Black Hammer: Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung

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Endlich ist es soweit und nach gut 1 1/2 Monaten, die sich wie eine Ewigkeit angefühlt haben, bin ich wieder da und kann euch mit Rezensionen versorgen. Für all jene, die sich gewundert haben sollten, wieso sich diese recht große Lücke zwischen den Beiträgen aufgetan hat, dem sei gesagt, dass ein Staatsexamen leider doch etwas mehr Vorbereitungszeit verschlingt, als da wäre, um nebenbei Comics zu besprechen. Nun ist der Alptraum jedoch vorbei und der Wiedereinstieg in mein liebstes Hobby wird sogleich mit einem richtigen Leckerbissen versüßt, der schon seit gut einem Monat hier liegt und besprochen werden will: „Black Hammer: Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung“ aus dem Splitter Verlag.

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Fleißige Leser meines Blogs wissen längst, dass ich ein großer Fan des immer größer werdenden Universums aus Jeff Lemires Feder bin und auch den Spin-Offs ständig entgegen fiebere, zu denen auch der hier zu besprechende Band gehört. Erstaunlicherweise handelt es sich nach „Sherlock Frankenstein & die Legion des Teufels“ schon um die zweite Auskopplung und damit einen Gleichstand zu der regulären Reihe mit „Vergessene Helden“ und „Das Ereignis„. Im Gegensatz zu anderen Veröffentlichungen mit verzweigtem Release-Muster, ist jedoch das „Black Hammer„-Universum so sehr ineinander verzahnt, dass man bei der Lektüre der zusätzlichen Geschichten das Gefühl hat, nicht in die Breite, sondern in die Tiefe der Handlung einzusteigen.

Das ist auch diesmal in der rührenden Story um den Helden „Doctor Star“ gelungen, der zunächst als Dr. Jim Robinson in den 1940er Jahren wortwörtlich daran arbeitet nach den Sternen zu greifen. Währenddessen sitzt seine Frau Joan daheim mit dem gemeinsamen Kind Charlie und hofft auf emotionale und greifbare Unterstützung, die der vollkommen auf seine Arbeit fokussierte Jim zu keinem Zeitpunkt bieten kann und damit fast wie in Zeitlupe sein Familienleben gegen die Wand fährt.

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Auf der anderen Seite feiert er immer größere Erfolge seiner Forschung, die schon nach kurzer Zeit Regierungsmitarbeiter auf den Plan rufen, die nicht ganz uneigennützig ihre Hilfe anbieten: Sie wollen im Gegenzug für finanzielle Spritzen, seine Erkenntnisse für den Bau einer Waffe nutzen und stürzen Jim damit, nachdem er zustimmt, in einen Arbeitswahn, der ihm schlussendlich die Macht beschert, eine sogenannte „dimensionale Membran“ zu durchbrechen. Dieser Vorstoß gibt ihm nun die Macht, die von ihm so heiß geliebte Energie der Sterne einzufangen. Durch diesen Schritt gelingt es ihm unvorstellbare Kräfte über Raum und Zeit zu gewinnen und dadurch zu einer personifizierten Verneigung vor Alan Moores Dr. Manhatten („Watchmen„) zu werden, dessen Geburt offensichtlich durch einzelne Panels zitiert wird. Genauso wie das erwähnte Original, schließt sich nun Dr. Star den zu dem Zeitpunkt aktiven Superhelden an, um sowohl auf der Erde, als auch in anderen Galaxien für Recht und Ordnung zu sorgen. Dabei vergisst er aber nicht nur seine Pflichten als Vater und Ehemann, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch die Zeit, die wie ein Bumerang mit ihrer Erkenntnis der Unumkehrbarkeit auf den Helden zurückzufliegen scheint. Wie sich diese äußert, muss der geneigte Leser dann aber selbst für sich herausfinden, denn wie all die anderen „Black Hammer„-Releases, lebt auch der vorliegende Band von Überraschungen, ungewöhnlichen Charakteren und mit menschlichen Tragödien verbundene Verneigungen vor den großen Titeln der Comic-Historie.

Diese dadurch entstehende emotionale Achterbahnfahrt aus Familiendrama und Action, die nur wenige Autoren wie Lemire beherrschen, wird dabei mit visueller Wucht durch Max Fiumara (u.a. „Abe Sapien„) in Szene gesetzt, der es schafft sowohl fulminante Action-Sequenzen, als auch stille Momente der intimen Trauer einzufangen und damit den Charakteren, die er porträtiert auf jeder Ebene gerecht zu werden. Einen nicht geringen Anteil daran hat auch der Kolorist Dave Stewart, der durch seine vorangegangene Arbeit an der Hauptreihe schon den Fans ein Begriff sein sollte und seinen Ruf mit „Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung“ nun weiter zu festigen weiß.

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Dabei ist es eigentlich erstaunlich, dass die einzelnen Elemente der Geschichte für sich genommen das Rad nicht neu erfinden und trotzdem in ihrer Gesamtheit überzeugen. Durch die Kombination der an sich so unterschiedlichen Genres gelingt es dem Kreativ-Team um Lemire eine Handlung zu spinnen, die von der ersten bis zur letzten Seite unter die Haut geht und noch lange in Verstand und Herz nachhallt. Ich kann bloß immer wieder in diesem Zusammenhang betonen, dass „Black Hammer“ eine der qualitativ besten Comic-Reihen der letzten Jahre darstellt. In diesem Sinne kann ich garnicht anders, als mich jetzt schon auf die angekündigten zwei Bände der Haupt-Storyline mit den Titeln „Age of DoomTeil 1 und 2, sowie das dritte Spin-Off „The Quantum Age“ (der deutsche Titel steht noch nicht final fest) zu freuen wie auf ein zweites Weihnachten. Bis dahin kann ich jedem von euch empfehlen „Black Hammer: Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung“ beim Händler eures Vertrauens zu ordern. Ihr werdet es nicht bereuen!

Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung 
Verlag: Splitter Verlag 
Erschienen am: 01.01.2019
Autor: Jeff Lemire 
Zeichner: Max Fiumara
Format: Hardcover 
Seitenzahl: 128
Preis: 19,80 EUR

Hit-Girl in Kolumbien

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Leser von ZOMBIAC wissen schon seit geraumer Zeit, dass ich ein großer Fan von Mark Millar und seinem anarchischen Output bin. Allem voran ist den meisten wohl das „Kick-Ass„-Universum bekannt, dass vor einiger Zeit inhaltlich einen neuen Anstrich bekommen hat, während das Kreativ-Team aus Millar und John Romita Jr. beibehalten wurde. Auch ein eigenes „Hit-Girl„-Spin-Off im gleichen Stil ist vor einigen Jahren erschienen, doch auch hier wurde die Story nicht weitergegeben. Nun ist es aber endlich soweit und Mindy, so der bürgerliche Name des „Hit-Girls„, ist zurück und wird diesmal visuell Ricardo Lopez Ortiz in Szene gesetzt und von Millar inhaltlich nach Kolumbien geschickt.

