[Rezension] Secret Empire Paperback (Panini Comics)

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Wenn man den Sammelband des Marvel-Megaevents „Secret Empire“ in den Händen hält, ist jedes Superlativ für seine Beschreibung mehr als angebracht. Auf über 400 Seiten wird die auf 11 Hefte aufgeteilte Mini-Serie in einen Fluss gebracht und Lesern wie mir, die die stückweise Veröffentlichung an sich vorbeiziehen haben lassen, in einem Aufguss serviert. Doch ganz ohne Vorbereitung kann mich sich tatsächlich nicht in die Handlung stürzen, denn es wird ein gewisser Grad an Vorwissen aus den Ongoing-Series erwartet, um die vorliegenden Ereignisse zu verstehen. Dafür musste ich mir im Netz als jemand, der selten zu Marvel-Heften greift, einiges anlesen, um einen Durchblick zu bekommen, den man dringend braucht, da vieles nicht explizit erklärt wird.

Daher gibt es im Folgenden ein paar Eckpunkte: Man begegnet im Verlauf der Handlung einem Mädchen namens Kobik, welches jedoch ein aus den Fragmentstücken eines kosmischen Würfels zusammengesetztes Wesen ist und dessen Macht besitzt die Realität von Menschen zu ändern. Noch vor dem vorliegenden Event erschafft sie für die S.H.I.E.L.D.-Leiterin Maria Hill eine Art Geheim-Gefängnis, dass die gefährlichsten Schurken des Marvel-Universums hinter Schloss und Riegel halten soll. Damit die Öffentlichkeit jedoch nichts mitbekommt, wird der Knast als idyllisches Örtchen namens „Pleasant Hill“ getarnt.

Das nicht alles mit rechten Dingen zugeht, haben natürlich auch die Superhelden mitbekommen. Allen voran der neue Captain America namens Sam Wilson und Bucky Barnes aka Winter Soldier, die versuchen in diese nach außen hin sichere „gated community“ einzubrechen. Gleichzeitig stößt auch der inzwischen seinem realen Alter von 90 Jahren entsprechende Steve Rogers (der ursprüngliche Captain America) auf das Geheimnis von S.H.I.E.L.D. Kurz darauf kommt es zu einem Aufstand der Gefangenen, bei dem es zu einem Kampf zwischen Rogers und dem Bösewicht Cross Bones kommt. Doch bevor letzterer dem alten Mann das Lebenslicht ausblasen kann, kommt die schon erwähnte Kobik ins Spiel und verändert die Realität, wodurch Rogers wieder verjüngt und zur alten Form zurückkehrt.

Zeitgleich nutzt Caps alter Erzfeind Red Skull den Moment um Kobik auf seine Seite zu ziehen und durch sie Captain America in seinem Sinne zu formen. In dieser neuen Realität wurde Steve Rogers schon als Kind und damit vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs auf die Seite der Nazis gezogen. Dadurch wird der einstige Kämpfer für die frei Welt zu einem faschistischen Doppelagenten, der im Sinne der Verbrecherorganisation Hydra handelt.

Ihr seht, ein simples eintauchen in die Story ist de facto nicht möglich, was sie für Neueinsteiger, trotz redaktioneller Begleittexte quasi nicht lesbar macht, ABER(!) Fans der regulären Reihe sollten hier ohne Zweifel auf ihre Kosten kommen. Warum? Weil mit der „Umpolung“ von Captain America zeitgleich so viele Steine ins rollen gebracht werden, dass man den Mund vor Staunen nicht mehr zu kriegt. Hinzu kommt, dass man schon lange nicht mehr eine politische Kritik im Superhelduniversum zu sehen bekam, hier jedoch die volle Breitseite abbekommt, die zu keinem Zeitpunkt missverstanden werden kann.

Die eigentliche Geschichte des Bands beginnt damit, dass Steve Rogers die Maske fallen lässt und durch ein ausgeklügeltes Zusammenspiel von Macht-Instrumenten und Intrigen sowohl S.H.I.E.L.D. okkupiert, als auch alle ehemaligen Weggefährten, die ihm gefährlich werden könnten (scheinbar) beseitigt. Doch das ist noch nicht alles. Er schafft es sogar die US-Regierung zu narren und sich selbst an die Spitze der Vereinigten Staaten als faschistischer Herrscher zu setzen. Ich denke, dass bei dieser Beschreibung dem ein oder anderen die offensichtlichen Anleihen an die Realität bewusst werden. Der entscheidende Unterschied ist wohl, dass Captain America, in seiner verdrehten Weltsicht im Kern trotzdem nur das Beste für die Bevölkerung der USA möchte. Doch so einfach lassen sich die Helden des Marvel-Universums nicht abspeisen und ziehen gemeinsam gegen ihren einstigen Weggefährten in die Schlacht…

Dieser Cocktail aus klassischem Superhelden-Gekloppe, politischer Message und der Tatsache, dass eine Figur, die bis heute mit ihrem Kampf gegen Nazi-Deutschland assoziiert wird, plötzlich auf der Seite einer faschistischen Organisation steht, ist ein Kunstgriff, den es braucht um heutzutage eine Story abliefern zu können, die als relevant bezeichnet werden darf. Natürlich bleibt die Handlung von Nick Spencer, trotz vordergründiger Tiefe, in ihrem Kern eine klassische Marvel-Episode. Das Spiel mit der Grenzüberschreitung, die Länge der Handlung, die die Figuren aus ihrer Eindimensionalität holt und die damit einhergehende Komplexität machen „Secret Empire“ trotzdem zu einem kleinen Prunkstück, dass in eine gut sortierte Comic-Sammlung gehört. Dieses Event wird so gut wie sicher zu einem neuen Referenzpunkt, auf den sich Fans, Künstler und Interessenten beziehen werden.

Auch visuell wird das Ganze entsprechend der Ernsthaftigkeit der Themenfelder passend umgesetzt. Neben Steve McNiven und Rod Reis sticht dabei besonders Andrea Sorrentino mit seinem abstrakten Strich und ungewöhnlichem Panel-Aufbau hervor, die in Kombination eine Bildprache hervorbringen, die sie heutzutage nur wenige Künstler beherrschen. Wer seine Arbeit an Jeff LemiresOld Man Logan„-Reihe kennt, weißt wovon ich rede.

