf wenige Protagonisten, denen er in Flashbacks oder kleinen Erzählungen eine Herkunft spendiert, die durch eindeutige Verweise auf den Comic-Ursprung bei Fans punkten sollte. Das dieses Thema nicht in epischer Breite transportiert werden kann, empfinde ich nicht unbedingt als schlecht, da insbesondere Smith und Robbie durch ihre schauspielerische Leistung den Figuren automatisch eine Tiefe verleihen, die nötig ist um ihnen ihre Motive abkaufen zu können. Insbesondere die Darstellung Harley Quinns ist so mitreißend, dass ich überzeugt bin sie in einem der kommenden Batman-Filme als gleichwertige Gegenspielerin an der Seite des Jokers wiederzusehen. Zeitgleich sorgt sie mit Smith für einige lustige (!) Momente, die ein bisschen die Atmosphäre auflockern ohne dabei zu sehr in die Comedy-Ecke wie Marvel zu rutschen. So wird eine gewisse Balance gehalten, die der letzten DC-Veröffentlichung gefehlt hat. Auch ihre Mitstreiter mit etwas weniger Screentime wie Captain Boomerang, überzeugen in soweit durch ihre Ausstrahlung, dass ein weiteres Eintauchen in ihren Charakter nicht obligatorisch ist.

Apropos Joker und Screentime. Euch brennt es bestimmt schon unter den Fingernägeln zu erfahren, wie unser Lieblings-Clownprinz des Verbrechens rüber kommt und ihr werdet wohl leicht überrascht sein. Es kommt mir vor, als hätte sich eine ganze Generation an Ledgers punkiger Version festgeklammert und dabei ausgeblendet, dass diese Figur schon 75 Jahre und vermutlich genauso viele Veränderungen durchgemacht hat. Ich erinnere nur zu gerne an Jack Nicholson mit seiner 20er-Jahre-Gangster-Attitüde, der so rein gar nichts mit dem Freak samt geschnitztem Grinsen zwei Dekaden später zu tun hat. So verhält es sich auch mit Jared Leto, der zwar zeitlich so nah an Ledger dran ist, dass er sich dadurch Vergleiche gefallen lassen muss, aber trotzdem eine eigenständige Kreation hervorbringt. Ihr müsst ihn euch als eine Art exzentrischen Mafia-Boss vorstellen, der durch seine offensichtlichen Psychosen völlig unberechenbar und brutal agiert. Zeitgleich ist er nicht mehr das personifizierte Chaos, welches nur Spaß an Zerstörung hat, sondern ein Krimineller, mit Connections, Geld und Macht in der Unterwelt. Seine Stimme scheint einem dabei zwar vertraut zu sein, aber Gestik und Mimik transportieren ein frisches Feeling, welches man in der Fassung (zumindest in einem Film) noch nicht kennen lernen durfte. Leider dürft ihr auch nicht erwarten wahnsinnig viel von ihm zu sehen, da er nicht der Hauptantagonist, sondern eine der vielen Nebenfiguren ist. Stellt euch also besser drauf ein, ihn erst bei einem der nächsten DC-Streifen wirklich in Aktion zu erleben.

Nun kommen wir zu den eigentlichen Problemen, an denen „Suicide Squad“ krankt. Es sei vorangestellt, dass der Film trotz allem durchgehend unterhaltsam ist aber – nun, ja – auch nicht mehr. Leider wurden aufgrund der zahlreichen Interviews und vielversprechenden Trailer Erwartungen geweckt, die so nicht erfüllt werden können. Es fühlt sich daher so an, als stecke eine Menge Potential in dem Projekt, welches nicht genutzt wurde. Es fängt schon bei der Frage an, warum explizit diese Gruppe ausgewählt wurde, während eine schwer bewaffnete Elite-Einheit zur Verfügung steht, aber nur zur Eskorte genutzt wird. Darauf aufbauend muss man sagen, dass Knarren ein großes Thema des Films sind, aber in so einem Ausmaß genutzt werden, dass die Action auf der Leinwand die Handlung zu erdrücken scheint. Quasi das Bedienen eines Klischees über Helden (oder in diesem Fall Bösewichte) in Strumpfhosen im Sinne einer hirnlosen Klopperei. Klar sieht es bei der Marvel-Konkurrenz diesbezüglich ähnlich aus, aber durch eine humoristische Grundstimmung kommt man nicht in die Versuchung mehr darin erkennen zu wollen. DC versucht langsam eine eigene Linie zu finden, die auch schon anvisiert ist, aber noch nicht mit festem Schritt betreten wurde. Entweder die Macher einigen sich darauf eine reale Tiefe ohne künstlichen Pathos zu injizieren oder sie müssen sich einfach darauf besinnen, dass ein Großteil ihres Publikums vermutlich nie einen Comic in der Hand gehalten hat und durch das Marvel-Franchise gepolt wurde (Mid-Credit-Scene bei BvS vermisst?). Man sieht, dass langsam Kompromisse in diese Richtung gefunden werden, aber eine konsequente Umsetzung noch fehlt. Ich gehe davon aus, dass es genau der Grund ist, warum die letzten beiden DC-Universe-Filme einige grobe Schnitzer aufweisen. Der Versuch einen Spagat zwischen Mainstream-Superheldenkost und destruktiv-düsterem Zeitgeist zu schlagen funktioniert einfach nicht so wie geplant. So wirkt vieles etwas gehetzt, Erklärungen für bestimmte Handlungsweisen bleiben teils auf der Strecke und die Auflösung von Konflikten scheint arg vorhersehbar. Darüber hinaus glaube ich, dass das Publikum einfach noch nicht bereit ist auf den Realismus der „The Dark Knight„-Trilogie verzichten zu wollen. Meta-Wesen, cartooneske Outfits und Dialoge passen in meinen Augen wie die Faust aufs Auge, wenn man bedenkt, dass der Ursprung all dieser Figuren und Geschichten im Comic liegt. Trotzdem musste auch ich mich im Laufe der Zeit daran gewöhnen, dass alles nicht mehr in der uns greifbaren Welt, sondern in einer bizarren Version vorhanden ist. So wirkt vieles zunächst unwirklich überspitzt und damit befremdlich. Es ist also höchste Zeit sich auf diesen neuen Look einzustellen, der uns noch mindestens bis in das Jahr 2020 erhalten bleibt.

