[Rezension] Moonshine Bd. 1: Familiengeheimnisse (Cross Cult)

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Das Comicfestival München liegt schon eine Weile hinter uns, doch der anwesende Stargast Eduardo Risso ist immer noch Teil des Comic-Diskurses 2019. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Zeichner hinter Titeln wie „100 Bullets“ oder „Batman: Kaputte Stadt“ sich erneut mit dem Autoren Brian Azzarello („Joker„, „Batman: Damned„) zusammengetan hat, um den Lesern einen angenehmen Schauer über den Rücken zu jagen.

Wenn man es genau nimmt, stimmt das jedoch aktuell einzig und allein für die deutschen Leser, die erst diesen Sommer in den Genuss kamen den ersten Band von „Moonshine“ mit dem Titel „Familiengeheimnisse“ in den Händen zu halten, nachdem US-amerikanische Fans vor drei Jahren(!) die Möglichkeit hatten in den Horror-Gangster-Mix einzutauchen. Dafür müssen hiesige Käufer auch nicht allzu lange auf die Fortsetzung „Zug ins Unglück“ zu warten, welche passend nur zwei Wochen nach Halloween ihren Weg in die Bücherregale finden wird.

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©Cross Cult

Doch worum geht es eigentlich in „Moonshine„? Wir befinden uns im Jahr 1920 in den USA und damit mitten in der sogenannten Prohibition. Die Regierung verbietet die Herstellung und den Verkauf von Alkohol und bietet damit zwielichtigen Gestalten die Möglichkeit sich illegal ein goldenes Näschen zu verdienen. Dazu gehört auch die New Yorker Unterwelt, die den Kleinganoven Lou Pirlo in die Appalachen schickt, um mit dem dort ansässigen Schwarzbrenner Hiram Holt einen Deal bezüglich einer neuen Handelsroute auszuhandeln.

Das gestaltet sich doch bei weitem schwieriger, als Lou es sich vorgestellt hat, denn Hiram will seine Brennerei geheim halten und schon bald wird klar, dass ihm dafür jedes Mittel recht ist. Zu allem Unglück wird auch ersichtlich, dass auch der Staat das Gebiet im Blick hat und der umliegende Wald ebenfalls Geheimnisse in sich trägt, die besser verborgen geblieben wären.

Einen Hinweis dazu bietet der Titel des Comics, der gleich zwei Themenbereiche der Geschichte abdeckt. Zum einen wissen Western-Fans, Red Dead Redemption-Spieler und Alkohol-Kenner, dass es die umgangssprachliche Bezeichnung für schwarzgebrannten Schnaps ist. Zum anderen können sich Horror-Enthusiasten denken, in welchem Kontext der Mond gerne eingeordnet wird.

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©Cross Cult

Dabei funktioniert diese Mixtur von Brian Azzarello, die meines Wissens noch nie im Medium Comic aufgegriffen wurde, überraschend gut und wirkt trotz ihrer offensichtlichen Besonderheit nicht aufgesetzt, sondern ab der ersten Seite spannend und atmosphärisch. Zwar bleibt die Entwicklung der Figuren und die Erklärung ihrer Handlungsweisen recht vorhersehbar, da sie oftmals einem Abziehbild aus dem Genre-verwandten Film Noir entsprechen, aber durch den Blick über den Tellerrand wird man nicht gelangweilt und möchte wissen, welche Überraschung auf der nächsten Seite lauert.

Einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran hat der Argentinier Eduardo Risso, der es mit seinen vielen Schwarzflächen, dem dynamischen Panel-Aufbau und seinem charakteristischen Strich (der in Teilen an einen Frank Miller erinnert) schafft ein so bedrohliches Setting zu kreieren, dass selbst die erwähnten Stereotype des Noir-Genres in einem neuen Licht gesehen werden können.

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©Cross Cult

Durch die Zusammenarbeit dieser beiden Stars und Eisner Award-Preisträger ergibt sich ein Werk, dass durch bekannte Versatzstücke keine Probleme beim Einstieg bereitet und durch die Kombination mit neuen Elementen einen frischen Eindruck vermittelt, der fesselt und Lust auf  mehr macht.

Moonshine Bd. 1: Familiengeheimnisse 
Verlag: Cross Cult 
Erschienen am: 12.06.2019  
Autor: Brian Azzarello 
Zeichner: Eduardo Risso 
Format: Hardcover 
Seitenzahl: 144 
Preis: 22 EUR

[Rezension] George Herrimans Krazy Kat. Die kompletten Sonntagsseiten in Farbe 1935–1944 (TASCHEN)

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Man ist es von TASCHEN eigentlich schon gewohnt, dass XL-Ausgaben in einem so großen Format veröffentlicht werden, dass man das eigene Regal ruhig um mehrere Stufen verstellen kann, damit die wunderschönen Bände auch aus dem Schrank heraus ihre Wirkung entfalten können. Mit dem hier zu besprechenden Release legt der Verlag sogar einen drauf, sodass noch ein paar Centimeter dazu gekommen sind, die mit der Schutzverpackung den schon vorhandenen Platz sprengen. Doch wer beschwert sich schon über die Größe eines Bandes, der eine legendäre Zeitungsstrip-Reihe zum Inhalt hat?

In diesem Fall geht es um George Herrimans Krazy Kat. Eine 1913 gestartete Erfolgsgeschichte in schwarz-weiß, die ab 1935 bis zum Tod des Künstlers 1944 auch in Farbe erschien. Eben dieser zweite Zeitraum soll mit dem vorliegenden Band von Alexander Braun, seines Zeichens bildender Künstler und Kurator comicbezogener Ausstellungen, beleuchtet und erklärt werden. Das ist auch insoweit nötig, um zu verstehen, warum nicht nur einfache Zeitungsleser, sondern auch historische Persönlichkeiten wie zum Beispiel Pablo Picasso, James Joyce, Woodrow Willson oder Charlie Chaplin bekennende Fans waren, obwohl sie nicht zwangsläufig dem typischen Comicleser-Klientel zuzurechnen sind. Doch nicht nur diese illustre Runde, sondern auch der Medien-Tycoon William Randolph Hearst konnte nicht genug von Krazy Kat kriegen. Das ist insoweit wichtig, da er als Fan Herriman die einzigartige Möglichkeit bot, sich kreativ in seinen Veröffentlichungen mit den Figuren auszutoben und dabei das Medium Comic nach belieben den eigenen Wünschen und Vorstellungen anzupassen.

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Dazu gehörte neben visuellen Spielereien, wie surreale Darstellungen, auch die Dehnung des Sprachgebrauchs, der von Slang bis hin zu Neologismen einzigartige Elemente seiner Zeit bot und mit diffusen Geschlechterrollen fast schon revolutionäre Aspekte in sein Werk einbrachte.