Alles in allem ist „Secret Empire“ ein spannender Band, der jeden Marvel-Fan verzücken sollte, jedoch einiges an Vorwissen verlangt. Zwar kann man sich dieses durch redaktionelle Texte innerhalb des Sammelbands aneignen, jedoch gehe ich davon aus, dass das Lesevergnügen durch einen Griff zur Vorgeschichte um einiges gesteigert werden kann. Ich für meinen Teil wurde wunderbar unterhalten und wieder dazu angeregt öfter mal in die Sphären von Marvel abzutauchen. An dem vorliegenden Beispiel sieht man: Es lohnt sich!

Secret Empire Paperback 
Verlag: Panini Comics 
Autor: Nick Spencer 
Zeichner: Andrea Sorrentino, Steve McNiven, Rod Reis 
Erschienen am: 29.01.2019 
Format: Softcover 
Seitenzahl: 412  
Preis: 38 EUR

[Rezension] Superman – Der Mann aus Stahl (Panini Comics)

Diejenigen, die meinen Blog schon etwas länger verfolgen wissen, dass ich ein eher ambivalentes Verhältnis zu Superman pflege. Zwar bin ich nicht generell seinen Abenteuern abgeneigt, muss aber schon mal länger an einer Story kauen, wenn mehr die Sci-Fi-Elemente, als menschliche Dramen im Vordergrund stehen. Daher bin ich mit ein wenig Skepsis an den Sonderband „Superman – Der Mann aus Stahl“ herangetreten, wurde aber im Laufe der Lektüre vollends überzeugt. Aber eins nach dem anderen.

Zunächst einmal sei die prominente Personalie auf dem Autoren-Stuhl zu erwähnen, die vor gut einem Jahr die Comic-Branche in helle Aufregung versetzt hat. Brian Miachael Bendis war für fast zwei Dekaden eines der Aushängeschilder von Marvel, bis niemand geringeres als die Konkurrenz um DC den Star-Schreiber für sich gewinnen konnte. Natürlich war man entsprechend gespannt, welche Figur man ihm an die Hand geben würde und wurde nicht enttäuscht: Bendis sollte nicht nur für eine Reihe, sondern gleich für beide Serien in Form von „Action Comics“ und „Superman“ in die Tasten hauen. Einen kleinen Vorgeschmack konnte man schon kurz zuvor durch eine Kurzgeschichte in „Action Comics #1000“ bekommen. Und nicht nur das! Um einen glatten Übergang von einer in die nächste Ära zu gewährleisten, setzte sich Bendis zusätzlich an eine Mini-Serie, deren sechs Hefte in dem nun hier zu besprechenden Band wiederzufinden sind und eine Art Vorgeschichte darstellen, um den neuen Status Quo in Gänze nachvollziehen zu können.

Der Titel der Geschichte kommt dabei nicht von ungefähr und soll auf einen weiteren Umschwung in der DC-Historie hinweisen, der mit einem gleichlautenden Namen für Furore sorgte. 1986 erschien nämlich mit „The Man of Steel“ von John Byrnes und Dick Giordiano der Einstieg in die Welt nach dem Mega-Event „Crisis on Infinite Earths“ und Bendis scheint sich sicher genug zu sein, diesen Maßstab für sich übertragen zu können und behält damit sogar recht.

Wir steigen in ein klassisches Setting ein, dass auch nicht regulären Lesern bekannt vorkommen sollte. Clark Kent aka Superman arbeitet wie immer beim Daily Planet und die üblichen verdächtigen laufen durchs Bild. Doch etwas scheint sich geändert zu haben. Während im Vor-Bendis-Run auch Lois Lane und der gemeinsame Sohn Johnathan einen zentralen Kern der Geschichten verkörperten, scheinen beide nicht mehr da zu sein. Warum das der Fall ist, lässt der Autor den Leser erst langsam begreifen, ohne zu viel vorweg zu nehmen und die Spannung damit zu dämpfen. Zeitgleich muss Superman sich wie üblich um die Verbrechensbekämpfung in Metropolis kümmern, die sich diesmal in einer Reihe von Brandstiftungen manifestiert, deren Ursprung und Motiv der Mann aus Stahl noch nicht greifen kann. Hinzu kommt ein übermächtiger Gegner, der wie aus dem nichts auftaucht und irgendwie mit dem Schicksal Kryptons und damit Supermans Vergangenheit in Verbindung zu stehen scheint.

Auf den ersten Blick hört sich das Ganze nach einer ziemlich typisch zusammengeschusterten Geschichte aus der Welt des Stählernen an, doch bei dieser Annahme täuscht man sich gewaltig. Bendis hat sich nicht ohne Grund einen Legenden-Status erarbeitet, den er hier mit Bravour verteidigt. All die genannten Elemente wirken zwar vertraut, aber doch so frisch, dass man sich mit Vergnügen in die Handlung stürzt und wirklich wissen möchte, wie die beschriebenen Ereignisse und Figuren miteinander in Zusammenhang stehen. Dabei findet er eine tolle Balance zwischen dem üblichen Gekloppe und emotionalen Momenten, die flüssig ineinander übergehen und damit die Stärken der Figur und ihrer Historie hervortreten lassen. Hinzu kommt das Kunststück den Status Quo so hinzubiegen, dass er in die Ideenwelt des Autoren passt, zeitgleich aber keinen Bruch zum Rebirth-Kontinuum darstellt. Ein Freiraum, der wohl nur einem Giganten wie Bendis ohne zu murren zugestanden wird.

Dem Standing des Autoren entsprechend wurde auch bei der Auswahl, der ihm zur Seite gestellten Künstler nicht gekleckert. Das wäre sowohl auf die Qualität der einzelnen Zeichner und Inker, als auch ihre schiere Menge gemünzt. Wir reden hier, der Vollständigkeit halber von den hier komplett aufgezählten Kreativen: Jason Fabok, José Luis García-López, Adam Hughes, Kevin Maguire, Joe Prado, Ivan Reis, Steve Rude, Evan „Doc“ Shaner, Ryan Look, Dexter Vines und Wade Grawbadger. Das sollte einen ungefähren Eindruck davon vermitteln, als wie wichtig der Neuzugang bei DC erachtet wird. Davon profitiert nicht nur der Verlag, sondern schlussendlich auch die Masse an Fans.

