Robert Crumb. Sketchbook. Vol. 2: 1968–1975

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Als vor geraumer Zeit die gesammelten Sketchbücher der Undergound-Comics-Legende Robert Crumb beim TASCHEN-Verlag erschienen, war die Freude und Aufregung im Lager der Fans gleichermaßen groß. Konnten sich die gut betuchten Sammler, die im edlen Schuber gelieferten Bände samt signierter Lithographie holen, schaute der Durschnittsleser zunächst in die Röhre.

Zum Glück lohnt es sich bei der Geschäftspolitik des Herausgebers geduldig zu sein, denn wie so oft, wird früher oder später eine günstigere Fassung veröffentlicht, die in ihrer Qualität dem Original in nichts nachsteht.

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©Robert Crumb / TASCHEN

Auch im vorliegenden Fall sieht es nicht anders aus. Mit Robert Crumb. Sketchbook. Vol. 2: 1968–1975 steht inzwischen sogar die zweite Ausgabe in den Regalen, die nach den ersten Gehversuchen des privat zurückhaltenden Genies Mitte der 60er, nun die Erfolgsgeschichte bis in die 70er Jahre hinein beleuchtet.

Dabei wird uns die Essenz seines Schaffens auf 444 Seiten präsentiert, die sich in hunderten Zeichnungen mit historischem Wert manifestiert. So verwundert es nicht, der typischen Crumb-Konstellation aus großen Frauen mit kräftigen Beinen und kleinen Männern in Ehrfurcht immer wieder zu begegnen, während dazwischen zahllose Titelbilder für Comic-Hefte wie Zap, Motor City oder Dispair in ihrer vollen Pracht erstrahlen. Ungewöhnlicher und damit interessanter sind die persönlich angehauchten Werke, die Fremde und Freunde aus San Francisco während der Hochphase der Hippie-Kultur darstellen und damit einen autobiographischen Aspekt offenbaren. Zu diesem gehört selbstverständlich die allgegenwärtige Sex-Obsession Crumbs, die er gekonnt in Bildern aufgehen lässt, die sein Werk auch außerhalb des Kenner-Kreises berühmt gemacht haben.

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©Robert Crumb / TASCHEN

Hinzu kommen die ersten Auftritte skurriler Gestalten wie den Yeti-Frauen, alte Bekannte wie Flakey Foont oder Mr. Natural. Zusammen mit den oben erwähnten klassichen Elementen, ergeben sie eine Mixtur, die sowohl alte Fans begeistern, als auch Neulingen einen Anreiz zur weiteren Beschäftigung mit Robert Crumb geben sollte.

Präsentiert wird uns der zweite Teil innerhalb der Sketchbuch-Reihe in einem schön gebundenen Einband, den sowohl auf der Vorder- als auch Rückseite eine Illustration schmückt, die der Künstler höchstpersönlich neu kolloriert hat und damit auch ein Ergänzung für diejenigen bietet, die ihre Sammlung mit jeder Fassung aufstocken wollen.

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©Robert Crumb / TASCHEN

Alles in allem also genau das, was man sich von so einem Release erwartet und noch so viel mehr. Ich für meinen Teil kann es kaum erwarten die Titel eines Tages komplett im Regal stehen zu haben und kann nur empfehlen es mir gleich zu tun. Es lohnt sich!

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