Dabei entwickelte sich die Katz-und-Maus-Konstellation erst im Laufe der Zeit heraus und wurde dadurch im Endeffekt von einem Zufall zu einem Erfolg. Zunächst bildete nämliche George Herrimans The Dingbat Family die Basis für Krazy Kat. Die titelgebende Familie war zuerst nur ein Teil eines Gesamtkonstrukts, dass im Laufe der Zeit ein Eigenleben entwickelte und schlussendlich zum Comicstrip wurde, der ab 1913 seinen Siegeszug antreten sollte.

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Dabei ist die Beliebtheit der Sonntagsseiten durchaus als erstaunlich zu bezeichnen, denn die schon weiter oben beschriebene, in Teilen recht unorthodoxe Herangehensweise an das Medium Comic, ist selbstverständlich risikobehaftet, aber offensichtlich funktionstüchtig. Zwar ist die wiederkehrende Grundsituation einfach zu erklären: Schwarze Katze liebt durchtriebene weiße Maus, die ihr immerzu Ziegelsteine an den Kopf wirft, was wiederum Hundepolizist Offissa Pupp, verliebt in die Katze, zu verhindern sucht. Doch durch die teils sehr avantgardistischen Elemente wird das Dargestellte auf eine höhere Ebene gehoben, die auch erklärt, warum Personen ein Herz für Krazy Kat hatten, die nicht dafür bekannt sind die bunten Heftchen regelmäßig zu konsumieren. In diesem Sinne ist dem Künstler der Spagat zwischen Mainstream und höheren Anspruch gelungen, der es mehr als nur rechtfertigt alle bunten Versionen der Geschichten nun gesammelt in einem Band abzudrucken. Um den Hintergrund der Entstehung und die damit zusammenhängende Biografie Herrimans bei der Lektüre einordnen zu können, hilft ein deutschsprachiger Begleittext den Lesern, die sich zuvor eventuell nicht aktiv mit comichistorischen Themen befasst haben, in der Materie einzufinden und die kompletten farbigen Veröffentlichungen von Krazy Kat aus dem Zeitraum 1935 bis 1944 zu genießen. Wie schon bei anderen Releases, wie zum Beispiel Winsor McCays Little Nemo, werden bei einer Anschaffung nicht nur themenaffine Freunde des Mediums Comic auf ihre Kosten kommen.

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George Herrimans Krazy Kat. Die kompletten Sonntagsseiten in Farbe 1935–1944  
Verlag: TASCHEN 
Autor: Alexander Braun 
Sprache: Deutsch 
Format: Hardcover, In Leinen gebunden, 30 x 44 cm
Seitenzahl: 634
Preis: 150 EUR

[Rezension] Paper Girls – Band 5 (Cross Cult)

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Man hat lange nichts mehr von mir im Zusammenhang mit ZOMBIAC gehört und das hat tatsächlich gute Gründe, die keineswegs mit fehlender Lust am Schreiben oder geringerem Interesse an Comics zu tun haben. Tatsächlich war ich selten so sehr im Kontext des zweiten Themas eingespannt, wie in den letzten Wochen und Monaten.
Als Teil des Orga-Teams um das Comicfestival München, habe ich unter anderem für den reibungslosen Ablauf der Signierstunden, der Kommunikation mit den Verlagen, Künstlern usw. gesorgt. Da dieser Job jedoch neben Studium, Arbeit und Kind zu erledigen war, könnt ihr euch vorstellen, das gewisse Dinge mit einer geringeren Priorität auf der Strecke geblieben sind.  Dazu gehört traurigerweise auch dieser Blog, der natürlich weiterhin betrieben und befüllt werden soll.

Das wird in den nächsten Wochen aber ebenfalls im vorhandenen, aber nur geringem Maße erfolgen, da mir das Glück zuteil wurde die nächsten zwei Monate bis Ende September in New York City verbringen zu dürfen. Hintergrund ist dabei mein Englisch-Studium, dass einen entsprechend langen Aufenthalt in einem englischsprachigen Land als Mindesvoraussetzung für meinen Abschluss beinhaltet.

Nun jedoch genug von Erklärungen, die für die Zukunft eh nichts zur Sache tun und rein in die seit langem erste Rezension: Den fünften Band zu den großartigen „Paper Girls“ von Cross Cult! (Hier geht es zu den Rezensionen zu den Bänden 1, 2, 3 und 4)

Dabei schreiten wir als Leser langsam aber sicher auf das Ende der Geschichte von Brian K. Vaughn und Cliff Chiang um die lieb gewonnene Girl-Gang zu. Deren Abenteuer wurden in den USA nämlich nach 30 Ausgaben zu einem Ende gebracht, was uns deutschen Leser mit dem vorliegenden Sammelband den vorletzten Release in diesen Breitengraden beschert.

Während wir den inzwischen fleißig zeitreisenden Erin, Max, Tiffany und K.J. schon in den 80ern mit passenden „Stranger Things„-Vibes über die Schultern schauen, in der Steinzeit mitfiebern und im Jahr 2000 auf die auch popkulturell aufbereitete Endzeitstimmung dieser besonderen Zeit blicken durften, verschlägt es die Protagonistinnen diesmal ins 22. Jahrhundert. Nun sind die Mädels jedoch mehr als froh in der Zukunft und nicht in der heimischen Version von Stoney Steam gelandet zu sein, denn die üblicherweise zynisch aufgelegte Mac darf sich Hoffnungen machen ihre Leukämie zu besiegen, bevor sie diese überhaupt bekommt, da sie von ihrer tödlichen Krankheit schon in der Vergangenheit erfahren hat. Doch nicht nur auf physischer Ebene werden Veränderungen durchgemacht, denn der immer wieder präsente Coming-of-Age Teil der Geschichte kommt erneut und ohne jede peinliche Note zum Vorschein, als K.J. sich offen zu ihrer Homosexualität und zeitgleich ihren Gefühlen für Mac bekennt. Eine wilde Mischung, die aber zu jeder Zeit authentisch und emotional nachvollziehbar erzählt wird.

Dabei wird die Sache für unsere Heldinnen nicht weniger kompliziert, als ihnen die seit dem ersten Band auf den Fersen haftende Gruppe um einen geheimnisvollen Anführer in wechselnden Band-Shirts aus der Hip-Hop-Ära der 80er, näher kommt als je zuvor. In diesem Kontext wird auch endlich der zu Anfang von Band 1 gespannte Bogen langsam aber deutlich sichtbar, was wiederum auf das absehbare Ende hinweist, dass hoffentlich so grandios zum Abschluss geführt wird, wie es die bisherige Story vermuten lässt.

Auch auf visueller Ebene bekommt man erneut Kost auf dem hohen Niveau serviert, dass man sich nicht nur wünscht, sondern zum aktuellen Zeitpunkt regelrecht erwartet. Jedes Panel und jede Mimik durch Cliff Chiang, sowie die großartige Kolorierung von Matt Wilson scheinen mindestens so präzise und spannend aufeinander eingespielt zu sein, wie die erzählerische Meisterleistung von Vaughn. Ein kreativer Cocktail, der nicht ohne Grund von Amazon zu einer TV-Version adaptiert werden soll.