Ich für meinen Teil wurde vollends überzeugt. Meine anfängliche Skepsis wurde zur Seite gewischt und wich der Vorfreude auf die regulären Serien, denn die in „Superman – Der Mann aus Stahl“ aufgeworfenen Fragen müssen teils noch beantwortet werden. Bis dahin kann ich jedem bestehenden Fan der Figur, aber auch allen Zweiflern diesen Sonderband ans Herz legen. Ihr werdet es nicht bereuen.

Superman - Der Mann aus Stahl 
Verlag: Panini Comics 
Autor: Brian Michael Bendis
Zeichner: Ivan Reis, Jason Fabok, Evan Shaner, Steve Rude, 
Ryan Sook, Kevin Maguire, Adam Hughes, Jim Lee, 
José Luis Garcia-López
Erschienen am: 05.02.2018 
Format: Softcover 
Seitenzahl: 188 
Preis: 18,99 EUR

 

[Rezension] Black Hammer: Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung (Splitter)

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Endlich ist es soweit und nach gut 1 1/2 Monaten, die sich wie eine Ewigkeit angefühlt haben, bin ich wieder da und kann euch mit Rezensionen versorgen. Für all jene, die sich gewundert haben sollten, wieso sich diese recht große Lücke zwischen den Beiträgen aufgetan hat, dem sei gesagt, dass ein Staatsexamen leider doch etwas mehr Vorbereitungszeit verschlingt, als da wäre, um nebenbei Comics zu besprechen. Nun ist der Alptraum jedoch vorbei und der Wiedereinstieg in mein liebstes Hobby wird sogleich mit einem richtigen Leckerbissen versüßt, der schon seit gut einem Monat hier liegt und besprochen werden will: „Black Hammer: Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung“ aus dem Splitter Verlag.

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Fleißige Leser meines Blogs wissen längst, dass ich ein großer Fan des immer größer werdenden Universums aus Jeff Lemires Feder bin und auch den Spin-Offs ständig entgegen fiebere, zu denen auch der hier zu besprechende Band gehört. Erstaunlicherweise handelt es sich nach „Sherlock Frankenstein & die Legion des Teufels“ schon um die zweite Auskopplung und damit einen Gleichstand zu der regulären Reihe mit „Vergessene Helden“ und „Das Ereignis„. Im Gegensatz zu anderen Veröffentlichungen mit verzweigtem Release-Muster, ist jedoch das „Black Hammer„-Universum so sehr ineinander verzahnt, dass man bei der Lektüre der zusätzlichen Geschichten das Gefühl hat, nicht in die Breite, sondern in die Tiefe der Handlung einzusteigen.

Das ist auch diesmal in der rührenden Story um den Helden „Doctor Star“ gelungen, der zunächst als Dr. Jim Robinson in den 1940er Jahren wortwörtlich daran arbeitet nach den Sternen zu greifen. Währenddessen sitzt seine Frau Joan daheim mit dem gemeinsamen Kind Charlie und hofft auf emotionale und greifbare Unterstützung, die der vollkommen auf seine Arbeit fokussierte Jim zu keinem Zeitpunkt bieten kann und damit fast wie in Zeitlupe sein Familienleben gegen die Wand fährt.

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Auf der anderen Seite feiert er immer größere Erfolge seiner Forschung, die schon nach kurzer Zeit Regierungsmitarbeiter auf den Plan rufen, die nicht ganz uneigennützig ihre Hilfe anbieten: Sie wollen im Gegenzug für finanzielle Spritzen, seine Erkenntnisse für den Bau einer Waffe nutzen und stürzen Jim damit, nachdem er zustimmt, in einen Arbeitswahn, der ihm schlussendlich die Macht beschert, eine sogenannte „dimensionale Membran“ zu durchbrechen. Dieser Vorstoß gibt ihm nun die Macht, die von ihm so heiß geliebte Energie der Sterne einzufangen. Durch diesen Schritt gelingt es ihm unvorstellbare Kräfte über Raum und Zeit zu gewinnen und dadurch zu einer personifizierten Verneigung vor Alan Moores Dr. Manhatten („Watchmen„) zu werden, dessen Geburt offensichtlich durch einzelne Panels zitiert wird. Genauso wie das erwähnte Original, schließt sich nun Dr. Star den zu dem Zeitpunkt aktiven Superhelden an, um sowohl auf der Erde, als auch in anderen Galaxien für Recht und Ordnung zu sorgen. Dabei vergisst er aber nicht nur seine Pflichten als Vater und Ehemann, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch die Zeit, die wie ein Bumerang mit ihrer Erkenntnis der Unumkehrbarkeit auf den Helden zurückzufliegen scheint. Wie sich diese äußert, muss der geneigte Leser dann aber selbst für sich herausfinden, denn wie all die anderen „Black Hammer„-Releases, lebt auch der vorliegende Band von Überraschungen, ungewöhnlichen Charakteren und mit menschlichen Tragödien verbundene Verneigungen vor den großen Titeln der Comic-Historie.

Diese dadurch entstehende emotionale Achterbahnfahrt aus Familiendrama und Action, die nur wenige Autoren wie Lemire beherrschen, wird dabei mit visueller Wucht durch Max Fiumara (u.a. „Abe Sapien„) in Szene gesetzt, der es schafft sowohl fulminante Action-Sequenzen, als auch stille Momente der intimen Trauer einzufangen und damit den Charakteren, die er porträtiert auf jeder Ebene gerecht zu werden. Einen nicht geringen Anteil daran hat auch der Kolorist Dave Stewart, der durch seine vorangegangene Arbeit an der Hauptreihe schon den Fans ein Begriff sein sollte und seinen Ruf mit „Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung“ nun weiter zu festigen weiß.

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Dabei ist es eigentlich erstaunlich, dass die einzelnen Elemente der Geschichte für sich genommen das Rad nicht neu erfinden und trotzdem in ihrer Gesamtheit überzeugen. Durch die Kombination der an sich so unterschiedlichen Genres gelingt es dem Kreativ-Team um Lemire eine Handlung zu spinnen, die von der ersten bis zur letzten Seite unter die Haut geht und noch lange in Verstand und Herz nachhallt. Ich kann bloß immer wieder in diesem Zusammenhang betonen, dass „Black Hammer“ eine der qualitativ besten Comic-Reihen der letzten Jahre darstellt. In diesem Sinne kann ich garnicht anders, als mich jetzt schon auf die angekündigten zwei Bände der Haupt-Storyline mit den Titeln „Age of DoomTeil 1 und 2, sowie das dritte Spin-Off „The Quantum Age“ (der deutsche Titel steht noch nicht final fest) zu freuen wie auf ein zweites Weihnachten. Bis dahin kann ich jedem von euch empfehlen „Black Hammer: Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung“ beim Händler eures Vertrauens zu ordern. Ihr werdet es nicht bereuen!

Doctor Star und das Reich der verlorenen Hoffnung 
Verlag: Splitter Verlag 
Erschienen am: 01.01.2019
Autor: Jeff Lemire 
Zeichner: Max Fiumara
Format: Hardcover 
Seitenzahl: 128
Preis: 19,80 EUR

TASCHEN SALE und Gewinnspiel

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Es ist wieder soweit und der TASCHEN-Verlag begeht erneut den beliebten Warehouse Sale! Nur vom 24. bis zum 26. Januar 2019 könnt ihr euch endlich einige der hier öfter besprochenen Bände zu einem Preis besorgen, der nicht gleich das Konto sprengt.

Dabei könnt ihr euch aussuchen, ob ihr einen Abstecher in einen Flagship-Store in Berlin, Hamburg oder Köln (jeweils von 10-20 Uhr) macht oder gemütlich von zuhause aus von der Website des Unternehmens ordern wollt, um bis zu 75% auf Display- und Mängelexemplare zu sparen.

Wenn man sich dabei die Auswahl der angebotenen Bände der letzten Sales zu Gemüte führt, wird einem klar, dass eigentlich jeder Geschmack bedient sein dürfte, solange man sich generell für bildende Künste interessiert. Ob es nun Comics, Architektur, Film, Fotografie oder einfach wunderschöne Faksimiles sind – es ist für jeden etwas dabei.

Ich für meinen Teil werde definitiv einen Blick auf die Angebote werfen und vielleicht das ein oder andere Prachtexemplar in meine Sammlung aufnehmen.

Bis dahin habt ihr die Möglichkeit euch in eine aktuelle Veröffentlichung des Verlags vertiefen zu können, ohne dafür die Kreditkarte zücken zu müssen, denn wie schon einige Male zuvor, veranstalte ich in Zusammenarbeit mit TASCHEN ein Gewinnspiel, bei dem ihr die Möglichkeit habt, den folgenden Band euer Eigen nennen zu können:

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Bauhaus. Aktualisierte Ausgabe

In einem kurzen Zeitraum von nur vierzehn Jahren zwischen den beiden Weltkriegen veränderte die deutsche Kunst- und Gestaltungsschule Bauhaus das Antlitz der Moderne. Mit utopischen Idealen für die Zukunft entwickelte sie eine bahnbrechende Fusion aus Kunst, Handwerk und Technik, die sie quer durch alle gestalterischen Medien und Methoden umsetzte, vom Film bis zum Theater, von der Bildhauerei bis zur Töpferei.

Dieses Referenzwerk entstand in Zusammenarbeit mit dem Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung in Berlin, der weltgrößten Sammlung zur Geschichte des Bauhauses. Über 250 neue Fotografien, Schriften, Studien, Skizzen, Pläne und Modelle dokumentieren nicht nur die realisierten Arbeiten, sie lassen auch den Geist von Bauhaus wieder lebendig werden. Von zwanglosen Aufnahmen beim Gruppenturnen bis zu Zeichnungen aus dem Unterricht von Paul Klee, von ausführlichen Bauplänen bis zu einem schnittigen Aschenbecher von Marianne Brandt – sie alle sind Zeugnisse einer idealistischen Kreativgemeinschaft, die entschlossen war, Gestaltung völlig neu zu denken und eine bessere Zukunft für moderne Menschen zu formen.

Eine ausführliche Rezension zu diesem Band werdet ihr bald auf ZOMBIAC.blog finden. Wer jetzt schon reinschnuppern möchte, muss nichts weiteres tun, als einem (oder mehreren) meiner Social Media-Kanäle zu folgen, ein Like unter dem entsprechenden Beitrag zu hinterlassen. Hier die Details:

Der Beitrag auf Facebook, Twitter und Instagram.

Teilnahmebedingungen

  1. Teilnahmeberechtigte

Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.

Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.

  1. Teilnahmemöglichkeiten

Eine Teilnahme ist nur über Facebook, Twitter und Instagram möglich, indem die jeweilige Seite mit einem Like versehen wird und ein Kommentar mit der Beantwortung der im Text angegebenen Frage erfolgt. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook, Twitter oder Instagram.

  1. Teilnahmeschluss

Teilnahmeschluss ist der 23.01.2018 um 18:59 Uhr.

  1. Gewinnermittlung

Der Gewinner wird per Los ermittelt.

  1. Art der Gewinnbenachrichtigung

Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Nachricht schriftlich kontaktiert.

  1. Veröffentlichung der Gewinner

Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form veröffentlicht.

  1. Der Rechtsweg

Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg

 

[Rezension] Hit-Girl in Kolumbien (Panini Comics)

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Leser von ZOMBIAC wissen schon seit geraumer Zeit, dass ich ein großer Fan von Mark Millar und seinem anarchischen Output bin. Allem voran ist den meisten wohl das „Kick-Ass„-Universum bekannt, dass vor einiger Zeit inhaltlich einen neuen Anstrich bekommen hat, während das Kreativ-Team aus Millar und John Romita Jr. beibehalten wurde. Auch ein eigenes „Hit-Girl„-Spin-Off im gleichen Stil ist vor einigen Jahren erschienen, doch auch hier wurde die Story nicht weitergegeben. Nun ist es aber endlich soweit und Mindy, so der bürgerliche Name des „Hit-Girls„, ist zurück und wird diesmal visuell Ricardo Lopez Ortiz in Szene gesetzt und von Millar inhaltlich nach Kolumbien geschickt.