Trotz der geäußerten Kritik bleibt „Suicide Squad“ ein solider Action-Film, der an manchen Stellen wirkt wie die Vorlage für etwas größeres (Stichwort: Joker), aber trotzdem für sich alleine genossen werden kann. Der größte Fehler, den man dahingehend feststellen kann ist, dass er einfach nicht dem gigantischen Hype gerecht wird, der langsam in Fahrt geriet und am Ende sogar fast zur sagenumwobenen Rettung des DC-Universe stilisiert wurde. Seht ihn als Puzzle-Stück, welches unvoreingenommen durchgehend zu unterhalten weiß und tatsächlich Lust auf die kommenden Jahre mit diesen Figuren macht.

Lobo Megaband – Blutige Jagd

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Nachdem sich das Sommersemester mit der letzten Prüfung verabschiedet hat, bin ich endlich wieder da und habe den Kopf frei um mich den wichtigen Dingen im Leben zu widmen! 😉

Deswegen fange ich gleich mit der Besprechung von „Lobo Megaband – Blutige Jagd“ an. Ältere Kaliber unter euch werden den vulgären Kopfgeldjäger aus seiner gleichnamigen Reihe der 90er kennen. Damals war der letzte Czarnianer noch das leibhaftige Abbild eines Metalhead-Klischees: Biker-Kluft, dem Alkohol nicht abgeneigt, pöbelnd, grapschend und jederzeit bereit für eine ordentliche Keilerei. Nun haben sich die Zeiten aber gehörig geändert. Das Business der Verlage ist von leichter Experimentierfreude zu fast neurotischem Perfektionismus geschwankt und zieht damit zwangsläufig auch gewisse Serien in Mitleidenschaft.

Im konkreten Fall werden die DC-Leser wissen, dass die „New 52“ wenig mit Humor am Hut haben, einen übergeordneten Zusammenhang bieten und eine düstere Stimmung zum Standardrepertoire zählen. Ausnahmen bilden die Ausflüge von „DC You“, die mit Perlen wie „Section Eight“ oder „Bizarro“ daherkommen. Leider wurde relativ früh festgelegt, dass „Lobo“ Teil der Kontinuität sein sollte und sich damit zwangsläufig einer Neuausrichtung unterziehen musste. Also waren die geliebten Monologe, Rockermähne, Zigarre und Bart gezwungen zu weichen und einer zwar nicht weniger narzisstischen aber umso sterileren Fassung Platz machen. Der Aufschrei der kleinen aber sehr treuen Fan-Gemeinde ließ nicht lange auf sich warten und DC reagierte auf seine ganze eigene Art und Weise. Ich möchte es mal so formulieren: Es handelt sich bei den zwei beschriebenen Varianten der Figur nicht zwangsläufig um dieselbe Person…

Nun aber zur Handlung selbst (inszeniert durch Cullen Bunn und Frank J. Barbiere): Als gefährlichster Auftragskiller der Welt, wird ihm eine eher ungewöhnliche Aufgabe übertragen. Er soll die Erde vor acht seiner Kollegen schützen, die wiederum den Auftrag haben den blauen Planeten zu vernichten. Damit das klappt, wird dem Eigenbrötler ein seltsames Team zur Seite gestellt, zu dem sich kurzfristig auch Superman gesellen muss, um den Schutz der Menschheit wirklich garantieren zu können. Daraus folgt eine Anwerbung durch „Sinestro“, der „Lobo“ als laufende Waffe gegen gefühlt jede Variante der Lantern-Corps einsetzen will. Dabei gerät er nicht nur mit den jeweiligen Teams wie den „Red Lanterns“ aneinander, sondern zum Beispiel auch mit der abtrünnigen „Green Lantern“ Hal Jordan.