In diesem Sinne macht man als potentieller Käufer des fünften „Paper Girls„-Bandes nicht nur wenig falsch, sondern ist eigentlich dazu verpflichtet seine Sammlung zu vervollständigen und mit den vielen anderen Fans auf das große Finale in diesem Herbst hinzufiebern.

Paper Girls - Band 5 
Verlag: Cross Cult 
 
Autor: Brian K. Vaughn
Zeichner: Cliff Chiang
Erschienen am: 17.04.2019 
 
Format: Hardcover
 
Seitenzahl: 152
Preis: 22 EUR

[Rezension] Doomsday Clock Bd. 1 (Panini Comics)

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Ich gehöre zu den Leuten, die sich intensiv mit Comics beschäftigen. Trotzdem würde ich mich niemals als Puristen bezeichnen. Daher kann ich mich auch unvoreingenommen über Spin-Offs, Pre- und Sequels freuen, wenn bei diesen mit fast schon legendären Stoffen hantiert wird. Dazu gehört definitiv das epochale „Watchmen“ von Alan Moore und Dave Gibbons. Eine Geschichte, die erzählerisch neue Maßstäbe gesetzt hat und nach Jahrzehnten immer noch begeisterte Leser findet. Eine für dieses Jahr angekündigte HBO-Produktion, die als Fortsetzung angelegt ist, unterstreicht nochmal die Relevanz dieser Veröffentlichung.

Auch im Bereich der Comics traute sich DC schon vor einigen Jahren, die Story um eine Gruppe von Superhelden, die nicht unbedingt den moralischen Kompass der üblichen Verdächtigen wie Batman und Co. besitzen, um einige in sich abgeschlossene Mini-Serien zu ergänzen. Diese erzählten, immer von einem anderen Kreativ-Team gestaltet, die Geschichten von Rorschach, Nite Owl oder Dr. Manhatten, die vor der eigentlichen „Watchmen„-Handlung angesetzt wurden. Auch dieser Vorstoß wurde von vielen Lesern skeptisch betrachtet und von manchen geradezu als Beleidigung gegenüber den ursprünglichen Machern ausgelegt. Nichtsdestotrotz fand auch dieser Stoff begeisterte Leser, die in Teilen dadurch das erste Mal mit den Figuren in Berührung kamen. Dabei orientierte man sich immer noch streng an dem, was die Vorlage an Informationen zur Verfügung stellte und nutzte es primär als Basis für die Erweiterung des bis dato bekannten Universums.

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©Panini Comics

Nun sind einige Jahre ins Land gezogen und DC Comics hat sich dazu entschieden ein weiteres Kapitel zum Franchise hinzuzufügen, dass diesmal jedoch durchaus weitere Kreise ziehen dürfte, als die für sich stehenden Prequels. Mit „Doomsday Clock“ läutet der Verlag nämlich nichts Geringeres als die Verschmelzung des uns bekannten Comic-Reigen aus Batman, Superman und Co. mit dem ursprünglich für sich stehenden „Watchmen„-Universum ein.

Ein durchaus mutiges Unterfangen, dass einige Stolperfallen bereit hält. Selbst wenn Geoff Johns als Autor die Zügel in der Hand hält und nicht unbedingt für Fehlgriffe bekannt ist, hätte dieses Experiment auch schnell an seiner Stellung innerhalb der Szene kratzen können. Es sei jedoch vorweg zu nehmen, dass diese Befürchtungen sich nicht bewahrheitet haben. Warum das so ist, erfahrt ihr hier:

Wir steigen in das Jahr 1992 ein und damit gut sieben Jahre nach den Geschehnissen aus dem Original-Werk. Ozymandias, der zunächst als Held eingeführt wurde, sich im laufe der Handlung aber als Bösewicht herausgestellt hat, initiierte eine angebliche Alien-Invasion mit dem Ziel die Kämpfe zwischen den verfeindeten Blockstaaten zu beenden und damit den von ihm befürchteten Weltuntergang zu verhindern. Diejenigen, die die letzte Seite von „Watchmen“ in Erinnerung haben, wissen jedoch, dass Rorschachs Tagebuch seinen Weg an die Presse fand. Daher ist die Welt trotz der (im wahrsten Sinne des Wortes) monströsen Anstrengung von Ozymandias, der nun zum meistgesuchten Mann der Welt avanciert ist, erneut am Abgrund von dem sie sich kurzzeitig entfernt hatte.

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©Panini Comics

Genaugenommen steuern die Weltmächte mit so großen Schritten auf einen dritten Weltkrieg zu, wie nie zuvor. Insbesondere als Russland in Polen einmarschiert, scheint eine Grenze überschritten worden zu sein, denn die USA setzen Russland mit einem Ultimatum massiv unter Druck. Sollte Moskau dieses nicht erfüllen, droht Washington in der Folge mit einem atomaren Erstschlag und damit dem Szenario, dass Ozymandias ursprünglich verhindern wollte. Es scheint so gut wie keine Möglichkeit zu geben den atomaren Alptraum verhindern zu können und doch besinnen sich einige wenige auf jemanden, der die Macht haben könnte die Weltuntergangsuhr zurück zu drehen. Auf jemanden, der einem Gott gleich Raum und Zeit zu verändern vermag. Auf jemanden wie Dr. Manhatten. Dieser ist bekanntlich verschwunden und die Suche beginnt.

Und insbesondere an diesem Punkt merkt man den Versuch, an „Watchmen“ direkt anzuknüpfen. Dabei darf man jedoch nicht dem Trugschluss aufsitzen, dass es sich hierbei um eine Kopie der Erzählweise bzw. Stimmung handelt, denn beides ist in seiner Genialität wohl von niemandem zu erreichen. Das wird auch der Grund dafür sein, dass sowohl Geoff Johns als Autor und Gary Frank als Zeichner ihren eigenen Weg gehen, jedoch genug vom Original durchscheinen lassen, um einen sauberen Anschluss herzustellen. Das passiert primär durch dem Leser bekannte Versatzstücke wie die Erzählung aus der Sicht bestimmter Figuren, die grimmige Stimmung, die die Superhelden in ein raues bis realistisches Licht rückt, sowie offensichtlich platzierte Easter Eggs.

