The Little Books of Batman, Superman & Wonder Woman

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Der TASCHEN-Verlag fand vor kurzem schon Erwähnung auf meinem Blog, als er endlich die Aufarbeitung der Historie von DC Comics mit „The Bronze Age Of DC Comics“ fortführte. Dieser und die zwei zuvor erschienenen Bände zur „Golden“ und „Silver Age“ beleuchteten die prägendsten Epochen bis in die 70er Jahre. Die noch kommenden Sammlungen „The Dark Age“ und „The Modern Age Of DC Comics“, werden zusammen ein Konvolut ergeben, welches ganze 75 Jahre an Comic-Literatur abdecken wird.

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In gesammelter Form erschien vor ein paar Jahren schon die Gesamtausgabe, die jedoch mit einem enormen Überformat und entsprechendem Preis zu Buche schlug, dabei aber sowohl inhaltlich als auch visuell seines gleichen suchte. Die Vielzahl an Auszeichnungen, mit denen „75 Years Of DC Comics“ dekoriert wurde, sprechen hierbei für sich selbst. Entsprechend dem gigantischen Umfang wurden Unmengen an Figuren beleuchtet, die entweder im Laufe der Zeit einen kleinen aber stabilen Fankreis vorzeigen konnten, gänzlich von der Bildfläche verschwanden oder zur unvergleichlichen Größe aufstiegen. Diese Bandbreite an Informationen ist selbstverständlich primär für Kenner der Materie interessant und klammert dabei den Mainstream an Lesern aus. Das ist jedoch nicht negativ zu bewerten, denn es spricht für Paul Levitz und sein Team, dass sie sich nicht auf ohnehin schon bekannte Themen stürzen und diese langatmig präsentieren, nur um eine Illusion von Fülle zu erzeugen.

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Um jedoch die Leser, die sich vielleicht nur für die größten Helden die der Verlag vorzuweisen hat  interessieren, davon zu überzeugen, dass es sich lohnt auch die Entstehungsgeschichte von Batman, Superman und Wonder Woman zu entdecken, wurden ihnen nun die „Little Books Of…“ in die Regale gelegt.

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Diese sind jeweils um die 200 Seiten lang und mit 17×12 cm perfekt für die Jacken- oder Hosentasche geeignet. In allen drei Bänden wird die gesamte Geschichte von den Anfangstagen bis kurz vor Beginn der „New 52“ dargestellt und repräsentativ durch die wichtigsten Storys und Titelbilder der letzten Jahrzehnte unterstrichen. Diese werden mit einem kurzen Begleittext versehen, der auf den Zeichner, Autor und die Besonderheit der Geschichte hinweist. So wird die visuelle Reise durch die Bilder der letzten Jahrzehnte informativ aufgewertet ohne aufdringlich zu sein oder den Kunstwerken den Raum zu nehmen, den sie dringend brauchen um zu wirken.

Eingeleitet werden die Bücher durch ein kleines Essay, welches die Frage stellt, warum wir die jeweilige Figur so lieben und teilweise über mehrere Generationen hinweg begleiten. Darauf finden sich teils sehr pointierte Antworten, überlassen aber dem Leser selbst zu entscheiden, warum er eine solche Begeisterung für den jeweiligen Charakter hegt. Allein wenn man sich die Evolution im Bereich der Erzählstruktur und der damit einhergehenden optischen Veränderung ansieht, kann man sich eine schier unendliche Liste an Gründen vorstellen, eine Liebe für Superhelden zu entwickeln.

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Angefangen beim rohen Charme der ersten Ausgaben, die stark an Comicstrips und den kurzen, abgeschlossenen Abenteuern in den Zeitungsausgaben orientiert waren, über die gegenseitige Beeinflussung von Film und Comic, die sich wohl am deutlichsten bei Batman in den 60ern und der Serie mit Adam West niederschlug, bis hin zur brutalen Realität der Gegenwart, die auch weltpolitische Themen nicht ausklammert, ist wirklich alles dabei. Dementsprechend sind die drei Ausgaben nicht nur Einstiegsliteratur für interessierte oder angehende Comic-Fans, sondern auch interessante Nachschlagewerke für langjährige Leser.