Hier schließt sich die neue Story direkt an die vorangegangene Handlung des Originals an. Von ihrem Vater zur brutalen Rächerin und regelrechten Kampfmaschine erzogen, sucht Mindy nach einem neuen Sidekick, nachdem „Kick-Ass“ das Superheldendasein hinter sich gelassen hat. Diesen hat sie, zumindest laut eigener Ansicht, in „Mano“ gefunden. Der junge Mann ist als bester Killer eines kolumbianischen Kartells bekannt, dessen Fähigkeiten Mindy zu imponieren scheinen. Daher wählt sie ihn aus und zwingt ihn mit ein wenig „explosivem“ Nachdruck, mit ihr gemeinsam seine ehemaligen „Kollegen“ zu eliminieren…

Wie man sieht, bleibt die Serie ihrer verrückten Basis treu, doch durch den neuen Zeichner Ricardo Lopez Ortiz bekommt das Ganze einen erfrischenden Spin.  Die fast schon an abgedrehte Anime-Filme erinnernden Splatter-Szenen und die übertriebene Mimik der Figuren entfesseln eine Dynamik, die man in der Form bei „Kick-Ass“ noch nicht gesehen hat. Selbst in Bezug auf Gewalt scheint man hier eine Schippe drauf gelegt zu haben. Das Blut und die Gedärme spritzen, als wollte man sich selbst beweisen, dass man 2018 noch schockieren kann.

Und trotz des neuen visuellen Ansatzes in diesem Sammelband, kommt auf jeder Seite das von den Fans geliebte, völlig absurde Feeling auf, dass der Reihe seit jeher eigen ist. Dabei ist „Hit-Girl in Kolumbien“ nur der erste Auftakt zu vielen weiteren weltweiten Ausflügen, bei denen die Figur in die Hände komplett neuer Kreativ-Teams übergeben wird. Als nächstes verschlägt es Mindy zum Beispiel nach Kanada und wie der Zufall es so will, nimmt der kanadische Superstar Jeff Lemire auf dem Autorenstuhl Platz und der nicht minder legendäre Eduardo Risso (im Übrigen Gast des kommenden Comicfestivals München) schwingt den Zeichenstift, um unsere Heldin(?) auf ihren nächsten Kreuzzug gegen böse Jungs zu schicken.

Bis dahin kann ich jedoch jedem empfehlen sich auf ihre nächsten Abenteuer mit dem aktuellsten Streich von Mark Millar einzustimmen.

Hit-Girl in Kolumbien
Verlag: Panini Comics 
Erschienen am: 18.12.2018 
Format: Softcover 
Seitenzahl: 116
Preis: 14,99 EUR

Green Lantern – Erde Eins (Bd. 1)

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Die „Erde Eins„-Bände von Panini Comics bzw. DC sind schon seit längerer Zeit ein Garant für herausragende Geschichten, bei denen sich Künstler und Autoren austoben können, ohne auf die Kontinuität der nebenher erscheinenden Heft-Serien zu achten. Der Grund dafür liegt im Konzept des Multiversums, welches sich beide großen Superheldenverlage angeeignet haben. Daher ist der Nebentitel „Erde Eins„, der schon Geschichten von Batman, Superman und Wonder Woman zierte, wörtlich zu nehmen. Die Handlung spielt sich bei all diesen Charakteren auf dem uns bekannten Planeten ab, jedoch haben viele Biographien anders begonnen und damit auch eine andere Zukunft, als die uns schon seit Jahren bekannten Versionen.

Nachdem also die schon erwähnte „Dreifaltigkeit“ der Superhelden-Riege ihre eigenen Bände spendiert bekommen hat, ist es nun an der Zeit Green Lantern neu interpretiert zu sehen. Diesmal ist dafür das Ehepaar Corinna Bechko und Gabriel Hardman verantwortlich, welches Hal Jordan statt in die Uniform eines Air Force Piloten, in die eines Astronauten packt, der seine Brötchen damit verdient, auf unterschiedlichsten Himmelskörpern nach Bodenschätzen zu suchen, die auf der Erde gebraucht werden.

Als Jordan auf einer seiner Missionen auf einem Asteroiden landet, um auch diesen zu plündern, stößt er nichtsahnend auf das Wrack eines Raumschiffs, dass sogar noch die Leiche des Piloten beinhaltet. Das ist natürlich nicht alles, denn hier folgt schon eine kleine Parallele zur „original“ Geschichte. Der verendete Außerirdische hat nämlich einen grünen Ring bei sich, der sich als mit seltsamen Kräften ausgestattet erweist, nachdem ein aus dem nichts auftauchender Roboter von ihm spektakulär abgewehrt wird. Damit fängt die Beziehung zwischen Ring und Träger und damit auch die eigentliche Story von Green Lantern an.

In diesem Sinne garnicht mal so weit entfernt von der ursprünglichen Vorlage und damit auch tonangebend für den Rest des Bandes. Zwar ist die düstere Visualisierung von Hardman eine wahre Augenweide, aber inhaltlich wird man leider nur oberflächlich unterhalten. Das wäre zwar im Vergleich zu anderen Releases immer noch nicht schlecht, aber im Rahmen der „Erde Eins„-Veröffentlichungen siedelt sich Green Lantern etwas weiter unten an. Das liegt primär an der Austauschbarkeit und den fehlenden Überraschungsmomenten innerhalb der Handlung, als auch an den etwas blassen Charakteren. Zwar ergibt sich eine schöne Science-Fiction-Story mit Superhelden-Einschlag, aber bei weitem nicht das, was man bei der gegebenen Freiheit erwarten würde.

Daher würde ich sagen, dass „Green Lantern: Erde Eins“ für Sammler definitiv eine Anschaffung wert ist. Auch Leser, die ungezwungener Unterhaltung nicht abgeneigt sind, würden bei einem Kauf keinen Fehler machen. Diejenigen aber, die mit hohen Erwartungen an die Sache herangehen, sollten zumindest vor dem Kauf ein paar Seiten durchblättern. In jedem Fall erwartet alle Interessenten eine solide Geschichte, die auch nicht mehr als das sein möchte.

Green Lantern - Erde Eins (Bd. 1)
Verlag: Panini Comics 
Erschienen am: 16.10.2018 
Format: Softcover 
Seitenzahl: 148 
Preis: 16,99 EUR

[Rezension] Weihnachtsgeschichten bei Panini Comics

Die besinnliche Weihnachtszeit ist schon im vollen Gange. Die Straßen der Städte sind geschmückt, die ersten Weihnachtsbäume sind aufgestellt und der Glühwein auf den Christkindlmärkten fließt in Strömen. Natürlich ziehen thematisch passend auch einige Verlage mit und bringen Veröffentlichungen auf den Markt, die dann zeitnah unter den Christbaum gelegt werden sollen.

Panini Comics ist tatsächlich erst im zweiten Jahr dabei, nachdem sie schon Ende 2017 mit „Weihnachten mit den DC Superhelden“ bei den Fans vorgefühlt hatten. Der Erfolg bestätigte die Vermutung um eine Nachfrage nach genau solchen Titeln und der Weg für weitere Releases wurde schließlich frei. Diesmal beschränkte man sich sogar nicht nur auf den dunklen Ritter und seine mit Superkräften ausgestatteten Kompagnons, sondern spendierte auch der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft, samt den Avengers einen eigenen Band.

Batman und die Justice League: Weihnachtsgeschichten

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Beim DC-Ableger umrahmt schon wie beim letztjährigen Vorgänger eine Story die zahlreichen Geschichten, die sich diesmal fast komplett aus den „DC Holiday Specials“ aus den Jahren 2009 und 2017 speisen. Nachdem Harley letztes Mal den Leser als Ankerpunkt zu Anfang begrüßte und zum Schluss verabschiedete, ist diesmal Superman an der Reihe, der als Clark Kent in einer Bar eine Diskussion mit dem grimmigen John Constantine führt. In dieser zweifelt der Mann aus Stahl daran, die Welt wirklich vom Übel befreien zu können, bis der Barkeeper des Etablissements in das Gespräch einschreitet und damit die Vorlage für die kommenden 11 Storys bietet, die sich allesamt um das Fest der Liebe drehen, aber immer einen anderen Charakter zum Träger der jeweiligen Geschichte haben. Darunter befindet sich natürlich die Crème de la Crème des DC Universums wie Batman, Flash oder Wonder Woman. Doch auch die Helden aus deer zweiten Reihe wie Huntress, die Doom Patrol oder die Teen Titans können sich präsentieren und damit unter einem gemeinsamen Thema die gesamte Bandbreite des Verlags darstellen. Alles in allem handelt es sich also um ein ähnlich leichtes Stück grafische Literatur, wie letztes Mal und damit ein schönes Geschenk für Fans, die eh schon alles haben und für Einsteiger, die die Figuren erstmal kennenlernen wollen.

Spider-Man und die Avengers: Weihnachtsgeschichten

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Bei der Marvel-Version findet man zwar ein ähnliches Konzept im Sinne des Themas, der Aufbau ist jedoch ein etwas anderer. im Gegensatz zu DC findet man zum Beispiel nur drei Geschichten, von denen nur die erste dem „Marvel Holiday Special 2005“ entnommen wurde und sich um eine Weihnachtsfeier bei Dr. Strange dreht, bei der das „who is who“ der Superheldenriege aufschlägt. Die besinnliche Atmosphäre wird jedoch recht bald von einem etwas seltsamen Santa Claus gestört.

Mit „Harte Zeiten in Forest Hills“ bekommt der Leser sogar einen richtigen Klassiker serviert, der im Jahr 1989 vom legendären Todd McFarlane gestaltet wurde. Hier werden Peter aka Spider-Man und Mary Jane am Vorweihnachtsabend aus ihrer Wohnung geworfen und müssen  sich um eine neue Bleibe kümmern, während der Netzschwinger parallel ein paar böse Jungs zur Strecke bringen muss.

Den Abschluss bildet „Weihnachtliches Remmidemmi“ von Darwyn Cooke und Jay Bone, dass ein zuckersüß bebildertes Abenteuer in der Nacht vor Weihnachten darstellt, in dem nicht nur der Wandkrabbler, sondern auch die Fantastic Four involviert sind.

Auch hier wird vom Leser kein Vorwissen um Handlung und Figuren verlangt. Daher macht man definitiv nichts falsch, wenn man auch diesen Band seinen Nächsten unter den Baum legt oder den Nachwuchs mit ein paar Superhelden-Geschichten überrascht, die entgegen dem Zeitgeist auch ohne explizite Gewalt auskommen, aber mit ganz viel Herz.

Batman und die Justice League: Weihnachtsgeschichten
Verlag: Panini Comics 
Erschienen am: 09.10.2018 
Format: Hardcover
Seitenzahl: 100
Preis: 14,99 EUR
Spider-Man und die Avengers: Weihnachtsgeschichten
Verlag: Panini Comics 
Erschienen am: 09.10.2018 
Format: Hardcover
Seitenzahl: 100
Preis: 14,99 EUR

[Rezension] Walt Disneys Mickey Mouse: Die ultimative Chronik (TASCHEN)

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Wie Bob Iger, seines Zeichens CEO bei Disney, es treffend formuliert hat, gibt es nur noch sehr wenige Menschen, die von sich behaupten können, dass sie in eine Welt ohne Mickey Mouse hineingeboren wurden. Das ist keine übertriebene Aussage, sondern Fakt, wenn man bedenkt, dass der berühmteste Nager der Welt inzwischen 90 Jahre alt ist. Während dieser unglaublich langen Zeitspanne ist so einiges passiert. So hat sich nicht nur die visuelle Aufmachung der Figur, sondern auch ihr Verhalten grundsätzlich verändert, während im Hintergrund die Entertainment-Maschinerie um Disney zu einem Konzern mutierte, dessen Output jedermann bekannt ist. Kein Wunder, dass es Erhebungen gibt, nach denen Mickey Mouse in manchen Teilen der Welt berühmter ist, als der Weihnachtsmann.

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Daher ist es nur Folgerichtig dieses Jubiläum zu nutzen und eine Rückschau der gesamten Geschichte dieser Figur zu präsentieren. Und welche Verlag eignet sich dafür besser, als TASCHEN? Das Haus, welches uns schon seit Dekaden mit Kunstbänden in jeder Größenordnung und Preisklasse, bei gleichbleibend hoher Qualität versorgt und dabei thematisch keine Grenzen kennt, hat mit „Walt Disneys Mickey Mouse: Die Ultimative Chronik“ die Messlatte schon im Titel vorweggenommen. Auf sage und schreibe 496 Seiten im riesigen XXL-Format, wird der Leser mit einer Fülle an Informationen versorgt, die es so noch nicht gegeben hat.

Aufgeteilt in drei Entwicklungsphasen wird die Geschichte zunächst eng an der Biografie Walt Disneys orientiert, der mit einer anderen Tierfigur (Oswald the Lucky Rabbit) an seinem Durchbruch feilte, diese jedoch über Verwerfungen verlor und mit Mickey Mouse zunächst nur an eine Notlösung geriet, die sich jedoch in kürzester Zeit als wahrer Glücksgriff erwies. Nach einer relativ kurzen Orientierungsphase, in der der Charakter Form und Innenleben entwickelte, platzte mit „Steamboat Willie“ (1928) als erster vertonter Trickfilm eine popkulturelle Bombe, die bis heute nachhallt und seit geraumer Zeit sogar im Vorspann von Disney-Produktionen angeteasert wird (das berühmte Pfeifen der Melodie).