Nichtsdestotrotz liegt der Fokus in diesem ersten von vier Sammelbänden zunächst einmal auf dem Aufbau eines Gerüsts, an dem sich die Handlung in den darauf folgenden Releases entlang hangeln kann. Dazu gehört natürlich die Zusammenkunft der Figuren aus den beiden schon erwähnten Comic-Universen, wobei sich diese im vorliegenden Band auf eher kurze Episoden beschränken und sicherlich in Zukunft noch in epischer Breite aufgegriffen werden. Trotzdem ist der beschriebene Weg derart spannend gestaltet, dass man nach den letzten Seiten fast schon frustriert die Lektüre aus der Hand legt, weil man unbedingt wissen möchte, wie es nun weiter geht. Zwar wird der Unterhaltungswert im Gegensatz zu „Watchmen“ nicht so sehr aus selbstreferentiellen Aspekten und politischen Seitenhieben gezogen, doch er besticht unbestreitbar durch eine durchdachten Handlungsbogen, der auch bei Puristen einiges wett machen könnte.

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©Panini Comics

Auch auf visueller Ebene wird von Gary Frank eine eigene Schiene gefahren, die sich zwar im Realismus von Dave Gibbons bewegt, jedoch eindeutig die individuelle Handschrift des aktuellen Künstlers trägt. Doch auch hier gibt es Querverweise, die man als Fan des ursprünglichen Stoffes zu schätzen weiß. So wird selbstverständlich mit dem neunteiligen Panel-Aufbau gearbeitet, der das Original schon hervorstechen ließ und heute noch eindeutige Assoziationen weckt.

Alles in allem ist „Doomsday Clock Bd. 1“ daher in meinen Augen nicht einfach ein „Fanpleaser“, der die richtigen Trigger setzt, sondern ein eigenständiges Werk, dass zwar keinen neuen Epos für die Ewigkeit darstellt, jedoch die Tür für viele weitere spannende Geschichten aufstößt, die ohne diesen Release nicht möglich wären.

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Verlag: Panini Comics 
 
Autor: Geoff Johns 
Zeichner: Gary Frank

Erschienen am: 02.04.2019 
 
Format: Softcover
 
Seitenzahl: 108
Preis: 13,99 EUR

[Rezension] The Umbrella Academy Bd. 1: Weltuntergangs-Suite (Cross Cult)

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Und wieder ist eine Comic-Veröffentlichung auf meinem Tisch gelandet, die viele Leser als Indie-Klassiker betiteln, auf meinem Radar jedoch erst beim Re-Release aufgetaucht ist. Diesmal handelt es sich um den Band „The Umbrella Academy: Weltuntergangs-Suite„, der im Windschatten der Serien-Adaption von Netflix, nun eine Neuauflage bei Cross Cult erfährt.

Zu meiner Verteidigung sei zu sagen, dass ich vor ungefähr 10 Jahren, als die Serie das erste mal auf den Markt kam, zwar regelmäßig Comics gelesen, jedoch in meinem Horizont durchaus eingeschränkt war. So wie den meisten Leuten im Mainstream, war mir das DC- und Marvel-Portfolio, die frankobelgischen Perlen, die Disney-Produktionen und die ein oder andere Vorlage für Kinofilme wie „Sin City“ oder „V wie Vendetta“ bekannt. Mehr gab es aber für mich nicht und daher rutschten dann etwas speziellere Indie-Projekte in meiner Wahrnehmung schnell durch. In dem Kontext des hier zu besprechenden Bands kann man zusätzlich anführen, dass ich eine ziemliche Aversion gegenüber Emo-Musik und damit zwangsläufig ihren prominentesten Vertretern „My Chemical Romance“ hatte. Daher fiel mir konsequenterweise auch nicht auf, dass Gerard Way, der Sänger der Band, als ausgewiesener Comic-Enthusiast sich als Autor der Reihe betätigte und offensichtlich damit dem Titel einen zusätzlichen Popularitätsschub verpasste.

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©Cross Cult

Doch warum geht es eigentlich? Zum einen sollte zunächst festgestellt werden, dass die Welt in der wir uns befinden eine Art Hybrid zwischen alternativer Realität und abgedrehter Trash-Fantasie ist und als diese schon auf den ersten Seiten vorgestellt wird. So gibt es gleich zu Beginn einen Kampf zwischen einem Wrestler und einem Tentakel-Mosnter, der Eiffeltum von einer Zombie-Version seines Architekten gesteuert und eine Horde maskierter Kinder wird gegen ihn in die Schlacht geschickt. Klingt verwirrend? Ist es auch, unterhält aber schon ab dem ersten Panel.

Woher die erwähnten Kinder stammen wird zumindest recht schnell geklärt. So gebaren aus unerfindlichen Gründen weltweit zur gleichen Zeit 43 Frauen die jeweils gleiche Anzahl an Kindern, die die Aufmerksamkeit des exzentrischen Abenteuerers und Unternehmers Sir Reginald Hargreeves auf sich zogen. Aus dieser Gruppe adoptierte er die in seinen Augen vielversprechendsten sieben Individuen, die er ab dem Zeitpunkt nicht nur aufzieht, sondern für seine geheimnisvollen Zwecke einsetzen will.

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©Cross Cult

Das passiert, indem er sie de facto zu Superhelden ausbildet, die dazu passende Namen wie Space Boy oder Séance tragen. Gemeinsam bilden sie somit die titelgebende Umbrella Academy, die Heimat und Trainingsort in einem ist, jedoch keine Familie ersetzen kann, die den Mitglieder quasi verwehrt wird. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Zwangsgemeinschaft im Laufe der Zeit auseinanderbricht und erst wieder zueinander findet, als sie die Nachricht über den Tod ihres Ziehvaters erreicht. Ab diesem Zeitpunkt geht die eigentliche Geschichte über Vernachlässigung, Verrat und Liebe erst richtig los, über die ich jedoch nichts weiter erzählen möchte, da sonst die Spannung, die zwischen den bizarren Figuren, Orten und Handlungssträngen stetig nach oben geschraubt wird einen Dämpfer bekommen würde. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich überall Details einschleichen, die erst im Laufe der Handlung an größerer Bedeutung gewinnen und damit zu einer erzählerischen Dichte beitragen, die man nur in ausführlicher der Breite erklären kann.

Zu diesem detailversessenen Spektakel passt auch der cartooneske Zeichenstil von Gabriel Bá. Zwar muss ich zu meiner Schande gestehen, dass mir der teils grob übertriebene Strich des Brasilianers zunächst nicht wirklich zugesagt hat, mir doch von Seite zu Seite mehr ans Herz wuchs, da dieser wunderbar dann doch wie die Faust aufs Auge der Geschichte von Gerard Way passt.

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©Cross Cult

Alles in allem ist „The Umbrella Academy Bd. 1: Weltuntergangs-Suite“ eine wikrlich unterhaltsame Indie-Perle, die schon um ihren ursprünglichen Erscheinungszeitraum verdient mit dem prestigeträchtigen Eisner-Award prämiert wurde. Zwar denke ich, dass man als ungeübter Comic-Leser oder zumindest als jemand, der primär in der Mainstream-Sphäre unterwegs ist, zunächst einen Einstieg finden muss, doch sobald dieser gelungen ist, geht man mit den liebevoll ausgefeilten Figuren voll auf und kann sich auf die beiden Fortsetzungs-Bände „Dallas“ (der auch bald besprochen wird) und „Hotel Oblivion“ freuen.

