TASCHEN SALE und Gewinnspiel

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Es ist wieder soweit und der TASCHEN-Verlag begeht erneut den beliebten Warehouse Sale! Nur vom 24. bis zum 26. Januar 2019 könnt ihr euch endlich einige der hier öfter besprochenen Bände zu einem Preis besorgen, der nicht gleich das Konto sprengt.

Dabei könnt ihr euch aussuchen, ob ihr einen Abstecher in einen Flagship-Store in Berlin, Hamburg oder Köln (jeweils von 10-20 Uhr) macht oder gemütlich von zuhause aus von der Website des Unternehmens ordern wollt, um bis zu 75% auf Display- und Mängelexemplare zu sparen.

Wenn man sich dabei die Auswahl der angebotenen Bände der letzten Sales zu Gemüte führt, wird einem klar, dass eigentlich jeder Geschmack bedient sein dürfte, solange man sich generell für bildende Künste interessiert. Ob es nun Comics, Architektur, Film, Fotografie oder einfach wunderschöne Faksimiles sind – es ist für jeden etwas dabei.

Ich für meinen Teil werde definitiv einen Blick auf die Angebote werfen und vielleicht das ein oder andere Prachtexemplar in meine Sammlung aufnehmen.

Bis dahin habt ihr die Möglichkeit euch in eine aktuelle Veröffentlichung des Verlags vertiefen zu können, ohne dafür die Kreditkarte zücken zu müssen, denn wie schon einige Male zuvor, veranstalte ich in Zusammenarbeit mit TASCHEN ein Gewinnspiel, bei dem ihr die Möglichkeit habt, den folgenden Band euer Eigen nennen zu können:

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Bauhaus. Aktualisierte Ausgabe

In einem kurzen Zeitraum von nur vierzehn Jahren zwischen den beiden Weltkriegen veränderte die deutsche Kunst- und Gestaltungsschule Bauhaus das Antlitz der Moderne. Mit utopischen Idealen für die Zukunft entwickelte sie eine bahnbrechende Fusion aus Kunst, Handwerk und Technik, die sie quer durch alle gestalterischen Medien und Methoden umsetzte, vom Film bis zum Theater, von der Bildhauerei bis zur Töpferei.

Dieses Referenzwerk entstand in Zusammenarbeit mit dem Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung in Berlin, der weltgrößten Sammlung zur Geschichte des Bauhauses. Über 250 neue Fotografien, Schriften, Studien, Skizzen, Pläne und Modelle dokumentieren nicht nur die realisierten Arbeiten, sie lassen auch den Geist von Bauhaus wieder lebendig werden. Von zwanglosen Aufnahmen beim Gruppenturnen bis zu Zeichnungen aus dem Unterricht von Paul Klee, von ausführlichen Bauplänen bis zu einem schnittigen Aschenbecher von Marianne Brandt – sie alle sind Zeugnisse einer idealistischen Kreativgemeinschaft, die entschlossen war, Gestaltung völlig neu zu denken und eine bessere Zukunft für moderne Menschen zu formen.

Eine ausführliche Rezension zu diesem Band werdet ihr bald auf ZOMBIAC.blog finden. Wer jetzt schon reinschnuppern möchte, muss nichts weiteres tun, als einem (oder mehreren) meiner Social Media-Kanäle zu folgen, ein Like unter dem entsprechenden Beitrag zu hinterlassen. Hier die Details:

Der Beitrag auf Facebook, Twitter und Instagram.

Teilnahmebedingungen

  1. Teilnahmeberechtigte

Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.

Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.

  1. Teilnahmemöglichkeiten

Eine Teilnahme ist nur über Facebook, Twitter und Instagram möglich, indem die jeweilige Seite mit einem Like versehen wird und ein Kommentar mit der Beantwortung der im Text angegebenen Frage erfolgt. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook, Twitter oder Instagram.

  1. Teilnahmeschluss

Teilnahmeschluss ist der 23.01.2018 um 18:59 Uhr.

  1. Gewinnermittlung

Der Gewinner wird per Los ermittelt.

  1. Art der Gewinnbenachrichtigung

Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Nachricht schriftlich kontaktiert.

  1. Veröffentlichung der Gewinner

Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form veröffentlicht.

  1. Der Rechtsweg

Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg

 

Françoise Gilot. Three Travel Sketchbooks: Venice, India, Senegal

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Es gibt Menschen, die der Öffentlichkeit erst ein Begriff sind, wenn sie im Zusammenhang mit jemand anderem genannt werden. Ein Beispiel könnte die heute 96-jährige Malerin Françoise Gilot sein, die von 1943 bis 1953 mit Pablo Picasso eine Beziehung führte, aus der zwei Kinder hervorgingen. Das wäre jedoch, trotz der Omnipräsenz des Themas bei Erwähnung des Namens Gilot, etwas zu kurz gedacht.

Die in New York lebende französische Künstlerin war sowohl davor, währenddessen, als nach dieser Zeit in ihrem Metier aktiv. Zwar wird sie dem Laien primär durch ein Foto mit dem spanischen Exzentriker am Strand der Côte d’Azur und durch ihre Autobiographie „Leben mit Picasso“ (1964) bekannt sein, doch ihre in internationalen Galerien und Museen hängenden Bilder sprechen seit nun mehreren Dekaden für sich selbst und ließen sie zu einer Ikone unserer Zeit werden. Auszeichnungen wie der Ordre des Arts et Lettres und die Ernennung zum Offizier der Ehrenlegion sind dabei nur Beispiele zahlloser Ehrungen, die die Wichtigkeit ihrer Person zu unterstreichen wissen.

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Dementsprechend war es nur eine Frage der Zeit, bis TASCHEN sich einem Denkmal für Françoise Gilot annehmen würde. Und da das Verlagshaus dafür bekannt ist, nicht einfach nur Bücher, sondern wahre Schätze für bibliophile Leser zu produzieren, ist es nicht überraschend, dass mit „Françoise Gilot. Three Travel Sketchbooks: Venice, India, Senegal„* eine wahre Perle ihre Veröffentlichung feiert.

