TASCHEN-Signieraktion: Albert Oehlen kommt nach Hamburg

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Und schon steht im Hause TASCHEN das nächste Event in den Startlöchern! Diesmal verschlägt es mit Albert Oehlen einen der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Künstler in den Hamburger Flagshipstore des Verlags. Dort wird er am 27. Mai von 17 bis 18 Uhr unter anderem seine umfangreiche Mongrafie signieren.

In dieser wird das gesamte Spektrum von Ohlens schaffen präsentiert, welches sich von Ölgemälden, über digital bearbeitete Werke, bis hin zu Collagen erstreckt. Ursprünglich gab es hierzu nur limitierte Collector’s Editions. Nun können sich Fans des Künstlers auch mit einem kleineren Budget sein Werk zu Gemüte führen und demnächst sogar persönlich signieren lassen.

Hier wären nochmal alle Details zur anstehenden Signieraktion:

Künstler: Albert Oehlen 
Ort: TASCHEN Flagshipstore Hamburg (Bleichenbrücke 1-7, 20354) 
Datum: 27.05.2019 
Uhrzeit: 17 bis 18 Uhr

Françoise Gilot. Three Travel Sketchbooks: Venice, India, Senegal

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Es gibt Menschen, die der Öffentlichkeit erst ein Begriff sind, wenn sie im Zusammenhang mit jemand anderem genannt werden. Ein Beispiel könnte die heute 96-jährige Malerin Françoise Gilot sein, die von 1943 bis 1953 mit Pablo Picasso eine Beziehung führte, aus der zwei Kinder hervorgingen. Das wäre jedoch, trotz der Omnipräsenz des Themas bei Erwähnung des Namens Gilot, etwas zu kurz gedacht.

Die in New York lebende französische Künstlerin war sowohl davor, währenddessen, als nach dieser Zeit in ihrem Metier aktiv. Zwar wird sie dem Laien primär durch ein Foto mit dem spanischen Exzentriker am Strand der Côte d’Azur und durch ihre Autobiographie „Leben mit Picasso“ (1964) bekannt sein, doch ihre in internationalen Galerien und Museen hängenden Bilder sprechen seit nun mehreren Dekaden für sich selbst und ließen sie zu einer Ikone unserer Zeit werden. Auszeichnungen wie der Ordre des Arts et Lettres und die Ernennung zum Offizier der Ehrenlegion sind dabei nur Beispiele zahlloser Ehrungen, die die Wichtigkeit ihrer Person zu unterstreichen wissen.

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Dementsprechend war es nur eine Frage der Zeit, bis TASCHEN sich einem Denkmal für Françoise Gilot annehmen würde. Und da das Verlagshaus dafür bekannt ist, nicht einfach nur Bücher, sondern wahre Schätze für bibliophile Leser zu produzieren, ist es nicht überraschend, dass mit „Françoise Gilot. Three Travel Sketchbooks: Venice, India, Senegal„* eine wahre Perle ihre Veröffentlichung feiert.

Ähnlich dem Prinzip von „Andy Warhol. Seven Illustrated Books 1952-1959“ liegen dem XL-Paket nicht weniger als drei wunderschöne Faksimiles von Skizzenbüchern bei, die auf den Reisen der Künstlerin nach Venedig (1974), Indien (1979) und in den Senegal (1981) entstanden sind. Im Originalformat versprühen die Ausgaben den Charme vergangener Zeiten, während der Inhalt die Kreativität und Vielseitigkeit von Gilots Œuvre spiegelt.

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Venedig (1974) ©TASCHEN

Der erste Band ist dabei der einzige, der sowohl Worte bzw. Gedichte neben einer dezenten Farbpalette um die Schattierungen eines wässrigen Blaus aufweist, die den Geist der Lagunenstadt einzufangen wissen. Eine Symbiose die, der Künstlerin nach, für ein „Klangbild“ wichtig ist, dass man insbesondere durch die Vokale spüren soll. Darüber hinaus erweist Gilot mit Verweisen auf berühmte Werke, den venezianischen Großmeistern der Malerei ihren Respekt und lässt immer wieder ihre Liebe für eine Stadt durchscheinen, mit der sie schon seit Kindheitstagen verbunden ist.

Der Band zur Reise nach Indien, den sie wie die anderen Skizzenbücher in den Flugzeugen und Hotels der jeweiligen Destinationen gefüllt hat, kommt nur mit den Farben Blau und Schwarz aus und hat größtenteils in Saris (traditionelles indisches Kleidungsstück) gehüllte Frauen zum Gegenstand, die in der Realität jedoch eine vielgepriesene Farbpalette aufweisen. Daneben dominieren Straßenszenen, Märkte und Tiere die Seiten des kleinsten der drei Faksimiles.

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Indien (1979) ©TASCHEN

In der letzten Ausgabe dokumentiert Françoise Gilot ihre 1981 erfolgte Reise in den Senegal, die wieder bunter daherkommt und erneut die Menschen vor Ort in den Fokus nimmt, die sie laut eigener Aussage durch ihren Anmut und ihre Schönheit fasziniert haben. Doch auch hier findet die Umgebung in Form von Flora und Fauna Einzug.

Die entsprechende Einordnung kann man machen, wenn man in das mitgelieferte Beiheft blickt, dass neben einer mit historischen Fotografien bebilderten Einführung durch Hans Werner Holzwarth, seines Zeichens Buchdesigner und Herausgeber, auch ein interessantes Gespräch zwischen der Künstlerin und Thérèse Crémieux beinhaltet. Die Schauspielerin und Dramatikerin entlockt dabei ihrer Gesprächspartnerin allerlei Anekdoten aus ihrem bewegten Leben und lässt den Leser am Entstehungsprozess der drei Skizzenbücher teilhaben.