The Umbrella Academy Bd. 1: Weltuntergangs-Suite 
Verlag: Cross Cult 
Erschienen am: 12.02.2019  
Autor: Gerard Way 
Zeichner: Gabriel Bá 
Kolorist: Dave Stewart 
Format: Hardcover
Seitenzahl: 192 
Preis: 22 EUR

[Rezension] Deadly Class Bd. 1: Die Akademie der tödlichen Künste (Cross Cult)

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Manchmal passiert es, dass mir eine großartige Neuveröffentlichung einfach durch die Finger rutscht. Dann liege ich manchmal abends im Bett und frage mich, wie ich so dämlich sein konnte einen großartigen Release nicht erkannt zu haben, als dieser frisch am Horizont erschien. Fast wäre es mir mit dem bei Cross Cult erschienenen Band „Deadly Class 1: Die Akademie der tödlichen Künste“ so gegangen. Viele Baustellen und nur 24 Stunden pro Tag um diese abzuklappern, haben fast dazu geführt, dass ich einen der besten Serienstarts der letzten Jahre übersehen hätte. Dabei läuft sogar aktuell eine TV-Serie zum Titel auf SYFY. Zum Glück bin ich jedoch rechtzeitig in meinen „Rezensions-Modus“ geswitcht und kann euch nun erzählen, was es mit diesem Titel von Lee Loughridge, Rick Remender und Wes Craig auf sich hat.

Zunächst muss erwähnt werden, dass die Bezeichnung „neu“ in dem vorliegenden Kontext relativ ist. Tatsächlich hat Panini Comics schon 2015 versucht die ersten zwei Sammelbände der Reihe unter die deutschen Leser zu bringen. Das führte jedoch nur zu einem überschaubaren Erfolg und in der Folge zu einem schnellen Ende von „Deadly Class„. Wie man an meinem Eingangstext vermutlich unschwer erkennt, gehörte ich zu eben jenen, die den Titel nicht mal auf dem Schirm hatten. Meine persönliche Theorie ist hierbei, dass sich eine solche Geschichte schwer tut, wenn sie eingekesselt durch Superhelden-Lizenzen präsentiert wird und dadurch nicht die richtige Zielgruppe erreicht. Bei Cross Cult scheint das Ganze jedoch wie die Faust aufs Auge zu passen, während die parallele Fernsehausstrahlung hoffentlich den nötigen Rückenwind gibt, um uns mit einer Fortführung der Reihe zu beglücken.

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©Cross Cult

Doch warum geht es eigentlich? Wir steigen in die USA des Jahres 1987 und damit in die sogenannte Reagan-Ära ein, in der ein ausgeprägter neoliberaler Zeitgeist herrscht, in dessen Folge der Sozialstaat extrem abgebaut wird. Diese Maßnahmen treffen dabei, wie so oft, die schwächsten Glieder der Gesellschaft und selbst diejenigen, die augenscheinlich nicht direkt von den politischen Entscheidungen des Republikaner-Lieblings Reagan betroffen sein sollten. Dazu gehört auch der Teenager Marcus Lopez, dessen Eltern durch einen furchtbaren Unfall ums Leben kamen und er in der Folge in ein Kinderheim abgeschoben wurde, dass in diesem Fall alles andere als ein sicherer Zufluchtsort für traumatisierte Kinder ist. Schlussendlich flüchtet er und landet mittellos auf der Straße. Diesen negativen Lebensweg schreibt Marcus nun in direkter Schlussfolgerung der Politik des amtierenden US-Präsidenten zu, was zu einem unstillbaren Durst nach Rache schwillt, die gestillt werden möchte.

Während dieser Zeit schlägt er sich auf den Straßen von San Francisco gerade so durch, doch seine Aktivitäten bleiben nicht nur dem Staat, sondern auch einigen im Untergrund lebenden Gestalten nicht verborgen, die den jungen Mann offensichtlich auch wegen seiner, für den Leser noch im dunkeln liegender, Vergangenheit interessant finden. Schon bald geben sie sich ihm als Mitglieder der sogenannten Kings Dominion Akademie zu erkennen, die als High School für angehende Auftragsmörder fungiert und damit auch den Titel der Reihe erklärt. An dieser Schule werden primär die Kinder hochrangiger Verbrecher, Kartell-Bosse und autokratischer Herrscher untergebracht, um nach ihrem Abschluss die Kunst des Tötens perfekt zu beherrschen und es auch auf ihrem Zeignis vermerkt zu sehen. Und genau hier kommt der Knackpunkt, der die Story so außergewöhnlich und interessant macht, da der Autor Rick Remender es schafft eine brutale Handlung mit einer greifbaren Coming-of-Age-Geschichte zu verbinden, die vor popkulturellen Referenzen nur so strotzt, ohne anbiedernd zu sein und dabei ständig das Gefühl vermittelt, dass die Macher um den Umstand einer der uncoolen Kids zu sein aus eigener Erfahrung wissen und diese gekonnt in Panels gießen. Insbesondere die Schulerfahrung von Remender, laut eigener Aussage im Einleitungstext eine brutale Zeit, spiegelt sich als Inspiration in der vorliegenden Geschichte wieder.

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Das erklärt auch die realitätsnahe Konstruktion der einzelnen Protagonisten, die sich natürlich auch an Klischees orientieren (Latino-Gang, Aryan Brotherhood-Rednecks usw.), im Kern jedoch eine Tiefe ausstrahlen, die nur realen Anleihen entnommen worden sein kann. Dieses Bild festigen darüber hinaus genial platzierte Mono- und Dialoge, die mitfühlen lassen und den geneigten Leser dazu bringen bis zur letzten Seite mitzufiebern.

Die Visualisierung von Wes Craig orientiert sich dabei in Kombination mit der gewollt blassen Kolorierung von Lee Loughridge an der Zeit, in der die Geschichte stattfindet: die düsteren 80er Jahre, die zumindest im Bereich der Comics durch Veröffentlichungen wie „The Dark Knight Returns“ oder „Watchmen“ einen Stempel aufgedrückt bekamen, den nun die Macher von „Deadly Class“ dankend aufnehmen und mit einem modern angehauchten, fast schon an Skizzen erinnernden Stil aktualisiert und mit teils ungwöhnlichen Panel-Platzierungen auf die Leserschaft loslassen.

Diese sollte verpflichtend hierzulande wachsen, damit Cross Cult die deutschen Fans auch in Zukunft mit großartigen Geschichte von „Deadly Class“ versorgen kann. Merkt euch daher schon den Mai vor, in dem die zweite Veröffentlichung „Kinder ohne Heimat“ erscheint. Bis dahin könnt ihr euch die Wartezeit mit dem Erstling „Die Akadamie der tödlichen Künste“ überbrücken, den ich euch wärmstens ans Herz lege.

