[Rezension] Black Road – Die schwarze Straße: Im Norden steht ein Kreuz (Bd. 1) (Panini Comics)

BlackRoad26231503BDi_783

Als ich vor einiger Zeit die Panini Vorschau aufgeschlagen habe, fiel mir recht schnell ein ungewöhnliches Cover ins Auge, dass im ersten Moment garnicht zum üblichen Portfolio des Verlags passen wollte. Ein Wikinger mit einer Axt im Nacken, stilisiert vor einem weißen Hintergrund. Üblicherweise findet man so eine Bildsprache bei Mitbewerbern mit einem Augenmerk auf Abenteuer und Fantasy. Daher wurde mein Interesse geweckt und erst mit der Ankunft des Bandes bei mir daheim befriedigt.

Black Road – Die schwarze Straße: Im Norden steht ein Kreuz von Brian Wood (Northlanders) und Garry Brown ist als überformatige Hardcover-Ausgabe im Handel erhältlich und ist der erste Part eines in sich abgeschlossenen Zweiteilers, der ziemlich genau das abliefert, was man sich verspricht. Grimmige Nordmänner, raue Landschaften und viel Gewalt zu Zeiten der Ausbreitung des Christentums in Skandinavien.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht Magnus der Schwarze. Ein Wikinger wie er im Buche steht: groß gewachsen, mürrisch und als Söldner keinem Kampf abgeneigt. Die alten Tage, in denen das Leben hart und einfach war, scheinen sich aber langsam auf das Ende hin zu bewegen, da Römer mit ihren Mönchen den christlichen Glauben verbreiten und damit die hiesige Bevölkerung in innere und äußere Konflkte stürzen.

Genau diesen Strömungen versucht Magnus jedoch bewusst aus dem Weg zu gehen, bis er eines Tages den Auftrag erhält einen Geistlichen aus Rom über die Schwarze Straße zu einem weit entfernten Ziel im Norden zu eskortieren. Der dem Band den Namen gebende Weg gestaltet sich im Übrigen genauso, wie er sich anhört: bedrohlich und voller unvorhersehbarer Gefahren.

Das Land hat sich verändert in den letzten Jahren, denn mit dem Einzug der Christen in die Welt der Heiden holte die kampferprobten Nordmänner und -frauen nicht der Fortschritt der römischen Kultur ein, sondern auch ein Glaubenskonflikt, der Blut, Leid und Schmerz hervorbringen sollte. Hierbei spielt der angesproche Konflikt zwischen Heiden und Christen eine entscheidende Rolle, denn willkommen sind die Betbrüder aus fernen Landen defintiv nicht. Daher ist Magnus als Beschützer gerade willkommen, wenn Horden an Wikingern seinem Kunden an den Kragen wollen.

Dabei klingt die Geschichte auf einer rein deskriptiven Ebene vielleicht ein wenig nach klassicher Abenteuer-Kost, schlägt aber schon nach kurzer Zeit eine überraschende Richtung ein, die sich wohl am besten als Krimi bezeichnen lässt. Das besondere hierbei ist verständlicherweise das Setting, dass allein schon durch ungewöhnliche Orte und Charaktere auffällt und dadurch frischen Wind in das Genre bringt. So hat man selten bis nie das Gefühl erahnen zu können, was als nächstes passiert, während gut platzierte Twists die Spannung aufrecht erhalten.

Doch auch auf visueller Ebene wird einiges aufgefahren. Passend zum Setting des Geschehens sind die Zeichnungen von Garry Brown schön rau, während die zurückgefahrene Farbpalette die Panels in eine kühle Atmosphäre taucht, die dem Storytelling durchgehend dienlich ist und die Stimmung beim lesen in die passende Richtung rückt.

Alles in allem liegt mit diesem Band ein spannender Auftakt vor, dessen Abschluss ich schon jetzt entgegenfiebere. Wenn man bedenkt, dass die Aufmachung der Geschichte eher weniger meinem Schema entspricht, wurde ich freudig überrascht und kann daher jedem empfehlen es mir gleich zu tun und sich auf Black Road – Die schwarze Straße: Im Norden steht ein Kreuz einzulassen. Ihr werdet es nicht bereuen!

Black Road - Die schwarze Straße: Im Norden steht ein Kreuz (Bd. 1)
Verlag: Panini Comics 

Autor: Brian Wood
Zeichner: Garry Brown
 
Erschienen am: 22.01.2018 
 
Format: Hardcover 
 
Seitenzahl: 140
Preis: 25 EUR

 

[Rezension] Batman: Die Vorgeschichte zur Hochzeit (Panini Comics)

Events sind bei Comics immer so eine Sache. Manche sind so hanebüchen, dass es einem die Zähennägel aufstellt, andere erwartet man schon seit Jahren und wundert sich, warum offensichtlich passende Aufhänger nicht genutzt werden. Zur letzteren Kategorie gehört defintiv Batmans Hochzeit mit Catwoman (aus offensichtlichen Gründen nicht Bruce Wayne und Selina Kyle) , die man gefühlt seit Dekaden am Horizont sehen konnte. Nun ist es endlich soweit und die On/Off-Beziehung findet (vorerst?) unter der Haube ihr Ende in weiß.

DC wäre aber nicht DC (oder im deutschen Fall Panini Comics), wenn dieses Ereignis nicht auf allen möglichen Wegen zelebriert werden würde. So entschied man sich in den Staaten, strategisch schlau gelöst, für eine Platzierung des Events in der Nummer #50, die in zahlreichen Variant-Versionen ihren Weg in die Läden fand. Es würde jedoch verwundern, wenn man es dabei belassen hätte. Daher gab es selbstverständlich Releases, die die Stimmung anheizen sollten. Dazu gehörte die fünfteilige Mini-Serie Batman: Prelude to the Wedding von Tim Seeley, die nun hier in wortwörtlicher Übersetzung als One-Shot erscheint.

Zwar erleben wir die teils verduzte Reaktion mehererer Gegenspieler Batmans, einen von Superman und Nightwing organisierten Junggesellenabschied, Themen wie den Aufbau einer Patchworkfamilie, sowie Kämpfe zwischen alten Bekannten aus den Reihen des dunklen Ritters mit klassischen Bösewichten, doch das dominierende Thema bleibt Jokers Erwartung einer persönlichen Einladung zur Hochzeit des Jahres. Klingt im ersten Moment banal, doch die krankhafte Abhängigkeit des Clownprinzen des Verbrechens von Batman wurde selten auf einer so schön psychopathischen Ebene dargestellt wie hier. Blödelnder Humor und eiskalte Grausamkeit geben sich quasi im Panel-Takt die Klinke in die Hand und lassen damit auch den Atem der geneigten Leser stocken.

Als Fazit kann man daher feststellen, dass es ist als Gesamtpaket zwar kein revolutionärer Release, der neben der Key-Issue in Erinnerung bleiben wird, aber als schöne Ergänzung, die kurzweilige Unterhaltung und ein ansehnliches Artwork von Brad Walker, Minkyu Jung und Javier Fernandez bietet, eignet sich Batman: Die Vorgeschichte zur Hochzeit allemal. Hinzu kommt die insbesondere zu Anfang schaurige Präsentation des Jokers. Daher kann man nichts falsch machen, wenn man hier zugreift und dadurch auch Nebenschauplätze der Haupthandlung beleuchten kann.

Batman: Die Vorgeschichte zur Hochzeit 
 
Verlag: Panini Comics 

Autorin: Tim Seeley
Zeichner: Brad Walker, Minkyu Jung, Javier Fernandez
Erschienen am: 12.02.2018 
 
Format: Softcover 
 
Seitenzahl: 132
 
Preis: 15,99 EUR

 

[Rezension] Captain Marvel: Die ganze Geschichte (Panini Comics)

Wenn es aktuell eine Superheldenverfilmung gibt, die in aller Munde ist, dann ist es Captain Marvel. Ein Streifen, der nicht nur Rekorde bricht (erfolgreichster Start eines Films mit einer weiblichen Hauptfigur), sondern für ein Umdenken sorgt, wenn es um die Darstellung von Frauen im Comic-Universum geht. Entgegen der Behauptung toxischer Gruppierungen wie Comicgate wurde weder im letzten großen Marvel-Blockbuster Black Panther, noch im aktuellsten Streich aus dem „Haus der Ideen“ eine Story zurechtgebogen, um angeblich der sogenannten Political Correctness genüge zu tun. Es wurden schlicht und ergreifend unterhalsame Veröffentlichungen auf die Fans losgelassen, die mit ihrer Diversität eher der Realität der vieler Fans entsprechen. Ein Umstand, den auch Leute die sich an überholten Mustern festkrallen nicht ändern können.

Um der zu erwartenden Nachfrage gerecht zu werden, haben Marvel bzw. Panini Comics selbstverständlich reagiert und eine Auswahl an passenden Titeln veröffentlicht. Darunter befindet sich auch das einsteigerfreundliche Captain Marvel: Die ganze Geschichte, welches auf eine ausgewogene Mischung aus Action und Drama setzt und dadurch die Tiefe generiert, die nötig ist, um Leser längerfristig zu binden.

©Panini Comics

Im Detail steigt man zunächst unter der Voraussetzung ein, dass man zumindest weiß wer Captain Marvel ist. Sie ist eine übermächtige Superheldin, die mit sogenannten Kree-Kräften (eine Alien-Rasse) ausgestattet, regelmäßig im Universum unterwegs ist, um Gutes zu tun. Das tut sie auch am Anfang der Geschichte in Zusammenarbeit mit den Avengers, bis sie mitten im Kampf Erinnerungen an ihre von häuslicher Gewalt geprägten Jugend einholen, die sich in zügelloser Wut gegen ihre Gegner manifestieren. Vollkommen entfesselt, muss sie daher von Iron Man aka Tony Stark zur Räson gebracht werden, der ihr empfiehlt auf Heimaturlaub zu gehen, um wieder zu sich selbst zu kommen.

Deswegen kehrt Carol Danvers, so der bürgerliche Name der Heldin, in ihre alte Heimat in Form eines kleinen Küstenstädtchens zurück, in dem noch alte Bekannte und der Rest ihrer Familie in Form ihrer Mutter und ihres Bruders wohnen. Dort entdeckt sie jedoch nicht nur etwas nötige Ruhe, sondern auch einige dunkle Geheimnisse ihrer Familie, sowie Spuren zum Ursprung ihrer Superkräfte, der nicht ganz der bis dato bekannten Kontinuität entspricht. Hinzu kommt die Bewältigung ihrer Kindheitserinnnerungen, die zwischen idyllisch und brutal schwankt. In diesem Sinne eine eher ungewöhnliche Basis, die zwar mit der Konfrontation mit einer auf tödlicher Mission befindlichen Kriegerin der Kree gewohnte Zutaten bereit hält, aber nicht dem Fehler aufsitzt Action mit einer hanebüchenen Handlung zu rechtfertigen. Den Kern macht immer noch Carols familiäre Tragödie aus, deren überraschende Wendungen das sind, was den Leser antreibt die spannende Geschichte bis zum Ende zu verfolgen. Ich für meinen Teil bin mit Captain Marvel: Die ganze Geschichte tatsächlich das erste Mal über die Figur gestolpert und kann sagen, dass ich Augen und Ohren nun etwas weiter aufsperren werde, um solche Perlen wie diesen  Sammelband (im Original: The Life of Captain Marvel #1-#5) nicht zu verpassen.

©Panini Comics

Wenn man sich die Macher hinter dem Projekt anschaut, verwundert es jedoch nicht, eine qualitativ so hervorstechende Geschichte vor sich liegen zu haben. Niemand Geringeres als die Autorin Margaret Stohl, bekannt für die Fantasy-Reihe Sixteen Moons, sowie Videospiele wie Command & Conquer oder Destiny hat Carols Werdegang so sensibel wie intensiv zu Papier gebracht. Visualisiert wurde das Ganze ebenfalls von keinem Leichtgewicht. Carlos Pacheco, als Zeichner für Avengers: Age of Ultron bekannt, schafft es mit seinem dynamischen Stil sowohl intime Momente, als auch Panel sprengende Action-Sequenzen gleichermaßen meisterhaft in Szene zu setzen. Hinzu kommen Rückblenden, die in einem schönen Kontrast durch Marguerite Sauvage visualisiert wurden. Alles in allem also eine Kombination, die fast schon symbiotisch ineinander greift und damit Lesespaß von der ersten bis zur letzten Seite garantiert.