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Auch für Cineasten könnten diese Veröffentlichungen eine lohnende Angelegenheit sein. Wie den meisten schon bekannt sein sollte, werden exakt diese drei Superhelden in wenigen Monaten auf der Leinwand aufeinander treffen und in „Batman v. Superman“ epische Kämpfe austragen. Zusätzlich sind für die nächsten Jahre Spielfilme angekündigt worden, die sich gänzlich auf die einzelnen Figuren konzentrieren wollen. Zum Beispiel dürfen wir uns auf Wonder Woman mit Gal Gardot im Jahr 2017 freuen. Die kleinen Büchlein könnten hierfür als die perfekte Vorbereitung auf potentielle Easter-Eggs und Verweise aus der Historie der jeweiligen Charaktere dienen. Ich persönlich besitze alle Teile der DC-Veröffentlichungen bei TASCHEN und kann trotzdem die neuen Ausgaben als perfekte Ergänzung und wunderbare Zusammenfassung mit voller Überzeugung weiterempfehlen. Wer sich schon immer eine Art Enzyklopädie für zum Beispiel Batman gewünscht hat (wie ich), dessen Gebete wurden nun erhört!

Joker Anthologie – Die größten Schurkenstücke des Verbrecherclowns

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Nach der vor einiger Zeit erschienenen „Batman Anthologie“ zum 75. Geburtstag des „Dunklen Ritters“, machten Gerüchte die Runde, dass auch sein bekanntester und vor allem beliebtester Widersacher ebenfalls einen Rückblick spendiert bekommen soll. Als die Veröffentlichung für die USA bestätigt wurde, rieben sich natürlich auch Fans hierzulande die Hände und konnten es kaum erwarten bis „Panini Comics“ auch für den lokalen Release grünes Licht geben würde.

Nun ist es endlich soweit und wir dürfen uns über einen ausführlichen Überblick, angefangen bei Jokers erstem Auftritt in den 40er Jahren bis heute freuen. Dabei werden die letzten 75 Jahre in drei Epochen eingeteilt, in denen der Verbrecherclown seine größten Veränderungen durchlebte. Von einem nach Chaos gierenden Räuber und Dieb in den ersten Geschichten, über einen von der TV-Serie mit Adam West inspirierten Comedian, zu einem wahllos mordenden Psychopathen in den 70ern, bis hin zum nihilistischen Lügner, der sich immer wieder neu erfindet, ist jede Entwicklungsstufe vertreten.

Zusätzlich wird jede Story mit einem einleitenden Text versehen, der das Besondere der nachfolgenden Seiten in den Vordergrund stellt und die zahlreichen Künstler präsentiert, die die Veränderungen des Harlekin des Hasses zu verantworten haben. Desto weiter man in diesem Band vorankommt, umso mehr wird deutlich warum die Figur auch heute noch eine solche Relevanz besitzt.

Während Bösewichte aus anderen Comics und Büchern oft eine sehr eingeschränkte Weltsicht besitzen und dementsprechend in ihrer Handlungs- und Denkfähigkeit limitiert sind, reicht beim Joker beides fast ins Unendliche. Mir persönlich ist kein Antagonist bekannt, der über einen so langen Zeitraum die ihm eigenen Merkmale beibehalten aber trotz allem eine Evolution sondergleichen durchlebt hat. Dementsprechend wirkt auch jede einzelne der vorliegenden Geschichten wie in einem in sich geschlossenem Universum, welches durch die sich wandelnde Inkarnation des Jokers mit den anderen verbunden bleibt.

Trotz der teils enorm prägenden Momente für die Kontinuität des Batman-Universums (Stichwort: Red Hood in den 60er Jahren!) muss ich trotzdem darauf hinweisen, dass hier primär repräsentative Geschichten, die in einem Heft abgehandelt werden konnten, präsentiert werden. Die Meisterwerke „Arkham Asylum“, „The Killing Joke“ oder moderne Klassiker von Jim Lee finden sich nicht darunter. Das ist sicherlich bei dem parallelen Vertrieb der erwähnten Titel und der Länge der Ausgaben nachvollziehbar, aber Einsteiger sollten sich in der Auseinandersetzung mit dem Joker die erwähnten legendären Bände auf jeden Fall zulegen, um diese komplexe Figur in seiner größtmöglichen Bandbreite durchdringen zu können. Die „Joker Anthologie“ kann in diesem Zusammenhang als appetitanregende Sammlung gesehen werden, die neben Neulingen auch langjährigen Lesern wie mir wieder Lust macht, die alten Schinken hervor zu holen und in die zeitlosen Geschichten einzutauchen.