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Senegal (1981) ©TASCHEN

Dementsprechend ist dieses Gesamtpaket nicht nur eine wahre Sinnesreise, sondern ein informatives Stück zeitgenössische Kunstgeschichte, die in jedes gut sortierte Regal gehört. Insbesondere Sammler sollten bei dieser Veröffentlichung aufhorchen. Es existieren nämlich weltweit nur 5.000 Stück dieser Version, wobei man mit einem größeren Budget auch auf drei verschiedene Art Editions von jeweils 60 Exemplaren zurückgreifen kann. Diese werden jeweils mit einer signierten Farblithographie geliefert, die Gilot speziell für diesen Release geschaffen hat. Ein Prachtstück, dass ich jedem Liebhaber authentischer Kunst ans Herz legen möchte.

Françoise Gilot. Three Travel Sketchbooks: Venice, India, Senegal* 
Verlag: TASCHEN
Format: 3 Hardcover-Faksimiles mit Begleitheft in Portfoliomappe
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch
Seiten: 364
Preis: 
150 EUR - Edition von 5.000 Exemplaren
2.000 EUR - Art Editions Nr. 1-180

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Jamie Hewlett

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Man spricht oft von zeitgenössischer Kunst und popkulturellen Kreativen, doch selten findet man einen Laien, der fähig ist, konkrete Künstler oder Werke zu benennen.

Ganz anders verhält es sich mit Jamie Hewlett, dessen Kreationen über den klassischen Kunstbetrieb hinaus Fans in aller Welt begeistern und zusammenführen. Dabei zählt die Band Gorillaz (aktuell auf Welttournee) wohl zu seinem bekanntesten Output. In Kooperation mit seinem ehemaligen Mitbewohner und Blur-Sänger Damon Albarn erschuf er einen virtuellen Mittelfinger für die Musikindustrie der ausgehenden 90er Jahre. Musiker und die dahinter stehenden Akteure schienen keine Substanz mehr liefern zu wollen und die beiden Freunde entschieden sich, eine Band zu gründen, deren Musiker keinen realen Personen entsprachen und jederzeit austauschbar waren. Ein greifbarer Kommentar zu der damals frustrierenden und heute kaum veränderten Situation wurde geboren und mit auch im Jahr 2017 ausverkauften Hallen durch die Fans in seiner Relevanz bestätigt.

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Copyright: © Jamie Hewlett; Gorillaz: Russel and Noodle at the old studio 13, 2005

Schlagartig wurde das Projekt weltbekannt, spielte bis dato fünf Alben ein und wurde in der Folge mit mehreren prestigeträchtigen Preisen prämiert. In dem Zusammenhang wurde nun auch Hewlett außerhalb des eingeweihten Kreises an Comic-Nerds ein Begriff für die Massen. Zuvor arbeitete er am legendären Tank Girl, welches in einer postapokalyptischen Welt angesiedelt, durch Einflüsse des Hip-Hop, trashiger Slasher-Filme und des britischen Punk definiert wurde. Bis heute erfreuen sich seine in dem Zug erfundenen Figuren großer Beliebtheit und werden von anderen talentierten Künstlern wie Rufus Dayglo in weitere Abenteuer getrieben.

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Copyright: © Jamie Hewlett; Blue Nips, Ultra Girl and Yuri Tempura, the Sushi Lovers, 2015

Nicht verwunderlich, dass er mit seinem einzigartigen und dementsprechend jederzeit wiedererkennbaren Stil auch der als „seriös“ geltenden Kunst-Szene nicht verborgen blieb. Im Jahr 2006 wurde er sogar vom Londoner Design Museum zum „Designer des Jahres“ gekürt und nur drei Jahre später mit einem Bafta für seinen mit Damon Albarn animierten Affenfilm für die Olympischen Spiele in Beijing ausgezeichnet. Sein Rezept blieb dabei über die Zeit hinweg in seinen Grundzügen gleich aber nicht minder innovativ, da mit jedem Projekt neue Elemente für zukünftige Arbeiten einflossen und bis heute bestehen. Angefangen bei der cartoonhaften Punk-Attitüde von Tank Girl, über den Anime-Einfluss der Gorillaz bis hin zu einer modernen Spielart des Pop-Art in den neuesten Veröffentlichungen – der Jamie Hewlett-Touch modellierte alles auf eine Art und Weise, die fasziniert und unterhält. Dabei setzt er sich selbst keine Grenzen und tobt sich auch außerhalb der Zeichenstube aus. So hat er zum Beispiel ebenfalls mit Albarn die Oper Monkey – Journey to the West nach dem chinesischen Roman Xi Yóu Ji von Wu Cheng’en, die 2007 in Manchester uraufgeführt wurde,  auf die Beine gestellt und dabei die Vorstellung dessen, was ein Künstler zu schaffen vermag wie mit links erweitert.

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Copyright: © Jamie Hewlett; Chums, 2008

Bei seiner umtriebigen Karriere, war es daher nur eine Frage der Zeit, bis sich mit TASCHEN einer der Giganten auf dem Kunstbuchmarkt für sein Portfolio interessieren würde. Nun kam eines zum anderen und damit schlussendlich die erste Monografie über Jamie Hewlett zustande, die wie als Kontrast zu seinen überdrehten Bilderwelten, zurückhaltend nach dem Künstler selbst benannt wurde.