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Wie besonders die Einführung der Mickey Mouse war, zeigt sich schon in den ersten Jahren nach ihrer Entstehung. Eine heißlaufende Merchandise-Produktion, eine weltweite Expansion und Ehrungen, die man einer fiktiven Figur nie zuvor zugestanden hatte (sogar mit einer Figur im Wachsfigurenkabinett von Madame Tusseauds) wären nur als einige der Auswirkungen zu nennen. Diese machten es absehbar, dass Disney nicht nur einen kurzlebigen Geistesblitz hervorgebracht, sondern den Kulturbetrieb als solchen nachhaltig verändert hat.

Selbst als die klassischen Trickfilme in Spielfilmlänge die kurzen Abenteuer der Disney-Aushängeschilder wie Mickey und Donald in den Kinosälen ablösten, blieb die Maus gleichsam ein Synonym für ihren Erfinder. Nun war auch der Zeitpunkt dafür gekommen andere Medien in Beschlag zu nehmen, die heutzutage nicht mehr wegzudenken sind. Dazu gehören selbstverständlich die allseits bekannten Comicabenteuer, die sogar eigene Blüten im Ausland trieben und dort teilweise sogar erfolgreicher waren, als in den USA. Allen voran natürlich Italien mit seiner lebendigen Kultur der neunten Kunst und Deutschland mit seinem bis heute beliebten Output des „Micky Maus„-Magazins.

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Hierbei kommt neben der Masse an Informationen eine gewaltige Menge an Bildmaterial und Dokumenten zusammen. Diese haben die zwei Autoren David Gerstein, seines Zeichens Animations- und Comichistoriker, sowie der Filmhistoriker J.B. Kaufmann aus den Disney-Archiven, sowie privaten Sammlungen zusammengetragen und damit die wohl umfangreichste Aufbereitung der Geschichte von Mickey Mouse kreiert, die es bis dato gab. Ganze 1.200 Illustrationen, Animationszeichnungen, Storyboards, Hintergründe, Plakate und Fotografien werden dabei, in Teilen zum ersten Mal, dem geneigten Leser präsentiert.

Wem das nicht reicht, hat darüber hinaus die Möglichkeit sich über den Einfluss der Figur auf Politik, Gesellschaft und Kultur zu informieren. Dabei wird man feststellen, dass auch Themengebiete wie Krieg, Kommerz und zeitgenössische Kunst nicht ohne den Nager auskommen und dadurch die Relevanz dieser fiktiven Figur unterstreichen.

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Wenn man nun auf diese erstaunliche Geschichte zurückblickt, fragt man sich unwillkürlich, worin die Anziehungskraft von Mickey Mouse lag und immer noch liegt. Diese Frage ist sicherlich nicht einfach zu beantworten und letztlich auch nicht abschließend zu klären, denn nicht umsonst treibt sie seit 1928 Experten und Laien um. Vielleicht ist es auch dieses Mysterium, dass manche mit einer persönlichen Identifikation und andere mit einer stilisierten Projektionsfläche verbinden, dass den Erfolg anhaltend und rückwirkend fast schon fantastisch erscheinen lässt. In jedem Fall wird nach der Lektüre klar, dass die vergangenen 90 Jahre keinen Zweifel an einer Erfolgsgeschichte lassen, die auch die nächsten Generationen überdauern wird. Möchte man sie verstehen, führt wohl kein Weg an dieser wahrlich „ultimativen Chronik“ vorbei.

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Walt Disneys Mickey Mouse: Die ultimative Chronik* 
Verlag: TASCHEN 
Autoren: David Gerstein, J. B. Kaufman
Herausgeber: Daniel Kothenschulte 
Sprache: Deutsch
Format: Hardcover mit Leseband in Kartonverpackung 
mit Tragegriff , 29 x 39,5 cm 
Seitenzahl: 496
Preis: 150 EUR

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[Rezension] Hard Boiled (Cross Cult)

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Frank Miller ist ein Name, den man nicht nur als versierter Kenner der Comic-Branche, sondern auch als Laie kennt. Vor allem dank seiner legendären Arbeiten an Batman („The Dark Knight Returns„, „Batman: Year One„) und eigenständigen Kreationen wie „300“ oder „Sin City„, ist er über den Fan-Kreis der bunten Heftchen auch im Mainstream durchaus ein Begriff.

Was dabei jedoch im Schatten seiner größten Werke schnell in Vergessenheit gerät, sind seine Arbeiten, die noch kompromissloser sind als man es ohnehin von ihm gewohnt ist und damit sogar vom Feuilleton links liegen gelassen werden (oder in diesem Fall „wurden“). Damit sind Erzählungen gemeint, die mehr an die anarchistischen Anfänge der Underground-Comix erinnern, als an die stilisierten Klassiker, die üblicherweise den Namen „Miller“ als Aushängeschild nutzen.

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©Cross Cult

Dazu gehört definitiv die dreiteilige, mit dem Eisner-Award ausgezeichnete MiniserieHard Boiled„, die zwischen 1990 und 1992 bei Dark Horse Comics erschien und schon damals durch Sozialkritik und schlicht unzählige Details auffiel. Es wäre in dem Zusammenhang auf visueller Ebene nicht übertrieben diese Geschichte als eine Art „Wo ist Walter“ ab 18 zu bezeichnen. Nun ist der Band in neu kolorierter Fassung bei Cross Cult erschienen.

Die Rahmenhandlung ist, wenn man sie losgelöst von den unfassbar ausgetüftelten Zeichnungen von Geof Darrow löst, fast schon Nebensache. In dieser ist Hauptfigur Nixon vordergründig ein Steuerfahnder, der seine Ziele auf brutale Art und Weise verfolgt und schließlich findet. Wäre da nicht der Umstand, dass er dabei unzählige Zivilisten in den Tod reißt und es dabei nichtmal wirklich merkt. Warum? Nun, Nixon ist ein Cyborg, der nur glaubt einem Job nachzugehen, während seine gesamte Existenz in Wirklichkeit ein einziger Amoklauf ist. Oder ist das Ganze vielleicht nur ein Traum? Hier vermischen sich Realität und Fiktion in einem blutigen Cocktail, der den Leser ebenso überrascht wie schockiert.

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©Cross Cult

Der eigentliche Inhalt versteckt sich aber in den erwähnten Zeichnungen, die teilweise mit einem Panel eine ganze Seite füllen und mit einem Vorschlaghammer an Eindrücken eine Sozialkritik par excellence bieten. In dieser Welt leben zwar Menschen Seite an Seite, doch ignorieren sie gefühlt ihre komplette Umgebung. Ob ein Mann seine Frau an der Supermarkt-Kasse verprügelt, Fetischisten ihrem Trieb in der Öffentlichkeit nachgeben oder Nixon sie niedermäht – es scheint ihnen egal zu sein. Man sieht nur gleichgültige Gesichter, die höchstens im Angesicht des Todes den Anflug einer Überraschung zu verspüren scheinen, aber hauptsächlich in einer auf reinen Konsum orientierten Welt ersticken. Anders kann man die mit Unrat übersäten Straßen und bizarr vergrößerten Lebensmittel in Auslagen nicht interpretieren. Wem das noch nicht offensichtlich genug erscheint, dem reicht in Blick auf eine bezeichnende Seite, auf der der Bösewicht der Geschichte intravenös mit Cola, Burgern und Co. vollgepumpt wird. Eine bitterböse Parodie des „American Way of Life“ in Reinform.

Wie zeitgemäß diese nun fast 30 Jahre alte Geschichte ist, lässt sich schon aus den vorangegangenen Zeilen gut ablesen, aber durch die neue Kolorierung von Dave Stewart („Hellboy„) könnte man ohne Vorwissen ohne weiteres denken, dass es sich bei „Hard Boiled“ um eine Neuerscheinung handelt. Mit den neuen Farben, die die ursprünglich schier nach 80ern schreienden Facetten restlos beseitigt haben, wirken die Details verstörender, die Umgebung brutaler und die pervertierte Form der US-Gesellschaft noch trostloser, als es bei der ursprünglichen Veröffentlichung der Fall war. Mit welchem Können hier die Macher herangegangen sind, wird allein schon durch den Umstand deutlich, dass ich erst auf den zweiten Blick verstanden habe, einen Klassiker aus Millers Feder (obwohl er frei nach der Handlung des „Blade Runner„-Regisseurs Philip K. Dick erzählt) in den Händen zu halten.

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©Cross Cult

In diesem Sinne ein wahres Meisterwerk, dass zu Unrecht vom Mainstream vergessen wurde und nun einer Leserschaft vorgestellt wird, die die Thematik neu auffassen und lieben lernen kann. Es ist ein Band, der darüber hinaus die Eigenständigkeit des Mediums Comic betont und damit klar macht, dass auch mit Bildsequenzen gesellschaftsrelevante Statements gesetzt werden können. Eine klare Empfehlung für jeden mit einem starken Magen, Miller-Fans (was es vermutlich voraussetzt) und Enthusiasten, die mehr aus einem Comic ziehen können, als eine oberflächlich seichte Unterhaltung.

Hard Boiled
Verlag: Cross Cult
Erschienen am: 12.09.2018 
Autor: Frank Miller
Zeichner: Geof Darrow
Kolorist: Dave Stewart
Format: Hardcover  
Seitenzahl: 128 
Preis: 30 EUR

 

[Comic Review] Mark Millar Collection Bd. 8: Marvel Knights – Spider-Man (Panini Comics)

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Fleißige Leser meines Blogs und Fans des Tausendsassas Mark Millar werden sich bei der folgenden Rezension vermutlich kaum über die Interpretation von Spider-Man in dem neuesten Band der „Mark Millar Collection“ wundern, doch auch in der achten Ausgabe der Reihe, die den Schotten ehren soll, gibt es mehr als genug überraschende Elemente, die eine genauere Betrachtung verdienen.

So kann man sagen, dass der Rahmen der Geschichte eigentlich alles beinhaltet, was man sich von einem klassischen Auftritt des Wandkrabblers wünschen könnte. Peter Parker ist so gut wie pleite, die Beziehung zu Mary Jane durch sein Alter Ego unter keinem guten Stern und die Sorgen um Tante May quasi omnipräsent. Auch das Design der Figuren bleibt den ikonischen Mustern treu, die bis heute dafür sorgen, dass Fans Helden und Antagonisten sofort benennen können.

Der (in meinen Augen) angenehme Bruch mit Gewohnheiten erfolgt durch die Tatsache, dass die Geschichte ursprünglich im „Marvel Knights„-Imprint erschienen ist, der sich explizit an ein erwachseneres Publikum richtete und in dem Zuge den beteiligten Künstlern Freiheiten ließ, die sie bei einem normalen Run niemals genoßen hätten. Unter anderem erschienen neben der vorliegenden Story auch „Punisher“ von Garth Ennis, „Daredevil“ von Kevin Smith oder auch „Black Panther“ von Christopher Priest. Wie man an den Namen erkennen kann, sind all diese Herren nicht unbedingt für sanfte Handlungsstränge bekannt und auch Mark Millars Geschichte stellt keine Ausnahme dar, denn die vorliegende Erzählung ist härter, krasser und brutaler als so gut wie alles, was ihr zuvor mit Spidey im Programm gesehen habt und dabei nicht Deadpool beinhaltete.

Und wenn man mit dem Humor und den Zutaten Millars vertraut ist, erkennt man diese in den ständigen Grenzüberschreitungen wieder, die das Ganze zu so einem Lesevergnügen machen. So strotzen die Seiten nur vor selbstreferentiellen Verweisen und wenig subtiler Kritik an typischen Superhelden-Geschichten. Zum Beispiel kann man nicht anders, als laut aufzulachen, wenn Spider-Man sich nicht weiter zu helfen weiß, um den Grünen Kobold aufzuhalten und daher zu einem Briefkasten greift und…naja…eine Gehirnerschütterung wäre zumindest eine optimistische Diagnose.

Auch die fein eingestreuten Kommentare von umstehenden Personen und namenlosen Nebencharakteren tragen zu einer angenehmen Würze bei, die man in regulären Storys um die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft schmerzlich vermisst, wenn man als erwachsener Leser eine spannende Geschichte lesen möchte, aber auf die unschuldigen Aspekte gut verzichten kann. So wird gut und gern geflucht, sich über Charakterentwicklungen offen lustig gemacht und das ganze Genre genüßlich durch den Kakao gezogen, ohne respektlos vor der Materie zu erscheinen. Im Endeffekt genau die richtige Balance um alte Leser, die etwas Zynismus brauchen, zu bedienen, als auch Neueinsteiger zu überzeugen, die Comics immer noch als Kinderkram begreifen. In diesem Sinne ist es schade, dass Marvel diese Reihe seit einigen Jahren ruhen lässt, während DC Comics nun zum ersten Mal mit ihrem „Black Label“ versucht einen Fuß in die Tür einer (vordergründig) neuen Zielgruppe zu kriegen.

Daher ist weniger die erzählte Geschichte das revolutionäre an diesem Sammelband (der im Übrigen zum ersten Mal die Handlung an einem Stück auf deutsch beinhaltet), sondern mehr die Erzählweise und der spürbare Spaß an der Provokation. Denn eine Entführung von Tante May und die Bedrohung von Mary Jane durch eine Vielzahl an klassischen Bösewichten und Auftritte der X-Men und Avengers sind in dem Sinne nichts neues, der Umgang der Protagonisten mit der gegebenen Situation jedoch sehr wohl. Daher ist der Fortgang der Geschichte auch alles andere als vorhersehbar und damit eine spannende Lektüre, die ihre Stärke aus dem schon erwähnten Verzicht auf Konventionen und zeitgleicher Rückbesinnung auf geliebte Elemente zieht. Ein ungewöhnlicher Cocktail, der jedoch blendend funktioniert!