Wer den Clownprinzen des Verbrechens wirklich kennen lernen möchte, der kommt an diesem Band nicht vorbei!

The Bronze Age Of DC Comics

Batman No. 251 Interiors, “The Joker’s Five-Way Revenge”; script, Denny O’Neil; pencils and inks, Neal Adams. © DC Comics

Als jahrelanger Fan des Verlags besitze ich mit „75 Years Of DC Comics“ selbstverständlich den ultimativen Prachtband zur Historie des Unternehmens. Inhaltlich sowohl in Bezug auf Informationsgehalt als auch Visualisierung nicht zu übertreffen, hat dieses 7-Kilo-Ungetüm von Paul Levitz einen „kleinen“ Ehrenplatz in meinem Schrank ergattert. Der einzige Nachteil, den eine Ausgabe in Über-Format mit sich bringt ist jedoch der fehlende Komfort beim lesen. Natürlich entfalten Titel-Seiten und legendäre Szenen eine ganz eigene Strahlkraft, wenn man diese auf fast einem halben Meter ausbreitet. Trotzdem muss man sich dafür den perfekten Ort und Zeitpunkt suchen um den Inhalt genießen zu können.

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GREEN LANTERN No. 76 Cover art, Neal Adams, April 1970. © DC Comics

Dieses Kriterium hat sich TASCHEN zu Herzen genommen und legt nach „The Golden Age“ und „The Silver Age Of DC Comics“ den nächsten Band in die Regale. „The Bronze Age Of DC Comics“ kommt im Vergleich zur Urfassung ebenfalls mit nur knapp der halben Größe aus, zeigt sich aber parallel mit in der titelgebenden Farbe gebundenem Umschlag von der schönsten Seite, nur um auf den noch prachtvolleren Inhalt hinzuweisen. Denn hier handelt es sich keineswegs nur um eine Wiederverwertung bekannter Texte und Bilder, sondern um eine stark erweiterte Fassung, die dem Leser einen Einblick in die vielleicht prägendste Ära der Superhelden-Geschichten bietet. Zum ersten mal wurden sozial relevante Themen wie Rassismus, Drogenmissbrauch und zwischenmenschliche Verwerfungen in den Raum gestellt und mit Fingerspitzengefühl einer breiten Basis zugänglich gemacht. Insbesondere der Zeichner Neal Adams und der Autor Danny O’Neil liefen mit ihrem „Green Arrow/Green Lantern“-Run zur nie wieder erreichten Höchstform auf und ebneten damit den Weg für eine erwachsenere Sichtweise auf diese Kunstform. Ohne die Vorarbeit durch solche Werke sind legendäre Titel wie „The Dark Knight Returns“, „Watchmen“ oder „V wie Vendetta“ schier unvorstellbar.

MACY’S THANKSGIVING DAY PARADE Photograph, Superman balloon, New York City, Thanksgiving ca. 1982. © DC Comics

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Photograph, Superman balloon, New York City,
Thanksgiving ca. 1982. © DC Comics

Weitere prägende Ereignisse, die die Comiclandschaft nachhaltig verändern sollten, sind des Weiteren die zum Teil verlagsübergreifenden Crossover wie zum Beispiel „Superman vs. Spider-Man“ oder das Aufeinandertreffen von Muhammad Ali mit dem Mann aus Stahl. Dieser feierte zum damaligen Zeitpunkt auch sein Leinwand-Debüt, welches mit bis dato kaum vorstellbarer Tricktechnik und produktionstechnischem Aufwand zum Blockbuster avancierte und damit die Zielgruppe deutlich erweiterte. Parallel mischte Lynda Carter als „Wonder Woman“ die Fernsehwelt auf und nahm nach der übertriebenen „Batman“-Serie der 60er Jahre einen festen Platz im Nachmittags-Programm und in den Herzen der Zuschauer ein.