Ähnlich dem Prinzip von „Andy Warhol. Seven Illustrated Books 1952-1959“ liegen dem XL-Paket nicht weniger als drei wunderschöne Faksimiles von Skizzenbüchern bei, die auf den Reisen der Künstlerin nach Venedig (1974), Indien (1979) und in den Senegal (1981) entstanden sind. Im Originalformat versprühen die Ausgaben den Charme vergangener Zeiten, während der Inhalt die Kreativität und Vielseitigkeit von Gilots Œuvre spiegelt.

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Venedig (1974) ©TASCHEN

Der erste Band ist dabei der einzige, der sowohl Worte bzw. Gedichte neben einer dezenten Farbpalette um die Schattierungen eines wässrigen Blaus aufweist, die den Geist der Lagunenstadt einzufangen wissen. Eine Symbiose die, der Künstlerin nach, für ein „Klangbild“ wichtig ist, dass man insbesondere durch die Vokale spüren soll. Darüber hinaus erweist Gilot mit Verweisen auf berühmte Werke, den venezianischen Großmeistern der Malerei ihren Respekt und lässt immer wieder ihre Liebe für eine Stadt durchscheinen, mit der sie schon seit Kindheitstagen verbunden ist.

Der Band zur Reise nach Indien, den sie wie die anderen Skizzenbücher in den Flugzeugen und Hotels der jeweiligen Destinationen gefüllt hat, kommt nur mit den Farben Blau und Schwarz aus und hat größtenteils in Saris (traditionelles indisches Kleidungsstück) gehüllte Frauen zum Gegenstand, die in der Realität jedoch eine vielgepriesene Farbpalette aufweisen. Daneben dominieren Straßenszenen, Märkte und Tiere die Seiten des kleinsten der drei Faksimiles.

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Indien (1979) ©TASCHEN

In der letzten Ausgabe dokumentiert Françoise Gilot ihre 1981 erfolgte Reise in den Senegal, die wieder bunter daherkommt und erneut die Menschen vor Ort in den Fokus nimmt, die sie laut eigener Aussage durch ihren Anmut und ihre Schönheit fasziniert haben. Doch auch hier findet die Umgebung in Form von Flora und Fauna Einzug.

Die entsprechende Einordnung kann man machen, wenn man in das mitgelieferte Beiheft blickt, dass neben einer mit historischen Fotografien bebilderten Einführung durch Hans Werner Holzwarth, seines Zeichens Buchdesigner und Herausgeber, auch ein interessantes Gespräch zwischen der Künstlerin und Thérèse Crémieux beinhaltet. Die Schauspielerin und Dramatikerin entlockt dabei ihrer Gesprächspartnerin allerlei Anekdoten aus ihrem bewegten Leben und lässt den Leser am Entstehungsprozess der drei Skizzenbücher teilhaben.

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Senegal (1981) ©TASCHEN

Dementsprechend ist dieses Gesamtpaket nicht nur eine wahre Sinnesreise, sondern ein informatives Stück zeitgenössische Kunstgeschichte, die in jedes gut sortierte Regal gehört. Insbesondere Sammler sollten bei dieser Veröffentlichung aufhorchen. Es existieren nämlich weltweit nur 5.000 Stück dieser Version, wobei man mit einem größeren Budget auch auf drei verschiedene Art Editions von jeweils 60 Exemplaren zurückgreifen kann. Diese werden jeweils mit einer signierten Farblithographie geliefert, die Gilot speziell für diesen Release geschaffen hat. Ein Prachtstück, dass ich jedem Liebhaber authentischer Kunst ans Herz legen möchte.

Françoise Gilot. Three Travel Sketchbooks: Venice, India, Senegal* 
Verlag: TASCHEN
Format: 3 Hardcover-Faksimiles mit Begleitheft in Portfoliomappe
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch
Seiten: 364
Preis: 
150 EUR - Edition von 5.000 Exemplaren
2.000 EUR - Art Editions Nr. 1-180

*Affiliate-Links

Ausstellung, Signieraktion und Gewinnspiel: Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger

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Ich habe schon vor knapp einem halben Jahr über die großartige Veröffentlichung „Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger“ (Link führt zur Rezension) aus der Feder des Illustrators Robert Nippoldt und des Schriftstellers Boris Pofalla berichtet.

In diesem Band geht es um das überbrodelnde Leben in einer Stadt die nie schläft, bevor sie, wie der Rest der Republik, in den Albtraum des Faschismus stürzte. Hierbei setzt Nippoldt mit seinen akribisch ausgearbeitete Illustrationen sowohl die damalige Prominenz aus Kultur und Politik, als auch bedeutende Personen aus der Wissenschaft in Szene, die das Leben in Berlin und darüber hinaus geprägt haben. Ergänzt wird das Ganze durch Übersichtsseiten, die Menschen und Ereignisse in einen Kontext setzen und den Leser ausführlich informieren. Als Sahnehäubchen dieser Reise auf dem Weg zum Ende der Weimarer Republik, liegt dem Buch sogar eine CD mit selten Schlager-Aufnahmen aus den Zwanzigern bei, um die Stimmung noch greifbarer zu machen.

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Nun gibt es nach der Berliner Ausstellung zum Band im Dezember letzten Jahres nun die Möglichkeit, sich dieses Werk auch in Köln persönlich von Robert Nippoldt signieren zu lassen und seine Bilder im Original zu betrachten. Das Ganze findet am 17.05.2018 im TASCHEN-Store (Neumarkt 3, 50667 Köln) statt. Von 18 bis 20 Uhr können sich Besucher dabei ganz der Atmosphäre der „Roaring Twenties“ hingeben und sich selbst mit einer persönlichen Widmung des anwesenden Künstlers eine Freude machen.