Auch visuell kommt man auf seine Kosten, da man Terry und Rachel Dodsons (Spider-Man/Black Cat, Harley Quinn), sowie Frank Chos (Hulk) gemeinsames Werk hier an einem Stück genießen kann. Dabei schaffen sie den Spagat zwischen realistisch, überspitzt und sexy zu schlagen, ohne dabei in Klischees zu verfallen, die der Geschichte nicht zuträglich wären. Es ist eben genau die beschriebene Mischung, die einem als Leser die Sicherheit gibt, einen Superhelden-Comic vor sich zu haben, aber zeitgleich das Augenzwinkern zu erkennen, dass das „Millar„-Feeling perfekt zu transportieren weiß.

Und wem das nicht reicht, der sollte sich in Erinnerung rufen, dass es sich um einen Band der „Mark Millar Collection“ handelt und dementsprechend einiges mehr zu finden  ist, als nur die beschriebene Geschichte. Unter anderem dürfen sich Leser über einen schönen Bonusteil mit Skizzen aus dem Entstehungsprozess, sowie ein launiges Vorwort von niemand geringerem als Stan Lee persönlich freuen!

In diesem Sinne ist dieser Band der Reihe nicht nur eine Empfehlung für Sammler und Fans des Millar-Outputs, sondern explizit auch für Leser der regulären Spidey-Geschichten, denn wenn ihr die ursprüngliche Heftreihe nicht besitzt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ihr diese großartige Story schon mal gelesen habt. Daher nichts wie los zum Comic-Shop eures Vertrauens!

Mark Millar Collection Bd. 8: Marvel Knights - Spider-Man 
Verlag: Panini Comics 
Erscheint am: 23.10.2018 
Autor: Mark Millar
Zeichner: Terry Dodson, Rachel Dodson (nur Tusche), Frank Cho
Format: Hardcover 
Seitenzahl: 316
Preis: 39 EUR

Sherlock Frankenstein und die Legion des Teufels

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Wie schon so viele andere Comic-Leser zuvor, bin auch ich ab dem ersten Band der „Black Hammer„-Reihe in den Bann der von Jeff Lemire geschaffenen Welt gezogen worden und kann mich immer noch nicht von ihr lösen.

Selten hat man ein so geniales Storytelling gesehen, dass sich zwar offen an Versatzstücken der Superhelden-Geschichten aus den letzten 80 Jahren orientiert, aber trotzdem eine eigene Note beibehält, die nur wenige Reihen für sich beanspruchen können. Ähnlich wie bei „Watchmen„, könnte man durch eine explizit zur Schau gestellte Meta-Ebene eine unterschwellige Kritik an der Maschinerie hineininterpretieren, die uns seit Dekaden mit Helden in Unterwäsche versorgt. Hier verhält es sich jedoch anders. Inzwischen sind sich die Leser, genauso wie die Künstler und Autoren, durchaus der Geschichte des Mediums und ihrer Umbrüche bewusst. Daher ist die Story um eine Gruppe gestrandeter Superhelden, die allesamt jeweils einen Archetypen repräsentieren, eher als eine nostalgische Geste zu betrachten, die als Rahmen für eine spannende Handlung mit fast greifbarer Tiefe dient. Das diese entsteht, ist kein Wunder, wenn man die Pläne für die Erweiterung des „Black Hammer„-Universums betrachtet. Lemire sieht in diesem Projekt die Möglichkeit ein nach seinen Regeln gestaltetes Werk zu erschaffen, dass sowohl seine Liebe zu Superhelden, als auch klassischem Drama vereint und sich über einen unbestimmten Zeitraum ausdehnt. In diesem Sinne ist „Black Hammer“ nicht weniger als sein Magnus Opus.

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Daher scheint es fast schon natürlich, dass nach zwei Haupt-Bänden, nun ein erstes Spin-Off ins Haus steht. Mit dem Titel „Sherlock Frankenstein und die Legion des Todes“ folgt der Autor seiner selbst gewählten Tradition und legt mit ihr (und dem dazu passenden Cover) eine falsche Fährte, die den Leser zunächst an trashige Zeiten des Comics erinnern soll, aber inhaltlich einen ganz anderen Weg einschlägt.

Wie schon bei „Vergessene Helden“ und „Das Ereignis“ wird Action mehr angedeutet, als präsentiert, während persönliche Tragödien und bizarre Alltagssituationen im Mittelpunkt stehen. So merkt man recht schnell, dass es sich nicht um eine eigenständige Geschichte über den titelgebenden Antagonisten handelt, sondern um die Suche von Black Hammers Tochter Lucy nach ihrem Vater und damit die Erklärung, wie sie auf der abgelegenen Farm bei seinen verschwundenen Helden-Kollegen landen konnte. Sherlock Frankenstein spielt dabei zwar eine Schlüsselrolle, doch wie diese genau aussieht, kann schon im Rahmen von Spoiler-Gefahren nicht genauer definiert werden. Es sei nur so viel verraten: Wie schon bei so gut wie allen Figuren, denen man bei der Lektüre dieser Reihe begegnet, liegen die Dinge nicht immer so, wie man sie zunächst erwartet.

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Bis man jedoch an diesen Punkt gelangt, begleitet man Lucy auf der Suche nach Antworten durch das berüchtigte Sanatorium von Spiral City, der Heimatstadt der verschwundenen Helden und ihres Vaters. Dort sind die gefährlichsten Schurken des Ortes untergebracht, die ihr helfen sollen, dass Puzzle Stück für Stück zu vervollständigen. Dabei erfährt sie nicht nur immer mehr über Sherlock Frankenstein und was genau beim finalen Kampf gegen „Anti-Gott“ passiert ist (der Punkt des Verschwindens), sondern auch etwas mehr über die Bewohner dieser Welt, die zum einen die Umgebung wirklich lebendig werden lassen und zum anderen auch immer wieder humoristische Elemente preisgeben, die klar machen, dass neben der voranschreitenden Handlung auch die Hommage an Comics nicht zu kurz kommen soll. Eine Figur mit dem Namen „Cthu-Lou„, die eine Mischung zwischen Klempner und kettenrauchenden Version des von H.P. Lovecraft erdachten Monstrums darstellt, sollte in der Hinsicht alles sagen. Doch auch hier werden Klischees und Querverweise an die Popkultur mit einem Twist versehen, der einem das Lachen schnell im Hals stecken bleiben lässt und den Leser daran erinnert, dass nicht alles schwarz und weiß ist. Eine in diesem Sinne tiefsinnige Geschichte, die Elemente verwendet, die zunächst nicht darauf schließen lassen. Ein cleverer Zug von Jeff Lemire, der damit die Qualität seiner Kreation zu unterstreichen weiß.