Deadly Class Bd. 1: Die Akademie der tödlichen Künste 
Verlag: Cross Cult
Erschienen am: 27.02.2019  
Autor: Rick Remender 
Zeichner: Wes Craig
Kolorist: Lee Loughridge
Format: Softcover
Seitenzahl: 176 
Preis: 16,80 EUR

[Rezension] Bauhaus. Aktualisierte Ausgabe (TASCHEN)

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Manche kreativen Strömungen haben über Dekaden hinweg Einfluss auf Architektur, Mode, Handwerk und Technik und verpuffen nichtsdestotrotz zum Ende ihrer Existenz in der Bedeutungslosigkeit. Ganz anders sieht es mit der Kunst- und Gestaltungsschule Bauhaus aus, die in nur 14 Jahren zwischen den beiden Weltkriegen die Moderne zu definierten wusste.

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Woman with a mask by Schlemmer seated in one of Marcel Breuer’s first tubular steel chairs. Copyright: Bauhaus-Archiv, Berlin Inv. F1218a

Scheinbar ohne Grenzen zu kennen, durchzog der unverwechselbare Stil aus Weimar alle bis dato bekannten Unterhaltungsmedien, die Architektur, sowie die bildenden Künste. Um diesem bis heute nachhallenden Einfluss ein Denkmal zu setzen, hat der TASCHEN-Verlag schon vor geraumer Zeit ein Referenzwerk in Zusammenarbeit mit dem Bauhaus-Archiv/Museum in Berlin veröffentlicht, dass nun zum 100-jährigen Jubiläum neu und aktualisiert aufgelegt wird. Wie schon beim Erstling konnten die Macher um die Autorin Magdalena Droste auf die weltgrößte Sammlung zur Geschichte des Bauhauses zugreifen und nun mit über 250 neuen Fotografien, Schriften, Studien, Skizzen, Plänen und Modellen die Jubiläums-Ausgabe erweitern.

Dabei wird sich nicht nur auf die nüchterne Dokumentation der bekannten Arbeiten konzentriert, sondern auch Aufnahmen von gemeinsamen Freizeitaktivitäten der Künstler und Architekten. Hinzu kommen Baupläne, Skizzen und Modelle, um aufzuzeigen, dass zum allseits bekannten Ergebnis, natürlich auch ein entsprechender Weg führt, der von realen Menschen gepflastert wird. Dazu gehören in diesem Band unter anderem Josef Albers, Marianne Brandt, Walter Gropius, Gertrud Grunow, Paul Klee, Ludwig Mies van der Rohe und Lilly Reich.

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Kurt Schmidt: The Man at the Control Panel, 1924, scene design. Copyright: Bauhaus-Archiv, Berlin Inv. 3893, Foto: Markus Hawlik

Eine weitere kleine Besonderheit, neben der genannten Erweiterung, ist die Art und Weise der Veröffentlichung. Während üblicherweise bei TASCHEN eine höherpreisige Version auf den Markt gebracht wird, bevor nach einiger Zeit eine kostengünstigere Fassung verfügbar ist, fährt der Verlag diesmal zweigleisig. Zum einen gibt es die, in meinen Augen immer noch bezahlbare, Fassung für 40 Euro im schönen Format von 24 x 31,6 cm. Zum anderen kann man für kostengünstige 15 Euro zur handlichen Version aus der Bibliotheca Universalis greifen, die traditionell in der Abmessung 14 x 19,5 cm daherkommt und damit auch als Lektüre für unterwegs taugt.

Durch diesen Schritt kann wirklich jeder in den Genuss kommen sein Wissen um das Bauhauszu erweitern oder diese einflussreiche Schule zu ihrem 100. Geburtstag kennen zu lernen. In beiden Fällen macht man als Leser bei einer Anschaffung nichts falsch.

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Walter Gropius: Bauhaus building in Dessau, 1925/26. View of the Bauhaus building from the southwest, workshop wing.  Copyright: Bauhaus-Archiv, Berlin ((inv. 5993/3); photo: Atlantis-Foto

Bauhaus. Aktualisierte Ausgabe 
Verlag: TASCHEN
Autorin: Magdalena Droste
Sprache: Deutsch
Format: Hardcover, 29 x 39,5 cm / 14 x 19,5 cm
Seitenzahl: 400552
Preis: 40 EUR / 15 EUR

[Rezension] Secret Empire Paperback (Panini Comics)

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Wenn man den Sammelband des Marvel-Megaevents „Secret Empire“ in den Händen hält, ist jedes Superlativ für seine Beschreibung mehr als angebracht. Auf über 400 Seiten wird die auf 11 Hefte aufgeteilte Mini-Serie in einen Fluss gebracht und Lesern wie mir, die die stückweise Veröffentlichung an sich vorbeiziehen haben lassen, in einem Aufguss serviert. Doch ganz ohne Vorbereitung kann mich sich tatsächlich nicht in die Handlung stürzen, denn es wird ein gewisser Grad an Vorwissen aus den Ongoing-Series erwartet, um die vorliegenden Ereignisse zu verstehen. Dafür musste ich mir im Netz als jemand, der selten zu Marvel-Heften greift, einiges anlesen, um einen Durchblick zu bekommen, den man dringend braucht, da vieles nicht explizit erklärt wird.

Daher gibt es im Folgenden ein paar Eckpunkte: Man begegnet im Verlauf der Handlung einem Mädchen namens Kobik, welches jedoch ein aus den Fragmentstücken eines kosmischen Würfels zusammengesetztes Wesen ist und dessen Macht besitzt die Realität von Menschen zu ändern. Noch vor dem vorliegenden Event erschafft sie für die S.H.I.E.L.D.-Leiterin Maria Hill eine Art Geheim-Gefängnis, dass die gefährlichsten Schurken des Marvel-Universums hinter Schloss und Riegel halten soll. Damit die Öffentlichkeit jedoch nichts mitbekommt, wird der Knast als idyllisches Örtchen namens „Pleasant Hill“ getarnt.

Das nicht alles mit rechten Dingen zugeht, haben natürlich auch die Superhelden mitbekommen. Allen voran der neue Captain America namens Sam Wilson und Bucky Barnes aka Winter Soldier, die versuchen in diese nach außen hin sichere „gated community“ einzubrechen. Gleichzeitig stößt auch der inzwischen seinem realen Alter von 90 Jahren entsprechende Steve Rogers (der ursprüngliche Captain America) auf das Geheimnis von S.H.I.E.L.D. Kurz darauf kommt es zu einem Aufstand der Gefangenen, bei dem es zu einem Kampf zwischen Rogers und dem Bösewicht Cross Bones kommt. Doch bevor letzterer dem alten Mann das Lebenslicht ausblasen kann, kommt die schon erwähnte Kobik ins Spiel und verändert die Realität, wodurch Rogers wieder verjüngt und zur alten Form zurückkehrt.

Zeitgleich nutzt Caps alter Erzfeind Red Skull den Moment um Kobik auf seine Seite zu ziehen und durch sie Captain America in seinem Sinne zu formen. In dieser neuen Realität wurde Steve Rogers schon als Kind und damit vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs auf die Seite der Nazis gezogen. Dadurch wird der einstige Kämpfer für die frei Welt zu einem faschistischen Doppelagenten, der im Sinne der Verbrecherorganisation Hydra handelt.

Ihr seht, ein simples eintauchen in die Story ist de facto nicht möglich, was sie für Neueinsteiger, trotz redaktioneller Begleittexte quasi nicht lesbar macht, ABER(!) Fans der regulären Reihe sollten hier ohne Zweifel auf ihre Kosten kommen. Warum? Weil mit der „Umpolung“ von Captain America zeitgleich so viele Steine ins rollen gebracht werden, dass man den Mund vor Staunen nicht mehr zu kriegt. Hinzu kommt, dass man schon lange nicht mehr eine politische Kritik im Superhelduniversum zu sehen bekam, hier jedoch die volle Breitseite abbekommt, die zu keinem Zeitpunkt missverstanden werden kann.

Die eigentliche Geschichte des Bands beginnt damit, dass Steve Rogers die Maske fallen lässt und durch ein ausgeklügeltes Zusammenspiel von Macht-Instrumenten und Intrigen sowohl S.H.I.E.L.D. okkupiert, als auch alle ehemaligen Weggefährten, die ihm gefährlich werden könnten (scheinbar) beseitigt. Doch das ist noch nicht alles. Er schafft es sogar die US-Regierung zu narren und sich selbst an die Spitze der Vereinigten Staaten als faschistischer Herrscher zu setzen. Ich denke, dass bei dieser Beschreibung dem ein oder anderen die offensichtlichen Anleihen an die Realität bewusst werden. Der entscheidende Unterschied ist wohl, dass Captain America, in seiner verdrehten Weltsicht im Kern trotzdem nur das Beste für die Bevölkerung der USA möchte. Doch so einfach lassen sich die Helden des Marvel-Universums nicht abspeisen und ziehen gemeinsam gegen ihren einstigen Weggefährten in die Schlacht…

Dieser Cocktail aus klassischem Superhelden-Gekloppe, politischer Message und der Tatsache, dass eine Figur, die bis heute mit ihrem Kampf gegen Nazi-Deutschland assoziiert wird, plötzlich auf der Seite einer faschistischen Organisation steht, ist ein Kunstgriff, den es braucht um heutzutage eine Story abliefern zu können, die als relevant bezeichnet werden darf. Natürlich bleibt die Handlung von Nick Spencer, trotz vordergründiger Tiefe, in ihrem Kern eine klassische Marvel-Episode. Das Spiel mit der Grenzüberschreitung, die Länge der Handlung, die die Figuren aus ihrer Eindimensionalität holt und die damit einhergehende Komplexität machen „Secret Empire“ trotzdem zu einem kleinen Prunkstück, dass in eine gut sortierte Comic-Sammlung gehört. Dieses Event wird so gut wie sicher zu einem neuen Referenzpunkt, auf den sich Fans, Künstler und Interessenten beziehen werden.

Auch visuell wird das Ganze entsprechend der Ernsthaftigkeit der Themenfelder passend umgesetzt. Neben Steve McNiven und Rod Reis sticht dabei besonders Andrea Sorrentino mit seinem abstrakten Strich und ungewöhnlichem Panel-Aufbau hervor, die in Kombination eine Bildprache hervorbringen, die sie heutzutage nur wenige Künstler beherrschen. Wer seine Arbeit an Jeff LemiresOld Man Logan„-Reihe kennt, weißt wovon ich rede.

Alles in allem ist „Secret Empire“ ein spannender Band, der jeden Marvel-Fan verzücken sollte, jedoch einiges an Vorwissen verlangt. Zwar kann man sich dieses durch redaktionelle Texte innerhalb des Sammelbands aneignen, jedoch gehe ich davon aus, dass das Lesevergnügen durch einen Griff zur Vorgeschichte um einiges gesteigert werden kann. Ich für meinen Teil wurde wunderbar unterhalten und wieder dazu angeregt öfter mal in die Sphären von Marvel abzutauchen. An dem vorliegenden Beispiel sieht man: Es lohnt sich!

Secret Empire Paperback 
Verlag: Panini Comics 
Autor: Nick Spencer 
Zeichner: Andrea Sorrentino, Steve McNiven, Rod Reis 
Erschienen am: 29.01.2019 
Format: Softcover 
Seitenzahl: 412  
Preis: 38 EUR

[Rezension] Kick-Ass: Frauenpower (Panini Comics)

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Kick-Ass“ sollte inzwischen jedem Comic- und Film-Fan ein Begriff sein. Mark Millars anarchische Kreation, die das Superheldengenre und seine Fans ordentlich durch den Kakao gezogen hat, ist inzwischen längst Teil des Kanons, den man im Regal stehen haben muss. Nun könnte man, wenn man in Millars Schuhen stecken würde, es sich einfach machen und die ursprüngliche Story kontinuierlich weiter spinnen, doch der schottische Tausendsassa wäre nicht er selbst, wenn er ganz andere Ansätze verfolgen würde.

So ist in der neuen Erzählung der Grad an Gewalt und derbem Humor der gleiche (und damit auf einem hohen Niveau) geblieben, aber der Titel nimmt schon voraus, dass man hier mit etwas grundlegend Neuem rechnen muss. „Frauenpower“ stellt nach „Hit-Girl“ nicht die erste starke Frauenfigur im vorliegenden Comic-Universum dar, dafür aber die erste, die titelgebend (ja, richtig gehört) für die berühmte Serie ist. Und nicht nur das! Während in der ursprünglichen Geschichte sich mit Dave Lizewski ein Nerd wie aus dem Bilderbuch die berühmte grüne Neoprenmaske, samt passendem Anzug überstreifte, ist diesmal mit der Afroamerikanerin Patience Lee eine hochdekorierte Soldatin an der Reihe. Das bedeutet zum ersten Mal auf körperlicher Ebene dominierte Kämpfe und ein um ein vielfaches brutaleres Vorgehen. Eine Aussage, die im Zusammenhang mit dem Titel „Kick-Ass“ zunächst verwundern mag, aber vollkommen zutrifft. Doch eins nach dem anderen. Wie kommt es eigentlich dazu?