Hier schließt sich die neue Story direkt an die vorangegangene Handlung des Originals an. Von ihrem Vater zur brutalen Rächerin und regelrechten Kampfmaschine erzogen, sucht Mindy nach einem neuen Sidekick, nachdem „Kick-Ass“ das Superheldendasein hinter sich gelassen hat. Diesen hat sie, zumindest laut eigener Ansicht, in „Mano“ gefunden. Der junge Mann ist als bester Killer eines kolumbianischen Kartells bekannt, dessen Fähigkeiten Mindy zu imponieren scheinen. Daher wählt sie ihn aus und zwingt ihn mit ein wenig „explosivem“ Nachdruck, mit ihr gemeinsam seine ehemaligen „Kollegen“ zu eliminieren…

Wie man sieht, bleibt die Serie ihrer verrückten Basis treu, doch durch den neuen Zeichner Ricardo Lopez Ortiz bekommt das Ganze einen erfrischenden Spin.  Die fast schon an abgedrehte Anime-Filme erinnernden Splatter-Szenen und die übertriebene Mimik der Figuren entfesseln eine Dynamik, die man in der Form bei „Kick-Ass“ noch nicht gesehen hat. Selbst in Bezug auf Gewalt scheint man hier eine Schippe drauf gelegt zu haben. Das Blut und die Gedärme spritzen, als wollte man sich selbst beweisen, dass man 2018 noch schockieren kann.

Und trotz des neuen visuellen Ansatzes in diesem Sammelband, kommt auf jeder Seite das von den Fans geliebte, völlig absurde Feeling auf, dass der Reihe seit jeher eigen ist. Dabei ist „Hit-Girl in Kolumbien“ nur der erste Auftakt zu vielen weiteren weltweiten Ausflügen, bei denen die Figur in die Hände komplett neuer Kreativ-Teams übergeben wird. Als nächstes verschlägt es Mindy zum Beispiel nach Kanada und wie der Zufall es so will, nimmt der kanadische Superstar Jeff Lemire auf dem Autorenstuhl Platz und der nicht minder legendäre Eduardo Risso (im Übrigen Gast des kommenden Comicfestivals München) schwingt den Zeichenstift, um unsere Heldin(?) auf ihren nächsten Kreuzzug gegen böse Jungs zu schicken.

Bis dahin kann ich jedoch jedem empfehlen sich auf ihre nächsten Abenteuer mit dem aktuellsten Streich von Mark Millar einzustimmen.

Hit-Girl in Kolumbien
Verlag: Panini Comics 
Erschienen am: 18.12.2018 
Format: Softcover 
Seitenzahl: 116
Preis: 14,99 EUR

[Rezension] Green Lantern – Erde Eins (Bd. 1) (Panini Comics)

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Die „Erde Eins„-Bände von Panini Comics bzw. DC sind schon seit längerer Zeit ein Garant für herausragende Geschichten, bei denen sich Künstler und Autoren austoben können, ohne auf die Kontinuität der nebenher erscheinenden Heft-Serien zu achten. Der Grund dafür liegt im Konzept des Multiversums, welches sich beide großen Superheldenverlage angeeignet haben. Daher ist der Nebentitel „Erde Eins„, der schon Geschichten von Batman, Superman und Wonder Woman zierte, wörtlich zu nehmen. Die Handlung spielt sich bei all diesen Charakteren auf dem uns bekannten Planeten ab, jedoch haben viele Biographien anders begonnen und damit auch eine andere Zukunft, als die uns schon seit Jahren bekannten Versionen.

Nachdem also die schon erwähnte „Dreifaltigkeit“ der Superhelden-Riege ihre eigenen Bände spendiert bekommen hat, ist es nun an der Zeit Green Lantern neu interpretiert zu sehen. Diesmal ist dafür das Ehepaar Corinna Bechko und Gabriel Hardman verantwortlich, welches Hal Jordan statt in die Uniform eines Air Force Piloten, in die eines Astronauten packt, der seine Brötchen damit verdient, auf unterschiedlichsten Himmelskörpern nach Bodenschätzen zu suchen, die auf der Erde gebraucht werden.

Als Jordan auf einer seiner Missionen auf einem Asteroiden landet, um auch diesen zu plündern, stößt er nichtsahnend auf das Wrack eines Raumschiffs, dass sogar noch die Leiche des Piloten beinhaltet. Das ist natürlich nicht alles, denn hier folgt schon eine kleine Parallele zur „original“ Geschichte. Der verendete Außerirdische hat nämlich einen grünen Ring bei sich, der sich als mit seltsamen Kräften ausgestattet erweist, nachdem ein aus dem nichts auftauchender Roboter von ihm spektakulär abgewehrt wird. Damit fängt die Beziehung zwischen Ring und Träger und damit auch die eigentliche Story von Green Lantern an.

In diesem Sinne garnicht mal so weit entfernt von der ursprünglichen Vorlage und damit auch tonangebend für den Rest des Bandes. Zwar ist die düstere Visualisierung von Hardman eine wahre Augenweide, aber inhaltlich wird man leider nur oberflächlich unterhalten. Das wäre zwar im Vergleich zu anderen Releases immer noch nicht schlecht, aber im Rahmen der „Erde Eins„-Veröffentlichungen siedelt sich Green Lantern etwas weiter unten an. Das liegt primär an der Austauschbarkeit und den fehlenden Überraschungsmomenten innerhalb der Handlung, als auch an den etwas blassen Charakteren. Zwar ergibt sich eine schöne Science-Fiction-Story mit Superhelden-Einschlag, aber bei weitem nicht das, was man bei der gegebenen Freiheit erwarten würde.

Daher würde ich sagen, dass „Green Lantern: Erde Eins“ für Sammler definitiv eine Anschaffung wert ist. Auch Leser, die ungezwungener Unterhaltung nicht abgeneigt sind, würden bei einem Kauf keinen Fehler machen. Diejenigen aber, die mit hohen Erwartungen an die Sache herangehen, sollten zumindest vor dem Kauf ein paar Seiten durchblättern. In jedem Fall erwartet alle Interessenten eine solide Geschichte, die auch nicht mehr als das sein möchte.

Green Lantern - Erde Eins (Bd. 1)
Verlag: Panini Comics 
Erschienen am: 16.10.2018 
Format: Softcover 
Seitenzahl: 148 
Preis: 16,99 EUR

[Rezension] Weihnachtsgeschichten bei Panini Comics

Die besinnliche Weihnachtszeit ist schon im vollen Gange. Die Straßen der Städte sind geschmückt, die ersten Weihnachtsbäume sind aufgestellt und der Glühwein auf den Christkindlmärkten fließt in Strömen. Natürlich ziehen thematisch passend auch einige Verlage mit und bringen Veröffentlichungen auf den Markt, die dann zeitnah unter den Christbaum gelegt werden sollen.