Was die gegebene Klasse anbelangt, steht auch der Mann am Zeichenbrett dem Autoren in nichts nach. Schon bei einem kleinen Tie-In im zweiten Band, konnte man David Rubíns Können mit Staunen betrachten, während er im Vorliegenden Spin-Off den gesamten Band zeichnen und kolorieren durfte. Dabei schafft er fast schon spielerisch die eigenartige Atmosphäre der Geschichte einzufangen, indem er einen Stil-Mix präsentiert, den ich in der Form noch nie gesehen habe. Eine Mischung aus klassischer Superhelden-Kost, angereichert mit cartoonesken Einschüben, die den benötigten Ernst mit einer Prise Humor versehen. Dadurch schafft Rubín einen Balanceakt, der die Story vorantreibt, den Leser aber immer wieder verweilen lässt, um sich an den meisterhaft arrangierten Bildern zu erfreuen.

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In dieser Kombination lässt sich nur feststellen, dass „Black Hammer“ sowohl als eigenständige Geschichte, als auch als Spin-Off-Material eine so hohe Qualität beibehält, dass man nicht umhin kommt festzustellen, dass man einer wahren Legendenbildung beiwohnt. Es wäre nicht übertrieben zu sagen, dass man diese Reihe in wenigen Jahren zu dem klassischen Kanon zählen wird, die man als Comic-Leser im Regal stehen haben muss.

Sherlock Frankenstein und die Legion des Teufels 
Verlag: Splitter Verlag
Erschienen am: 20.08.2018 
Autor: Jeff Lemire
Zeichner: David Rubín
Format: Hardcover 
Seitenzahl: 152
Preis: 19,80 EUR

Batman: Das lange Halloween

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Ich glaube an Gotham City.“ Ein Satz, so einfach und doch so verheißungsvoll. Als ich vor etlichen Jahren in der lokalen Bibliothek, die Prestige-Bände des Batman-Klassikers „Das lange Halloween“ in den Händen hielt, konnte ich mich schon damals nicht der zwischen „Der Pate“ und  Film-Noir liegenden Stimmung entziehen.

Diese wurde schon mit der ersten Szene und dem eingangs erwähnten Satz eindrucksvoll zementiert. Ein im Halbdunkel stehender Bruce Wayne, viel schwarze Fläche und ein die komplette Seite füllendes Panel. Ein sowohl für die damalige Zeit (in Deutschland zuerst 1999 bis 2000 in sieben Bänden veröffentlicht) als auch heute noch besonderer Einstieg, der den Stil für eine spannende Geschichte vorgibt, die nicht ohne Grund mehrfach ausgezeichnet wurde und als ein Klassiker des Comic-Genres in die Geschichte eingegangen ist.

Kein Wunder, möchte man sagen, wenn man bedenkt, dass der Autor Jeph Loeb nur zwei Jahre später in Zusammenarbeit mit Jim Lee den nächsten Meilenstein „Hush“ aus dem Hut gezaubert hat. Doch „Das lange Halloween“ nimmt eine ganz besondere Stellung im Kontinuum ein. Warum das so ist, kann man vielleicht erahnen, wenn man auf den Inhalt blickt, der in der Form seinesgleichen sucht.

So beginnt die Storyline, wie schon angedeutet, nicht mit einer wilden Verfolgungsjagd oder anderen typischen Versatzstücken des Superheldencomics, sondern mit einem Gespräch zwischen dem Playboy-Milliardär Wayne und Gothams Mafia-Paten Carmine Falcone, auch „der Römer“ genannt. Es geht um krumme Geschäfte mit Schwarzgeld und Möglichkeiten dieses durch Verbindungen zur Gotham Bank in Umlauf zu bringen. Der vorsitzende Direktor ist offensichtlich angetan von den Vorschlägen des Kriminellen, doch mit den entsprechenden Informationen ausgestattet, wirft sich Bruce kurz darauf in Batman-Schale und stattet ihm einen nächtlichen Besuch ab, der zu einem „Umdenken“ führt. Das sieht der Mafia-Clan natürlich nicht gerne und lässt nicht viel später Taten folgen, die den Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent auf den Plan treten lassen.

Und genau ab diesem Zeitpunkt entwickelt sich ein wahrer Thriller um Verrat, Intrigen und die inneren Dämonen aller Protagonisten. Während des Versuchs den Mafia-Boss dingfest zu machen, erschüttert an Halloween ein kaltblütiger Mord nicht nur die Gesetzeshüter, sondern auch die Familie Falcones, da sein frisch getrauter Sohn dem Verbrechen zum Opfer fällt. Wer könnte es gewesen sein? Ein konkurrierender Clan? Korrupte Polizisten oder sogar der junge Anwalt Dent? Jeder ist verdächtig und doch gibt es keine heiße Spur, bis Thanksgiving den nächsten Feiertag einläutet und ein weiteres Massaker nach sich zieht. Langsam dämmert es den Involvierten, dass die gewählten Daten kein Zufall sein können, bis der nächste Mord an Weihnachten ihre Theorie endgültig bestätigt…

Offensichtlich macht der Killer dabei keinen Unterschied zwischen den verfeindeten Parteien auf Gothams Straßen und setzt dabei das zum Dreiergespann angewachsene Team aus Commissioner James Gordon, Harvey Dent und Batman erheblich unter Druck. So gut wie jeden Monat steht ein neuer Feiertag im Kalender und dadurch immer ein potentiell neues Opfer, dass das Grauen von Halloween immer weiter verlängert. Wie um die Ermittler zu verhöhnen, hinterlässt der Täter dabei immer kleine symbolhafte Geschenke wie einen Kürbis oder eine Schneekugel, sowie eine Waffe mit weggeschliffener Seriennummer und einen als Schalldämpfer verwendeten Babynuckel.

Im Laufe der Ermittlungen begegnen dem Leser dabei auch ikonische Figuren aus dem Batman-Universum, doch keiner scheint wirklich zu wissen, wer die Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Das versetzt sogar einige Schurken in Panik oder lässt bei den besonders psychopathischen Exemplaren den Neid schwellen. Damit gerät ausnahmslos jeder Protagonist in Verdacht. Selbst ein Bruce Wayne oder Selina Kyle aka Catwoman bilden keine Ausnahmen.

Daher ist Eile geboten, um die Stadt wieder sicher zu machen, wobei dies in der kurz nach Frank MillersBatman: Year One“ angesiedelten Geschichte aussichtslos erscheint. Seit Batman auf die Bildfläche getreten ist, scheinen Verbrecher der „klassischen“ Sorte immer weniger zu werden, während Freaks wie Scarecrow, Solomon Grundy oder der Joker das Angesicht der dunklen Seite der Stadt definieren.

Was es in dem Zusammenhang für Wendungen gibt, ob der Killer wirklich gefasst werden kann und wie sich Charaktere unter dem Druck der Ermittlungen entwickeln, sollte der geneigte Leser selbst herausfinden, denn der Reiz der Geschichte liegt im Unerwarteten. Hier kommen vor allem Fans der Erzählweise von Regisseur Christopher Nolan auf ihre Kosten, da der gute Mann sich ordentlich an Einzelpassagen von „Das lange Halloween“ bedient hat und vor allem bei „The Dark Knight“ die Stimmung des Comics perfekt zu übertragen weiß. Düster, hart und spannend bis zum Schluss. Anders kann man diese Geschichte nicht bezeichnen.