Sie beinhaltet sein gesamtes Werk der letzten 25 reich an Projekten gefüllten Jahre, die noch weit über die schon erwähnten Arbeiten hinaus gehen. Bevor man in seine visualisierten Gedanken abtaucht, kann man sich zunächst das einleitende Interview zwischen dem Künstler und dem französischen Grafiker, Fotografen und Videoregisseur Jean-Baptiste Mondino zu Gemüte führen. Ein angenehm ungezwungenes Gespräch zwischen zwei Generationen, die die Begeisterung für ihr jeweiliges Lebenswerk teilen und dabei humoristisch explizit Hewletts Werdegang rekapitulieren, wobei man nicht umhin kommt den derben Humor, der aus den Bildern des Mannes spricht, auch in seinen Aussagen wieder zu entdecken.

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Copyright: © Jamie Hewlett; Honey, 2015

Nun folgt die geballte Ladung dessen, worauf der geneigte Betrachter schon längst gewartet hat: Bilder über Bilder, die für sich selbst sprechen können, da außer bei dem jeweils einleitenden Text, der jedem der Kapitel vorangestellt wird, keine weiteren Erklärungen beigefügt werden. Nur die nötigsten Informationen wie Titel, Erscheinungsjahr und in Ausnahmefällen ein Satz zur Besonderheit des gezeigten, lenken nicht ab und fungieren als das was sie sein sollen – eine willkommene Ergänzung.

Während des Verlaufs des Buches merkt man recht schnell, wie wandlungsfähig Hewlett auch unabhängig vom Fortschreiten seiner Karriere sein kann. So schwankt sein Stil in den einzelnen Abschnitten zwischen Zeichentrickfiguren, photorealistischen Momentaufnahmen (von seiner Reise nach Bangladesch), Postern fiktiver Filme im Grindhouse-Stil, detailverliebten Tusche-Skizzen von Kiefernbäumen, die nur erahnen lassen mit welcher Engelsgeduld dieser Mann seine Zeichnungen anfertigt und schlussendlich stilecht auf halb durchsichtigem „Butterbrotpapier“ zu bewundernde Sketche, die einen noch Näher an die Arbeitsweise von Jamie Hewlett heranrücken lassen.

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Copyright: © Jamie Hewlett; Original poster for the contemporary opera Monkey. Journey to the West

Seinem lückenlosen Portfolio ist als abschließendes Kapitel die Biografie des Künstlers ans Herz zu legen, die chronologisch seinen Werdegang nachzeichnet und dem Gesamtprodukt damit eine persönliche Note gibt.

Zusammengefasst kann man also sagen, dass Jamie Hewlett auf über 400 Seiten und ebenso vielen Werken eine moderne Koryphäe ehrt und zeitgleich den greifbaren Beweis dafür erbringt, dass Schubladendenken und Kunst nicht vereinbar sind. Eine Pflichtanschaffung für jeden Fan und all jene, die nach einem Blick in diesen Prachtband definitiv welche werden.

Alle Infos zum Buch:

Titel: Jamie Hewlett

Herausgeber: Julius Wiedemann

Hardcover (25 x 31,7 cm), 242 Seiten

Preis: 39,99€

 

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Copyright: © Jamie Hewlett; The Fool, 2015

Ihr habt Lust bekommen, euch Jamie Hewlett persönlich in den Schrank zu stellen? Hier kommt eure Chance, euch das Buch kostenlos zu holen:

Hinterlasst einfach ein Like auf meiner Facebook-, Twitter oder Instagram-Seite und schreibt mir unter dem Beitrag, warum ausgerechnet ihr das Buch haben solltet und schon seid ihr im Lostopf! Der Gewinner wird am 24.11.2017 bekannt gegeben!

Teilnahmebedingungen

  1. Teilnahmeberechtigte

Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.

Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.

  1. Teilnahmemöglichkeiten

Eine Teilnahme ist nur über Facebook, Twitter und Instagram möglich, indem die jeweilige Seite mit einem Like versehen wird und ein Kommentar mit der Beantwortung der im Text angegebenen Frage erfolgt. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook, Twitter oder Instagram.

  1. Teilnahmeschluss

Teilnahmeschluss ist der 23.11.2017 um 23:59 Uhr.

  1. Gewinnermittlung

Der Gewinner wird per Los ermittelt.

  1. Art der Gewinnbenachrichtigung

Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Nachricht schriftlich kontaktiert.

  1. Veröffentlichung der Gewinner

Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form veröffentlicht.

  1. Der Rechtsweg

Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg ausgeschlossen.

Paläo-Art: Darstellungen der Urgeschichte

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Es ist unglaubliche 66 Millionen Jahre her, seit die gigantischen Echsen, die wir heute als Dinosaurier kennen, ein für alle mal von der Erdfläche verschwanden und bis zum 19. Jahrhundert ein Mysterium blieben. Waren es Drachen, Monster oder eine Prüfung Gottes? Es gab viele Erklärungen für wenige Überreste, die oftmals nur zufällig entdeckt wurden.

Im 19. Jahrhundert begann sich das Interesse an den urzeitlichen Wesen erneut zu regen, als im Jahr 1830 der englische Wissenschaftler Henry De la Beche das erste Stück Paläokunst anfertigte und damit den Grundstein für etwas legte, was sich für 200 Jahre sowohl in Bezug auf Wissenschaft als auch Kunst etablieren sollte. Doch schon mit diesem ersten Bild kristallisierte sich das Problem heraus, dass diese Art der Malerei bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts begleiten sollte: Für die Kunst-Welt sind die Arbeiten nicht den Diskurs wert und für Wissenschaftler geben sie nicht das exakte Abbild dessen wieder, was sie verlangen.