Patience kehrt nach einem Auslandseinsatz zurück, nur um festzustellen, dass sie ihr (pseudo-)ambitionierter Autor von Ehemann sang- und klanglos verlassen hat. Nun steht sie als alleinerziehende Mutter da und muss sich mit Jobs im Niedriglohnsektor über Wasser halten. Ein nach ihren für das Heimatland erbrachten Opfern, fast schon schändlicher Status Quo, der nur als Sozialkritik am Umgang der USA mit den eigenen Veteranen gelesen werden kann. Nachvollziehbar frustriert durch ihre finanzielle und soziale Situation, sowie dem in weite Ferne gerückten Traum sich mit einem Studium hochzuarbeiten, beschließt sie einen lokalen Verbrecher in Albuquerque um sein Beute zu erleichtern. Diese möchte sie, ganz moralisch geschulte Patriotin, nicht nur für sich selbst beanspruchen, sondern in Teilen spenden. Mit einem einzigen Raubzug lässt sich jedoch nicht auf Dauer ein Leben finanzieren und so folgt ein maskierter Coup nach dem nächsten, bis sie sich mit dem Falschen anlegt. Und auch hier bohrt Millar mit Genuss im „American Dream“, indem er den Bösewicht der Story als eine pervertierte Kombination aus Mark Zuckerberg und Steve Jobs präsentiert, der seine verbrecherischen Pläne mit dem Zeitgeist des Silicon Valley  vermischt. Eine Rundumschlag, der sich diesmal weniger mit selbstreferentiellen Themen des Mediums Comic, als mit realen Problemen der Gesellschaft auseinandersetzt.

In diesem Sinne, trotz leicht anderen Schwerpunkten, immer noch ein typischer Millar-Cocktail aus Gewalt, Humor und Kritik, der den selben Geist zu atmen scheint, wie zehn Jahre zuvor. Unterstützt wird der Autor dabei am Zeichenbrett erneut vom legendären John Romita Jr., der es wie kein zweiter schafft einen unverkennbaren Stil aufs Blatt zu zaubern, dabei aber die Handlung auf visueller Ebene nicht durch allzu gewagte Experimente zu begraben. Farben, Figurendesign und Dynamik geben sich geradezu fließend die Klinke in die Hand und schaffen damit ein Gesamtbild, dass sowohl mit bekannten Versatzstücken, als auch einer deutlich erkennbaren Entwicklung überzeugt.

Alles in allem ist „Kick-Ass: Frauenpower“ daher nicht nur eine unausweichliche Erweiterung bestehender Millar-Sammlungen, sondern eine Pflichtanschaffung für jeden, der Comics nicht als oberflächliche Unterhaltung, sondern als eine seriöse Erzählform zu schätzen weiß.

Kick-Ass: Frauenpower 
Verlag: Panini Comics 
Erschienen am: 23.10.2018 
Autor: Mark Millar
Zeichner: John Romita Jr.
Format: Softcover / Variant Softcover (lim. 333 Ex.)
Seitenzahl: 164
Preis: 20 EUR / 25 EUR

[Rezension] Italien um 1900. Ein Porträt in Farbe (TASCHEN Verlag)

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Wenn man die Deutschen nach ihrem Traumland befragen würde, wäre die überwiegend häufigste Antwort wohl Italien. Wie bei so vielen Reisezielen, ist dabei jedoch die idealisierte Vorstellung das erste Bild, dass einem in den Sinn kommt und nicht die Realität, die häufig so schnöde ist, wie das eigene Zuhause. Doch warum haben sich bei uns gewisse Klischees über Land und Leute eingebrannt, selbst wenn wir persönlich vielleicht nie vor Ort gewesen sind?

Die simple Antwort lautet: Postkarten und Abbildungen, die nichts anderes tun sollten, als eben dieses bis heute omnipräsente Gefühl einzufangen, dass man mit den dargestellten Ländern verbindet. Genaugenommen reden wir von Photochromdrucken, die Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt wurden und dem Betrachter die Illusion der Realität in Form von Farbfotografien zu präsentieren. Eigentlich handelt es sich dabei um durch spezielle Techniken eingefärbte Schwarzweiß-Negative, die abhängig vom Können der Ersteller, abstrakter oder greifbarer wirken können. Die Klischees, die wir uns in dem Kontext einprägen, entstehen dadurch, dass die Bilder Momente aufgreifen, die zumindest oberflächlich eine Unschuld in sich tragen, die sie nur wenige Jahrzehnte später durch die beiden Weltkriege verlieren sollten. Natürlich gab es auch vor dem Umbruch des 20. Jahrhunderts Konflikte, soziale Spannungen und Ängste, doch diese sind weder im kollektiven Gedächtnis präsent, noch stößt man auf sie bei der Betrachtung der genannten Bilder.

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Venedig, Canal Grande mit Rialtobrücke; Copyright: Marc Walter Collection, Paris

Genaugenommen glänzen Photochrome oft (aber nicht immer) durch die Abwesenheit von Menschen und einen Fokus auf die Umgebung. Dadurch erscheinen uns geläufige Plätze plötzlich idyllisch, während sie heutzutage von Touristen überrannt werden. So sah man es schon in den TASCHEN-Veröffentlichungen „Deutschland um 1900 – Ein Porträt in Farbe“ und „An American Odyssey„, die das beschriebene Konzept genauso in sich trugen, wie der neueste Release „Italien um 1900. Ein Porträt in Farbe„. Hier trug der Sammler Marc Walter die schönsten Darstellungen von den Alpen bis Sizilien zusammen, die im XL-Format nur als opulent zu bezeichnen sind.

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Gardone Riviera am Gardasee, um 1900; Copyright: Marc Walter Collection, Paris

Wenn man es genau nimmt, handelt es sich um eine Art Bilderbuch, dass die Version eines Landes zeigen möchte, dass es in diesem makellosen Zustand wohl nie gegeben hat, aber Sehnsüchte weckt, den fast schon spürbaren Flair von Markusplatz und Gardasee persönlich zu erleben. Wie in einer Filmkulisse bewegt man sich als Zuschauer zwischen Händlern, ikonischen Bauwerken und leergefegten Straßen, die komprimiert die Essenz der sogenannten „Belle Époque“ repräsentieren. Die Moderne scheint noch weit entfernt und nur in ihren Anfängen erkennbar, während Tradition und Folklore ein Idealbild zeichnen, dass sich aus Marktgassen, Zitronenhainen und verträumten Panorama-Aufnahmen speist. Im Endeffekt genau das Italien, von dem Goethe schwärmte und damit die Deutschen mit seiner Lust an dem Sehnsuchtsort im Süden ansteckte.

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Turin, Piazza Vittorio Emanuele I; Copyright: Marc Walter Collection, Paris

Diesem Gefühl kann man nun auch als Leser des Prachtbands mit einem Glas Wein und genügend Platz auf dem Tisch (der Band kommt im typischen TASCHEN-XL-Format) nachgeben und sich in längst vergangene Zeiten entführen lassen.

Italien um 1900. Ein Porträt in Farbe*
Verlag: TASCHEN
Herausgeber: Marc Walter, Sabine Arqué
Autor: Giovanni Fanelli
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch 
Format: Hardcover, 29 x 39,5 cm
Seitenzahl: 580
Preis: 150 EUR
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