Doch keine noch so gute Erzählung kann in Comic-Form fumktionieren, wenn nicht der passende Künstler für die visuelle Umsetzung gefunden werden kann. Das ist aber im vorliegenden Fall zum Glück gelungen, denn Tim Sales unverkennbarer Stil aus viel Schatten und toller Dynamik sorgt dafür, dass die beschriebene Stimmung ungefiltert beim Leser ankommt und die anfangs erwähnten Assoziationen mit dem Film Noir weckt. Ein passenderer Künstler aus heutigen Tagen will mir nicht einfallen und muss es auch nicht, denn „Das lange Halloween“ wird nicht ohne Grund alle paar Jahre neu aufgelegt und höchstens mit einer überarbeiteten Übersetzung (wie im vorliegenden Fall) verfeinert. Ein zeitloses Dokument der Comic-Historie muss sich definitiv nicht mit anderen messen.

Daher ist es nicht nur eine klare Kaufempfehlung für Fans des dunklen Ritters, sondern für Comic-Fans im Allgemeinen, die sich hier bei einer Abneigung gegenüber Cape-Trägern eines besseren belehren lassen können. Wer danach nicht genug von den Machern bekommen kann, dem sei mit der Fortsetzung „Dark Victory“ ein Band mit ähnlichem Umfang ans Herz gelegt.

Alles in allem kommt man an diesem großartigen Werk nicht vorbei und sollte es sich schnellstmöglich ins heimische Regal stellen!

Batman: Das lange Halloween (in überarbeiteter Übersetzung) 
Verlag: Panini Comics 
Erschienen am: 20.03.2018 
Autor: Jeph Loeb 
Zeichner: Tim Sale 
Format: Softcover 
Seitenzahl: 364 
Preis: 35 EUR

 

Spawn Origins Collection 11

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Seit ich ZOMBIAC als Blog eröffnet und dabei Spawn-Titel (allesamt bei Panini Comics erschienen) rezensiert habe, trieb mich die Angst um, dass sich der deutsche Verlag sklavisch an die Veröffentlichungen aus den USA halten und damit die „Origins Collection“ mit dem zehnten Band zu Grabe tragen würde. Allein vor dem Hintergrund eines ungelösten Cliffhangers, wäre dies zu beanstanden gewesen, doch offensichtlich sprechen Fan-Resonanz und Verkaufszahlen eine so deutliche Sprache, dass der deutsche Markt exklusiv die edle Hardcover-Sammlung eigenständig fortführen darf.

Eine Entscheidung, die mich als Fan der Reihe sehr freut, aber auch explizit als Comic-Leser positiv überrascht, da Panini Comics eher dafür bekannt ist, bestimmte Titel garnicht in den hiesigen Markt zu übertragen, da die Gefahr eines Minus-Geschäfts besteht. Wirtschaftlich verständlich aber in vielen Fällen durchaus schade. Ich persönlich habe zwar zum Beispiel sowohl sprachlich (Englisch-Studium) als auch organisatorisch (Comic Company München) keine Probleme die Originale zu besorgen, aber einem großen Teil der Fan-Community bleibt dadurch so manche Perle für immer verborgen. Daher erstmal einen großen Dank nach Stuttgart für dieses Wagnis!

Doch was erwartet uns in diesem exklusiven Release, der zu den dickeren Ausgaben der Sammlung zählt und die US-Hefte 126 bis 138 beinhaltet? Nun, es wäre nicht die größte und wichtigste Antihelden-Saga der Comic-Welt, wenn nicht gleich mit ordentlich Pathos vorgelegt werden würde. Passend zur ursprünglichen Veröffentlichung im Juli 2003  (4th of July, anyone?) entführt uns der Autor Todd McFarlane durch eine Art Vision in die Kriegstage von Vietnam und damit in die militärische Vergangenheit von Al Simmons, dem späteren Spawn. Hier stellt sich unser Protagonist dem fieberhaften Albtraum der Gefechte und zeitgleich der Armee der Toten, was die ganze Situation zu einer wahnwitzigen Mischung aus Realität und Fiktion werden lässt.

Auch in den darauf folgenden Geschichten wird zunächst in die Tiefe einzelner Charaktere und vergangener Events geblickt, um den Facettenreichtum der fortschreitenden Handlung zu unterstreichen. Dabei greift McFarlane sowohl Drama-Elemente (Familien-Tragödien usw.), als auch die beliebten Horror-Versatzstücke auf, für die ihn seine Fans so lieben. Wo kann man sonst auf ein von Geistern belebtes Haus treffen, in dem sich ein Showdown zwischen Meta-Wesen und Höllenfürst abspielt? Große Szenen mit B-Movie-Touch, wie man es sich wünscht!

Doch auch die Haupt-Story lässt nichts anbrennen, wenn alte Bekannte auf der Bildfläche erscheinen und dabei grausamer agieren, als jemals zuvor. Allein schon der Fakt, dass hier endlich eine Geschichte präsentiert wird, auf die man seit dem Erscheinen des „Clowns“ nur gewartet hat, sollte dem ein oder anderen Freudentränen in die Augen treiben. Eine zu einem Horror-Zirkus verwandelte Großstadt und Kannibalen-Witze? Könnt ihr haben und noch viel mehr!

Serviert wird das Ganze visuell dabei auf dem Zeichentisch von Angel Medina, der mich als Künstler vor gut 15 Jahren das erste Mal mit seiner plastischen und detailverliebten Art gefesselt hat und bis heute fasziniert. Zwar lehnt er sich, wie Greg Capullo zuvor, stark an den ursprünglichen Stil von McFarlane an, spielt aber in meinen Augen noch viel mehr mit überdimensionalen Panels und extremen Nahaufnahmen, die den Spawn-Stil unverkennbar machen.

Und auch in Band 11 dürfen die beliebten Extras in Form von Variant-Covern und Tusche-Zeichnungen nicht fehlen, die einen detaillierteren Blick auf die Entstehung einzelner Elemente freigeben und dadurch auch den Fans der technischen Seite des Mediums Comic genug Anreize bieten, sich dieses edle Hardcover im Überformat ins Regal zu stellen. Ich für meinen Teil bin auch nach Jahren noch von Inhalt und Aufmachung begeistert und kann es nicht erwarten, den zwölften Band in den Händen zu halten. Bis dahin verbleibe ich mit einer Kaufempfehlung für den aktuellsten Release!

Spawn Origins Collection 11 
Verlag: Panini Comics
Erschienen am: 22.05.2018 
Autor: Todd McFarlane
Zeichner: Angel Medina
Format: Hardcover 
Seitenzahl: 340
Preis: 35 EUR