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Charles R. Knight, 1897; ©American Museum of Natural History, New York

Natürlich entwickelte sich diese Nische von makaberen Fantasiewesen des Erstlings „Duria Antiquor“ bis zu den apokalyptischen Werken von Ely Kish sowohl auf technischer als auch inhaltlicher Ebene weiter. Trotzdem bestimmten statt Fakten immer Zeitgeist, gesellschaftliche Umbrüche und persönliche Präferenz des jeweiligen Künstlers die auf Leinwand gebannten Ergebnisse. Daher begegnen uns visualisierte Metaphern zum Herrschaftsanspruch bestimmter Politiker, die omnipräsenten Seeschlachten zu Zeiten Napoleons, sowie das plötzlich auftretende Bewusstsein um die Umwelt, verpackt in die darauf individuell gerichtete Sichtweise des Malers.

Deswegen ist es kein Wunder, dass mit extrem wenigen Ausnahmen kaum Originale in Museen hängen, sondern meistens ein Dasein in privaten Sammlungen, vergessenen Kammern und Kellern fristen. Um dem ein Ende zu setzen und der Paläo-Kunst die Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen, die sie verdient, machte sich die Herausgeberin Zoë Lescaze an die Arbeit um mit dem TASCHEN-Verlag ein wahres Denkmal zu publizieren. Mit Paläo-Art: Darstellungen der Urgeschichte, ist es gelungen ein allumfassendes Werk auf den Markt zu bringen, dass einem Randgebiet des Kunstbetriebs ein unverhofftes Revival in der öffentlichen Wahrnehmung beschert.

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Tree of Life
Alexander Mikhailovich Belashov, 1984; ©Borrissiak Paleontological Institute RAS

Mit einem Vorwort des Künstlers Walton Ford, wird ein wie vom Verlag gewohnt üppig illustrierter Band eingeleitet, der bei der zufälligen Entdeckung eines Ichthyosaurus-Skeletts durch die Zimmermannstochter Mary Ann Anning einsetzt und mit dem Jahr 1990, passend im Weltuntergangs-Setting der schon erwähnten Ely Kish, endet. Neben den Kommentaren zu ausnahmslos allen Abbildungen, wird die Geschichte dieser urzeitlichen Darstellungen durch einen Essay von Zoë Lescaze eingeordnet.

In dieser Kombination bietet das Buch nicht nur etwas für Hobby-Paläontologen und Malerei-Verfechter, sondern auch für jeden von uns, der in seiner Kindheit und Jugend eine populärwissenschaftliche Publikation in den Händen hielt und sich an gruseligen, lustigen und interessanten Darstellungen aus einer Zeit erfreut hat, die man mit viel Fantasie nur erahnen konnte. Zwar sind die Zeiten klassischer Abbildungen vorbei und digitale Formate für jüngere Generationen greifbarer, aber an den Charme mit der Hand geführter Pinselstriche kommt nichts so schnell heran. Ein beeindruckender Beweis in XL-Format liegt mit Paläo-Art: Darstellungen der Urgeschichte in jedem Fall vor.

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The Ichthyosaur and the Plesiosaur (Lias Period)
Edouard Riou; engraved by Laurent Hotelin and Alexandre Hurel, 1863; ©TASCHEN

 

Egon Schiele. Sämtliche Gemälde 1909-1918

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Jung, rebellisch, radikal und verstörend. Allesamt Attribute, die man zunächst wohl einem Individuum der zeitgenössischen Kunst zuschreiben würde. Ob sich diese nun in Musik, Malerei oder anderweitig Ausdruck verschafft, ist im ersten Schritt vermutlich nicht mal von Relevanz, da sich die damit im Zusammenhang stehenden Akteure in solchem Maße mit Provokationen zu übertrumpfen versuchen, dass der anvisierte Schock in der Bedeutungslosigkeit zu verpuffen droht.

Dabei bleiben die Originale, die sich in erster Linie durch ihre Schöpfung selbst definiert und die Reaktion der Umgebung als Nebenprodukt mitgenommen haben, bis zum heutigen Tag unvergessen. Die Rede ist dabei nicht von den Enfant Terribles der modernen Popkultur, sondern von ihrem personifizierten Vorläufer Egon Schiele, der als der wohl berühmteste Vertreter des Wiener Expressionismus, mit seinen verstörend offenen Malereien und Zeichnungen die Gemüter seiner Mitmenschen erhitzte und den nachfolgenden Generationen als Inspiration diente.

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Selbstbildnis mit Lampionblume, 1912 (Wien, Leopold Museum)

Der mit nur 28 Jahren Jahren an der spanischen Grippe verstorbene Künstler hinterließ trotz seines sehr kurzen Lebens, jedoch ein so umfangreiches Œuvre, dass man nicht umhin kommt von einem Jahrhundertalent zu sprechen. Es ist in dem Sinne nicht verwunderlich, dass ihm seine Begabung durchaus bewusst gewesen sein muss, wenn man von seinem auf dem Totenbett getätigten Zitat ausgehen möchte: „Nach meinem Tode, früher oder später, werden die Leute mich gewiß lobpreise und meine Kunst bewundern.

Es scheint in diesem Sinne nicht verwunderlich, dass sich diese Voraussage im vollen Umfang als wahr herausstellen sollte und der Name Schiele in seiner Beliebtheit eine Art zweite Renaissance erlebt. Diese nutzt nun der Herausgeber, Kunsthistoriker und ehemalige Direktor des Leopold Museums, Tobias G. Natter in Zusammenarbeit mit dem TASCHEN-Verlag um sämtliche Gemälde des Künstlers zwischen den Jahren 1909 und 1918 im XL-Format zu präsentieren und mit Experten-Beiträgen einzuordnen. Diese sind ausgewiesene Kenner in Bezug auf Schiele und haben schon zuvor grundlegende Werke zu dem Mann publiziert (u.a. Christian Bauer) oder ganze Ausstellungen kuratiert (u.a. Helena Peréna).

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Versinkende Sonne, 1913 (Wien, Leopold Museum)

Sie bieten mit ihren Texten die Möglichkeit Egon Schieles Leben chronologisch von seinen Anfängen, über seinen Durchbruch, seine Stil-Entwicklung, bis zu seinen letzten unter dem Eindruck des ersten Weltkriegs erlebten Jahre zu verfolgen und dabei die Einflüsse und Einschnitte zu entdecken, die zu seinem unverwechselbaren Stil führten: ausgezehrte, den Betrachter fixierende Gestalten, die drastisch dargestellte Sexualität und nicht zuletzt die unzähligen Selbstporträts, die den Berufsprovokateur zu der Legende formten, die sie heute ist.

Hinzu kommt ein ganzes Kapitel, welches sich nur mit dem literarischen Output des Mannes beschäftigt. Was in dem Zusammenhang nämlich vielen unbekannt sein dürfte, ist die Doppelbegabung Schieles, die sich in zahlreichen Gedichten äußerte, die vor seinen Malereien und Zeichnungen natürlich in den Hintergrund rückten, in diesem Band aber die Beachtung erfahren, die sie verdienen.

Wie es sich für eine TASCHEN-Publikation gehört, findet sich abschließend ein kurzer, aber aufschlussreicher Lebenslauf, sowie ein Katalog sämtlicher Gemälde, die in ihrer Kombination einen schönen Einstieg für Neuentdecker Schieles und eine willkommene Ergänzung für Kenner der Materie bieten.

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Stehendes nacktes Mädchen mit orangefarbenen Strümpfen, 1914 (Wien, Leopold Museum)
orangefarbenen Strümpfen, 1914

In diesem Sinne bietet Egon Schiele. Sämtliche Gemälde 1909-1918 die Qualität, die man vom Verlag gewohnt ist und die von der Tatsache, dass viele der 221 abgebildeten Gemälde für dieses Buch eigens neu fotografiert wurden, eindrucksvoll unterstrichen wird. Die Zusammenarbeit mit einer, wenn nicht sogar DER Koryphäe auf dem Gebiet der Wiener Kunst um 1900 wirkt dabei nicht als Überraschung, sondern als zwangsläufige Folge, um den etablierten Standard zu zementieren.

Daher kann ich nichts weiter, als eine vom ganzen Herzen kommende Empfehlung für die Anschaffung dieses Bandes aussprechen, der in keinem Regal eines Bewunderers der Wiener Kunst-Szene um die Wende des 20 Jahrhunderts oder jemanden, der es werden möchte, fehlen darf.

Art Record Covers

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Seit nun fast 80 Jahren gehört die Verschmelzung von Bild und Ton unweigerlich zum Genpool der Popkultur. Dabei durchlebt diese Symbiose auf verschiedenen Ebenen immer wieder Veränderungen, die teils unvorhergesehene Folgen haben.

Angefangen als reines Marketinginstrument, entledigten sich die Plattenfirmen zunächst der eintönigen Verpackung ihrer Produkte und steigerten damit sowohl die Aufmerksamkeit potentieller Käufer als auch die Anzahl der abgesetzten Tonträger. Im nächsten Schritt wurde der Fernseher zum Kaminersatz im heimischen Wohnzimmer und damit zum Katalysator für die weitere Visualisierung der Musikindustrie.

Nun waren Plattencover und Booklets fester Bestandteil des Images und oftmals der erste Kontakt mit einem potentiell neuen Fan. Kein Wunder, dass auch viele etablierte Künstler, die tendenziell eher den Pinsel als das Mikro schwingen, die Chance gekommen sahen ihre Werke einem breiteren Publikum vorzustellen oder in Zusammenarbeit mit bestimmten Musikern den ohnehin vorhanden Bekanntheitsgrad zu festigen.

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Cover: Andy Warhol / Musik: The Velvet Underground and Nico / Album: The Velvet Underground and Nico / Jahr: 1967 / Label: Verve Records

Bis heute zieren Gemälde, Fotografien und Collagen die Front von CDs und nun wieder aufkommenden Vinyls. Sogar im Bereich des Streamings sind Bilder immer noch ein relevanter Faktor, um auf sich aufmerksam zu machen.

Da im Laufe der Jahrzehnte eine nicht geringe Auswahl an Kollaborationen zwischen den kreativen Kreisen zustande kam, ist es nicht verwunderlich, dass der für solche Themen immer passende TASCHEN-Verlag einen eigenen Band heraus gebracht hat, der sowohl der Kunst durch die Lautsprecher als auch dem Papier huldigt: Art Record Covers!

Hier werden rund 500 Cover präsentiert, die den Musikliebhabern unter uns in großer Zahl bekannt sein dürften. Genre-Grenzen spielen bei so manch ikonischer Veröffentlichung keinerlei Rolle. Ob Velvet Underground, die Beatles, Metallica oder Tyler the Creator – Sie alle verbindet der Rückgriff auf Talente, die auch außerhalb der Musik-Gemeinde ihre Fußabdrücke hinterlassen haben. Ein Andy Warhol war zum Beispiel schon als junger Illustrator für Columbia Records tätig, bevor sein unvergleichlicher Stil die Welt eroberte. Selbst Jahre später kehrte er Musikern jedoch nicht den Rücken. 1967 erblickte das Debütalbum der eben erwähnten Velvet Underground mit dem berühmten Bananen-Cover das Licht der Welt.

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Cover: Keith Haring / Musik: Emanon / Album: The Baby Beat Box / Jahr: 1986 / Label: Pow Wow Records

Auch für Schockmomente konnte die ein oder andere Aufmachung verwendet werden. Andres Serrano, ein Enfant Terrible unter den Fotokünstlern, konnte zum Beispiel mit den Bildern zu den Metallica-Alben „Load“ und „Reload“ Aufmerksamkeit erregen, in dem er für seinen typischen Stil Sperma, Blut und Urin zum Teil seines Werks werden ließ. An anderer Stelle reicht schon der Name des Künstlers um Schnappatmung zu erzeugen. H.R. Giger oder Mark Ryden sprechen mit ihrem individuellen und weit über Kenner bekannten Stil für sich selbst.

Dabei reden wir hier nur über die Spitze des Eisbergs. Der Herausgeber Francesco Spampinato, seines Zeichens Kunsthistoriker und Künstler, hat über 3.000 Cover durchgesehen, um die in seinen Augen relevantesten 500 heraus zu suchen. Auf diese verteilen sich ganze 270 Vertreter der bildenden Künste in alphabetischer Reihenfolge, die eindrucksvoll darlegen, dass die Vereinigung der beiden Universen bis heute ihre Berechtigung und trotz Digitalisierung eine Zukunft hat.

Nach der Lektüre, die den Leser tatsächlich das ein oder andere mal überrascht, hat man in jedem Fall selbst wieder Lust durch die eigene Sammlung zu wühlen und herauszufinden, welche Namen sich wohl hinter den Bildern verstecken. So habe ich mich plötzlich an das Werk Gottfried Helnweins erinnert, der seine Arbeit in Rammsteins „Sehnsucht“ und Marilyn MansonsThe Golden Age of Grotesque“ hat einfließen lassen. Oder Richard Kern, den TASCHEN-Fans primär durch seine Fotoarbeiten zu „New York Girls“ kennen sollten und der seine Themen rund um Gewalt, Sex und Fetischismus auch auf Alben-Cover ausweitete.

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Cover: Mark Ryden / Musik: Tyler, The Creator / Album: Wolf / Jahr: 2014 / Label: Odd Future Records

In jedem Fall ist Art Record Covers in vielerlei Hinsicht ein Appetizer für eine eigene Entdeckungsreise, aber auch für sich ein Genuss fürs Auge und nach der Neuentdeckung einiger Musiker auch fürs Ohr. Dementsprechend kann ich den Band jedem empfehlen, der sich mit Musik, Malerei und Fotografie mehr auseinandersetzt, als mit dem Finger auf dem Smartphone drüber zu wischen. Es lohnt sich!

Mark Ryden. Pinxit

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Solltet ihr meine Beiträge schon länger verfolgen, dann werdet ihr mitbekommen haben, dass ich ein gewisses Faible für bizarre Themen habe. Ob diese sich dabei in Comics, Büchern, Musik oder Bildern widerspiegeln ist nebensächlich, solange sie für sich selbst stehen können und dabei spannend bleiben.

Nun habe ich vor kurzem einen Künstler entdeckt, der in einen Rundumschlag Popkultur und Surrealismus streift und zeitgleich die Meister klassischer Malerei zitiert. Die Rede ist von Mark Ryden, der das erste Mal in den 90er Jahren aufsehen erregt hat und sich mit der Gestaltung einiger Album-Cover (Michael Jackson – Dangerous, Red Hot Chili Peppers – One Hot Minute uvm.) außerhalb der Kunst-Szene einen Namen machen konnte.

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Innerhalb von zwei Jahrzehnten erarbeitete sich Ryden sowohl in der Kunst-Elite als auch beim „einfachen“ Liebhaber kreativer Ausdrucksweisen einen Namen, der immer noch Bedeutung hat. Daher hat ihm der TASCHEN-Verlag eine imposante Werkschau mit dem Namen „Pinxit“ gewidmet. Allein schon der Titel deutet den Spagat an, den der Mann zwischen perfektionistischem Handwerk der alten Schule und der Bilderflut der Moderne vollbringt. So wurde der Begriff gerne von Renaissance-Malern hinter ihre Signatur gesetzt und wird hier als Anspielung verwendet.

Im Detail findet man die wichtigsten Produktionen aus Reihen wie „The Meat Show“, „Bunnies & Bees“, „Blood“ oder „The Tree Show“ die mit einleitenden Essays des Künstlers Yoshitomo Nara, sowie der Kulturkritiker Carlo McCormick und Kristine McKenna garniert werden. Hier werden durchgehend zwei Gedankenwelten zusammengeführt, die in ihrer Kombination eine Mischung zwischen Entzückung und morbidem Grusel hinterlassen. Wir sehen filigrane Mädchen, die irgendwo zwischen niedlich und seltsam erotisch schweben, während Fleisch, okkulte Symbole, popkulturelle Anleihen und bizarre Tiere eine Ergänzung bieten. Zeitgleich schleicht sich der prototypische Repräsentant des „alten Amerikas“ in Form von Abraham Lincoln immer wieder ins Bild. Es ist oftmals der gleiche Baukasten aus dem sich Ryden bedient, aber durch eine neue Anordnung der Elemente den Inhalt spannend hält. Einen nicht minder großen Anteil an der Wirkung des Gezeigten haben die verwendeten Farben und die Technik mit der sie aufgetragen wurden. Viele rosa- und blau-Töne, sowie generell helle Akzente erinnern an Kinderbücher, die jedoch mit einem fast schon unnatürlichem Perfektionismus in Szene gesetzt werden, der eine Rückbesinnung des 19. Jahrhunderts zitiert, zu der der Künstler offen steht.