Panini Comics ist tatsächlich erst im zweiten Jahr dabei, nachdem sie schon Ende 2017 mit „Weihnachten mit den DC Superhelden“ bei den Fans vorgefühlt hatten. Der Erfolg bestätigte die Vermutung um eine Nachfrage nach genau solchen Titeln und der Weg für weitere Releases wurde schließlich frei. Diesmal beschränkte man sich sogar nicht nur auf den dunklen Ritter und seine mit Superkräften ausgestatteten Kompagnons, sondern spendierte auch der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft, samt den Avengers einen eigenen Band.

Batman und die Justice League: Weihnachtsgeschichten

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Beim DC-Ableger umrahmt schon wie beim letztjährigen Vorgänger eine Story die zahlreichen Geschichten, die sich diesmal fast komplett aus den „DC Holiday Specials“ aus den Jahren 2009 und 2017 speisen. Nachdem Harley letztes Mal den Leser als Ankerpunkt zu Anfang begrüßte und zum Schluss verabschiedete, ist diesmal Superman an der Reihe, der als Clark Kent in einer Bar eine Diskussion mit dem grimmigen John Constantine führt. In dieser zweifelt der Mann aus Stahl daran, die Welt wirklich vom Übel befreien zu können, bis der Barkeeper des Etablissements in das Gespräch einschreitet und damit die Vorlage für die kommenden 11 Storys bietet, die sich allesamt um das Fest der Liebe drehen, aber immer einen anderen Charakter zum Träger der jeweiligen Geschichte haben. Darunter befindet sich natürlich die Crème de la Crème des DC Universums wie Batman, Flash oder Wonder Woman. Doch auch die Helden aus deer zweiten Reihe wie Huntress, die Doom Patrol oder die Teen Titans können sich präsentieren und damit unter einem gemeinsamen Thema die gesamte Bandbreite des Verlags darstellen. Alles in allem handelt es sich also um ein ähnlich leichtes Stück grafische Literatur, wie letztes Mal und damit ein schönes Geschenk für Fans, die eh schon alles haben und für Einsteiger, die die Figuren erstmal kennenlernen wollen.

Spider-Man und die Avengers: Weihnachtsgeschichten

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Bei der Marvel-Version findet man zwar ein ähnliches Konzept im Sinne des Themas, der Aufbau ist jedoch ein etwas anderer. im Gegensatz zu DC findet man zum Beispiel nur drei Geschichten, von denen nur die erste dem „Marvel Holiday Special 2005“ entnommen wurde und sich um eine Weihnachtsfeier bei Dr. Strange dreht, bei der das „who is who“ der Superheldenriege aufschlägt. Die besinnliche Atmosphäre wird jedoch recht bald von einem etwas seltsamen Santa Claus gestört.

Mit „Harte Zeiten in Forest Hills“ bekommt der Leser sogar einen richtigen Klassiker serviert, der im Jahr 1989 vom legendären Todd McFarlane gestaltet wurde. Hier werden Peter aka Spider-Man und Mary Jane am Vorweihnachtsabend aus ihrer Wohnung geworfen und müssen  sich um eine neue Bleibe kümmern, während der Netzschwinger parallel ein paar böse Jungs zur Strecke bringen muss.

Den Abschluss bildet „Weihnachtliches Remmidemmi“ von Darwyn Cooke und Jay Bone, dass ein zuckersüß bebildertes Abenteuer in der Nacht vor Weihnachten darstellt, in dem nicht nur der Wandkrabbler, sondern auch die Fantastic Four involviert sind.

Auch hier wird vom Leser kein Vorwissen um Handlung und Figuren verlangt. Daher macht man definitiv nichts falsch, wenn man auch diesen Band seinen Nächsten unter den Baum legt oder den Nachwuchs mit ein paar Superhelden-Geschichten überrascht, die entgegen dem Zeitgeist auch ohne explizite Gewalt auskommen, aber mit ganz viel Herz.

Batman und die Justice League: Weihnachtsgeschichten
Verlag: Panini Comics 
Erschienen am: 09.10.2018 
Format: Hardcover
Seitenzahl: 100
Preis: 14,99 EUR
Spider-Man und die Avengers: Weihnachtsgeschichten
Verlag: Panini Comics 
Erschienen am: 09.10.2018 
Format: Hardcover
Seitenzahl: 100
Preis: 14,99 EUR

[Rezension] Walt Disneys Mickey Mouse: Die ultimative Chronik (TASCHEN)

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Wie Bob Iger, seines Zeichens CEO bei Disney, es treffend formuliert hat, gibt es nur noch sehr wenige Menschen, die von sich behaupten können, dass sie in eine Welt ohne Mickey Mouse hineingeboren wurden. Das ist keine übertriebene Aussage, sondern Fakt, wenn man bedenkt, dass der berühmteste Nager der Welt inzwischen 90 Jahre alt ist. Während dieser unglaublich langen Zeitspanne ist so einiges passiert. So hat sich nicht nur die visuelle Aufmachung der Figur, sondern auch ihr Verhalten grundsätzlich verändert, während im Hintergrund die Entertainment-Maschinerie um Disney zu einem Konzern mutierte, dessen Output jedermann bekannt ist. Kein Wunder, dass es Erhebungen gibt, nach denen Mickey Mouse in manchen Teilen der Welt berühmter ist, als der Weihnachtsmann.

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Daher ist es nur Folgerichtig dieses Jubiläum zu nutzen und eine Rückschau der gesamten Geschichte dieser Figur zu präsentieren. Und welche Verlag eignet sich dafür besser, als TASCHEN? Das Haus, welches uns schon seit Dekaden mit Kunstbänden in jeder Größenordnung und Preisklasse, bei gleichbleibend hoher Qualität versorgt und dabei thematisch keine Grenzen kennt, hat mit „Walt Disneys Mickey Mouse: Die Ultimative Chronik“ die Messlatte schon im Titel vorweggenommen. Auf sage und schreibe 496 Seiten im riesigen XXL-Format, wird der Leser mit einer Fülle an Informationen versorgt, die es so noch nicht gegeben hat.

Aufgeteilt in drei Entwicklungsphasen wird die Geschichte zunächst eng an der Biografie Walt Disneys orientiert, der mit einer anderen Tierfigur (Oswald the Lucky Rabbit) an seinem Durchbruch feilte, diese jedoch über Verwerfungen verlor und mit Mickey Mouse zunächst nur an eine Notlösung geriet, die sich jedoch in kürzester Zeit als wahrer Glücksgriff erwies. Nach einer relativ kurzen Orientierungsphase, in der der Charakter Form und Innenleben entwickelte, platzte mit „Steamboat Willie“ (1928) als erster vertonter Trickfilm eine popkulturelle Bombe, die bis heute nachhallt und seit geraumer Zeit sogar im Vorspann von Disney-Produktionen angeteasert wird (das berühmte Pfeifen der Melodie).