Was man ebenfalls nach dem Ende der Story versteht, ist die Bewerbung von Captain Marvel als feministische Ikone des Verlags. Hier wird entgegen der fehlgeleiteten Vorstellung mancher Gegner des Begriffs, eine weibliche Superheldin präsentiert, die einen ambivalenten Charakter aufweist, der nicht auf ihr Geschlecht reduziert werden kann, Tiefe besitzt und eine unangenehme Übersexualisierung vermeidet. In diesem Sinne eine Figur mit Vorbildcharakter für Leserinnen, sowie eine schlicht und ergreifend spannende Heldin, die durch ihre Abenteuer alle Geschlechter gleichermaßen ansprechen sollte.

©Panini Comics

In diesem Sinne ist Captain Marvel: Die ganze Geschichte nicht nur eine reguläre Empfehlung, sondern ein Tipp sich mit einem Charakter auseinanderzusetzen, den der Mainstream nicht auf dem Schirm hatte, nun aber den längst überfälligen Push bekommt.

Captain Marvel: Die ganze Geschichte 

Verlag: Panini Comics 

Autorin: Margaret Stohl 

Zeichner: Carlos Pacheco, Marguerite Sauvage

Erschienen am: 19.02.2018 

Format: Softcover 

Seitenzahl: 148

Preis: 16,99 EUR

[Rezension] Bauhaus. Aktualisierte Ausgabe (TASCHEN)

bauhaus_fp_d_3d_43440_1812051709_id_1231622

Manche kreativen Strömungen haben über Dekaden hinweg Einfluss auf Architektur, Mode, Handwerk und Technik und verpuffen nichtsdestotrotz zum Ende ihrer Existenz in der Bedeutungslosigkeit. Ganz anders sieht es mit der Kunst- und Gestaltungsschule Bauhaus aus, die in nur 14 Jahren zwischen den beiden Weltkriegen die Moderne zu definierten wusste.

fp_bauhaus_p239_1812171106_id_1233409

Woman with a mask by Schlemmer seated in one of Marcel Breuer’s first tubular steel chairs. Copyright: Bauhaus-Archiv, Berlin Inv. F1218a

Scheinbar ohne Grenzen zu kennen, durchzog der unverwechselbare Stil aus Weimar alle bis dato bekannten Unterhaltungsmedien, die Architektur, sowie die bildenden Künste. Um diesem bis heute nachhallenden Einfluss ein Denkmal zu setzen, hat der TASCHEN-Verlag schon vor geraumer Zeit ein Referenzwerk in Zusammenarbeit mit dem Bauhaus-Archiv/Museum in Berlin veröffentlicht, dass nun zum 100-jährigen Jubiläum neu und aktualisiert aufgelegt wird. Wie schon beim Erstling konnten die Macher um die Autorin Magdalena Droste auf die weltgrößte Sammlung zur Geschichte des Bauhauses zugreifen und nun mit über 250 neuen Fotografien, Schriften, Studien, Skizzen, Plänen und Modellen die Jubiläums-Ausgabe erweitern.

Dabei wird sich nicht nur auf die nüchterne Dokumentation der bekannten Arbeiten konzentriert, sondern auch Aufnahmen von gemeinsamen Freizeitaktivitäten der Künstler und Architekten. Hinzu kommen Baupläne, Skizzen und Modelle, um aufzuzeigen, dass zum allseits bekannten Ergebnis, natürlich auch ein entsprechender Weg führt, der von realen Menschen gepflastert wird. Dazu gehören in diesem Band unter anderem Josef Albers, Marianne Brandt, Walter Gropius, Gertrud Grunow, Paul Klee, Ludwig Mies van der Rohe und Lilly Reich.

fp_bauhaus_p171_1812171105_id_1233328

Kurt Schmidt: The Man at the Control Panel, 1924, scene design. Copyright: Bauhaus-Archiv, Berlin Inv. 3893, Foto: Markus Hawlik

Eine weitere kleine Besonderheit, neben der genannten Erweiterung, ist die Art und Weise der Veröffentlichung. Während üblicherweise bei TASCHEN eine höherpreisige Version auf den Markt gebracht wird, bevor nach einiger Zeit eine kostengünstigere Fassung verfügbar ist, fährt der Verlag diesmal zweigleisig. Zum einen gibt es die, in meinen Augen immer noch bezahlbare, Fassung für 40 Euro im schönen Format von 24 x 31,6 cm. Zum anderen kann man für kostengünstige 15 Euro zur handlichen Version aus der Bibliotheca Universalis greifen, die traditionell in der Abmessung 14 x 19,5 cm daherkommt und damit auch als Lektüre für unterwegs taugt.

Durch diesen Schritt kann wirklich jeder in den Genuss kommen sein Wissen um das Bauhauszu erweitern oder diese einflussreiche Schule zu ihrem 100. Geburtstag kennen zu lernen. In beiden Fällen macht man als Leser bei einer Anschaffung nichts falsch.

fp_bauhaus_backcover_1812171106_id_1233400

Walter Gropius: Bauhaus building in Dessau, 1925/26. View of the Bauhaus building from the southwest, workshop wing.  Copyright: Bauhaus-Archiv, Berlin ((inv. 5993/3); photo: Atlantis-Foto

Bauhaus. Aktualisierte Ausgabe 
Verlag: TASCHEN
Autorin: Magdalena Droste
Sprache: Deutsch
Format: Hardcover, 29 x 39,5 cm / 14 x 19,5 cm
Seitenzahl: 400 / 552
Preis: 40 EUR / 15 EUR

[Rezension] Secret Empire Paperback (Panini Comics)

SecretEmpirePaperbac_206

Wenn man den Sammelband des Marvel-Megaevents „Secret Empire“ in den Händen hält, ist jedes Superlativ für seine Beschreibung mehr als angebracht. Auf über 400 Seiten wird die auf 11 Hefte aufgeteilte Mini-Serie in einen Fluss gebracht und Lesern wie mir, die die stückweise Veröffentlichung an sich vorbeiziehen haben lassen, in einem Aufguss serviert. Doch ganz ohne Vorbereitung kann mich sich tatsächlich nicht in die Handlung stürzen, denn es wird ein gewisser Grad an Vorwissen aus den Ongoing-Series erwartet, um die vorliegenden Ereignisse zu verstehen. Dafür musste ich mir im Netz als jemand, der selten zu Marvel-Heften greift, einiges anlesen, um einen Durchblick zu bekommen, den man dringend braucht, da vieles nicht explizit erklärt wird.

Daher gibt es im Folgenden ein paar Eckpunkte: Man begegnet im Verlauf der Handlung einem Mädchen namens Kobik, welches jedoch ein aus den Fragmentstücken eines kosmischen Würfels zusammengesetztes Wesen ist und dessen Macht besitzt die Realität von Menschen zu ändern. Noch vor dem vorliegenden Event erschafft sie für die S.H.I.E.L.D.-Leiterin Maria Hill eine Art Geheim-Gefängnis, dass die gefährlichsten Schurken des Marvel-Universums hinter Schloss und Riegel halten soll. Damit die Öffentlichkeit jedoch nichts mitbekommt, wird der Knast als idyllisches Örtchen namens „Pleasant Hill“ getarnt.

Das nicht alles mit rechten Dingen zugeht, haben natürlich auch die Superhelden mitbekommen. Allen voran der neue Captain America namens Sam Wilson und Bucky Barnes aka Winter Soldier, die versuchen in diese nach außen hin sichere „gated community“ einzubrechen. Gleichzeitig stößt auch der inzwischen seinem realen Alter von 90 Jahren entsprechende Steve Rogers (der ursprüngliche Captain America) auf das Geheimnis von S.H.I.E.L.D. Kurz darauf kommt es zu einem Aufstand der Gefangenen, bei dem es zu einem Kampf zwischen Rogers und dem Bösewicht Cross Bones kommt. Doch bevor letzterer dem alten Mann das Lebenslicht ausblasen kann, kommt die schon erwähnte Kobik ins Spiel und verändert die Realität, wodurch Rogers wieder verjüngt und zur alten Form zurückkehrt.

Zeitgleich nutzt Caps alter Erzfeind Red Skull den Moment um Kobik auf seine Seite zu ziehen und durch sie Captain America in seinem Sinne zu formen. In dieser neuen Realität wurde Steve Rogers schon als Kind und damit vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs auf die Seite der Nazis gezogen. Dadurch wird der einstige Kämpfer für die frei Welt zu einem faschistischen Doppelagenten, der im Sinne der Verbrecherorganisation Hydra handelt.

Ihr seht, ein simples eintauchen in die Story ist de facto nicht möglich, was sie für Neueinsteiger, trotz redaktioneller Begleittexte quasi nicht lesbar macht, ABER(!) Fans der regulären Reihe sollten hier ohne Zweifel auf ihre Kosten kommen. Warum? Weil mit der „Umpolung“ von Captain America zeitgleich so viele Steine ins rollen gebracht werden, dass man den Mund vor Staunen nicht mehr zu kriegt. Hinzu kommt, dass man schon lange nicht mehr eine politische Kritik im Superhelduniversum zu sehen bekam, hier jedoch die volle Breitseite abbekommt, die zu keinem Zeitpunkt missverstanden werden kann.

Die eigentliche Geschichte des Bands beginnt damit, dass Steve Rogers die Maske fallen lässt und durch ein ausgeklügeltes Zusammenspiel von Macht-Instrumenten und Intrigen sowohl S.H.I.E.L.D. okkupiert, als auch alle ehemaligen Weggefährten, die ihm gefährlich werden könnten (scheinbar) beseitigt. Doch das ist noch nicht alles. Er schafft es sogar die US-Regierung zu narren und sich selbst an die Spitze der Vereinigten Staaten als faschistischer Herrscher zu setzen. Ich denke, dass bei dieser Beschreibung dem ein oder anderen die offensichtlichen Anleihen an die Realität bewusst werden. Der entscheidende Unterschied ist wohl, dass Captain America, in seiner verdrehten Weltsicht im Kern trotzdem nur das Beste für die Bevölkerung der USA möchte. Doch so einfach lassen sich die Helden des Marvel-Universums nicht abspeisen und ziehen gemeinsam gegen ihren einstigen Weggefährten in die Schlacht…

Dieser Cocktail aus klassischem Superhelden-Gekloppe, politischer Message und der Tatsache, dass eine Figur, die bis heute mit ihrem Kampf gegen Nazi-Deutschland assoziiert wird, plötzlich auf der Seite einer faschistischen Organisation steht, ist ein Kunstgriff, den es braucht um heutzutage eine Story abliefern zu können, die als relevant bezeichnet werden darf. Natürlich bleibt die Handlung von Nick Spencer, trotz vordergründiger Tiefe, in ihrem Kern eine klassische Marvel-Episode. Das Spiel mit der Grenzüberschreitung, die Länge der Handlung, die die Figuren aus ihrer Eindimensionalität holt und die damit einhergehende Komplexität machen „Secret Empire“ trotzdem zu einem kleinen Prunkstück, dass in eine gut sortierte Comic-Sammlung gehört. Dieses Event wird so gut wie sicher zu einem neuen Referenzpunkt, auf den sich Fans, Künstler und Interessenten beziehen werden.

Auch visuell wird das Ganze entsprechend der Ernsthaftigkeit der Themenfelder passend umgesetzt. Neben Steve McNiven und Rod Reis sticht dabei besonders Andrea Sorrentino mit seinem abstrakten Strich und ungewöhnlichem Panel-Aufbau hervor, die in Kombination eine Bildprache hervorbringen, die sie heutzutage nur wenige Künstler beherrschen. Wer seine Arbeit an Jeff Lemires „Old Man Logan„-Reihe kennt, weißt wovon ich rede.

Alles in allem ist „Secret Empire“ ein spannender Band, der jeden Marvel-Fan verzücken sollte, jedoch einiges an Vorwissen verlangt. Zwar kann man sich dieses durch redaktionelle Texte innerhalb des Sammelbands aneignen, jedoch gehe ich davon aus, dass das Lesevergnügen durch einen Griff zur Vorgeschichte um einiges gesteigert werden kann. Ich für meinen Teil wurde wunderbar unterhalten und wieder dazu angeregt öfter mal in die Sphären von Marvel abzutauchen. An dem vorliegenden Beispiel sieht man: Es lohnt sich!

Secret Empire Paperback 
Verlag: Panini Comics 
Autor: Nick Spencer 
Zeichner: Andrea Sorrentino, Steve McNiven, Rod Reis 
Erschienen am: 29.01.2019 
Format: Softcover 
Seitenzahl: 412  
Preis: 38 EUR

[Rezension] Superman – Der Mann aus Stahl (Panini Comics)

Diejenigen, die meinen Blog schon etwas länger verfolgen wissen, dass ich ein eher ambivalentes Verhältnis zu Superman pflege. Zwar bin ich nicht generell seinen Abenteuern abgeneigt, muss aber schon mal länger an einer Story kauen, wenn mehr die Sci-Fi-Elemente, als menschliche Dramen im Vordergrund stehen. Daher bin ich mit ein wenig Skepsis an den Sonderband „Superman – Der Mann aus Stahl“ herangetreten, wurde aber im Laufe der Lektüre vollends überzeugt. Aber eins nach dem anderen.

Zunächst einmal sei die prominente Personalie auf dem Autoren-Stuhl zu erwähnen, die vor gut einem Jahr die Comic-Branche in helle Aufregung versetzt hat. Brian Miachael Bendis war für fast zwei Dekaden eines der Aushängeschilder von Marvel, bis niemand geringeres als die Konkurrenz um DC den Star-Schreiber für sich gewinnen konnte. Natürlich war man entsprechend gespannt, welche Figur man ihm an die Hand geben würde und wurde nicht enttäuscht: Bendis sollte nicht nur für eine Reihe, sondern gleich für beide Serien in Form von „Action Comics“ und „Superman“ in die Tasten hauen. Einen kleinen Vorgeschmack konnte man schon kurz zuvor durch eine Kurzgeschichte in „Action Comics #1000“ bekommen. Und nicht nur das! Um einen glatten Übergang von einer in die nächste Ära zu gewährleisten, setzte sich Bendis zusätzlich an eine Mini-Serie, deren sechs Hefte in dem nun hier zu besprechenden Band wiederzufinden sind und eine Art Vorgeschichte darstellen, um den neuen Status Quo in Gänze nachvollziehen zu können.

Der Titel der Geschichte kommt dabei nicht von ungefähr und soll auf einen weiteren Umschwung in der DC-Historie hinweisen, der mit einem gleichlautenden Namen für Furore sorgte. 1986 erschien nämlich mit „The Man of Steel“ von John Byrnes und Dick Giordiano der Einstieg in die Welt nach dem Mega-Event „Crisis on Infinite Earths“ und Bendis scheint sich sicher genug zu sein, diesen Maßstab für sich übertragen zu können und behält damit sogar recht.

Wir steigen in ein klassisches Setting ein, dass auch nicht regulären Lesern bekannt vorkommen sollte. Clark Kent aka Superman arbeitet wie immer beim Daily Planet und die üblichen verdächtigen laufen durchs Bild. Doch etwas scheint sich geändert zu haben. Während im Vor-Bendis-Run auch Lois Lane und der gemeinsame Sohn Johnathan einen zentralen Kern der Geschichten verkörperten, scheinen beide nicht mehr da zu sein. Warum das der Fall ist, lässt der Autor den Leser erst langsam begreifen, ohne zu viel vorweg zu nehmen und die Spannung damit zu dämpfen. Zeitgleich muss Superman sich wie üblich um die Verbrechensbekämpfung in Metropolis kümmern, die sich diesmal in einer Reihe von Brandstiftungen manifestiert, deren Ursprung und Motiv der Mann aus Stahl noch nicht greifen kann. Hinzu kommt ein übermächtiger Gegner, der wie aus dem nichts auftaucht und irgendwie mit dem Schicksal Kryptons und damit Supermans Vergangenheit in Verbindung zu stehen scheint.

Auf den ersten Blick hört sich das Ganze nach einer ziemlich typisch zusammengeschusterten Geschichte aus der Welt des Stählernen an, doch bei dieser Annahme täuscht man sich gewaltig. Bendis hat sich nicht ohne Grund einen Legenden-Status erarbeitet, den er hier mit Bravour verteidigt. All die genannten Elemente wirken zwar vertraut, aber doch so frisch, dass man sich mit Vergnügen in die Handlung stürzt und wirklich wissen möchte, wie die beschriebenen Ereignisse und Figuren miteinander in Zusammenhang stehen. Dabei findet er eine tolle Balance zwischen dem üblichen Gekloppe und emotionalen Momenten, die flüssig ineinander übergehen und damit die Stärken der Figur und ihrer Historie hervortreten lassen. Hinzu kommt das Kunststück den Status Quo so hinzubiegen, dass er in die Ideenwelt des Autoren passt, zeitgleich aber keinen Bruch zum Rebirth-Kontinuum darstellt. Ein Freiraum, der wohl nur einem Giganten wie Bendis ohne zu murren zugestanden wird.

Dem Standing des Autoren entsprechend wurde auch bei der Auswahl, der ihm zur Seite gestellten Künstler nicht gekleckert. Das wäre sowohl auf die Qualität der einzelnen Zeichner und Inker, als auch ihre schiere Menge gemünzt. Wir reden hier, der Vollständigkeit halber von den hier komplett aufgezählten Kreativen: Jason Fabok, José Luis García-López, Adam Hughes, Kevin Maguire, Joe Prado, Ivan Reis, Steve Rude, Evan „Doc“ Shaner, Ryan Look, Dexter Vines und Wade Grawbadger. Das sollte einen ungefähren Eindruck davon vermitteln, als wie wichtig der Neuzugang bei DC erachtet wird. Davon profitiert nicht nur der Verlag, sondern schlussendlich auch die Masse an Fans.

Ich für meinen Teil wurde vollends überzeugt. Meine anfängliche Skepsis wurde zur Seite gewischt und wich der Vorfreude auf die regulären Serien, denn die in „Superman – Der Mann aus Stahl“ aufgeworfenen Fragen müssen teils noch beantwortet werden. Bis dahin kann ich jedem bestehenden Fan der Figur, aber auch allen Zweiflern diesen Sonderband ans Herz legen. Ihr werdet es nicht bereuen.

Superman - Der Mann aus Stahl 
Verlag: Panini Comics 
Autor: Brian Michael Bendis
Zeichner: Ivan Reis, Jason Fabok, Evan Shaner, Steve Rude, 
Ryan Sook, Kevin Maguire, Adam Hughes, Jim Lee, 
José Luis Garcia-López
Erschienen am: 05.02.2018 
Format: Softcover 
Seitenzahl: 188 
Preis: 18,99 EUR

 

[Rezension] Black Hammer: Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung (Splitter)

Doctor_Star_lp_Cover_900px.jpg

Endlich ist es soweit und nach gut 1 1/2 Monaten, die sich wie eine Ewigkeit angefühlt haben, bin ich wieder da und kann euch mit Rezensionen versorgen. Für all jene, die sich gewundert haben sollten, wieso sich diese recht große Lücke zwischen den Beiträgen aufgetan hat, dem sei gesagt, dass ein Staatsexamen leider doch etwas mehr Vorbereitungszeit verschlingt, als da wäre, um nebenbei Comics zu besprechen. Nun ist der Alptraum jedoch vorbei und der Wiedereinstieg in mein liebstes Hobby wird sogleich mit einem richtigen Leckerbissen versüßt, der schon seit gut einem Monat hier liegt und besprochen werden will: „Black Hammer: Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung“ aus dem Splitter Verlag.

Doctor_Star_lp_Seite_02

©Splitter

Fleißige Leser meines Blogs wissen längst, dass ich ein großer Fan des immer größer werdenden Universums aus Jeff Lemires Feder bin und auch den Spin-Offs ständig entgegen fiebere, zu denen auch der hier zu besprechende Band gehört. Erstaunlicherweise handelt es sich nach „Sherlock Frankenstein & die Legion des Teufels“ schon um die zweite Auskopplung und damit einen Gleichstand zu der regulären Reihe mit „Vergessene Helden“ und „Das Ereignis„. Im Gegensatz zu anderen Veröffentlichungen mit verzweigtem Release-Muster, ist jedoch das „Black Hammer„-Universum so sehr ineinander verzahnt, dass man bei der Lektüre der zusätzlichen Geschichten das Gefühl hat, nicht in die Breite, sondern in die Tiefe der Handlung einzusteigen.

Das ist auch diesmal in der rührenden Story um den Helden „Doctor Star“ gelungen, der zunächst als Dr. Jim Robinson in den 1940er Jahren wortwörtlich daran arbeitet nach den Sternen zu greifen. Währenddessen sitzt seine Frau Joan daheim mit dem gemeinsamen Kind Charlie und hofft auf emotionale und greifbare Unterstützung, die der vollkommen auf seine Arbeit fokussierte Jim zu keinem Zeitpunkt bieten kann und damit fast wie in Zeitlupe sein Familienleben gegen die Wand fährt.

Doctor_Star_lp_Seite_03

©Splitter

Auf der anderen Seite feiert er immer größere Erfolge seiner Forschung, die schon nach kurzer Zeit Regierungsmitarbeiter auf den Plan rufen, die nicht ganz uneigennützig ihre Hilfe anbieten: Sie wollen im Gegenzug für finanzielle Spritzen, seine Erkenntnisse für den Bau einer Waffe nutzen und stürzen Jim damit, nachdem er zustimmt, in einen Arbeitswahn, der ihm schlussendlich die Macht beschert, eine sogenannte „dimensionale Membran“ zu durchbrechen. Dieser Vorstoß gibt ihm nun die Macht, die von ihm so heiß geliebte Energie der Sterne einzufangen. Durch diesen Schritt gelingt es ihm unvorstellbare Kräfte über Raum und Zeit zu gewinnen und dadurch zu einer personifizierten Verneigung vor Alan Moores Dr. Manhatten („Watchmen„) zu werden, dessen Geburt offensichtlich durch einzelne Panels zitiert wird. Genauso wie das erwähnte Original, schließt sich nun Dr. Star den zu dem Zeitpunkt aktiven Superhelden an, um sowohl auf der Erde, als auch in anderen Galaxien für Recht und Ordnung zu sorgen. Dabei vergisst er aber nicht nur seine Pflichten als Vater und Ehemann, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch die Zeit, die wie ein Bumerang mit ihrer Erkenntnis der Unumkehrbarkeit auf den Helden zurückzufliegen scheint. Wie sich diese äußert, muss der geneigte Leser dann aber selbst für sich herausfinden, denn wie all die anderen „Black Hammer„-Releases, lebt auch der vorliegende Band von Überraschungen, ungewöhnlichen Charakteren und mit menschlichen Tragödien verbundene Verneigungen vor den großen Titeln der Comic-Historie.

Diese dadurch entstehende emotionale Achterbahnfahrt aus Familiendrama und Action, die nur wenige Autoren wie Lemire beherrschen, wird dabei mit visueller Wucht durch Max Fiumara (u.a. „Abe Sapien„) in Szene gesetzt, der es schafft sowohl fulminante Action-Sequenzen, als auch stille Momente der intimen Trauer einzufangen und damit den Charakteren, die er porträtiert auf jeder Ebene gerecht zu werden. Einen nicht geringen Anteil daran hat auch der Kolorist Dave Stewart, der durch seine vorangegangene Arbeit an der Hauptreihe schon den Fans ein Begriff sein sollte und seinen Ruf mit „Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung“ nun weiter zu festigen weiß.

Doctor_Star_lp_Seite_11

©Splitter

Dabei ist es eigentlich erstaunlich, dass die einzelnen Elemente der Geschichte für sich genommen das Rad nicht neu erfinden und trotzdem in ihrer Gesamtheit überzeugen. Durch die Kombination der an sich so unterschiedlichen Genres gelingt es dem Kreativ-Team um Lemire eine Handlung zu spinnen, die von der ersten bis zur letzten Seite unter die Haut geht und noch lange in Verstand und Herz nachhallt. Ich kann bloß immer wieder in diesem Zusammenhang betonen, dass „Black Hammer“ eine der qualitativ besten Comic-Reihen der letzten Jahre darstellt. In diesem Sinne kann ich garnicht anders, als mich jetzt schon auf die angekündigten zwei Bände der Haupt-Storyline mit den Titeln „Age of Doom“ Teil 1 und 2, sowie das dritte Spin-Off „The Quantum Age“ (der deutsche Titel steht noch nicht final fest) zu freuen wie auf ein zweites Weihnachten. Bis dahin kann ich jedem von euch empfehlen „Black Hammer: Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung“ beim Händler eures Vertrauens zu ordern. Ihr werdet es nicht bereuen!

Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung 
Verlag: Splitter Verlag 
Erschienen am: 01.01.2019
Autor: Jeff Lemire 
Zeichner: Max Fiumara
Format: Hardcover 
Seitenzahl: 128
Preis: 19,80 EUR

TASCHEN SALE und Gewinnspiel

image001

Es ist wieder soweit und der TASCHEN-Verlag begeht erneut den beliebten Warehouse Sale! Nur vom 24. bis zum 26. Januar 2019 könnt ihr euch endlich einige der hier öfter besprochenen Bände zu einem Preis besorgen, der nicht gleich das Konto sprengt.

Dabei könnt ihr euch aussuchen, ob ihr einen Abstecher in einen Flagship-Store in Berlin, Hamburg oder Köln (jeweils von 10-20 Uhr) macht oder gemütlich von zuhause aus von der Website des Unternehmens ordern wollt, um bis zu 75% auf Display- und Mängelexemplare zu sparen.

Wenn man sich dabei die Auswahl der angebotenen Bände der letzten Sales zu Gemüte führt, wird einem klar, dass eigentlich jeder Geschmack bedient sein dürfte, solange man sich generell für bildende Künste interessiert. Ob es nun Comics, Architektur, Film, Fotografie oder einfach wunderschöne Faksimiles sind – es ist für jeden etwas dabei.

Ich für meinen Teil werde definitiv einen Blick auf die Angebote werfen und vielleicht das ein oder andere Prachtexemplar in meine Sammlung aufnehmen.

Bis dahin habt ihr die Möglichkeit euch in eine aktuelle Veröffentlichung des Verlags vertiefen zu können, ohne dafür die Kreditkarte zücken zu müssen, denn wie schon einige Male zuvor, veranstalte ich in Zusammenarbeit mit TASCHEN ein Gewinnspiel, bei dem ihr die Möglichkeit habt, den folgenden Band euer Eigen nennen zu können:

bauhaus_fp_d_3d_43440_1812051709_id_1231622

Bauhaus. Aktualisierte Ausgabe

In einem kurzen Zeitraum von nur vierzehn Jahren zwischen den beiden Weltkriegen veränderte die deutsche Kunst- und Gestaltungsschule Bauhaus das Antlitz der Moderne. Mit utopischen Idealen für die Zukunft entwickelte sie eine bahnbrechende Fusion aus Kunst, Handwerk und Technik, die sie quer durch alle gestalterischen Medien und Methoden umsetzte, vom Film bis zum Theater, von der Bildhauerei bis zur Töpferei.

Dieses Referenzwerk entstand in Zusammenarbeit mit dem Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung in Berlin, der weltgrößten Sammlung zur Geschichte des Bauhauses. Über 250 neue Fotografien, Schriften, Studien, Skizzen, Pläne und Modelle dokumentieren nicht nur die realisierten Arbeiten, sie lassen auch den Geist von Bauhaus wieder lebendig werden. Von zwanglosen Aufnahmen beim Gruppenturnen bis zu Zeichnungen aus dem Unterricht von Paul Klee, von ausführlichen Bauplänen bis zu einem schnittigen Aschenbecher von Marianne Brandt – sie alle sind Zeugnisse einer idealistischen Kreativgemeinschaft, die entschlossen war, Gestaltung völlig neu zu denken und eine bessere Zukunft für moderne Menschen zu formen.

Eine ausführliche Rezension zu diesem Band werdet ihr bald auf ZOMBIAC.blog finden. Wer jetzt schon reinschnuppern möchte, muss nichts weiteres tun, als einem (oder mehreren) meiner Social Media-Kanäle zu folgen, ein Like unter dem entsprechenden Beitrag zu hinterlassen. Hier die Details:

Der Beitrag auf Facebook, Twitter und Instagram.

Teilnahmebedingungen

  1. Teilnahmeberechtigte

Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.

Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.

  1. Teilnahmemöglichkeiten

Eine Teilnahme ist nur über Facebook, Twitter und Instagram möglich, indem die jeweilige Seite mit einem Like versehen wird und ein Kommentar mit der Beantwortung der im Text angegebenen Frage erfolgt. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook, Twitter oder Instagram.

  1. Teilnahmeschluss

Teilnahmeschluss ist der 23.01.2018 um 18:59 Uhr.

  1. Gewinnermittlung

Der Gewinner wird per Los ermittelt.

  1. Art der Gewinnbenachrichtigung

Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Nachricht schriftlich kontaktiert.

  1. Veröffentlichung der Gewinner

Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form veröffentlicht.

  1. Der Rechtsweg

Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg

 

[Rezension] Hit-Girl in Kolumbien (Panini Comics)

HITGIRLINKOLUMBIEN_S_344

Leser von ZOMBIAC wissen schon seit geraumer Zeit, dass ich ein großer Fan von Mark Millar und seinem anarchischen Output bin. Allem voran ist den meisten wohl das „Kick-Ass„-Universum bekannt, dass vor einiger Zeit inhaltlich einen neuen Anstrich bekommen hat, während das Kreativ-Team aus Millar und John Romita Jr. beibehalten wurde. Auch ein eigenes „Hit-Girl„-Spin-Off im gleichen Stil ist vor einigen Jahren erschienen, doch auch hier wurde die Story nicht weitergegeben. Nun ist es aber endlich soweit und Mindy, so der bürgerliche Name des „Hit-Girls„, ist zurück und wird diesmal visuell Ricardo Lopez Ortiz in Szene gesetzt und von Millar inhaltlich nach Kolumbien geschickt.

Hier schließt sich die neue Story direkt an die vorangegangene Handlung des Originals an. Von ihrem Vater zur brutalen Rächerin und regelrechten Kampfmaschine erzogen, sucht Mindy nach einem neuen Sidekick, nachdem „Kick-Ass“ das Superheldendasein hinter sich gelassen hat. Diesen hat sie, zumindest laut eigener Ansicht, in „Mano“ gefunden. Der junge Mann ist als bester Killer eines kolumbianischen Kartells bekannt, dessen Fähigkeiten Mindy zu imponieren scheinen. Daher wählt sie ihn aus und zwingt ihn mit ein wenig „explosivem“ Nachdruck, mit ihr gemeinsam seine ehemaligen „Kollegen“ zu eliminieren…

Wie man sieht, bleibt die Serie ihrer verrückten Basis treu, doch durch den neuen Zeichner Ricardo Lopez Ortiz bekommt das Ganze einen erfrischenden Spin.  Die fast schon an abgedrehte Anime-Filme erinnernden Splatter-Szenen und die übertriebene Mimik der Figuren entfesseln eine Dynamik, die man in der Form bei „Kick-Ass“ noch nicht gesehen hat. Selbst in Bezug auf Gewalt scheint man hier eine Schippe drauf gelegt zu haben. Das Blut und die Gedärme spritzen, als wollte man sich selbst beweisen, dass man 2018 noch schockieren kann.

Und trotz des neuen visuellen Ansatzes in diesem Sammelband, kommt auf jeder Seite das von den Fans geliebte, völlig absurde Feeling auf, dass der Reihe seit jeher eigen ist. Dabei ist „Hit-Girl in Kolumbien“ nur der erste Auftakt zu vielen weiteren weltweiten Ausflügen, bei denen die Figur in die Hände komplett neuer Kreativ-Teams übergeben wird. Als nächstes verschlägt es Mindy zum Beispiel nach Kanada und wie der Zufall es so will, nimmt der kanadische Superstar Jeff Lemire auf dem Autorenstuhl Platz und der nicht minder legendäre Eduardo Risso (im Übrigen Gast des kommenden Comicfestivals München) schwingt den Zeichenstift, um unsere Heldin(?) auf ihren nächsten Kreuzzug gegen böse Jungs zu schicken.

Bis dahin kann ich jedoch jedem empfehlen sich auf ihre nächsten Abenteuer mit dem aktuellsten Streich von Mark Millar einzustimmen.

Hit-Girl in Kolumbien
Verlag: Panini Comics 
Erschienen am: 18.12.2018 
Format: Softcover 
Seitenzahl: 116
Preis: 14,99 EUR

[Rezension] Green Lantern – Erde Eins (Bd. 1) (Panini Comics)

green-lantern-erde-eins---softcover-softcover-1537952056-2

Die „Erde Eins„-Bände von Panini Comics bzw. DC sind schon seit längerer Zeit ein Garant für herausragende Geschichten, bei denen sich Künstler und Autoren austoben können, ohne auf die Kontinuität der nebenher erscheinenden Heft-Serien zu achten. Der Grund dafür liegt im Konzept des Multiversums, welches sich beide großen Superheldenverlage angeeignet haben. Daher ist der Nebentitel „Erde Eins„, der schon Geschichten von Batman, Superman und Wonder Woman zierte, wörtlich zu nehmen. Die Handlung spielt sich bei all diesen Charakteren auf dem uns bekannten Planeten ab, jedoch haben viele Biographien anders begonnen und damit auch eine andere Zukunft, als die uns schon seit Jahren bekannten Versionen.

Nachdem also die schon erwähnte „Dreifaltigkeit“ der Superhelden-Riege ihre eigenen Bände spendiert bekommen hat, ist es nun an der Zeit Green Lantern neu interpretiert zu sehen. Diesmal ist dafür das Ehepaar Corinna Bechko und Gabriel Hardman verantwortlich, welches Hal Jordan statt in die Uniform eines Air Force Piloten, in die eines Astronauten packt, der seine Brötchen damit verdient, auf unterschiedlichsten Himmelskörpern nach Bodenschätzen zu suchen, die auf der Erde gebraucht werden.

Als Jordan auf einer seiner Missionen auf einem Asteroiden landet, um auch diesen zu plündern, stößt er nichtsahnend auf das Wrack eines Raumschiffs, dass sogar noch die Leiche des Piloten beinhaltet. Das ist natürlich nicht alles, denn hier folgt schon eine kleine Parallele zur „original“ Geschichte. Der verendete Außerirdische hat nämlich einen grünen Ring bei sich, der sich als mit seltsamen Kräften ausgestattet erweist, nachdem ein aus dem nichts auftauchender Roboter von ihm spektakulär abgewehrt wird. Damit fängt die Beziehung zwischen Ring und Träger und damit auch die eigentliche Story von Green Lantern an.

In diesem Sinne garnicht mal so weit entfernt von der ursprünglichen Vorlage und damit auch tonangebend für den Rest des Bandes. Zwar ist die düstere Visualisierung von Hardman eine wahre Augenweide, aber inhaltlich wird man leider nur oberflächlich unterhalten. Das wäre zwar im Vergleich zu anderen Releases immer noch nicht schlecht, aber im Rahmen der „Erde Eins„-Veröffentlichungen siedelt sich Green Lantern etwas weiter unten an. Das liegt primär an der Austauschbarkeit und den fehlenden Überraschungsmomenten innerhalb der Handlung, als auch an den etwas blassen Charakteren. Zwar ergibt sich eine schöne Science-Fiction-Story mit Superhelden-Einschlag, aber bei weitem nicht das, was man bei der gegebenen Freiheit erwarten würde.

Daher würde ich sagen, dass „Green Lantern: Erde Eins“ für Sammler definitiv eine Anschaffung wert ist. Auch Leser, die ungezwungener Unterhaltung nicht abgeneigt sind, würden bei einem Kauf keinen Fehler machen. Diejenigen aber, die mit hohen Erwartungen an die Sache herangehen, sollten zumindest vor dem Kauf ein paar Seiten durchblättern. In jedem Fall erwartet alle Interessenten eine solide Geschichte, die auch nicht mehr als das sein möchte.

Green Lantern - Erde Eins (Bd. 1)
Verlag: Panini Comics 
Erschienen am: 16.10.2018 
Format: Softcover 
Seitenzahl: 148 
Preis: 16,99 EUR