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Darin eingebettet sind jedoch seelische Abgründe, die nicht nur mit dem abwesenden Blick der Figuren, sondern mit Elementen wie rohem Fleisch, Blut und Tod unterstrichen werden. Um dem Werk eine zusätzliche Schwere zu verleihen, die den Kontrast noch weiter in die Höhe treibt, wird der Großteil der Bilder in massive, detailliert ausgearbeitete Rahmen gelegt, die individuell für jedes einzelne Motiv angefertigt wurden.

Kindlicher Unschuld wird damit die brutale Moderne mit ihren surrealistischen Auswüchsen entgegen gesetzt, nach der die Gesellschaft auch außerhalb des eingeweihten Zyklus der Kunst-Kritiker giert. Dementsprechend ist der Erfolg Mark Rydens nicht verwunderlich und ein Ende der Popularität noch lange nicht in Sicht. Sein Balanceakt zwischen high- und low-art steht für eine Kunst, die Handwerk in seiner Bedeutung mit der Kreativität gleich setzt und damit auch das ungeübte Auge begeistern kann.

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Damit auch Interessenten außerhalb einer bestimmten Gehaltsklasse in den Genuss von „Pinxit“ kommen können, hat TASCHEN nun endlich für 29,99€ eine preiswerte Version des Buchs veröffentlicht. Zuvor gab es wie üblich limitierte Auflagen in einem Wert von 750€-6000€. Inhaltlich steht die neue Fassung den „großen Brüdern“ in nichts nach. Daher kann ich „Mark Ryden. Pinxit“ jedem, angefangen beim Laien bis zum Experten, uneingeschränkt empfehlen. Ihr werdet garantiert euren Spaß haben, während ihr Seite für Seite tiefer in diese seltsame Welt eintaucht.

Der TASCHEN-Sale hat begonnen!

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Wie schon vor ein paar Tagen angekündigt, ist heute der TASCHEN-Sale gestartet und läuft bis zum 26.06. Ich habe mich soeben durch die Angebote gescrollt und es ist echt der Wahnsinn! So gut wie alle Bücher, die ich bis jetzt besprochen habe und sogar ihre „großen Brüder“, wie im Fall von „Hieronymus Bosch. Das vollständige Werk“ befinden sich in der Auswahl! Schnell zuschlagen, bevor die Ausgaben weg sind!

Wenn ihr euch ein Bild von den Büchern machen wollt, habe ich hier für euch ein paar meiner bis dato veröffentlichten Rezensionen zusammengestellt (die allesamt im Sale zu finden sind!). Viel Spaß beim shoppen und nicht vergessen: Mein Gewinnspiel, bei dem ihr ein Buch eurer Wahl im Wert von bis zu 50€ ergattern könnt, endet parallel zum Sale!

The Charlie Chaplin Archives

Die besten TV-Serien. TASCHENs Auswahl der letzten 25 Jahre

The Bronze Age of DC Comics

The Little Book of Wonder Woman 

Deutschland um 1900 – Ein Porträt in Farbe

Hieronymus Bosch. Das vollständige Werk

An American Odyssey

 

Timo Wuerz beglückt mein Sketchbuch

Wie einige von euch durch meine letzten Beiträge mitbekommen haben, war ich mit dem Team vom Comicfestival München beim Comic-Salon Erlangen um für die größte Comic-Veranstaltung im nächsten Jahr zu werben.

Dabei habe ich natürlich die Chance genutzt und mir bei so manchem Künstler etwas in mein Sketchbuch malen oder zeichnen lassen. Dazu gehörte auch Timo Wuerz, dessen neuestes Werk „Ghost Realm“ vor kurzem hier besprochen wurde.

Als ich endlich an der Reihe war, wurde Timo von einer mir zunächst nicht näher bekannten Person bei der Arbeit gefilmt. Ein paar Minuten später wurde ich von eben jenem Mann angesprochen, ob ich denn mein Bild kurz in die Kamera halten kann. Gesagt, getan. Dabei sind wir ins Gespräch gekommen und siehe da – es handelte sich um Emu, den Betreiber von bizzaroworldcomics.de! Ich habe mich zwar schon öfter auf seiner Plattform rumgetrieben und bin bei der Suche nach neuem Lesestoff mehrfach über die Seite gestolpert, habe ihnaber nicht gleich erkannt. Schaut doch mal auf seiner Seite vorbei und lasst einen Gruß von mir da! 😉

Auf jeden Fall ist das an dem besagten Tag entstandene Video endlich auf dem frisch gelaunchten YouTube-Kanal von bizzaroworldcomics.de zu finden! Hier könnt ihr euch nicht nur einen Eindruck von Timo Wuerzs unglaublichem Talent, sondern vom gesamten Festival gewinnen. Viel Spaß beim gucken!

Ghost Realm

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Als ich vor ein paar Jahren das erste mal auf dem Comicfestival München war, fiel mir ein Künstler ganz besonders auf: Timo Wuerz. Das erste, was einem ins Gesicht springt ist seine extrovertierte Optik samt flächendeckenden Tattoos, Iro und punkigem Outfit. Als er dann an seinem Platz anfing in unglaublicher Geschwindigkeit mit seinem Pinsel kleine Meisterwerke aufs Papier zu bringen, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich jeder ein Bild nach Hause mitnehmen wollte. Es schien als ob sein Pinsel von alleine hin und her tänzelt und dabei aus zunächst undefinierbaren Farbklecksen Figuren entstehen, die in der gegebenen Zeit nicht plastischer sein könnten. Im Großen und Ganzen also ein Ausnahmetalent, welches sowohl als Person als auch Künstler positiv auffällt.

Was mich jedoch gewundert hat, war die komplette Abwesenheit seiner Werke. Üblicherweise werden Zeichner von den zuständigen Verlagen mit einem Katalog oder Neuerscheinungen unterstützt bzw. der Verkauf durch die Anwesenheit des Gastes angekurbelt. Hier saß nun jemand, um dessen „Sketche“ sich die Menschen rissen, aber nichts mit nach hause nehmen konnten, um seine Arbeit als Produkt ins Regal stellen zu können.

Später fand ich heraus, warum das der Fall war. Timo ist eine Legende, die schon mit 14 die erste Ausstellung hatte und nur wenige Jahre später den ersten Comic veröffentlichte. Es folgten weitere Projekte in dieser Sparte, bis er sich plötzlich komplett aus diesem Bereich zurück zog und anderweitig kreativ austobte. Dabei scheint er keine Grenzen zu kennen, wenn man sich sein erstaunliches Portfolio ansieht: Briefmarken, Freizeitpark-Entwürfe, Lack-Designs für Sportwägen, CD-Cover für Bands (Rock und Metal sind seine Steckenpferde und damit noch ein Sympathie-Punkt), Logos, Cover usw. Man könnte diese Liste praktisch bis ins unendliche weiter führen.

Nun meldet er sich endlich mit einem Comic in Form von „Ghost Realm“ in der Szene zurück und der hat es in sich. Zunächst zur Story von Robert Franke: Die Hauptcharaktere Elvira und Sam sind beide jugendliche Underdogs, die konstant mit Problemen in ihrem privaten Umfeld zu kämpfen haben. Elvira muss sich mit ihrer alkoholkranken Mutter auseinandersetzen, die den Tod ihres Mannes nicht verarbeiten kann und Sam steht unter dem Erwartungsdruck seines akademisch in höchsten Sphären schwebenden Vaters. Eines Abends müssen die beiden vor einer Gruppe Schläger fliehen, die die beiden scheinbar schon länger auf dem Kieker haben. Dabei geraten sie per Zufall in den mysteriösen Laden eines Doktor Wang, in dem verstörende Dinge vor sich gehen, die sowohl die Rowdys als auch die Haupt-Protagonisten an ihren Sinnen zweifeln lassen. Ab hier gerät das Leben der beiden völlig außer Kontrolle, als sie sich unabhängig voneinander in einer seltsamen Welt, dem titelgebenden „Ghost Realm“, wiederfinden. Dieser wird von Wesen aus den wildesten Fantasien bevölkert. Von Fabelwesen, über Voodoo bis Science-Fiction scheint hier alles aus jeder Ecke des Surrealen vertreten zu sein um Elviras und Sams Welt gänzlich auf den Kopf zu stellen…

Illustriert wird das Geschehen wie schon erwähnt von Timo Wuerz, der die Grenzen des Mediums Comic durchgehend sprengt. Klassische Panels? Fehlanzeige! Nur selten müssen sie mit Linien typisch getrennt werden. Hier werden Umgebung, Gegenstände oder einfach nur Bewegung genutzt um eine Struktur zu schaffen. Größtenteils starrt man jedoch ehrfürchtig auf Seiten füllende Layouts, die vor Details nahezu überlaufen. Dieser Stil erinnert mich persönlich sehr an die Arbeiten von Dave McKean, wobei hier auf Fotografien und Collagen mit Gegenständen verzichtet wird und der gemalte Strich im Vordergrund steht. Die Darstellung der Figuren lässt mich hingegen an Lee Bermejo denken, der ebenfalls viel und schnell mit großen Farbflächen arbeitet und die Charaktere sehr realistisch rüberbringt. Wenn man es genau nimmt, kann man kaum in Worte fassen,   wie großartig und vor allem einfallsreich jede einzelne Seite umgesetzt wurde. Natürlich wird der Künstler selbst eine ganz eigene Meinung zu seinem Schaffen haben. Als außenstehender Betrachter gibt es aber rein gar nichts zu bemängeln. Der einzige Grund die Illustrationen schlecht zu finden, wäre ein abweichender Geschmack.

Eine ähnliche Meinung scheint übrigens auch Popcom zu vertreten, die nach Timos Comeback eine Werksausgabe veröffentlichen wollen. Zunächst darf man sich freuen, dass es eine zweite Ausgabe von „Ghost Realm“ geben wird. Um sich bis dahin an weiteren Bänden zu erfreuen, kommt zum Beispiel im Juni “Aaron und Baruch”. Hier geht es um den Waffenhändler Aaron, der von ständigen Albträumen gequält wird und den Serienkiller Baruch, der Vergnügen am Töten gefunden hat. Ich lege mir nach dem persönlichen Einstand mit dem hier besprochenen Band mit Sicherheit alle seine Bücher zu und freu mich schon auf das nächste Mal, wenn ich mich erneut an den fantastischen Bildern laben kann.

Wer sich ein eigenes Bild von den von mir beschriebenen Bildern uns Szenen machen möchte, hat bei dieser Leseprobe die Möglichkeit dazu.