Während des fast durchgehenden Gemetzels, gibt es immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit des Hauptprotagonisten, um seinen Werdegang zu erklären, der doch nicht so eindeutig zu sein scheint, wie er ihn sich selbst ausmalt. Dadurch bekommt der Megaband zumindest eine Andeutung von Tiefgang, ohne die zwar die Geschichte immer noch unterhaltsam, aber am Ende doch nicht mehr als ein (durch die Zeichner Reilly Brown, Robson Rocha und Szymon Kudranski umgesetztes) optisch ansprechendes Action-Feuerwerk wäre.

Dementsprechend kann man zusammengefasst sagen, dass diese Veröffentlichung primär auf eine neue Leserschaft setzt, die den alten „Lobo“ eventuell gar nicht kennt. Eine Anbiederung an die alte Fassung, samt schrägem Humor kann ich trotz einer kleinen Überschneidung beim besten Willen nicht erkennen. Damit wird zwar ein unausweichlicher Bruch vollzogen, aber es handelt sich dabei definitiv nicht um ein von den „old-school“-Fans in grellsten Farben ausgemaltes Desaster. Deswegen kann ich es jedem Fan von Weltraumschlachten („Guardians of the Galaxy“ oder sogar „Star Wars“ lassen grüßen) mit reinem Gewissen ans Herz legen, sich diesen Band zu besorgen. Man darf zwar nicht die ausgeklügeltste Story erwarten, dafür aber kurzweilige Unterhaltung, die trotz opulentem Umfang (über 320 Seiten!) nie auf die Nerven geht!

Batman – Das Beben

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Neben vereinzelten Perlen, die als gesonderte Geschichten erscheinen („The Killing Joke“, „The Dark Knight Returns“, „Superman Unchained“ usw.), halten die Comicverlage ihre Leser primär mit Events bei der Stange, die immer wieder als etwas angekündigt werden, dass „alles verändern“ soll. Dabei werden so gut wie alle Register der Fantasie gezogen. Alien-Angriffe, die ehemalige Feinde zusammenschweißen, der Tod eines lieb gewonnen Charakters oder anderweitige Katastrophen, die sich teils durch verschiedene Serien ziehen und diesen somit einen übergeordneten Zusammenhang verpassen.

Im Batman-Universum gab es diesbezüglich so einige Momente, die sogar noch Einfluss auf später stattfindende Reboots hatten. Zum Beispiel wird jeder Fan die „Knightfall“-Saga bzw. die Szene kennen, in der Bane Batman das Rückgrat bricht. Eine andere Geschichte ist die um „Das Beben“, welcher die berühmte „Niemandsland“-Storyline folgen sollte. All diese Ereignisse liegen nun teils Dekaden zurück und sind wohl nur noch eingefleischten Kennern der Materie bekannt. Um diesen Umstand zu beheben, werden wie schon oft erwähnt die alten Schinken neu aufgelegt, damit auch die aktuelle Generation sich an den tollen Geschichten erfreuen kann. Aber waren sie denn wirklich so toll oder sehen wir eine verklärte Vergangenheit, weil wir vom Hype erfasst wurden, der immer noch nachwirkt? Diese Frage kann ich zumindest für den Fall des eben erwähnten „Batman – Das Beben“ beantworten, da ich 1998 (Release-Jahr) gerade mal ein Jahr in Deutschland war und erstmals sehen musste, wie ich die Sprache am besten erlerne. Dementsprechend kann ich einen relativ neutralen Blick auf Handlung und Optik werfen.

Zunächst mal zum Ausgangspunkt der Story. Wie der Titel schon verrät, erschüttert ein gewaltiges Erdbeben Batmans Heimat „Gotham City“ und stürzt die Metropole erwartungsgemäß ins Chaos. Neben dem dunklen Ritter müssen sich dabei noch weitere Mitglieder der Fledermaus-Familie (Nightwing, Huntress und im weitesten Sinne Catwoman und Azrael) beweisen und den Bewohnern der Stadt helfend zur Seite stehen, während alte Bekannte wie Bane und KGBeast ihnen das Leben schwer machen. Dazwischen mischen sich persönliche Schicksale und ungewöhnliche Bündnisse, die der Situation geschuldet, gehalten werden müssen. Ihr seht, es kommt auf den 240 Seiten einiges zusammen und das ist dabei bloss der erste von zwei Teilen! Es ist durchaus unterhaltsam dem Chaos über die gesamte Länge des Erzählstrangs zu folgen, doch die Art in der es rüber gebracht wird ist etwas gewöhnungsbedürftig. Nicht vergessen – wir befinden uns in den 90ern und die Comic-Landschaft war damals noch weit davon entfernt gezielt Leute außerhalb des Teenageralters anzusprechen. Klar, gab es großartige Ausnahmen wie „Spawn“ und auch die zwei Marktführer haben nicht nur gekleckert. Trotzdem sehen wir durchgehend die Attribute, die dieses Jahrzehnt gewißermaßen ausgezeichnet haben. Hanebüchene Dialoge, ein durchgehendes Action-Feuerwerk und der Versuch sich irgendwie in düsteren bis brutalen Gefilden zu platzieren, was leider recht peinlich ausfallen kann. Trotzdem bleibt es unterhaltsam, da ein B-Movie-Charme mitschwingt, der dafür sorgt, dass es beim lesen nicht langweilig wird. In diesem Sinne braucht man trotz pathosgeladenem Setting nicht zu erwarten, dass so etwas wie Tiefe geboten wird. Quasi Popcorn mit Nostalgie-Geschmack.

Das nichts anderes möglich war, erkennt man leicht, wenn man die erste Seite aufschlägt und sieht über wie viele Reihen hinweg die Handlung ausgebreitet wurde. Sage und schreibe zehn Ausgaben, die aus acht verschiedenen Serien entnommen wurden. So betrachtet, ist es eigentlich schon eine Meisterleistung, den Bogen gespannt zu haben. Dafür verantwortlich waren zudem ganze sechs Autoren, unter denen sich legendäre Schreiber wie Alan Grant und Denny O’Neil befinden.

Die dazugehörigen Zeichner können sich ebenfalls nicht über zu geringe Prominenz beschweren. Männer wie Jim Aparo, Klaus Janson, Graham Nolan oder Mark Buckingham sind nicht gerade kleine Hausnummern, können aber das gebotene Niveau nicht durchgehend halten. Den zu sehenden Stil kann man ihnen nicht wirklich vorwerfen, da damals andere Zeiten mit anderen Ansprüchen geherrscht haben, die Catwoman-Seiten von Jim Balent können zum Beispiel aber fast schon als Körperverletzung durchgehen. Hintergründe gehen gerade so durch, aber die Figuren könnte vermutlich ein talentierter Teenager besser hinkriegen. Sorry, aber das geht in jedem Jahrzehnt besser. Diese gelegentlichen qualitativen Einbrüche in Bezug auf die Befüllung der Panels stellen damit aber auch den einzigen Wermutstropfen dar, der den Lesern zwar leicht aufstoßen könnte, aber den allgemeinen Spaß an trashiger Unterhaltung kann das nicht trüben.

Deswegen kann ich diesen Band, der den Einstieg in ein weit größeres Event bietet und durch eine zweite Veröffentlichung ergänzt wird jedem empfehlen, der sich zum einen auf einer historischer Ebene mit Batman beschäftigen möchte und zum anderen die Materie zumindest in Bezug auf die reguläre Reihe nicht zu ernst nimmt. Ich freue mich in jedem Fall auf die Fortsetzung, von der ich euch sicher ebenfalls berichten werde!

Batman-Reboot bestätigt!

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Da flattern die Fledermaus-Ohren. Sorry. Auf jeden Fall müssen sich Fans des dunklen Ritters jetzt gut fest halten:

Wir werden Ben Affleck als Batman noch in mindestens drei(!) Filmen bestaunen dürfen!
Genaugenommen hat Warner-Firmenchef Kevin Tsujihara bestätigt, dass in den nächsten 5 Jahren 10 DC-Filme veröffentlicht werden.

Einer davon wird ein Batman-Reboot mit Affleck in der Hauptrolle sein. Darüber hinaus übernimmt er auch die Regie des Films.

Zusätzlich hat er schon für seine Auftritte in „The Justice League Part One“ und „The Justice League Part Two“ unterschrieben. Da wir aus dem Trailer zu „Suicide Squad“ herauslesen können, dass er auch dort zu sehen sein wird, sind andere Cameos nicht auszuschließen.

Bis dato sind folgende DC-Projekte in der Pipeline, wobei Sequels bei einem positiven Einspielergebnis nichts im Weg stehen sollte. So geht man aktuell schon vor der Premiere im August von einer Fortsetzung zu „Suicide Squad“ aus.

1. Suicide Squad – 2016
2. The Justice League Part One – 2017
3. The Flash – 2018
4. Wonder Woman – 2017
5. Aquaman – 2018
6. Batman – 2018 oder 2019
7. Shazam! – 2019
8. The Justice League Part Two – 2019
9. Cyborg – 2020
10. Green Lantern Corps – 2020