Datum: 17.05.2018 
Ort: TASCHEN Store, Neumarkt 3, 50667 Köln
Uhrzeit: 18 - 20 Uhr

Damit aber auch Fans dieses Jahrzehnts und moderner Illustrationen, die es nicht ins Rheingebiet schaffen, nicht leer ausgehen, verlose ich in Zusammenarbeit mit dem TASCHEN-Verlag dieses großartige Buch an die Leser von ZOMBIAC.blog. Was ihr dafür tun müsst? Hier wären die Spielregeln:

Hinterlasst auf Facebook, Twitter oder Instagram sowohl ein Like auf der Seite, als auch unter dem passenden Post zu diesem Beitrag und schon seid ihr im Lostopf! Ihr könnt eure Chancen im Übrigen erhöhen, indem ihr das Prozedere bei all diesen Social Media-Kanälen durchführt und damit automatisch mehrfach im Lostopf landet! Der Gewinner wird am Abend des 16.05.2018 gezogen!

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Teilnahmebedingungen

  1. Teilnahmeberechtigte

Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.

Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.

  1. Teilnahmemöglichkeiten

Eine Teilnahme ist nur über Facebook, Twitter und Instagram möglich, indem die jeweilige Seite mit einem Like versehen wird und ein Kommentar mit der Beantwortung der im Text angegebenen Frage erfolgt. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook, Twitter oder Instagram.

  1. Teilnahmeschluss

Teilnahmeschluss ist der 16.05.2018 um 18:59 Uhr.

  1. Gewinnermittlung

Der Gewinner wird per Los ermittelt.

  1. Art der Gewinnbenachrichtigung

Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Nachricht schriftlich kontaktiert.

  1. Veröffentlichung der Gewinner

Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form veröffentlicht.

  1. Der Rechtsweg

Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg

 

Präsentation von „Murals of Tibet“

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Wie schon bei meinem letzten Beitrag kurz angeteasert, haben TASCHEN mit dem Band „Murals of Tibet“ das aufwändigste Buch ihrer Verlagsgeschichte kreiert, dass in jeder Hinsicht außer Konkurrenz steht und im April der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Inhaltlich werden zahlreiche unveröffentlichte Wandmalereien aus Tibet gezeigt, die in Originalgröße und extremster Präzision im gigantischen Sumo-Format abgedruckt wurden. Sie sind mittlerweile teilweise zerstört oder davon bedroht und dementsprechend besonders in ihrem Anblick, den man nur in diesem Band genießen kann, an dem schon seit 2009 in Kooperation mit dem Journalisten und Photographen Thomas Laird gearbeitet wurde, um die teils bis zu 10 Meter hohen Malereien so originalgetreu wie möglich abzubilden. Diese zeigen neben Mandalas das religiöse Alltagsleben, Fantasiewesen, Paradiesszenen und vieles mehr, dass sich zu einem ikonografischen Gesamtprogramm zusammenfügen lässt.

Die Wichtigkeit dieser Abbildungen als Teil der tibetischen Kultur wird nur umso mehr durch Seine Heiligkeit, den 14. Dalai Lama unterstrichen, der jedes der Bücher persönlich signiert (limitiert auf 998 Exemplare) und das Werk als „world heritage landmark“ bezeichnet hat. Insbesondere vor dem Hintergrund von Nachrichten, wie dem Brand des Jokhang, der als wichtigster Tempel des tibetischen Buddhismus gilt, wird die Gefahr der endgültigen Zerstörung, der ohnehin angegriffenen Wandtafeln greifbar. „Murals of Tibet“ bietet dementsprechend einen Ansatzpunkt dafür, sich mit diesen Kunstwerken auseinanderzusetzen und im besten Fall Schritte zu ihrer Bewahrung zu unternehmen.

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Tenzin Gyatso, the Fourteenth Dalai Lama, with a draft copy of Murals of Tibet, Boston, 2014. Photo Mina Magda © TASCHEN

Um die Materie auch in ihrer Tiefe zu verstehen, findet man neben dem Hauptwerk, einen 528 Seiten starken Begleitband, in dem Robert Thurman (Experte auf dem Gebiet des tibetischen Buddhismus) über die künstlerische und spirituelle Bedeutung der Gemälde informiert, während Heather Stoddard und Jakob Winkler in den Bildunterschriften den historischen Hintergrund und die jeweilige Besonderheit jedes Bildes herausstellen. Darüber hinaus wird das Paket mit einem speziell für das Buch entworfenen Tisch geliefert, der von niemand geringerem als dem Pritzkerpreisträger (Nobelpreis der Architektur) Shigeru Ban entworfen wurde.

Die allerwenigsten unter euch werden den stolzen, aber durchaus gerechtfertigten Preis von 10.000€ aufbringen können, um diesen Meilenstein euer Eigen nennen zu können. Trotzdem gibt es zwei Möglichkeiten, um „Murals of Tibet“ persönlich im Rahmen einer Präsentation in Augenschein zu nehmen. Zum einen am 01.04.2018 auf Schloss Elmau und zum anderen am 12.04.2018 in der Buchhandlung Wrage in Hamburg. An beiden Terminen werden der Tibetologe und Autor Jakob Winkler und der Editor Florian Kobler anwesend sein. Hier die Details:

Datum: 01.04.2018
Ort: Schloss Elmau, In Elmau 2, Krün
Uhrzeit: 20:30 Uhr
Datum: 12.04.2018
Ort: Buchhandlung Wrage, Schlüterstraße 4, Hamburg
Uhrzeit: 18-20 Uhr

Sollte es euch möglich sein, an einem der beiden Termine teilzunehmen, könnt ihr euch meines Neids sicher sein! 😉

 

 

 

 

Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger

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Diese Woche kommt eines der größten Highlights aus dem TASCHEN-Katalog in die Läden der Republik und das gerade rechtzeitig, um es den Liebsten unter den Christbaum zu legen: Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger!

Nachdem der Illustrator Robert Lippold schon sein Können in den Bänden Hollywood in the 30s und Jazz: New York in the Roaring Twenties unter Beweis gestellt hat (und regelmäßigen Besuchern der TASCHEN-Website durch die Kategorie „Mein liebstes Buch bei TASCHEN ist…“ bekannt sein sollte), hat er sich diesmal mit Schriftsteller Boris Pofalla zusammengetan, um den Zwanzigern in Deutschland oder genaugenommen dem überbrodelndem Berlin, vor dem Sturz in den Albtraum des Faschismus, ein Denkmal zu setzen.

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Robert Nippoldt © TASCHEN
Friedrichstraße bei Nacht

Warum sich die beiden für diese Stadt entschieden haben, lässt sich nicht auf einen Nenner bringen, da es unendlich viele Aspekte gibt, die das Leben in der Hauptstadt der Weimarer Republik weltbekannt gemacht haben: Theater, Cabaret, Film, Funk, Wissenschaft, Sport, Kriminalität, Sex, Skandale und Geheimnisse, die einen Cocktail ausmachten, der eine Strahlkraft besaß, die bis heute anhält.

Um dieses Gefühl zumindest im Ansatz einfangen zu können, stellt Nippoldt in dem atmosphärisch dichten Band nicht nur die Prominenz vor, die man ohne Mühe mit Berlin in Verbindung bringt (Albert Einstein, Marlene Dietrich, Kurt Weill, Comedian Harmonists usw.), sondern auch die interessanten Menschen aus der zweiten Reihe, die auf ihren ganz eigenen Gebieten revolutionäres hervorgebracht haben. Dazu zählt zum Beispiel der Sexualwissenschaftler und Mitbegründer der ersten Homosexuellen-Bewegung Magnus Hirschfeld. Ihm und allen anderen wird ein individuelles Porträt geschenkt, welches in Kürze alle wichtigen Informationen zu der Person beinhaltet und in den Kontext der Zeit einordnet. Um diese wiederum in ihrer Chronologie und Tiefe zu verstehen, werden immer wieder Übersichtsseiten eingestreut, die die Mode, Politik und andere relevante Aspekte der Zwanziger Jahre erläutern.

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Robert Nippoldt © TASCHEN
Der Theaterrevolutionär – Bertolt Brecht

Dabei darf man nicht vergessen, dass es sich bei den Darstellungen nicht einfach um simpel abgepauste Porträts handelt, sondern um akribisch ausgearbeitete Illustrationen, an denen der gebürtiger Kraneburger Nippoldt über fünf Jahre saß und ihnen einen Touch von Graphic Novel und Film Noir verpasste. Dieses Gesamtpaket an kompakten und damit auf den Punkt gebrachten Informationen, sowie wunderschönen Tusche-Bildern, schafft es in einer abstrakten Art, die Lebenswelt in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts greifbar zu machen, ohne in eine Art Verklärung einer durchaus objektiv spannenden Zeit abzugleiten. Dies wird vor allem in der unausweichlichen Hinführung an das Ende der Weimarer Republik und damit die Machtergreifung Hitlers deutlich, die nicht als Randerscheinung, sondern Endpunkt präsentiert wird. Ein Tanz auf dem Vulkan also, mit einem festgelegten Anfang und Schluss.

Um dabei einen Genuss für wahrhaft alle Sinne bereit zu stellen, liegt dem Buch sogar eine CD bei, die rare Schlager-Originalaufnahmen der Zwanziger beinhaltet und damit den letzten Akzentpunkt auf ein Werk setzt, welches es schafft, sowohl Interessenten der Geschichte Berlins als auch Kunstliebhaber unter einen Hut zu bringen, ohne an einer der beiden Seiten Abstriche machen zu müssen. Daher bleibt nichts anderes übrig, als die treffende Bezeichnung „Gesamtkunstwerk“ für Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger zu verwenden.

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Robert Nippoldt © TASCHEN
Hitler und Hindenburg, 30. Januar 1933, Ernennung zum Reichskanzler

Sollte einem die Lektüre dabei nicht genügen, kann man sich die Illustrationen Nippoldts ab dem 14. Dezember sogar persönlich im TASCHEN Flagshipstore (Schlüterstr. 39, 10629 Berlin) zu Gemüte führen. An diesem Tag wird die Ausstellung nämlich mit einer Vernissage (19 Uhr) eröffnet und lädt zum Entdecken und dem Austausch mit anderen Besuchern ein, die das Berlin der Zwanziger Jahre nachfühlen wollen.

 

 

Jamie Hewlett

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Man spricht oft von zeitgenössischer Kunst und popkulturellen Kreativen, doch selten findet man einen Laien, der fähig ist, konkrete Künstler oder Werke zu benennen.

Ganz anders verhält es sich mit Jamie Hewlett, dessen Kreationen über den klassischen Kunstbetrieb hinaus Fans in aller Welt begeistern und zusammenführen. Dabei zählt die Band Gorillaz (aktuell auf Welttournee) wohl zu seinem bekanntesten Output. In Kooperation mit seinem ehemaligen Mitbewohner und Blur-Sänger Damon Albarn erschuf er einen virtuellen Mittelfinger für die Musikindustrie der ausgehenden 90er Jahre. Musiker und die dahinter stehenden Akteure schienen keine Substanz mehr liefern zu wollen und die beiden Freunde entschieden sich, eine Band zu gründen, deren Musiker keinen realen Personen entsprachen und jederzeit austauschbar waren. Ein greifbarer Kommentar zu der damals frustrierenden und heute kaum veränderten Situation wurde geboren und mit auch im Jahr 2017 ausverkauften Hallen durch die Fans in seiner Relevanz bestätigt.

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Copyright: © Jamie Hewlett; Gorillaz: Russel and Noodle at the old studio 13, 2005

Schlagartig wurde das Projekt weltbekannt, spielte bis dato fünf Alben ein und wurde in der Folge mit mehreren prestigeträchtigen Preisen prämiert. In dem Zusammenhang wurde nun auch Hewlett außerhalb des eingeweihten Kreises an Comic-Nerds ein Begriff für die Massen. Zuvor arbeitete er am legendären Tank Girl, welches in einer postapokalyptischen Welt angesiedelt, durch Einflüsse des Hip-Hop, trashiger Slasher-Filme und des britischen Punk definiert wurde. Bis heute erfreuen sich seine in dem Zug erfundenen Figuren großer Beliebtheit und werden von anderen talentierten Künstlern wie Rufus Dayglo in weitere Abenteuer getrieben.

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Copyright: © Jamie Hewlett; Blue Nips, Ultra Girl and Yuri Tempura, the Sushi Lovers, 2015

Nicht verwunderlich, dass er mit seinem einzigartigen und dementsprechend jederzeit wiedererkennbaren Stil auch der als „seriös“ geltenden Kunst-Szene nicht verborgen blieb. Im Jahr 2006 wurde er sogar vom Londoner Design Museum zum „Designer des Jahres“ gekürt und nur drei Jahre später mit einem Bafta für seinen mit Damon Albarn animierten Affenfilm für die Olympischen Spiele in Beijing ausgezeichnet. Sein Rezept blieb dabei über die Zeit hinweg in seinen Grundzügen gleich aber nicht minder innovativ, da mit jedem Projekt neue Elemente für zukünftige Arbeiten einflossen und bis heute bestehen. Angefangen bei der cartoonhaften Punk-Attitüde von Tank Girl, über den Anime-Einfluss der Gorillaz bis hin zu einer modernen Spielart des Pop-Art in den neuesten Veröffentlichungen – der Jamie Hewlett-Touch modellierte alles auf eine Art und Weise, die fasziniert und unterhält. Dabei setzt er sich selbst keine Grenzen und tobt sich auch außerhalb der Zeichenstube aus. So hat er zum Beispiel ebenfalls mit Albarn die Oper Monkey – Journey to the West nach dem chinesischen Roman Xi Yóu Ji von Wu Cheng’en, die 2007 in Manchester uraufgeführt wurde,  auf die Beine gestellt und dabei die Vorstellung dessen, was ein Künstler zu schaffen vermag wie mit links erweitert.

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Copyright: © Jamie Hewlett; Chums, 2008

Bei seiner umtriebigen Karriere, war es daher nur eine Frage der Zeit, bis sich mit TASCHEN einer der Giganten auf dem Kunstbuchmarkt für sein Portfolio interessieren würde. Nun kam eines zum anderen und damit schlussendlich die erste Monografie über Jamie Hewlett zustande, die wie als Kontrast zu seinen überdrehten Bilderwelten, zurückhaltend nach dem Künstler selbst benannt wurde.

Sie beinhaltet sein gesamtes Werk der letzten 25 reich an Projekten gefüllten Jahre, die noch weit über die schon erwähnten Arbeiten hinaus gehen. Bevor man in seine visualisierten Gedanken abtaucht, kann man sich zunächst das einleitende Interview zwischen dem Künstler und dem französischen Grafiker, Fotografen und Videoregisseur Jean-Baptiste Mondino zu Gemüte führen. Ein angenehm ungezwungenes Gespräch zwischen zwei Generationen, die die Begeisterung für ihr jeweiliges Lebenswerk teilen und dabei humoristisch explizit Hewletts Werdegang rekapitulieren, wobei man nicht umhin kommt den derben Humor, der aus den Bildern des Mannes spricht, auch in seinen Aussagen wieder zu entdecken.

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Copyright: © Jamie Hewlett; Honey, 2015

Nun folgt die geballte Ladung dessen, worauf der geneigte Betrachter schon längst gewartet hat: Bilder über Bilder, die für sich selbst sprechen können, da außer bei dem jeweils einleitenden Text, der jedem der Kapitel vorangestellt wird, keine weiteren Erklärungen beigefügt werden. Nur die nötigsten Informationen wie Titel, Erscheinungsjahr und in Ausnahmefällen ein Satz zur Besonderheit des gezeigten, lenken nicht ab und fungieren als das was sie sein sollen – eine willkommene Ergänzung.

Während des Verlaufs des Buches merkt man recht schnell, wie wandlungsfähig Hewlett auch unabhängig vom Fortschreiten seiner Karriere sein kann. So schwankt sein Stil in den einzelnen Abschnitten zwischen Zeichentrickfiguren, photorealistischen Momentaufnahmen (von seiner Reise nach Bangladesch), Postern fiktiver Filme im Grindhouse-Stil, detailverliebten Tusche-Skizzen von Kiefernbäumen, die nur erahnen lassen mit welcher Engelsgeduld dieser Mann seine Zeichnungen anfertigt und schlussendlich stilecht auf halb durchsichtigem „Butterbrotpapier“ zu bewundernde Sketche, die einen noch Näher an die Arbeitsweise von Jamie Hewlett heranrücken lassen.

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Copyright: © Jamie Hewlett; Original poster for the contemporary opera Monkey. Journey to the West

Seinem lückenlosen Portfolio ist als abschließendes Kapitel die Biografie des Künstlers ans Herz zu legen, die chronologisch seinen Werdegang nachzeichnet und dem Gesamtprodukt damit eine persönliche Note gibt.

Zusammengefasst kann man also sagen, dass Jamie Hewlett auf über 400 Seiten und ebenso vielen Werken eine moderne Koryphäe ehrt und zeitgleich den greifbaren Beweis dafür erbringt, dass Schubladendenken und Kunst nicht vereinbar sind. Eine Pflichtanschaffung für jeden Fan und all jene, die nach einem Blick in diesen Prachtband definitiv welche werden.

Alle Infos zum Buch:

Titel: Jamie Hewlett

Herausgeber: Julius Wiedemann

Hardcover (25 x 31,7 cm), 242 Seiten

Preis: 39,99€

 

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Copyright: © Jamie Hewlett; The Fool, 2015

Ihr habt Lust bekommen, euch Jamie Hewlett persönlich in den Schrank zu stellen? Hier kommt eure Chance, euch das Buch kostenlos zu holen:

Hinterlasst einfach ein Like auf meiner Facebook-, Twitter oder Instagram-Seite und schreibt mir unter dem Beitrag, warum ausgerechnet ihr das Buch haben solltet und schon seid ihr im Lostopf! Der Gewinner wird am 24.11.2017 bekannt gegeben!

Teilnahmebedingungen

  1. Teilnahmeberechtigte

Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.

Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.

  1. Teilnahmemöglichkeiten

Eine Teilnahme ist nur über Facebook, Twitter und Instagram möglich, indem die jeweilige Seite mit einem Like versehen wird und ein Kommentar mit der Beantwortung der im Text angegebenen Frage erfolgt. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook, Twitter oder Instagram.

  1. Teilnahmeschluss

Teilnahmeschluss ist der 23.11.2017 um 23:59 Uhr.

  1. Gewinnermittlung

Der Gewinner wird per Los ermittelt.

  1. Art der Gewinnbenachrichtigung

Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Nachricht schriftlich kontaktiert.

  1. Veröffentlichung der Gewinner

Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form veröffentlicht.

  1. Der Rechtsweg

Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg ausgeschlossen.

David LaChapelle. Lost + Found. Part I & Good News. Part II

Wenn es einen modernen Künstler gibt, der es schafft zeitgenössische Gesellschaftskritik mit Popkultur und Starkult zu vermengen, dann ist es David LaChapelle. Der in Connecticut geborene Fotograf komponiert in seinen Arbeiten einen Mix aus Religion, Liebe, Showgeschäft und Sex, der in seiner einnehmenden Wirkung den Status festigt, den LaChapelle sich über Jahrzehnte hart erarbeitet hat.

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Dabei scheint es für ihn eine seiner leichtesten Übungen zu sein, die größten Sterne am Hollywood-Himmel und aus der Musikindustrie vor die Linse zu bekommen. Noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass der Mann gerne mit Tabus spielt und das Privatleben seiner Modells zum Thema seiner Bilder macht und diese sich trotzdem zur Zusammenarbeit bereit erklären. Ob es nun die obskure Familiensituation der Jenners, die erwachsene Tochter Kurt Cobains nebst einem Songzitat ihres Vaters oder die in einer Plastikwelt gefangene Pamela Anderson ist – die Kritik an der Konsumgesellschaft der USA, mit ihren personifizierten Stellvertretern, lässt sich fast physisch greifen.

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Diese Aufmerksamkeit, die sich zum einen aus seiner eigenen Prominenz und zum anderen aus der weit größeren Berühmtheit seiner abgelichteten Motive speist, nutzt er gekonnt um zu einem noch größeren Schlag gegen Missstände auszuholen oder einfach den apokalyptisch anmutenden Zeitgeist für die Ewigkeit auf Zelluloid zu bannen. Er spart dabei nicht an provokanten Details, die sich mal mehr oder weniger in seinen teils in Gigantomanie ausufernden Werken verstecken. Ob es nun nicht dem klassischen Schönheitsideal entsprechende Menschen in krassem Kontrast zu engelsgleichen Gestalten, offen präsentierte Geschlechtsteile vor sakralem Hintergrund oder an der Grenze zu Pornografie konstruierte Settings sind – LaChapelle weiß durch solche Momente zu faszinieren, ohne ins billig plakative abzurutschen.

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Den Beweis, dass er diese Qualität über seine gesamte Laufbahn hinweg halten kann, hat er nun mit den zwei abschließenden Bänden seiner auf fünf Teile ausgelegten Reihe vorgelegt: Lost + Found. Part I & Good News. Part II

Hier präsentiert er nicht nur bis dato unveröffentlichte Bilder aus seinen Anfangsjahren, sondern auch neuere Kreationen, die das erste Mal in einem Buch betrachtet werden können. Erstere zeigen dabei eine kaum bekannte Seite des Künstlers, der in den 80er Jahren fast schon subtil mit seiner Kamera agiert hat. Entrückt wirkende Models, die zwar wie später in surrealen Umgebungen posieren, aber in erstaunlich gedeckten Farbpaletten porträtiert werden. Dazu eine klassischere Form der Ästhetik, die erst später Platz für überlebensgroße Motive machen sollte.

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Zusammen mit den, zumindest in ihrer Aufmachung, bekannten Fotografien ergibt sich der visualisierte Lebensweg eines Ausnahmekünstlers, der zwar in einer zeitgenössischen Art und Weise Unterhaltungsindustrie, Religion und Politik zu einem Gesamtbild vermischt, dabei aber immer noch die Realität abbildet. Überdreht, bunt, schockierend, aber trotzdem ein sofort erkennbares Abbild greifbarer Umstände.

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Genau wegen diesem Kontrast aus Pop und Statement, macht es immer wieder Spaß sich durch beide Bände zu arbeiten und nach Details zu suchen, die einem vielleicht bei der ersten Betrachtung verborgen blieben, denn von diesen gibt es mehr als genug! Wie als Einladung zur selbstständigen Entdeckungsreise, beginnen manche der Seiten mit einer Nahaufnahme eines Bildes, welche als solche, aufgrund der perfekt in Szene gesetzten Elemente, nicht zu erkennen ist. Erst beim umblättern merkt man plötzlich, dass man auf ein gigantisches Gesamtwerk zusteuert, dass in seiner ganzen Pracht den Konsumenten fasziniert zurücklässt.

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Lost + Found. Part I und Good News. Part II sind hierbei als zwei Seiten einer Medaille zu verstehen, weshalb sich die Anschaffung beider Bücher empfiehlt. Ich für meinen Teil bin immer noch wehmütig, nicht bei der Präsentation und dem damit einhergehenden Besuch LaChapelles in Berlin teilgenommen zu haben. Spätestens nachdem ihr selbst eins seiner Publikationen bei TASCHEN in die Hände genommen habt, werdet ihr die Faszination und Begeisterung dafür verstehen. Also nichts wie los und sich selbst ein Bild davon machen!

 

Hiroshige & Eisen. Die neunundsechzig Stationen des Kisokaido

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Japan, das Land meiner Träume. Von frühester Kindheit an, fasziniert mich die exotische Kultur der Insel, die sich über einen immens langen Zeitraum ohne Einflüsse von außen entfalten konnte. Selbst heutzutage wirkt die industrie-Nation wie ein Hybrid aus Ost und West, der uns in einigen Elementen vertraut, jedoch in den meisten fremd erscheint.

Die dominierenden Bilder Japans, welche uns Europäern als erstes in den Sinn kommen, sind aller Wahrscheinlichkeit nach die legendären Farbholzschnitte in der Tradition des ukiyo-e von Künstlern wie Utagawa Hiroshige. Landschaften, die zu Träumen anregen und die uns in einer popkulturellen Fassung auch im Manga und Anime begegnen.

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© Collection of Georges Leskowicz/TASCHEN
Die Station Urawa, 1835 (Eisen, Tafel 4)

Einer der bekanntesten Vertreter dieser Kunst-Gattung ist Keisai Eisen. Ihn beauftrage der japanische Kaiser im Jahr 1835 mit der Anfertigung einer Reihe von Holzschnitten, die  die sogenannte Kiso-Straße abbilden sollten. Sie wurde im 17. Jahrhundert durch den damaligen Herrscher Tokugawa Ieyasu als alternative Route zwischen Edo (dem heutigen Tokio) und Kyoto durch das Landesinnere angelegt. Um den beschwerlichen Weg attraktiver zu gestalten, wurden an der mehrere hundert Kilometer langen Strecke Gasthäuser, Läden und Restaurants eröffnet.

Als Eisen 24 Werke abgeschlossen hatte, wurde er von Utagawa Hiroshige abgelöst, der im Jahr 1843 die nun insgesamt 70 Schnitte vollenden konnte. Diese stellen Momentaufnahmen der 69 Stationen auf der Kisokaido genannten Straße dar. In diesen begegnen wir in Naturlandschaften und Stadt-Ansichten sowohl Reisenden, lokalen Arbeitern, als auch Passanten, die ihren Alltag bestreiten. Mit einem Augenzwinkern wird dabei dem Betrachter der Weg als sinnliche Erfahrung präsentiert, die das authentische Leben Japans widerspiegeln soll. Ob Menschen beim Beschlagen eines Pferdes, Fegen der Straße oder in einer angeregten Unterhaltung – alles scheint überzeichnet aber im Kern doch in der Realität verwurzelt.

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© Collection of Georges Leskowicz/TASCHEN
Die Station Itahana, 1836/37 (Eisen, Tafel 15)

Insbesondere die atemberaubenden Naturschauplätze lösen fast augenblicklich Fernweh nach einem Land aus, welches zum Zeitpunkt der Anfertigung der vorliegenden Bilder noch nicht von der Industrialisierung erfasst und in der Folge eine idealisierte Welt der Entschleunigung darstellt.

Nun ist beim TASCHEN-Verlag das einzige bekannte Exemplar dieser Serie erschienen, welches fast ausschließlich aus Erstdrucken besteht und in seinem XL-Format die Pracht entfaltet, die es verdient. Darüber hinaus wird mit der Veröffentlichung von „Hiroshige & Eisen. Die neunundsechzig Stationen des Kisokaido“ erneut unter Beweis gestellt, dass Bücher in ihrer physischen Form kein Auslaufmodell, sondern die einzige Möglichkeit sind, Inhalte mit allen Sinnen zu erleben. Vor Beginn des eigentlichen Lesens, muss man den auf japanische Art in Leinen gebundenen Band aus einer  kunstvoll gestalteten Box heben, die nicht als reine Verpackung, sondern als Teil des Erlebnisses gelten muss. Wenn man nun beginnt Seite für Seite die einzelnen Stationen zu begehen, mit gefärbten Fotographien aus dem 19. Jahrhundert tiefer in die Materie einzutauchen und am Ende mit aufschlussreichen Textpassagen ein Verständnis für die Kunstform und ihre Vertreter zu entwickeln, merkt man was für ein Schatz in Bezug auf Qualität als auch Quantität vor einem liegt. Ein Kunstwerk, welches als Produkt in den Hintergrund tritt, um den alten Meistern als Träger ihres Schaffens die Ehre zu erweisen.

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© Collection of Georges Leskowicz/TASCHEN
Die Station Seba, 1836/37 (Hiroshige, Tafel 32)

In diesem Sinne ist dieser Bildband nicht nur eine Pflichtanschaffung für jene, die sich für eine längst vergangene Epoche eines faszinierenden Landes interessieren, sondern auch für Leser, die den Prozess der Betrachtung als Genuss in einer Zeit wahrnehmen können, die das Lesen an sich zu einem simplen Abtasten von Wortkombinationen auf einem Bildschirm degradiert hat. Für sie liegt hier ein in jeder Hinsicht wahrhafter Gegenentwurf vor, den man zum Beweis oder persönlicher Freude immer wieder gern aus dem Regal ziehen möchte.

David LaChapelle kommt nach Berlin!

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Es ist wieder einer dieser Tage, an denen ich wünschte mich teleportieren zu können. Wie oft ist es schon passiert, dass der TASCHEN-Verlag in die Räume seiner Flagshipstores eingeladen hat um Neuveröffentlichungen zu zelebrieren und dabei die dazu passenden Künstler im Gepäck hatte. Ob Christo, Steve Schapiro oder Peter Lindbergh – Jeder Name stellvertretend für ein legendäres Lebenswerk. Auch am 28.10. diesen Jahres darf ich neidisch gen Norden blicken, während eine weitere Koryphäe sich in Berlin die Ehre gibt.

Niemand Geringeres als der Ausnahme-Fotograf David LaChapelle wird an dem Tag von 18 bis 20 Uhr anwesend sein, um seine neuesten zwei Bildbände zu präsentieren und zu signieren. Es hätte kein besserer Zeitpunkt gewählt werden können, da mit „Lost + Found, Part I“ und „Good News, Part II“ eine fünfteilige Reihe abgeschlossen wird, die mit „LaChapelle Land“ (1996) begann, mit „Hotel LaChapelle“ (1999) fortgeführt und vor über zehn Jahren mit „Heaven to Hell“ (2006) einen vorläufigen Höhepunkt fand.

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Die glücklichen Besitzer dieses Werks können sich über eine Signatur und den Händedruck eines Mannes freuen, der es wie kein zweiter versteht Gesellschaftskritik mit Popkultur zu vermengen und dabei die Gesichter einer Armada von Prominenten vor die Linse zu kriegen. Dadurch kreiert er Motive, die uns vertraut und doch, in seiner ganz eigenen Vision, fremd erscheinen. Diese Mixtur ist es auch, die es schafft, den Zeitgeist ganzer Dekaden einzufangen und dem Betrachter als Spiegel vorzuhalten.

Dabei kriegen Käufer der finalen zwei Bände sogar die Möglichkeit, erstmalig einen Blick auf zuvor unveröffentlichtes Material zu werfen, welches es zuvor nicht mal in einschlägigen Galerien zu sehen gab, sowie erstmals in Buchform veröffentlichte Abbildungen.

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Solltet ihr wie ich kein Glück haben und am 28.10. nicht in Berlin sein, gebe ich euch zumindest die Möglichkeit den edlen vierten Band „Lost + Found, Part I im Wert von 49,99€ euer Eigen zu nennen. Was ihr dafür tun müsst, erfahrt ihr hier:

  1. Lasst ein „Like“ auf meiner Facebook-Seite
  2. Lasst ein „Like“ unter diesem auf der FB-Seite geposteten Beitrag
  3. Markiert einen Freund unter dem eben genannten Beitrag

Dadurch kommt ihr in den Los-Topf aus dem ich danach den glücklichen Gewinner ziehen werde.

Ich wünsche euch viel Glück beim Gewinnspiel und ganz viel Spaß beim schmökern!

Teilnahmebedingungen
1. Teilnahmeberechtigte
Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.
Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.
2. Teilnahmemöglichkeiten
Eine Teilnahme ist nur über Facebook möglich, indem der im Text angegebene Beitrag und die Facebook-Seite von ZOMBIAC mit einem „Like“ versehen und öffentlich geteilt wird. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook.
3. Teilnahmeschluss
Teilnahmeschluss ist der 27.10.2017 um 23:59 Uhr.
4. Gewinnermittlung
Der Gewinner wird per Los ermittelt.
5. Art der Gewinnbenachrichtigung
Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Facebook-Nachricht schriftlich kontaktiert.
6. Veröffentlichung der Gewinner
Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form auf zombiac.blog und der angeschlossenen Facebook-Seite veröffentlicht.
7. Der Rechtsweg
Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg ausgeschlossen.

Paläo-Art: Darstellungen der Urgeschichte

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Es ist unglaubliche 66 Millionen Jahre her, seit die gigantischen Echsen, die wir heute als Dinosaurier kennen, ein für alle mal von der Erdfläche verschwanden und bis zum 19. Jahrhundert ein Mysterium blieben. Waren es Drachen, Monster oder eine Prüfung Gottes? Es gab viele Erklärungen für wenige Überreste, die oftmals nur zufällig entdeckt wurden.

Im 19. Jahrhundert begann sich das Interesse an den urzeitlichen Wesen erneut zu regen, als im Jahr 1830 der englische Wissenschaftler Henry De la Beche das erste Stück Paläokunst anfertigte und damit den Grundstein für etwas legte, was sich für 200 Jahre sowohl in Bezug auf Wissenschaft als auch Kunst etablieren sollte. Doch schon mit diesem ersten Bild kristallisierte sich das Problem heraus, dass diese Art der Malerei bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts begleiten sollte: Für die Kunst-Welt sind die Arbeiten nicht den Diskurs wert und für Wissenschaftler geben sie nicht das exakte Abbild dessen wieder, was sie verlangen.

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Charles R. Knight, 1897; ©American Museum of Natural History, New York

Natürlich entwickelte sich diese Nische von makaberen Fantasiewesen des Erstlings „Duria Antiquor“ bis zu den apokalyptischen Werken von Ely Kish sowohl auf technischer als auch inhaltlicher Ebene weiter. Trotzdem bestimmten statt Fakten immer Zeitgeist, gesellschaftliche Umbrüche und persönliche Präferenz des jeweiligen Künstlers die auf Leinwand gebannten Ergebnisse. Daher begegnen uns visualisierte Metaphern zum Herrschaftsanspruch bestimmter Politiker, die omnipräsenten Seeschlachten zu Zeiten Napoleons, sowie das plötzlich auftretende Bewusstsein um die Umwelt, verpackt in die darauf individuell gerichtete Sichtweise des Malers.

Deswegen ist es kein Wunder, dass mit extrem wenigen Ausnahmen kaum Originale in Museen hängen, sondern meistens ein Dasein in privaten Sammlungen, vergessenen Kammern und Kellern fristen. Um dem ein Ende zu setzen und der Paläo-Kunst die Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen, die sie verdient, machte sich die Herausgeberin Zoë Lescaze an die Arbeit um mit dem TASCHEN-Verlag ein wahres Denkmal zu publizieren. Mit Paläo-Art: Darstellungen der Urgeschichte, ist es gelungen ein allumfassendes Werk auf den Markt zu bringen, dass einem Randgebiet des Kunstbetriebs ein unverhofftes Revival in der öffentlichen Wahrnehmung beschert.

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Tree of Life
Alexander Mikhailovich Belashov, 1984; ©Borrissiak Paleontological Institute RAS

Mit einem Vorwort des Künstlers Walton Ford, wird ein wie vom Verlag gewohnt üppig illustrierter Band eingeleitet, der bei der zufälligen Entdeckung eines Ichthyosaurus-Skeletts durch die Zimmermannstochter Mary Ann Anning einsetzt und mit dem Jahr 1990, passend im Weltuntergangs-Setting der schon erwähnten Ely Kish, endet. Neben den Kommentaren zu ausnahmslos allen Abbildungen, wird die Geschichte dieser urzeitlichen Darstellungen durch einen Essay von Zoë Lescaze eingeordnet.

In dieser Kombination bietet das Buch nicht nur etwas für Hobby-Paläontologen und Malerei-Verfechter, sondern auch für jeden von uns, der in seiner Kindheit und Jugend eine populärwissenschaftliche Publikation in den Händen hielt und sich an gruseligen, lustigen und interessanten Darstellungen aus einer Zeit erfreut hat, die man mit viel Fantasie nur erahnen konnte. Zwar sind die Zeiten klassischer Abbildungen vorbei und digitale Formate für jüngere Generationen greifbarer, aber an den Charme mit der Hand geführter Pinselstriche kommt nichts so schnell heran. Ein beeindruckender Beweis in XL-Format liegt mit Paläo-Art: Darstellungen der Urgeschichte in jedem Fall vor.

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The Ichthyosaur and the Plesiosaur (Lias Period)
Edouard Riou; engraved by Laurent Hotelin and Alexandre Hurel, 1863; ©TASCHEN