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Wie besonders die Einführung der Mickey Mouse war, zeigt sich schon in den ersten Jahren nach ihrer Entstehung. Eine heißlaufende Merchandise-Produktion, eine weltweite Expansion und Ehrungen, die man einer fiktiven Figur nie zuvor zugestanden hatte (sogar mit einer Figur im Wachsfigurenkabinett von Madame Tusseauds) wären nur als einige der Auswirkungen zu nennen. Diese machten es absehbar, dass Disney nicht nur einen kurzlebigen Geistesblitz hervorgebracht, sondern den Kulturbetrieb als solchen nachhaltig verändert hat.

Selbst als die klassischen Trickfilme in Spielfilmlänge die kurzen Abenteuer der Disney-Aushängeschilder wie Mickey und Donald in den Kinosälen ablösten, blieb die Maus gleichsam ein Synonym für ihren Erfinder. Nun war auch der Zeitpunkt dafür gekommen andere Medien in Beschlag zu nehmen, die heutzutage nicht mehr wegzudenken sind. Dazu gehören selbstverständlich die allseits bekannten Comicabenteuer, die sogar eigene Blüten im Ausland trieben und dort teilweise sogar erfolgreicher waren, als in den USA. Allen voran natürlich Italien mit seiner lebendigen Kultur der neunten Kunst und Deutschland mit seinem bis heute beliebten Output des „Micky Maus„-Magazins.

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Hierbei kommt neben der Masse an Informationen eine gewaltige Menge an Bildmaterial und Dokumenten zusammen. Diese haben die zwei Autoren David Gerstein, seines Zeichens Animations- und Comichistoriker, sowie der Filmhistoriker J.B. Kaufmann aus den Disney-Archiven, sowie privaten Sammlungen zusammengetragen und damit die wohl umfangreichste Aufbereitung der Geschichte von Mickey Mouse kreiert, die es bis dato gab. Ganze 1.200 Illustrationen, Animationszeichnungen, Storyboards, Hintergründe, Plakate und Fotografien werden dabei, in Teilen zum ersten Mal, dem geneigten Leser präsentiert.

Wem das nicht reicht, hat darüber hinaus die Möglichkeit sich über den Einfluss der Figur auf Politik, Gesellschaft und Kultur zu informieren. Dabei wird man feststellen, dass auch Themengebiete wie Krieg, Kommerz und zeitgenössische Kunst nicht ohne den Nager auskommen und dadurch die Relevanz dieser fiktiven Figur unterstreichen.

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Wenn man nun auf diese erstaunliche Geschichte zurückblickt, fragt man sich unwillkürlich, worin die Anziehungskraft von Mickey Mouse lag und immer noch liegt. Diese Frage ist sicherlich nicht einfach zu beantworten und letztlich auch nicht abschließend zu klären, denn nicht umsonst treibt sie seit 1928 Experten und Laien um. Vielleicht ist es auch dieses Mysterium, dass manche mit einer persönlichen Identifikation und andere mit einer stilisierten Projektionsfläche verbinden, dass den Erfolg anhaltend und rückwirkend fast schon fantastisch erscheinen lässt. In jedem Fall wird nach der Lektüre klar, dass die vergangenen 90 Jahre keinen Zweifel an einer Erfolgsgeschichte lassen, die auch die nächsten Generationen überdauern wird. Möchte man sie verstehen, führt wohl kein Weg an dieser wahrlich „ultimativen Chronik“ vorbei.

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Walt Disneys Mickey Mouse: Die ultimative Chronik* 
Verlag: TASCHEN 
Autoren: David Gerstein, J. B. Kaufman
Herausgeber: Daniel Kothenschulte 
Sprache: Deutsch
Format: Hardcover mit Leseband in Kartonverpackung 
mit Tragegriff , 29 x 39,5 cm 
Seitenzahl: 496
Preis: 150 EUR

*Affiliate Link

 

[Rezension] Kick-Ass: Frauenpower (Panini Comics)

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Kick-Ass“ sollte inzwischen jedem Comic- und Film-Fan ein Begriff sein. Mark Millars anarchische Kreation, die das Superheldengenre und seine Fans ordentlich durch den Kakao gezogen hat, ist inzwischen längst Teil des Kanons, den man im Regal stehen haben muss. Nun könnte man, wenn man in Millars Schuhen stecken würde, es sich einfach machen und die ursprüngliche Story kontinuierlich weiter spinnen, doch der schottische Tausendsassa wäre nicht er selbst, wenn er ganz andere Ansätze verfolgen würde.

So ist in der neuen Erzählung der Grad an Gewalt und derbem Humor der gleiche (und damit auf einem hohen Niveau) geblieben, aber der Titel nimmt schon voraus, dass man hier mit etwas grundlegend Neuem rechnen muss. „Frauenpower“ stellt nach „Hit-Girl“ nicht die erste starke Frauenfigur im vorliegenden Comic-Universum dar, dafür aber die erste, die titelgebend (ja, richtig gehört) für die berühmte Serie ist. Und nicht nur das! Während in der ursprünglichen Geschichte sich mit Dave Lizewski ein Nerd wie aus dem Bilderbuch die berühmte grüne Neoprenmaske, samt passendem Anzug überstreifte, ist diesmal mit der Afroamerikanerin Patience Lee eine hochdekorierte Soldatin an der Reihe. Das bedeutet zum ersten Mal auf körperlicher Ebene dominierte Kämpfe und ein um ein vielfaches brutaleres Vorgehen. Eine Aussage, die im Zusammenhang mit dem Titel „Kick-Ass“ zunächst verwundern mag, aber vollkommen zutrifft. Doch eins nach dem anderen. Wie kommt es eigentlich dazu?

Patience kehrt nach einem Auslandseinsatz zurück, nur um festzustellen, dass sie ihr (pseudo-)ambitionierter Autor von Ehemann sang- und klanglos verlassen hat. Nun steht sie als alleinerziehende Mutter da und muss sich mit Jobs im Niedriglohnsektor über Wasser halten. Ein nach ihren für das Heimatland erbrachten Opfern, fast schon schändlicher Status Quo, der nur als Sozialkritik am Umgang der USA mit den eigenen Veteranen gelesen werden kann. Nachvollziehbar frustriert durch ihre finanzielle und soziale Situation, sowie dem in weite Ferne gerückten Traum sich mit einem Studium hochzuarbeiten, beschließt sie einen lokalen Verbrecher in Albuquerque um sein Beute zu erleichtern. Diese möchte sie, ganz moralisch geschulte Patriotin, nicht nur für sich selbst beanspruchen, sondern in Teilen spenden. Mit einem einzigen Raubzug lässt sich jedoch nicht auf Dauer ein Leben finanzieren und so folgt ein maskierter Coup nach dem nächsten, bis sie sich mit dem Falschen anlegt. Und auch hier bohrt Millar mit Genuss im „American Dream“, indem er den Bösewicht der Story als eine pervertierte Kombination aus Mark Zuckerberg und Steve Jobs präsentiert, der seine verbrecherischen Pläne mit dem Zeitgeist des Silicon Valley  vermischt. Eine Rundumschlag, der sich diesmal weniger mit selbstreferentiellen Themen des Mediums Comic, als mit realen Problemen der Gesellschaft auseinandersetzt.

In diesem Sinne, trotz leicht anderen Schwerpunkten, immer noch ein typischer Millar-Cocktail aus Gewalt, Humor und Kritik, der den selben Geist zu atmen scheint, wie zehn Jahre zuvor. Unterstützt wird der Autor dabei am Zeichenbrett erneut vom legendären John Romita Jr., der es wie kein zweiter schafft einen unverkennbaren Stil aufs Blatt zu zaubern, dabei aber die Handlung auf visueller Ebene nicht durch allzu gewagte Experimente zu begraben. Farben, Figurendesign und Dynamik geben sich geradezu fließend die Klinke in die Hand und schaffen damit ein Gesamtbild, dass sowohl mit bekannten Versatzstücken, als auch einer deutlich erkennbaren Entwicklung überzeugt.

Alles in allem ist „Kick-Ass: Frauenpower“ daher nicht nur eine unausweichliche Erweiterung bestehender Millar-Sammlungen, sondern eine Pflichtanschaffung für jeden, der Comics nicht als oberflächliche Unterhaltung, sondern als eine seriöse Erzählform zu schätzen weiß.

Kick-Ass: Frauenpower 
Verlag: Panini Comics 
Erschienen am: 23.10.2018 
Autor: Mark Millar
Zeichner: John Romita Jr.
Format: Softcover / Variant Softcover (lim. 333 Ex.)
Seitenzahl: 164
Preis: 20 EUR / 25 EUR

[Ankündigung und Gewinnspiel] Rem Koolhaas signiert in Berliner TASCHEN-Store

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Noch vor kurzem habe ich über die TASCHEN-Neuerscheinung „Rem Koolhas. Elements of Architecture“ berichtet. Dabei handelt es sich um die Zusammenfassung der vielfach gelobten Ausstellung von Rem Koolhaas während der Architektur-Biennale 2014. Auf dieser thematisierte er die Grundlagen des Bauens, der von Laien eher unbeachteten Elemente wie Türen, Fenster, Treppen, Decken, Wände, Kaminen oder Balkone. Zusammengetragen wurden die dafür benötigten Informationen unter der Mithilfe zweier Studios der Harvard Graduate School of Design. Zusätzlich abgerundet wird das Ganze durch informative Essays von Koolhaas selbst, Stephan Trüby, Manfredo di Robilant und Jeffrey Inaba, sowie Interviews mit Werner Sobek und Tony Fadell. Darüber hinaus findet man einen exklusiven Fotoessay von Wolfgang Tillmans. Allein diese Aufzählung sollte einen Vorgeschmack auf den Umfang des Bandes geben, für den der Drucker des Verlags tatsächlich seine Buchbindemaschine umgebaut hat, um einen maßgefertigten Einband mit zweigeteiltem Buchrücken herstellen zu können. Dieser ist ganze acht Centimeter lang und in seiner Form auch nötig, damit man diesen Wälzer wirklich lesen kann. In diesem Sinne kann fast ohne zu übertreiben von einer „Bibel der Architektur“ sprechen

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Nun haben in dem Zusammenhang deutsche Leser endlich die Gelegenheit, sich persönlich ein Exemplar dieses ganz besonderen Bandes signieren zu lassen. Der große Architekt Rem Koolhas wird nämlich am Donnerstag, dem 29.11.2018 (16-18 Uhr) im Flagshipstore in Berlin (Schlüterstraße 39, 10629 Berlin) zu Gast sein und „Elements of Architecture“ für jeden anwesenden Fan unterschreiben.

Hier nochmal die Details:

Datum: 29.11.2018 
Ort: Schlüterstraße 39, 10629 Berlin
Uhrzeit: 16 - 18 Uhr

Wer für den Besuch in der Hauptstadt noch kein Exemplar hat und sich im Voraus eins besorgen möchte, der sollte aufhorchen, denn ich verlose in Zusammenarbeit mit dem TASCHEN-Verlag einen dieser Prachtbände im Wert von 100€:

Hinterlasst auf Facebook, Twitter oder Instagram sowohl ein Like auf der Seite, als auch unter dem passenden Post zu diesem Beitrag und schon seid ihr im Lostopf! Ihr könnt eure Chancen im Übrigen erhöhen, indem ihr das Prozedere bei all diesen Social Media-Kanälen durchführt und damit automatisch mehrfach im Lostopf landet! Der Gewinner wird am Abend des 25.11.2018 gezogen!

foto Fred Ernst

Rem Koolhas

Teilnahmebedingungen

  1. Teilnahmeberechtigte

Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.

Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.

  1. Teilnahmemöglichkeiten

Eine Teilnahme ist nur über Facebook, Twitter und Instagram möglich, indem die jeweilige Seite mit einem Like versehen wird und ein Kommentar mit der Beantwortung der im Text angegebenen Frage erfolgt. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook, Twitter oder Instagram.

  1. Teilnahmeschluss

Teilnahmeschluss ist der 25.11.2018 um 18:59 Uhr.

  1. Gewinnermittlung

Der Gewinner wird per Los ermittelt.

  1. Art der Gewinnbenachrichtigung

Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Nachricht schriftlich kontaktiert.

  1. Veröffentlichung der Gewinner

Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form veröffentlicht.

  1. Der Rechtsweg

Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg