Lula & Yankee, Band 01: Frühstücksbier & Mixtape

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Langsam aber sicher nimmt die Gesamtausgabe des Ausnahmekünstlers Timo Wuerz auch im Schrank Gestalt an. Nachdem die Reihe in umgekehrter Reihenfolge mit dem neuesten Werk „Ghost Realm“ eröffnet wurde, schloss sich nicht lange danach der Erstling des Zeichners um die abstrakte Killer-Geschichte „Aaron und Baruch“ an. Schon hier konnte man feststellten, dass sein Stil extrem wandelbar, aber konstant im Bereich der Malerei zu verorten ist. Wie der hier zu besprechende Band jedoch zeigt, kann er auch ganz anders an seine Arbeit herangehen.

Bei POPCOM ist nämlich eine der wohl ungewöhnlichsten Veröffentlichungen erschienen, die man so auf den ersten Blick kaum dem eben erwähnten Künstler zuordnen könnte. Und doch handelt es sich sogar um das selbe Team, welches „Aaron und Baruch“ heraus brachte und mit Asp Spreng (Ja, der Sänger der gleichnamigen Band!) um einen weiteren Autoren erweitert wurde.

Zunächst aber mal zur Story und dem Hintergrund der Geschichte. „Lula & Yankee“ erschien ursprünglich Mitte der 90er Jahre und behandelt den Alltag der in einer Rock-Band spielenden Lula und ihres Freundes Yankee. Die beiden führen eine glückliche Beziehung, die natürlich nicht arm an kleineren und größeren Eskapaden ist. Das Ganze reicht dabei von sinnieren über das gemeinsame Leben, Besuche bei den Schwiegereltern, Partys mit den gemeinsamen Freunden, bis hin zu einem Ausflug nach Paris. Die hierbei auftretenden Schwierigkeiten meistern die beiden mit eher ungewöhnlichen und bisweilen urkomischen Methoden, die aber (gefühlsmäßig) so nah an der Realität sind, dass man immer wieder wissend in sich hinein schmunzeln muss. Ob die auf jeweils wenigen Seiten dargestellten Ereignisse einen wahren Kern haben, kann ich natürlich nicht beantworten, aber wenn man selber schon einige Beziehungen hinter sich gebracht hat (oder in einer steckt), sollte einem so einiges vertraut vorkommen. Trotzdem schaffen es die beiden Autoren in ihren Storys den Kitsch außen vor zu lassen und damit die Geschehnisse selbst in den absurdesten Situationen greifbar zu machen. Das wirkt sehr sympathisch und nutzt sich glücklicherweise auch nicht ab. Vor allem die immer wieder textlich eingestreuten Passagen aus Rock-Songs der 80er und 90er Jahre geben dem Ganzen eine schöne Note, wenn sich der Soundtrack beim lesen im Kopf abspielt.

Um dieser Sammlung des täglich Wahnsinns unter Liebenden einen Rahmen zu verpassen, haben sich Asp und Timo erneut zusammen getan um einen Prolog  zu spinnen, der alles was diesem folgt als wortwörtlich schöne Erinnerung darstellt. Eine nette Idee, die nicht nur kurz abgehandelt wird, sondern mit Liebe zum Detail an den Leser herangeführt wird. Ein Kniff, der mich schon zur visuellen Aufmachung des Buches führt, verdeutlicht zudem den zeitlichen Abstand zwischen Neuveröffentlichung und Original. Der neue Handlungsstrang spielt in der Gegenwart, ist komplett in Farbe gehalten und leitet als Übergang in die schwarz-weiße Welt der ursprünglichen Geschichten ein.

Und hier kommen wir schon zu dem Punkt, der wohl jeden erstaunen sollte, der Timo bei der Arbeit auf Comic-Veranstaltungen oder zum Beispiel seine fertigen Produkte in Form von CD-Covern gesehen hat. „Lula & Yankee“ ist nur gezeichnet/getuscht und verzichtet wie eben angedeutet auf Farben und die Darstellung der Figuren ist beinahe cartoonesk. Wer die teils extrem realistischen Charaktere in „Ghost Realm“ bewundern konnte, wird von der erstaunlichen Bandbreite überrascht sein. Trotz des ungewohnten Anblicks, passt dieser bodenständige Stil ungemein gut zur Handlung der kleinen Geschichten und verleiht dem Ganzen einen Hauch von Underground und damit einen Charme, der diesem Band ein Alleinstellungsmerkmal verpasst.

Ich für meinen Teil habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und freue mich schon auf die Fortsetzung, die ebenfalls für diese Reihe angekündigt wurde!

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Old Man Logan – 1

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Ich bin wieder da! Nach all den großen Pausen zwischen den Beiträgen, habe ich schon langsam an mir selbst gezweifelt, werde aber von nun an versuchen wieder öfter zu schreiben. Die Unterbrechungen sind definitiv nicht aufgrund von Schreibblockaden oder fehlender Lust passiert, sondern wegen einer Summe an privaten Schwierigkeiten entstanden. Eine Trennung, die diffuse Angst in dem Zusammenhang die eigene Wohnung zu verlieren, Arbeit und Studium weiterhin unter einen Hut kriegen…Ihr seht, es gibt durchaus Dinge, die meine Leidenschaft für Comics, Kunst und Literatur in den Hintergrund rücken lassen.

Nun, gut. Ich möchte euch nicht mit privaten Storys langweilen, sondern euch gleich mal auf eine neue Comic-Reihe aufmerksam machen, die mit einem One-Shot vor acht Monaten ihren Einstand feierte: Old Man Logan!