Doch es geht in diesem Buch selbstverständlich primär um die bunten Heftchen, die wir alle lieben. Dementsprechend würdigt Levitz im Großteil des Werks die kreativen Köpfe hinter den Geschichten. Darunter befinden sich unter anderem Bernie Wrightson, dem wir „Swap Thing“ zu verdanken haben. Eine waschechte Horror-Serie, die bis zum heutigen Tag Relevanz hat und mit den „New 52“ sogar einen Reboot feiern durfte. Des Weiteren konnte DC sogar die Marvel-Legende Jack Kirby unter Vertrag nehmen und damit visuell gänzlich neue Wege beschreiten. Das sind nur zwei der vielen Namen, die „The Bronze Age Of DC Comics“ prägten und denen hier auch der gebührende Platz eingeräumt wird. Um das Ganze zu verdeutlichen leitet ein Interview mit einem der bedeutendsten Kreativen der jeweiligen Ära jedes der Bücher dieser Reihe ein. Hier wäre es Danny O’Neil, der interessante und persönliche Einblicke in die damalige Zeit gibt und dabei das Erlebte launisch Revue passieren lässt.

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Batman No. 251 Interiors, “The Joker’s Five-Way Revenge”; script, Denny O’Neil; pencils and inks, Neal Adams. © DC Comics

Ich muss hier wirklich anmerken, dass es vermutlich nie eine so umfassende Aufarbeitung bezüglich DC gab und geben wird und jeder der nur im Ansatz ein Interesse verspürt auch hinter die Kulissen dieser Industrie blicken zu wollen, keine Wahl hat als zuzugreifen. Insbesondere die Möglichkeit sich die Geschichte Stück für Stück zuzulegen ist im direkten Vergleich zur Urfassung ein Argument für die Anschaffung. Ich für meinen Teil freue mich schon riesig auf die zwei ausstehenden Kapitel in Form von „The Dark Age“ und „The Modern Age Of DC Comics.“

Batman: Arkham Manor

Arkham Manor Softcover

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich die erste englischsprachige Ausgabe des Titels schon ein mal in den Händen hielt und von einem Kauf zurückschreckte, da mich nach einem erste Blick ins Heft der Zeichenstil merklich irritierte. Mein erster Gedanke war: „Sie wollen mit dem leicht Cartoon-haften Touch ein jüngeres Publikum ansprechen!“.

Wie sehr kann man sich irren. Panini Comics bringt nun die komplette Miniserie in einem Band heraus und lässt den Leser aus dem Staunen nicht mehr raus. Hier liegt eine düstere, brutale Geschichte um Batman vor, wie es sie nur im 21. Jahrhundert geben kann. Folter, Blut und Wahnsinn wirken durch den erwähnten Zeichenstil und damit Kontrast viel intensiver als sie es in einem „klassischen“ Heft jemals tun könnten. Hier wird deutlich mit den Erwartungen des Lesers gespielt und eine leicht surreale Atmosphäre erzeugt. Dazu aber gleich mehr.

Zunächst wollen wir uns der gelungenen Story um den Mitternachtsdetektiv widmen. Wie aufmerksame Leser der zweiwöchig erscheinenden Reihe „Batman Eternal“ sicherlich wissen, wurde die Anstalt für geisteskranke Kriminelle „Arkham Asylum“ zerstört und die Insassen müssen zwangsläufig umgesiedelt werden. Nur wo sollen all die mehr oder weniger prominenten Psychopathen untergebracht werden. Dass der Familiensitz der Waynes vor kurzem enteignet wurde, kommt der Stadt dabei gerade recht und aus Wayne Manor wird das titelgebende Arkham Manor.

