Ich bin wieder da – Warum war ich weg?

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Leser, die ZOMBIAC schon länger verfolgen wissen, dass ich aufgrund meines Studiums, familiärer Verpflichtungen, sowie eines Werkstudentenjobs immer wieder Phasen einlegen musste, in denen Rezensionen seltener als üblich erschienen. Das letzte halbe Jahr stellt hierbei einen ganz besonderen Einschnitt dar, der mich an meine Grenzen gebracht, aber gleichzeitig gelehrt hat, wo gewisse Prioritäten zu setzen sind.

Als ich mit meinem Blog angefangen habe, steckte ich mir recht unrealistische Ziele, wie drei Beiträge die Woche zu schreiben, während meine Situation so etwas eigentlich nicht zuließ. Die oben erwähnten Verpflichtungen waren nämlich damals wie heute omnipräsent und jede zusätzliche Belastung kratzte immer hörbarer an meiner physischen und psychischen Gesundheit. Trotzdem machte ich weiter, als ob ich unzerstörbar wäre. Ein in der Zwischenzeit eingetretener Hörsturz und ein zum Glück nur kurz andauernder Burn-Out waren dabei wohl die eindeutigsten Signale meines Körpers etwas kürzer treten zu müssen. Das was mich dabei immer weiter machen ließ, war der Umstand, dass ich mich mein Leben lang irgendwie kreativ beschäftigen und dafür die unterschiedlichsten Ventile finden musste. Über 10 Jahre fand ich zum Beispiel eines in der Musik, was jedoch aufgrund von Strukturen wie regelmäßigen Bandproben irgendwann nicht mehr mit meinem Lebensstil zu vereinbaren war. Daher fand ich in der Rezension von Comics und Kunstbänden, über die ich sowieso meiner näheren Umgebung in den Ohren lag, eine Möglichkeit mir irgendwie Ausdruck zu verleihen und der Gedanke daran, auch diese Art des kreativen Outputs zu beschränken, war für mich nicht akzeptabel.

Dann kam letzten Sommer eine Zwangspause in Form eines verpflichtenden Auslandsaufenthalts in den USA. Dort habe ich zum ersten Mal nach 10 Jahren mehr als eine Woche am Stück Zeit für mich selbst gehabt. Es gab keine Verpflichtungen, nur einen unendlichen Strom an Kultur und interessanten Begegnungen. Ohne es zu merken, veränderte sich mein Mindset in eine Richtung, die mir zuvor gänzlich unbekannt war. Ich wurde ausgeglichener, aufmerksamer und fokussierter, während die erzwungene Bremse in meinem Leben plötzlich zum Heilmittel wurde. Als ich zurückkehrte, wusste ich, dass es ein anstrengendes Semester werden würde. Was ich dabei nicht auf dem Schirm hatte war, dass es mit die anstrengendsten Monate meines Lebens werden würden. Mit einem Haufen Kursen samt dazu passenden Klausuren, einem Staatsexamen zur Notenverbesserung, drei Hausarbeiten und einer Zulassungsarbeit, blieb de facto weder Zeit für den weiteren Blogbetrieb, noch für soziale Kontakte außerhalb des universitären Kontexts. Bisweilen so isoliert, wie manch anderer heute während der Corona-Krise, verzichtete ich auf alles, was nicht nötig für meine akademische Laufbahn und meine familiäre Situation war. Dank New York spürte ich dabei zum Glück trotzdem nicht mehr den Drang allen drumherum gerecht werden zu müssen. Daher blieben auch viele eingetrudelte Bände unterschiedlichster Verlage zunächst auf Eis und werden erst in den kommenden Wochen als Rezensionen ihren Weg auf ZOMBIAC.blog finden. Früher hätte mich so ein Stau an abzuarbeitenden Dingen innerlich zerfressen, doch heute weiß ich, dass mein Fokus sich der Situation anpassen muss und nicht andersrum.

Daher freut es mich fast umso mehr, dass ich nun einen gewissen Strom an Veröffentlichungen von Panini Comics, Cross Cult und dem Splitter Verlag in der Hinterhand habe, um meine Leser mit meiner persönlichen Meinung dazu zu versorgen, aber auch um mir selbst eine Struktur im Alltag aus Home-Office und Vorbereitung auf das Fächerexamen zu geben. Daher lautet mein Ziel für die nächste Zeit, mich jeden Tag an einen neuen Artikel zu setzen, wenn nicht gerade Arbeit angesagt ist, mir selbst genug Pausen zu gönnen und dabei Routinen zu folgen, die das Leben in Zeiten von Corona erträglicher machen. Im Gegensatz zu einigen meiner Bekannten und Freunde, komme ich ganz gut klar, da manche Klischees über Geeks tatsächlich stimmen. Es ist nicht so, als hätte es bis dato keine Wochen gegeben, in denen ich mit keiner Menschenseele geredet hätte. Daher dient der eben genannte Plan eher zur Prophylaxe.

Daher können sich diejenigen, die gerne etwas von mir zu Comics lesen auf nun mehr Beiträge freuen, während die anderen mein Gequatsche zu Themen der Kunst weiterhin ignorieren dürfen. 😉

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