Wir setzen ziemlich genau da ein, wo wir mit der abgeschlossenen Geschichte aufgehört haben. Logan aka Wolverine landet nackt im New York des heutigen Marvel-Universums. Wie einige von euch wissen könnten, existieren mehrere Versionen davon parallel um verschiedene Erzählstränge zu legitimieren und diese bei Bedarf (wie hier) überschneiden zu lassen. Logan stammt ursprünglich aus seiner eigenen Geschichte von Mark Millar, in der er 50 Jahre in der Zukunft zurückgezogen auf einer Farm mit Frau und Kind lebt, während die Welt von Bösewichten beherrscht wird. Nachdem seine Familie von der Hulk-Gang (die Sprösslinge des irre gewordenen Bruce Banner) ermordet wurde, macht er sich auf um Gerechtigkeit zu üben…

Hier möchte ich ungern auf Details eingehen um Lesern, die das erste Mal mit der Story in Berührung kommen, den Spaß nicht zu verderben. Im schon angesprochenen One-Shot befinden wir uns in den Nachwehen des „Secret War“. Das Multiversum wurde zerstört und nur ein Planet blieb übrig, der eine Art Patch-Work der vielen Welten repräsentiert. Logan verschlägt es hierbei in mehrere Fassungen seiner eigenen Realität, bis er auf den letzten Seiten am Times Square landet und uns in die erste Ausgabe seiner eigenen Reihe entführt.

Da er zunächst nicht versteht, dass es sich nicht um die Vergangenheit handelt (Helden am leben, Gebäude intakt), sondern um eine gänzlich andere Welt, sinnt er darauf seine eigene Zukunft zu verändern, in dem er alle Personen umbringt, die seine Familie und ihn selbst bedroht oder schlussendlich getötet haben. Erst Stück für Stück kommt er dahinter, dass es ein sinnloses Unterfangen ist. Bis dahin begegnet er einem Großteil der Riege aus der neuen Marvel-Generation. Darunter dem neuen Hulk, der jungen Hawkeye oder dem alten Steve Rogers (Captain America). Wie das Ganze von statten geht, möchte ich hier aufgrund von Spoiler-Gefahr nicht erörtern und gehe nun auf die Macher des Werkes ein.

Im Gegensatz zum Einstieg am Anfang des Jahres, übernimmt hier nicht Brian Michael Bendis das texten, sondern Jeff Lemire. Ihr könntet ihn als Autoren hinter „Sweet Tooth“, „Justice League Dark“ und vielen weiteren Veröffentlichungen kennen, da er durchaus umtriebig ist. Es erfolgt jedoch kein wirklicher Bruch was den Schreibstil anbelangt. Sollte man den Vorgänger zuvor gelesen haben und nicht auf die Namen der Macher achten, sollte es ein smoother Übergang sein. Die Stimmung ist immer noch düster, brutal und trotzdem versehen mit dem gewohnten Feeling des Verlags. Das könnte aber auch zu großen Teilen am Zeichner Andrea Sorrentino liegen, der im Gegensatz zum Autoren bei der Figur geblieben ist. Und eins ist sicher: wir können ihm dafür nur dankbar sein! Ich habe zwar schon von Leuten gehört, die mit seinem abstrakten Stil nicht viel anfangen können und eher zu „klassischer“ Kost in Bezug auf die visuelle Umsetzung greifen. Trotzdem kann ich mir kaum eine bessere Fassung für den rachedurstigen Mutanten vorstellen, als die hier vorliegende. Malerisch springt Sorrentino von üblichen Panel-Abfolgen zu ganze Seiten sprengenden Szenen, die oftmals sogar Geräusche als füllendes Stil-Element aufweisen. Schwer zu erklären, aber wunderschön anzusehen.

Ich bin nach der Lektüre auf jeden Fall hungrig auf das was noch kommen mag und kann jedem, der den Vorgänger gelesen hat oder zumindest das Original von Mark Millar sein eigen nennt empfehlen, sich schleunigst auf den Weg ins nächste Comic-Geschäft zu machen oder gleich bei Panini zu bestellen. Ich bleibe Logan auf jeden Fall treu!

Mark Ryden. Pinxit

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Solltet ihr meine Beiträge schon länger verfolgen, dann werdet ihr mitbekommen haben, dass ich ein gewisses Faible für bizarre Themen habe. Ob diese sich dabei in Comics, Büchern, Musik oder Bildern widerspiegeln ist nebensächlich, solange sie für sich selbst stehen können und dabei spannend bleiben.

Nun habe ich vor kurzem einen Künstler entdeckt, der in einen Rundumschlag Popkultur und Surrealismus streift und zeitgleich die Meister klassischer Malerei zitiert. Die Rede ist von Mark Ryden, der das erste Mal in den 90er Jahren aufsehen erregt hat und sich mit der Gestaltung einiger Album-Cover (Michael Jackson – Dangerous, Red Hot Chili Peppers – One Hot Minute uvm.) außerhalb der Kunst-Szene einen Namen machen konnte.

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Innerhalb von zwei Jahrzehnten erarbeitete sich Ryden sowohl in der Kunst-Elite als auch beim „einfachen“ Liebhaber kreativer Ausdrucksweisen einen Namen, der immer noch Bedeutung hat. Daher hat ihm der TASCHEN-Verlag eine imposante Werkschau mit dem Namen „Pinxit“ gewidmet. Allein schon der Titel deutet den Spagat an, den der Mann zwischen perfektionistischem Handwerk der alten Schule und der Bilderflut der Moderne vollbringt. So wurde der Begriff gerne von Renaissance-Malern hinter ihre Signatur gesetzt und wird hier als Anspielung verwendet.

Im Detail findet man die wichtigsten Produktionen aus Reihen wie „The Meat Show“, „Bunnies & Bees“, „Blood“ oder „The Tree Show“ die mit einleitenden Essays des Künstlers Yoshitomo Nara, sowie der Kulturkritiker Carlo McCormick und Kristine McKenna garniert werden. Hier werden durchgehend zwei Gedankenwelten zusammengeführt, die in ihrer Kombination eine Mischung zwischen Entzückung und morbidem Grusel hinterlassen. Wir sehen filigrane Mädchen, die irgendwo zwischen niedlich und seltsam erotisch schweben, während Fleisch, okkulte Symbole, popkulturelle Anleihen und bizarre Tiere eine Ergänzung bieten. Zeitgleich schleicht sich der prototypische Repräsentant des „alten Amerikas“ in Form von Abraham Lincoln immer wieder ins Bild. Es ist oftmals der gleiche Baukasten aus dem sich Ryden bedient, aber durch eine neue Anordnung der Elemente den Inhalt spannend hält. Einen nicht minder großen Anteil an der Wirkung des Gezeigten haben die verwendeten Farben und die Technik mit der sie aufgetragen wurden. Viele rosa- und blau-Töne, sowie generell helle Akzente erinnern an Kinderbücher, die jedoch mit einem fast schon unnatürlichem Perfektionismus in Szene gesetzt werden, der eine Rückbesinnung des 19. Jahrhunderts zitiert, zu der der Künstler offen steht.

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Darin eingebettet sind jedoch seelische Abgründe, die nicht nur mit dem abwesenden Blick der Figuren, sondern mit Elementen wie rohem Fleisch, Blut und Tod unterstrichen werden. Um dem Werk eine zusätzliche Schwere zu verleihen, die den Kontrast noch weiter in die Höhe treibt, wird der Großteil der Bilder in massive, detailliert ausgearbeitete Rahmen gelegt, die individuell für jedes einzelne Motiv angefertigt wurden.

Kindlicher Unschuld wird damit die brutale Moderne mit ihren surrealistischen Auswüchsen entgegen gesetzt, nach der die Gesellschaft auch außerhalb des eingeweihten Zyklus der Kunst-Kritiker giert. Dementsprechend ist der Erfolg Mark Rydens nicht verwunderlich und ein Ende der Popularität noch lange nicht in Sicht. Sein Balanceakt zwischen high- und low-art steht für eine Kunst, die Handwerk in seiner Bedeutung mit der Kreativität gleich setzt und damit auch das ungeübte Auge begeistern kann.

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Damit auch Interessenten außerhalb einer bestimmten Gehaltsklasse in den Genuss von „Pinxit“ kommen können, hat TASCHEN nun endlich für 29,99€ eine preiswerte Version des Buchs veröffentlicht. Zuvor gab es wie üblich limitierte Auflagen in einem Wert von 750€-6000€. Inhaltlich steht die neue Fassung den „großen Brüdern“ in nichts nach. Daher kann ich „Mark Ryden. Pinxit“ jedem, angefangen beim Laien bis zum Experten, uneingeschränkt empfehlen. Ihr werdet garantiert euren Spaß haben, während ihr Seite für Seite tiefer in diese seltsame Welt eintaucht.

Spawn Origins Collection – Band 8

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Inzwischen läuft die „Spawn Origins Collection“ seit gut drei Jahren und schlägt sich hierzulande sowohl bei Neueinsteigern als auch alten Fans ganz gut durch. In den USA hingegen wurde die Reihe leider schon nach der Nummer 9 und damit mitten in einem Story-Strang abgewürgt. Ob es an schwindenden Verkaufszahlen oder einer unternehmenspolitischen Entscheidung lag, kann wohl niemand beantworten. In Deutschland spekuliert Panini Comics im Gegensatz dazu öffentlich über eine eigene Fortführung der Geschichte um Al Simmons und seinem Kampf zwischen Himmel und Hölle.

Warum das eine gute Idee ist, beweist die aktuellste Veröffentlichung, die mit den Heften 88 bis 100 aufwartet. In diesen erwartet uns wieder die gewohnte Mischung aus Gewalt, Pathos und einem Schuss Selbstironie. Wobei man durchaus merkt, dass sich der Stil der 90er weitesgehend zurückgezogen und damit Platz für den düster-seriösen Anstrich gemacht hat, der noch heute vorherrscht. Das sieht man vor allem an den in sich geschlossenen Storys, die den Anfang des Sammelbands bilden. Es werden zwar immer wieder Verweise auf die Kontinuität eingeworfen, der Genuss der einzelnen Handlungen kann aber für sich selbst erfolgen.

Zum Beispiel gibt es die schöne „Verhör-Situation“ eines Verbrecher-Trios durch Spawn, welches die Weltanschauung Todd McFarlanes (der geistige Vater der Figur) verdeutlicht und zeitgleich makaber zu unterhalten weiß. Das selbe gilt für ein immer wieder aufgegriffenes Thema: Den Kindesmissbrauch. Man spürt förmlich den Hass des Autoren auf die Monster, die diese unbeschreiblichen Verbrechen begehen und mit dem Medium Comic hat er ein Ventil gefunden, mit dem er sich ganz explizit damit auseinandersetzen kann.

Trotz dieser kleinen Ausflüge läuft die Hauptgeschichte unaufhörlich weiter. Der Kampf zwischen Himmel und Hölle steht unmittelbar bevor und so gut wie alle Akteure der bis dato stattgefundenen Geschehnisse sind wieder an Bord. Angela, Cogliostro, Sam, Twitch und viele mehr. Da Spawn sich von beiden Seiten emanzipiert hat und sein Erschaffer Malebolgia in der Verwirrung um die Zugehörigkeit des Geschöpfs die Macht der Hölle an sich reißen möchte, um die Apokalypse auszulösen, ist das Chaos so gut wie unausweichlich. Dafür lässt er mit Hilfe zweier Helfer einen Dämon auferstehen, der das Ende der Welt bedeuten kann. Damit fängt die Schlacht aller Schlachten an, in dessen Verlauf einige Überraschungen zutage gefördert werden.

Das alles kommt glücklicherweise, wie schon mal erwähnt, mit immer weniger Pathos aus. Dadurch kann man sich ganz auf den Inhalt konzentrieren, der sich nicht hinter hohlen Phrasen zu verstecken braucht. Natürlich reden wir immer noch von einer der erfolgreichsten Indie-Reihen aller Zeiten, aber gewisse Regeln des Mainstream-Story-Tellings werden trotzdem eingehalten und heben „Spawn“ aus der blutigen Masse des Trash hervor. Hinzu kommen die gewohnt großartigen Zeichnungen von Greg Capullo, der sich im letzten Batman-Run ausleben und sich über die letzten zwei Dekaden als feste Größe in der Szene etabliert konnte. Plastisch, düster und doch mit einem gewissen Augenzwinkern, ist sein Stil unverkennbar und trägt als wichtiger Pfeiler den Erfolg der Reihe mit.

Wenn man die „Spawn Origins Collection“ von Anfang an verfolgt hat, wird man sowohl visuell als auch inhaltlich einen kontinuierlichen Anstieg der Qualität feststellen. Während zu Anfang das Konzept auf größtmögliche Provokation abzielte, die die ehemaligen Marvel-Mitarbeiter erstmals ausleben konnten, fokussiert sich das Kreativ-Team über die Jahre hinweg mehr auf die Tiefe der Charaktere, den Feinschliff des Looks und einen epischen Bogen, den es in solchen Releases selten zu schlagen gilt.

In diesem Sinne ist der achte Teil keinesfalls nur eine Ergänzung (die sich tatsächlich schön im Regal präsentieren lässt), sondern in meinen Augen der Höhepunkt, der bis dahin erzählten Geschichte um Spawn. Ich freue mich dementsprechend jetzt schon auf die weitere Fortsetzung und hoffe, dass Panini Comics ihre Spekulationen diesbezüglich in die Tat umsetzt!

Fight Club 2 – Buch 2|2

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Was hat es lange gedauert, aber nun ist es endlich soweit: Nachdem mich schon der erste Band der offiziellen „Fight Club“-Fortsetzung umgehauen hat, findet die geniale Story ihren Abschluss in der finalen Ausgabe beim Splitter Verlag.

Um diejenigen nicht zu verwirren, die das erste mal davon hören, dass es eine Fortsetzung um Tyler Durden gibt, hole ich etwas aus. 16 Jahre nach der bahnbrechenden Verfilmung und 20 Jahre nach dem Release des ursprünglichen Romans, erschien 2015 die lang ersehnte Fortführung von Chuck Palahniuk, der sich auch für das Erstlingswerk verantwortlich zeigte. Auf die Idee seine ursprünglichen Visionen weiter laufen zu lassen kam er, als er realisierte, dass die Gegenwart bezüglich ihrer fast schon dystopischen Entwicklung, die Realität seiner Figuren zu unterbieten schien. Das konnte er natürlich nicht umkommentiert lassen und griff auf eines seiner Lieblingsmedien zurück – den Comic. Dafür holte er sich den Eisner-Award-Gewinner Cameron Stewart ins Team und legte los.

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Zehn Jahre nachdem Tylers „Projekt Chaos“ gescheitert ist, lebt der ehemals namenlose Mann hinter dem Soziopathen als Sebastian ein fast normales Leben. Pillen und medizinisches Marihuana ermöglichen es ihm einen Alltag zu bestreiten, der eine Zeit lang als unmöglich galt. Diesen teilt er sich mit der uns bekannten Marla Singer, deren Charakter immer noch durch Zigaretten und Zynismus geformt wird, die jedoch inzwischen mit ihrem Mann einen neunjährigen Sohn großzieht. So wie wir Marla jedoch kennen, wird ihr diese Konstellation auf lange Sicht zu langweilig und sie beginnt Sebastians Medizin zu präparieren, bis ihr psychopathischer Sex-Gott Tyler Stück für Stück aus der geistigen Versenkung empor steigt.

So kommt es wie es kommen muss und das „Projekt Chaos“ wird erneut aus der Taufe gehoben, während die immer noch aktiven Fight Clubs tatkräftige Unterstützung leisten und uns dabei bekannte Charaktere wie Angel Face oder Robert Paulson über den Weg laufen. Die ohnehin schon prekäre Situation erreicht ihren Höhepunkt als der gemeinsame Sohn von Marla und Sebastian von Mr. Durden entführt wird. Da beide Persönlichkeiten streng von einander getrennt sind, weiß niemand außer unser hauptberufliche Tunichtgut wo der Nachwuchs festgehalten wird. Nun bleibt nichts anderes übrig als nach dem Kind zu suchen und genau hier setzt die Handlung des Abschluss-Bandes ein, in dem Marla mit einem Haufen todkranker Kinder und jenen, die so tun als ob, die Gegend absucht und Sebastian versucht mit seinem Therapeuten seinen dunkle Seite zu unterdrücken.

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Dabei spielt Palahniuk wieder gekonnt mit dem ihm zur Verfügung stehenden Medium. Wie ein in die Tastatur gehämmerter Mittelfinger nimmt er die Erwartungen der Leser und spuckt sie ihnen vor die Füße. Man weiß nie was auf der nächsten Seite passiert und das ist gut so. Es ist selten, dass man einen Comic in die Hand bekommt, der so gekonnt mit Selbstreferenzen umgeht und die vierte Wand durchbricht ohne dieses Stilmittel zur reinen Zierde verkommen zu lassen. So nimmt er zum Beispiel immer wieder den popkulturellen Fußabdruck des Titels und richtet ihn gegen die damit einhergehenden Konventionen. Er feiert sozusagen einen Anti-Kult des eigenen Werkes, welches trotzdem durch seinen Hauptcharakter funktioniert. Am faszinierendsten bleibt die immer deutlicher zutage tretende Aussage, dass der Schöpfer sowohl in Bezug auf die Fans seiner Arbeit als auch auf das Werk selbst, jegliche Kontrolle verloren hat. Damit gelingt es dem Autoren sowohl inhaltlich als auch vom Feeling her, eine funktionierende Fortsetzung seines wohl größten Erfolgs weiter zu spinnen aber auch eine parallele Aussage zu seiner Schöpfung auf den Punkt zu bringen, die größer geworden ist als er selbst.

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©Splitter

Dabei spielt Cameron Stewart keine unwichtige Rolle. Er schafft es nämlich nicht nur die komplexe Gedankenwelt Palahniuks in Panels zu pressen, sondern nimmt sich die Freiheit diese regelmäßig zu sprengen und auch im visuellen Bereich selbstreflektiert zu agieren. Schuss- und Explosions-Geräusche werden so integriert, dass sie Einfluss auf das Verständnis des Gesagten haben und die Psychosen der Hauptfigur werden mit über die Seiten verteilten Gegenständen fast schon greifbar. Kurzum technisch auf höchstem Niveau.

Dieses wird wie beschrieben über alle Ebenen auch im letzten Band gehalten und bildet den in meinen Augen perfekten Abschluss, aus dem sich der Autor kein Hintertürchen gelassen hat und damit die Punkrock-Attitüde des Gesamtwerkes zu unterstreichen weiß. Dementsprechend gilt auch hier: Pflichtkauf!

Star Wars – Darth Vader

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Erst letzte Woche habe ich von dem eher unkonventionellen „Über“ berichtet. Ich sag nur „Nazis mit Superkräften“ und ihr wisst, was ich meine. Verantwortlich dafür war der Autor Kieron Gillen, der sich mit seinem Stoff an die für solche Releases bekannten Avatar Press wandte. Nun könnte man meinen, der gute Mann sei thematisch generell umtriebig, aber mit dieser Review sollte wohl das Gegenteil bewiesen sein.

Er ist für einen weiteren „Star Wars“ Release aus dem Hause Marvel bzw. Panini Comics verantwortlich. Genau genommen geht es um unseren asthmatischen Lieblings-Bösewicht „Darth Vader„, der seinen Namen für den Titel dieser Mini-Serie zur Verfügung gestellt hat.

Die Handlung setzt kurz nach der Zerstörung des ersten Todessterns ein und wie soll es anders sein, wenn man seinem Job nicht richtig macht: Der Chef ist eher das Gegenteil von zufrieden. Genau so läuft es auch vor einer langen Zeit, in einer weit entfernten Galaxis ab. Unser Hauptprotagonist ist nämlich in Ungnade beim Imperator gefallen, als er Luke Skywalker bei seiner Mission nicht aufhalten konnte. Da Darth Sidious darüber hinaus nicht dafür bekannt ist einfühlsam zu sein, übergibt er in der Folge einen Großteil der Aufgaben Vaders an den Großgeneral Tagge. Wir kennen jedoch den dunklen Lord zu genüge, um zu wissen, dass dieser so etwas nicht auf sich sitzen lässt. Auf dem Weg zur seinen Rehabilitierung unternimmt er im Laufe der Geschichte Reisen auf die Planeten, die Anakin Skywalker geprägt haben. Ob Tatooine oder Geonosis, überall gibt es kleine Rückblenden auf Ereignisse, die aufzeigen, dass der Lord trotz seines grenzenlosen Hasses einen menschlichen Kern besitzt.

Dabei begegnet er neben den uns schon aus den Filmen bekannten Figuren wie Jabba, samt seinen Palastbewohnern oder Jango Fett auch eine Vielzahl an neuen Charakteren, die so sicherlich nie einen Platz auf der großen Leinwand bekommen hätten, die Atmosphäre in bebilderter Form aber bereichern. Zum Beispiel findet Darth Vader in der jungen Doktor Aphra eine temporäre Verbündete, die dem Leser mit der Aktivierung zweier Killer-Droiden eine neue Facette des vorliegenden Universums bietet. Die zwei sind nämlich nicht irgendwelche namenlose Blechkisten, sondern eine Art böse Version einer R2-Einheit und eines Protokolldroiden. Im Endeffekt sehen wir, was passiert wäre, wenn das Duo vom Imperium in Beschlag genommen wäre. Immer noch irgendwo drollig und bisweilen höflich, aber immerzu für einen Mord bereit. Ein sehr schöner Gag, der immer wieder auch in die Weiterführung der Story eingespannt wird und mehr als Zierde ist um Fanboys zu befriedigen.

Ansehnlich in Bild-Form umgesetzt hat es der umtriebige Salvador Larroca, der bis dato so gut wie jeder Figur aus dem Marvel-Universum auf seinem Zeichentisch hatte und aufgrund der guten Arbeit immer noch vom Verlag kontinuierlich mit Aufträgen versorgt wird. Sein unaufgeregt realistischer Stil harmoniert dabei nicht nur in ruhigen Momenten, sondern auch bei actiongeladenen Sequenzen, aus denen die Erfahrung im Superhelden-Genre spricht. Alles in allem wird künstlerisch das Rad nicht neu erfunden, aber es bleibt eine solide Arbeit, die angenehm aufgenommen wird und die Story sogar stützt.

In diesem Sinne handelt es sich bei „Star Wars – Darth Vader“ zwar um keine legendäre Story, über die man sich in den entsprechenden Foren die Münder fusselig reden wird, aber aufgrund der vielen Verweise auf die Zelluloid-Vorlagen ist es ein Leckerbissen für jeden Fan und eine schöne Ergänzung zu den anderen Sachen aus dem neuen Marvel-Run.

 

Über: Das letzte Aufgebot – Band 1

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Die Kenner unter euch haben schon sicherlich von dem Verlag Avatar Press gehört. Regelmäßige Besucher meines Blogs kennen ihn zumindest über die Besprechung des großartigen „Rover Red Charlie„. Es ist im Endeffekt die Heimat all jener kreativen Geister, die primär ihr Werk und nicht die Reaktion der Leser und Kritiker vor Augen haben. Daher haben sich schon Größen wie Alan Moore hier eingefunden um eher unkonventionelle Veröffentlichungen wie „Neonomicon“ auf den Markt zu werfen. Den meisten deutschen Lesern sollte hierbei „Crossed“ von Garth Ennis etwas sagen. Eine Reihe, die auch aufgrund ihrer expliziten Cover gerne mal geschwärzt in der Panini Preview zu bewundern ist.

Nun kommt der nächste Streich aus diesem Hause und trägt den Namen „Über„. Klingt deutsch? Das ist richtig und hat einen Grund. Es handelt sich bei der Story um eine Art „Elseworld“-Geschichte in den letzten Atemzügen des zweiten Weltkriegs. Es ist Ende April, 1945 und die sowjetischen Truppen sind im Begriff Berlin einzunehmen. Deutschland ist endlich geschlagen und Hitler steht kurz davor sich seine braune Suppe aus dem Kopf zu blasen. Soweit, so bekannt. Nun kommt der Punkt, der alles ändert. Ähnlich der Theorie was passiert wäre, wenn die Nazis zuerst die Atombombe gehabt hätten, bringt der Autor Kieron Gillen die sogenannten „Panzermenschen“ und humanoide „Schlachtschiffe“ in Stellung. Richtig gehört: Es geht um Nazis mit Superkräften, die als letzter Streich gegen die Alliierten geführt werden und damit den Lauf der Geschichte deutlich verändern. Als dann jedoch eine Agentin, die am Projekt der Supermenschen mitgearbeitet hat, sich nach Großbritannien absetzt und Churchhill dazu überredet auf die selbe Taktik zu setzen, geht der Kampf erst richtig los.

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Und genau hier verläuft der im Vorwort der Ausgabe genannte schmale Grat zwischen Experiment und Trash, aber seien wir ehrlich: Wie viel Anspruch kann eine Serie mit sich bringen, die das weiter oben genannte Thema behandelt? Das einzige worauf man bei der Herangehensweise an so ein Projekt achten muss, ist die potentielle Glorifizierung der Faschisten zu unterbinden. Offensichtlich war das Gillen auch bewusst, denn vor jedem Kapitel bzw. US-Heft gibt es einen einleitenden Text, der die Angst bei den falschen Leuten auf Zuneigung zu stoßen widerspiegelt. Diese braucht er aber definitiv nicht zu haben. Die Protagonisten werden als die Fanatiker dargestellt, die sie waren. Machtbesessene Monster, denen ein Menschenleben gerade mal so viel Wert ist, wie das Ergebnis, dem der Tod vorausgeht. Wenn da jemand Sympathien entwickeln würde, sollte man dieser Person den schnellsten Weg in die Klapse oder einen Ausflug in die nächste KZ-Gedenkstätte spendieren.

Nun könnte man argumentieren, dass es pietätlos sei über diese Zeit in der Form zu berichten und sie dem Entertainment zuliebe zu verfälschen. In diesem Zusammenhang sollte man sich aber bewusst werden, dass selbst schrecklichste Ereignisse früher oder später der Popkultur zugeführt werden. Insbesondere in der sich heute rasant entwickelnden Gesellschaft ist es nicht verwunderlich, dass auch Themen angegangen werden, die noch lebende Menschen miterlebt haben. Solange eine Distanz gewahrt wird, die die Figuren nicht zu Helden stilisiert, muss man das aushalten können.

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Aushalten wäre im Fall von „Über“ aber übertrieben. Es ist tatsächlich eher so, als würde man einen guten B-Movie ansehen, der die Handschrift eines Regisseurs wie Tarantino tragen könnte. Weniger Tiefe, Anspielungen und Genialität, die Richtung ist jedoch klar: Gewaltorgien und perverse Experimente auf allen paar Seiten wissen gut zu unterhalten ohne, dass man sich realer Gewalt oder bestimmten Ideologien zugehörig fühlen muss. Selbst wenn historische Personen auftauchen, wirkt es nicht wie eine „was-wäre-wenn“-Geschichte, sondern gibt dem Ganzen noch etwas mehr Würze. Wer würde es nicht feiern, eine der NS-Größen im Comic aufgeknüpft zu sehen?

Passend zur Atmosphäre und dem Inhalt wurde Canaan White als Zeichner angestellt. Mit seinem zum Genre passenden Stil, der plastisch von klassischen Panels bis zu Seiten füllendem Schlachtgetümmel reicht, setzt er Figuren und Hintergründe so um, wie sie sich gehören. Selbstverständlich findet man übernatürlich gestählte Körper, aber der Rutsch in irgendwelche schrägen Karikaturen bleibt nachvollziehbar (und glücklicherweise) aus. Whites Stil kann man zwar dementsprechend als „gewöhnlich“ bezeichnen, aber genau das ist der Punkt, der die Story trägt, ohne alles zu einer reinen Gewaltorgie verkommen zu lassen, die den Inhalt in den Hintergrund rückt. Dieser ist zwar nicht sonderlich komplex, aber trotzdem unterhaltsam. Man möchte wissen wie es weitergeht, was die Nazis für Trümpfe in der Hinterhand haben und wie die Alliierten ihnen einen Riegel vorschieben können. Alles in allem also wie ein Trash-Movie-Abend mit Kumpels und Bier.

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Ob das dem eigentlich ernsten Thema gerecht wird, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn aber jemand „Inglourious Basterds“ ansehen konnte, ohne Schnappatmung zu bekommen, der wird auch hier auf seine Kosten kommen. Am Ende bleibt der Fakt, dass es einer dieser Releases ist, den man objektiv höchstens von der Machart beurteilen kann. Ich für meinen Teil fand „Über – Das letzte Aufgebot“ sehr unterhaltsam und freue mich auf die Fortsetzung, die hoffentlich auch ihren Weg nach Deutschland findet.

Star Wars – Chewbacca

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Trotz des Umstands, dass mit dem Release des siebten Star Wars-Films „Das Erwachen der Macht“ das sogenannte Expanded Universe für nichtig erklärt wurde, befriedigt Marvel bzw. Panini Comics immer noch den Hunger der Fans nach Geschichten außerhalb der Kinoleinwand. So begann mit der Storyline „Skywalker schlägt zu“ ein gänzlich neues Kapitel im Bereich der Comics, welches mit immer mehr Auskopplungen weiter gesponnen wird. Dabei handelt es sich aber nicht, wie man eventuell vermuten könnte, um Ereignisse nach der Original Trilogie, sondern oftmals um Nebenstränge, die ein neues Licht auf bekannte Ereignisse werfen.

Dazu gehört definitiv auch „Chewbacca“ von Gerry Dugan („Deadpool“, „Hulk“) und Phil Noto (der gefeierte Zeichner von „Black Widow“). Beide lassen den pelzigen Co-Piloten von Han Solo nach der Schlacht von Yavin (also nach dem Erstling von 1977) auf einem vom Imperium okkupierten Planeten stranden. Dort versucht er zunächst sein Schiff flugfähig zu machen um sich wieder der Rebellion anzuschließen. Dabei hat er aber die Rechnung ohne das Mädchen Zarro gemacht, dem die Flucht aus der Sklaverei gelang. In diese musste sie sich mit ihrem Vater begeben um angebliche Schulden bei einer zwielichtigen Gestalt zu begleichen, die eine Mine zum Abbau organischen Materials für Blaster betreibt. Um ihren Vater zu retten braucht die Kleine aber natürlich Hilfe, die sie bei unserem Lieblings-Wookie sucht.

Da Chewbacca einst selbst ein Sklave war (wovon wir in Rückblenden erfahren), stimmt er nach anfänglichem Zögern zu und macht sich mit Zarro bereit zum Angriff. Doch als das Imperium plötzlich auftaucht, wird die Sache doch etwas komplizierter als gedacht…

Gerry Duggan schafft es diesen Plot trotz der offensichtlichen Einschränkungen in Bezug auf Chewies Gesprächsmöglichkeiten einen unterhaltsamen Plot zu spinnen, der zwar keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt, aber trotzdem zu unterhalten weiß. Vor allem Verweise auf die Kontinuität lassen Star Wars-Fans regelmäßig strahlen. Zum Beispiel wird endlich geklärt warum der Hauptprotagonist bei der Zeremonie am Ende von „Eine neue Hoffnung“ keine Medaille um den Hals trägt. Das müsst ihr aber schon selbst raus finden, damit ich hier keine Spoiler posten muss! 😉

Phil Notos tut sein Übriges um die Stimmung in gewohnt hochklassige Panels umzusetzen. Das besondere ist jedoch, dass ihm durch Chewbaccas im Normalfall nonverbale Kommunikation ebenfalls die Rolle eines Autoren zukommt, der in Bildern die Gefühlslage oder Aussage der Figur vermitteln muss. Das schafft er entsprechend seines Niveaus mit Bravour und setzt parallel angenehm sanfte Farbelemente ein, die das gesamte Werk etwas von der Masse der Franchise-Veröffentlichungen abheben.

Als Fazit kann man daraus ziehen, dass diese abgeschlossene Mini-Serie vermutlich keine allzu großen Spuren hinterlassen wird, da die Handlung doch etwas beliebig erscheint, aber dabei trotzdem nie langweilig wird. Insbesondere die erwähnte Aufklärung um eine seit Jahrzehnten gestellte Frage, sollte vermutlich für viele Fans die Kaufentscheidung erleichtern. Es ist in diesem Sinne kein Must-Have aber durchaus eine tolle Ergänzung für den geneigten Sammler!

Batman Megaband 2 – Über den Dächern von Gotham

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Ich bekomme öfter zu hören, dass die Welt bestimmter Comic-Figuren inzwischen so groß und kompliziert geworden ist, dass das Eintauchen in die Geschichten schlichtweg unmöglich sei. Paralleluniversen, vertrackte Beziehungen und Überschneidungen zu anderen Serien tun ihr Übriges um potentielle Leser zu verschrecken. Als langjähriger Fan genießt man zwar, dass eine Welt aufgebaut wird, die über das hinausgeht, was das weitläufige Klischee dieser Kunstform bietet, aber neue Anhänger gewinnt man damit nicht.

Glücklicherweise gibt es aber immer wieder Ausnahmen, die sowohl Kenner der Materie als auch Neueinsteiger erfreuen. So verhält es sich zum Beispiel mit dem zweiten „Batman Megaband“ mit dem Titel „Über den Dächern von Gotham“ von Panini Comics Deutschland. Hier kann man komplett ohne Vorwissen loslegen und sich die gelungene Mischung aus Action und Grusel einverleiben. Grusel? Ja, richtig gehört! Die 12 in sich abgeschlossenen Storys bieten auf über 300 Seiten teilweise ziemlich starken Tobak. Themen wie Kannibalismus oder Kindesmissbrauch wurden im Laufe der letzten Jahre zwar ab und zu angeschnitten, aber in so einer expliziten Form habe ich sie zumindest in Gotham City nie gesehen. Diesen Punkt verbuche im Übrigen unter einem positiven Aspekt! Die düstere Grundstimmung des Charakters wird durch solche Tricks im Bereich Storytelling umso mehr unterstrichen. Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall froh, dass seit den 80er Jahren ein gewisser Trend zur dunklen Seite des Menschen (mit einigen Ausnahmen) zu einem Standard umfunktioniert wurde.

So werden zum Beispiel Geschichten wie „Ohne Sünde“ primär Batmans Beinamen „Mitternachtsdetektiv“ gerecht, die eine spannende Krimi-Handlung ausbreiten und den Leser bis zum Schluss im Unklaren um die Absichten der einzelnen Figuren lassen. Ein weiteres Highlight wäre „Anpassung“. Auf wenigen Seiten tauchen wir in ein „was wäre wenn“-Szenario ein, welches direkt Bezug auf die Ereignisse um „The Killing Joke“ macht und ein mehr als überraschendes Ende bereit hält. Trotzdem gibt es Momente, die aus den dunklen Wolken heraus brechen und die Stimmung etwas auflockern können. Zum Beispiel gibt es entsprechend der titelgebenden Figur in „Dr. Quinns Diagnose“ Momente zum schmunzeln und mit „Ich hasse es, wenn er das macht“ einen kleinen Ausflug in Bruce Waynes Reisen als Jugendlicher auf der Suche nach sich selbst.

In diesem Sinne liegt mit dieser Auswahl aus der „Legends of the Dark Knight“-Reihe ein gelungener Cocktail vor, der jedem schmecken sollte, der sich auf den dunklen Rächer einlassen möchte oder schon mit ihm verbunden ist. Es gibt kaum Hänger und optisch keinen Totalausfall, was natürlich auch an den hochkarätigen Machern wie Rafael Albuquerque, Tim Seely, Peter Milligan, Tom Mandrake oder Charles Soule liegt.

Als Fazit sehe ich keinen Grund bei diesem dicken Schmöker nicht zuzugreifen und freue mich persönlich auf den nächsten Release aus der Megaband-Reihe!

Neue Harry Potter-Geschichten im Herbst!

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©Pottermore

Wie über Pottermore, der offiziellen Plattform rund um den beliebtesten Zauberlehrling der Welt verkündet wurde, erscheinen im Herbst ganze drei Kurzgeschichten-Sammlungen exklusiv als eBooks!

Im Detail finden wir ab dem 6. September folgendes:

Hogwarts: An Incomplete and Unreliable Guide

Hier taucht man in die Zauberschule Hogwarts und ihre Eigenarten ein. So erfahren wir mehr über die Hausgeister oder was passiert, wenn der sprechende Hut sich nicht für eine Zuteilung entscheiden kann.

Short Stories from Hogwarts of Power, Political and Pesky Poltergeists

Es werden die dunklen Wurzeln der Zauberwelt erforscht. Genau genommen werden die Schwierigkeiten beleuchtet, denen sich das Zauberministerium stellen musste. Außerdem werden die Schrecken von Azkaban beschrieben und ein komplett neues Kapitel um Horace Slughorn eingeführt.

Short Stories from Hogwarts of Heroism, Hardship and Dangerous Hobbies

Schlussendlich finden wir eine Geschichte um den Lehrer für die „Pflege magischer Geschöpfe“ Silvanus Kettleburn, sowie eine Abhandlung über Minerva McGonagall und ihre Beteiligung am zweiten Zauberkrieg.

Na, wer holt sich auch gleich am ersten Tag das gesamte Paket? 🙂