Nun könnte man meinen, dass Bruce Wayne aka Batman sich zurücklehnen könnte, doch als ein Serienmörder in der Anstalt auftaucht, muss er sich unter einer falschen Identität einweisen lassen um den Fall aufzuklären. Dabei weiß er jedoch nicht, dass sein ärgster Feind samt neuem Gesicht und Namen ebenfalls im Irrenhaus sein Unwesen treibt. Aus dieser Konstellation heraus, entwickelt sich eine spannenden Geschichte, die mich tatsächlich von Seite zu Seite getrieben hat um herauszufinden wie sich alles auflösen wird. Verantwortlich dafür ist der Autor Gerry Duggan, der ursprünglich als Produzent für Film- und Fernsehen tätig war, bis er sich einen Ruf im Superheldengeschäft erarbeitet hat. Vor allem bei Marvel verdiente er sich seine Sporen bei „Deadpool vs. Hawkeye“ oder „Nova“ um später dem Star-Schreiber Scott Snyder als Koautor einer Batman-Geschichte beizuspringen. Im vorliegenden Band zeigt er ein ausgeprägtes Gespür dafür, wie man Spannung mit Schock-Momenten aber auch oftmals witzigen Szenen kombinieren kann. Vor allem Mr. Freeze dient in der Geschichte erstaunlicherweise oft als Humor-Garant.

Auf der visuellen Seite steht Shawn Crystal, der schon an „Deadpool“ und „Batman: Stadt der Sünde“ mitgewirkt hat. Wie schon erwähnt, hat sein Stil einen leicht cartoonesken Anstrich, der auf den ersten Blick abschrecken könnte aber bei genauerem hinsehen sofort mitreißt. Eine ähnliche Situation erlebte ich zum Beispiel beim „Superior“-Run von Spider-Man und bin auch in diesem Fall nachträglich schwer begeistert. Bei „Batman: Arkham Manor“ unterstreichen die teils übertriebene Mimik oder seltsame Anatomie die bizarre Story-Line und die passend dunkel aufgetragenen Farben tun ihr Übriges um auch den letzten Zweifel aus dem Weg zu räumen, dass es sich hierbei um leichte Kost für sehr junge Leser handeln könnte.

Genau genommen handelt es sich hier in meinen Augen um eine der besten und dichtesten Geschichten um den dunklen Ritter, die ich seit langem gelesen habe. Bei der Masse an Veröffentlichungen um Batman, stechen solche Perlen eben besonders heraus und haben einen entsprechenden Ehrenplatz in meinem Regal. Was diesen Superhelden anbelangt, spielt die Geschichte ganz oben mit. Solltet ihr auch große Fans wie ich sein, dann könnt ihr hier gedankenlos zugreifen und werdet es nicht bereuen.

Gotham Central – Band 1: In Erfüllung der Pflicht

Wie ja die meisten wissen, entsprang „Batman“ der Heftreihe „Detective Comics“, die sich entsprechend dem Namen großteils mit Krimi-Geschichten beschäftigte. Inzwischen wird der dunkle Ritter zwar gelegentlich immer noch als „Mitternachtsdetektiv“ bezeichnet, verdient diese Bezeichnung oftmals aber nicht wirklich. Der Fokus wurde immer weiter weg von Ermittlungen und überraschenden Wendungen verlagert, bis die menschliche Fledermaus endgültig zum reinen Action-Helden mutiert ist.

Serien aus dem Batman-Universum gingen nur selten andere Wege und blieben dabei unbeachtet, bis sich schließlich das Fernsehen dazu entschloss Polizisten und damit „echte“ Detektive ins Rampenlicht zu rücken. Dies geschah mit der Erfolgsserie „Gotham“, die am 21. September mit der zweiten Staffel weiter geht. Das sie nicht gänzlich aus der Luft gegriffen ist, lässt sich natürlich am Respekt vor der Fangemeinde ablesen, die selbstverständlich eine Comic-Basis erwartet, wenn Namen wie James Gordon, Harvey Bullock oder Bruce Wayne fallen. In diesem Fall wurden zwar keine ganzen Story-Stränge übernommen, aber die ein oder andere Serie diente durchaus als Inspirationsquelle. Dazu zählen vor allem „Batman: Gordon aus Gotham“ und das nun hier vorliegende „Gotham Central – Band 1: In Erfüllung der Pflicht“.

Die Handlung konzentriert sich dabei auf den Alltag der Cops um Marcus Driver, Renee Montoya, sowie Cris Allen. Die Schichten sind in einer Stadt wie Gotham natürlich durchzogen von Begegnungen mit allerlei Verrückten und dem allgegenwärtigen „Batman“, der selbstverständlich auch einen wandelnden Druck auf die Gesetzeshüter ausübt, ihre Fälle auch ohne den selbsternannten Rächer anzugehen. Die Geschichte setzt ein, als ein Polizist von Mr. Freeze getötet und ein anderer verletzt zurück gelassen wird. Ab dem Zeitpunkt ist das Präsidium wild entschlossen den Fall ohne die Hilfe von Bats zu lösen. Vor allem konnte die Tragödie nur zustande kommen, weil die betroffenen Beamten einen falschen Tipp auf der Suche nach den Entführern und Mördern eines jungen Mädchens gefolgt sind und damit ihr eigenes Schicksal besiegelt haben. Dementsprechend gilt es die Schuldigen so schnell wie möglich zur Strecke zu bringen und wieder so etwas wie Ordnung auf Gothams Straßen wieder herzustellen.

Dabei wird die Handlung schön ruhig und wie es sich für Detektiv-Geschichten gehört wohl überlegt angegangen und mit vielen Geheimnissen gewürzt, die man als Leser nur allzu gerne lüften möchte. So begibt man sich mit den Ermittlern gemeinsam auf die Reise um mit ihnen gemeinsam den Verbrechern auf die Spur zu kommen. Sehr erfrischend ist dabei die raue Stimmung und die dazu passenden Dialoge, die nichts mit der Popcorn-Unterhaltung einer Superhelden-Geschichte gemeinsam haben. Es wird geflucht, teils hässliche Themen angesprochen und der Gewalt-Grad ist ebenfalls erfreulich untypisch für eine mit Batman verwobene Serie.

Auf der visuellen Seite erinnert die Aufmachung in meinen Augen zum Teil stark an Frank Millers „Batman: Year One“. Was vermutlich großteils an der nicht gerade sparsam eingesetzten Tusche und der klassisch angehauchten Farbgebung liegen dürfte. Diese Kombination unterstreicht dabei ungemein passend die tolle Atmosphäre, die dazu einlädt die Geschichte in einem Stück zu verschlingen.

Verantwortlich für die Handlung ist diesmal Ed Brubaker, dessen Passion für klassische Noir-, Hardboiled- und Spionage-Krimis sich deutlich aber positiv in „Gotham Central“ widerspiegelt. Der mehrfach mit dem Eisner- und Harvey-Award ausgezeichnete Autor hat zuvor schon an „Criminal“, „Fatale“, „Captain America“, „Catwoman“ und vielen anderen Serien gearbeitet. Zu seinem Team gesellt sich der zusätzliche Autor und ebenfalls Eisner-Award-Träger Greg Rucka, der ebenfalls schon im DC-Universum heimisch war und sich für Geschichten wie „Bruce Wayne – Mörder?“, „Batwoman“ oder „Final Crisis“ verantwortlich zeigte.

Den Zeichenstift nahm hier Michael Lark in die Hand, der zuvor an „Batman: Nine Lifes“, „Captain America: Super-Sodier“ (dafür gab es auch einen Eisner!) und an vielen weiteren Titeln gearbeitet hat.

Als Fazit lässt sich ziehen, dass dieses Team es schafft eine so dichte Spannung zu erzeugen, dass man sie fast schon greifen kann. Genau genommen können hier auch Leser zuschlagen, die mit „Batman“ selbst eher wenig anfangen können und einfach eine tolle Krimi-Geschichte erleben wollen. In meinen Augen handelt es sich hier zudem um ein Must-Have für Fans der Serie „Gotham“, die offensichtlich vom besprochenen Comic inspiriert wurde.

„Gotham Central – Band 1: In Erfüllung der Pflicht“ erscheint am 22. September und kann hier vorbestellt werden!

Batman: Gordon aus Gotham

Als großer Batman-Fan lässt man sich selbstverständlich nicht die großartige Crime-Serie „Gotham“ entgehen, die sich mit Commissioner James Gordons Anfangszeit bei der Polizei auseinandersetzt und den Zuschauer dabei auf eine Entdeckungsreise durch die Stadt schickt, in der der dunkle Ritter noch nicht waltet und die bekannten Bösewichter entweder noch zu den Guten gehören oder sich langsam aber sich in Richtung Kriminalität bewegen. Da wundert es nicht, dass ich mich auf den 21. September freue, an dem endlich die zweite Staffel eingeläutet wird!

Wie könnte man sich da besser in Stimmung bringen als mit thematisch passenden Comics aus dem DC-Universum? Um Leuten wie mir in der Hinsicht Linderung zu verschaffen, erscheint am 15. September die in einem Band komplett enthaltene Miniserie „Batman: Gordon aus Gotham“, die sich wie der Titel schon vorwegnimmt auf einen der wenigen anständigen Cops der Stadt konzentriert und Batman zur Nebenfigur degradiert.

Batman dient dabei in der Geschichte primär als Gesprächspartner, dem die beschriebene Handlung näher gebracht wird. In der geht es um Jim Gordon zu seiner Zeit als Officer in Chicago, wo er schon die Art an sich hatte, die ihn auch später unter den korrupten Kollegen in Gotham nicht sonderlich beliebt machen würde. So meldet er einen Kollegen an die Dienstaufsicht, nachdem dieser grundlos einen Hippie zusammenschlägt. Damit beginnt für den jungen Gesetzeshüter ein Spießrutenlauf, der sogar in mehreren Mordversuchen mündet, bis ihm unerwartet von Seiten eines Vigilanten geholfen wird. Nun nimmt Gordon die Ermittlungen gegen seine Verfolger selbst in die Hand und überschreitet dabei immer wieder die Grenzen des Gesetzes um seine Tortur zu beenden. Dabei kommt er auf die Spur einer politischen Mordverschwörung, die bis in die höchsten Machtzirkel der Stadt reicht und dabei so gut wie alle bis dato aufgetauchten Charaktere mit sich reißt.

Die Geschichte wirkt hier sehr rund und in sich schlüssig, sowie spannend erzählt. Man möchte wirklich wissen wer hinter all den Wirrungen steckt und wie Gordon sich aus seiner Misere befreit. Zeichnerisch wird das Ganze mit einem sehr klassischen Stil abgerundet und verleiht der Geschichte eine gewisse Ernsthaftigkeit, die dem Band sehr wohl bekommt.

Das all dies sowohl inhaltlich als auch visuell wirklich ansprechend aufbereitet ist, sollte bei dem Kreativ-Team, welches hinter dem erstmals im Jahre 1998 veröffentlichten Projekt stand, auch kein Wunder sein.

Auf der Autoren-Seite finden wir Dennis O’Neil, der in den 70er Jahren eine Revolution im Superhelden-Genre auslöste, in dem er sich in seinen Geschichten vermehrt mit realistischeren bzw. erwachseneren Themen beschäftigte. Zu seinen berühmtesten Veröffentlichung zählen vor allem „Batman“ und „Green Lantern/Green Arrow“.

Als Zeichner befindet sich Dick Giordano an Bord, der sich Mitte der 60er Jahre einen Namen im Mainstream erarbeitete, in dem er seinen Stift für Serien wie „Batman“, „Green Arrow“ oder „Wonder Woman“ schwang. Zusätzlich arbeitete er als Tuscher und gab zum Beispiel „Superman vs. Spider-Man“, dem ersten Crossover zwischen DC und Marvel, sowie „Superman vs. Muhammad Ali“ Tiefe und Kontur.

Als Tuscher im vorliegenden Werk ist Klaus Janson zu Gange, den eingefleischte Fans natürlich als Inker der Meilensteine „Daredevil“ und „Batman: Die Rückkehr des dunklen Ritters“ kennen.

Diese gelungene und für das Batman-Universum ungewöhnlichen Handlung als auch die im Überfluss vorhandenen Qualität (basierend auf den Talenten der zu Comic-Titanen aufgestiegenen Macher), lassen mich eine uneingeschränkte Empfehlung für „Batman: Gordon aus Gotham“ aussprechen.

Der Band erscheint am 15. September und kann hier vorbestellt werden!

The Dark Knight III: The Master Race & Batman: Europa

Es wurde vor einiger Zeit bekannt gegeben, dass Frank Miller mit Brian Azzarello (Joker, Before Watchmen, 100 Bullets) an dem abschließenden Teil der „The Dark Knight Returns“-Reihe mit dem klangvollen Namen „The Master Race“ arbeiten würde und nun kann ich euch weitere Details um die Veröffentlichung präsentieren, die es wirklich in sich haben!

Die Gestaltung übernehmen hier der legendäre Andy Kubert (zu viele gute Titel um nur wenige zu nennen), sowie der Inker der vorherigen „Dark Knight“-Bände Klaus Janson. Die auf 8 Teile angelegte Mini-Serie wird es ab November in verschiedenen Ausführungen zu erwerben geben (fragt euren lokalen Comic-Händler!). So gibt es eine Vielzahl an Variant-Covern, die aber vermutlich für die meisten Europäer unerreichbar bleiben werden, wenn man sich die Stückzahlen ansieht, die geordert werden müssen um sich nur ein einziges Exemplar sichern zu können. Vor allem das Jim Lee-Variant wird sogar bei US-Händlern schwer zu bekommen sein. Aber seht selbst:

1:10 variant cover by KLAUS JANSON
1:25 variant cover by ANDY KUBERT and KLAUS JANSON
1:50 variant cover by TBA
1:100 variant cover by FRANK MILLER
1:500 variant cover by JIM LEE
1:5000 original sketch variant by JIM LEE
Blank variant cover

Zusätzlich liegt allen Heften jeweils eine 16-seitige Kurzgeschichte in kleinerem Format bei, die jedes mal von anderen Gast-Künstlern angefertigt wird.

The Dark Knight III Cover

Sollte man aber wie ich trotz aller Widrigkeiten auf eine schöne bis exklusive Aufmachung bestehen, gibt es diesmal tatsächlich eine Lösung, die sogar den Geldbeutel nicht allzu sehr strapaziert. Jeweils einen Monat nach Erscheinen der einzelnen Ausgaben wird die sogenannte Collector’s Edition auf den Markt gebracht, die beide Storys in gleichem Format beinhaltet sowie ein anderes Cover aufweist. Hat man sich dann bis zum letzten Heft geduldet, wird mit dem abschließenden Band ein schöner Schubert mitgeschickt, in dem alle 8 Bände schön aufbewahrt werden können. Natürlich lasse ich mich nicht lumpen und habe selbstverständlich gleich diese Version abonniert! 🙂

Eine weitere Veröffentlichung die den Comic-Geeks das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen wird ist „Batman: Europa“.

Die Macher haben sich dabei ganz schön viel Zeit gelassen um den Termin auf den aktuellen November zu legen. Für diejenigen, die es noch nicht wussten: Diese vierteilige Mini-Serie wurde schon im Jahr 2004 mit den selben Künstlern und Autoren (Brian Azzarello, Matteo Casali, Jim Lee and Giuseppe Camuncoli) angekündigt, die auch jetzt an Bord des Projekts sind. In dieser Geschichte wird Batman mit einem Virus infiziert und nur der Joker kann ihm helfen das Gegenmittel in Europa aufzuspüren. So müssen sie sich zusammenschließen um den Tod des dunklen Ritters zu verhindern. Eine spannende Rahmenhandlung, die viel zum spekulieren einlädt!

Auf der technischen Seite wird es ebenfalls interessant: Während Jim Lee das komplette erste Heft zeichnet und tuscht, werden bis dato noch nicht bekannt gegebene europäische Künstler Hand an die Serie legen und das Ganze dadurch zu einem wirklich großen Projekt transformieren. Auch hier gibt es ein schönes Variant-Cover (Lee Bermejo) auf das wir wieder neidisch über den großen Teich schielen können.

europa lee version

bermejo variant

Batman tötet nicht(?)

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In den Comics hat der Flattermann ja schon über die Jahre hinweg unzählige Ganoven (endgültig) zur Strecke gebracht. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mir ist nicht mal aufgefallen, dass Batman sich durch die Filmreihe schnetzelt! Wer auf die genaue Zahl seiner Opfer kommen will, hat hier die Möglichkeit: