Harley Quinn Anthologie

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Vor Kurzem habe ich von meinen Eindrücken zum neuen DC-Universe-Ableger „Suicide Squad“ berichtet und hoffe euch Lust auf mehr gemacht zu haben. Um sich dabei richtig auf den Streifen einstimmen zu können, gibt es selbstverständlich auch etliche Releases aus dem Stamm-Medium der im Film gezeigten Figuren.

Panini Comics bringt neben vielen Ausgaben, die die Charaktere in regelmäßige Abenteuer schicken (Suicide Squad, Harley Quinn und all die mit ihnen verwobenen Geschichten) auch klassische Kost heraus, die Leser an den jeweiligen Protagonisten heranführen soll. Zum Beispiel gibt es „Mad Love“ aus der Feder von Paul Dini und Bruce Timm, welches die die Ursprungs-Geschichte von Jokers Flamme beleuchtet. Ein vor allem außergewöhnlicher Vorgang, da sie zunächst in der beliebten Fernsehserie „Batman – The Animated Series“ ihr Debüt gab und erst im Nachhinein Fuß in den bunten Heftchen fassen konnte. Daran sieht man, dass Harley zu den jüngeren Charakteren bei DC gehört. Erst Anfang der 90er erblickte sie das Licht der Welt, während ihre Mitstreiter und Feinde schon mehrere Dekaden auf dem Buckel hatten.

Trotzdem hat sich im laufe der Jahre ein üppiger Katalog an Eskapaden der Clown-Prinzessin angehäuft, der neben eigenen Solo-Serien auch aus in sich geschlossenen Storys verschiedener Länge besteht. Um hierbei nicht den Überblick zu verlieren und trotzdem möglichst viele Facetten der Figur aufzeigen zu können, hat Panini Comics die „Harley Quinn Anthologie“ veröffentlicht. Damit wird offensichtlich, dass der Verlag eine eigene Reihe verfolgen möchte, der schon eigene Versionen zu Batman und dem Joker vorausgingen. Schon jetzt ist die nächste Zusammenstellung angekündigt worden, die sich mit Flash befassen wird.

Aber hier dreht sich ja erstmal alles um unsere liebste Psychopathin. Und dabei wird deutlich wie wandlungsfähig diese Figur ist, wenn sie durch die Hände der prominenten Autoren und Zeichner wandert. Von naiv-dämlich über nachdenklich bis dauerhaft tödlich ist wirklich alles dabei. Wenn man die vergleichsweise kurze Lebensspanne gegenüberstellt, wirkt der Umstand noch imposanter. Ob nun malerischer Strich oder Film-Noir-Touch samt fehlendem Dialog – dieser Harlekin scheint immer reinzupassen. Vor allem ist es der Tatsache zu verdanken, dass Storys außerhalb der monatlich fortgesetzten Kontinuität sich nicht an bestimmte Regeln halten müssen. So findet man sogar „alte“ Versionen von Harley samt Narrenkappe, die nach dem Neustart („New 52“) erstellt wurden. Das Ganze wird als Sahnehäubchen sogar durch einen Abstecher in unsere Welt bzw. in das Comic-Mekka „San Diego Comic-Con“ abgerundet. Trotzdem bleiben die klassischen Motive, die sie ausmachen durchgehend erhalten: Ihre Besessenheit von „Mr. J“, ihre Hass-Liebe zu Poison Ivy oder das Wechselspiel von Selbstreflexion und Wahnsinn – hier wird der gesamte Cocktail von Legenden wie Jim Lee, Bruce Timm, Charlie Adlard, Sam Kieth oder Darwyn Cooke aufgetischt.

Es darf entsprechend des gerade omnipräsenten Themas auch ihr Verhältnis zur Suicide Squad nicht unter den Tisch fallen gelassen werden. Dem wird vor allem durch die Optik der neueren Storys Rechnung getragen, in denen Harley die Vorlage für Margot Robbies Darstellung bietet. Zwar sind dem Format entsprechend keine längeren Geschichten oder die relevantesten Einschnitte in Harleys Biografie zu finden, aber dafür genügend eingeschobene redaktionelle Texte, die auf weiterführende Literatur hinweisen und damit den Reste-Charakter einer „Comic-Anthologie“ gekonnt umschiffen.

Somit ist die „Harley Quinn Anthologie“ nicht nur ein guter Einstieg für Neulinge, sondern ebenfalls eine feine Ergänzung für Sammler und Liebhaber der Figur! Ich habe jedenfalls jede Geschichte für sich genossen und kann den Band als Ganzes weiterempfehlen!

Suicide Squad – Filmkritik

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Was habe ich mich lange auf diesen Film gefreut! Vor allem eine neue Interpretation des Jokers hat mich neugierig gemacht, da die Messlatte nach Heath Ledgers Performance auf eine schier unerreichbare Ebene gehievt wurde. Des Weiteren wurde man schon frühzeitig mit seiner „besseren Hälfte“ in Form von Dr. Harleen Quinzel aka Harley Quinn getriggert, indem die Marketingmaschinerie gefühlt nur auf sie ausgerichtet wurde.

Aber eins nach dem anderen. Als vor wenigen Tagen das Presse-Embargo zur Berichterstattung zu „Suicide Squad“ gefallen ist, staunte ich nicht schlecht, als der Streifen regelrecht zerrissen wurde. Man warf dem Film so viel vor, dass man fast denken könnte „Batman v Superman“ sei im Vergleich ein Oscar-Favorit gewesen.
Ihr könnt euch denken, dass ich in diesem Zusammenhang mit einem flauen Gefühl Richtung Kino-Saal marschiert bin und innerlich flehte, dass das DC-Universum nicht frühzeitig komplett gegen die Wand gefahren wird.

Nun kann ich aber nach gestern Abend durchaus eine Entwarnung aussprechen. Ich gehe zwar gleich noch im Detail auf die Stärken und Schwächen ein, kann aber vorausschicken, dass ich die teils sehr harsche Kritik nicht nachvollziehen kann. Es ist nicht der ganz große Wurf, auf den so mancher (inklusive mir) gehofft hat, aber eine Enttäuschung ist es definitiv auch nicht.

Die meisten werden schon anhand der Trailer herausgefunden haben, worum sich der Plot dreht. Nachdem Superman nach seiner Auseinandersetzung mit Doomsday („Batman v Superman“) gestorben(?) ist, fragt sich die US-Regierung wie sie auf kommende Meta-Wesen reagieren soll. Was wäre wenn der nächste Mann aus Stahl einfach in das Weiße Haus fliegt, sich den Präsidenten schnappt und die Macht übernimmt?
Um solchen Fällen vorzubeugen stellt die eiskalte Amanda Waller (Viola Davis) eine Gruppe mit besonderen Fähigkeiten zusammen, die auf selbstmörderische Missionen (daher der Titel des Films) geschickt wird, um Feinde ihres Kalibers auszuschalten. Da sie durch die Bank zu den „bösen“ gehören, werden ihnen bei Erfolg einige Jahre im Knast erspart und bei Misserfolg der Tod in Aussicht gestellt. Da die Regierung dabei jeden Einfluss bestreitet, hat sie auch nichts zu verlieren.

Im Detail wird mit Deadshot (Will Smith) einer der meistgesuchten Auftragskiller,
mit El Diablo (Jay Hernandez) ein ehemaliges Bandenmitglied samt „feurigen“ Fähigkeiten und mit Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje) ein wahres Monster akquiriert. Hinzu kommt mit Enchantress eine Art Hexe, mit Captain Boomerang (Jai Courtney) ein Räuber mit besonderer Affinität zu Bumerangs (er ist Australier) und rosa Plüscheinhörnern. Das Team wird mit Katana (samt besessenem Schwert) und Jokers Flamme Harley Quinn komplett und brandgefährlich. Um diese Gang unter Kontrolle zu halten, wird ihnen der Elite-Soldat Rick Flagg (Joel Kinnaman) vorgesetzt, der wie Waller jederzeit die Macht hat, das Leben der ihm Untergebenen zu beenden.

Als durch einen unglücklichen Zufall dann tatsächlich ein Meta-Wesen auftaucht, dass die Welt in den Abgrund stürzen könnte, wird die „Task Force X“ aktiviert und in den Kampf geschickt. Ab hier möchte ich aufgrund von Spoiler-Gefahren auf weitere Details zur Story verzichten und auf einzelne Dinge eingehen, die der Film wirklich gut umsetzt und natürlich auch auf jene, die ihm zurecht angekreidet werden.

Zunächst muss man festhalten, dass es bei so vielen Figuren schwierig ist, jedem Charakter eine tiefere Origin-Geschichte zu verpassen, ohne das Publikum zu überfordern oder zu viele Details auszuspielen, die keine Relevanz haben. Dementsprechend konzentriert sich der Film in dieser Hinsicht explizit auf wenige Protagonisten, denen er in Flashbacks oder kleinen Erzählungen eine Herkunft spendiert, die durch eindeutige Verweise auf den Comic-Ursprung bei Fans punkten sollte. Das dieses Thema nicht in epischer Breite transportiert werden kann, empfinde ich nicht unbedingt als schlecht, da insbesondere Smith und Robbie durch ihre schauspielerische Leistung den Figuren automatisch eine Tiefe verleihen, die nötig ist um ihnen ihre Motive abkaufen zu können. Insbesondere die Darstellung Harley Quinns ist so mitreißend, dass ich überzeugt bin sie in einem der kommenden Batman-Filme als gleichwertige Gegenspielerin an der Seite des Jokers wiederzusehen. Zeitgleich sorgt sie mit Smith für einige lustige (!) Momente, die ein bisschen die Atmosphäre auflockern ohne dabei zu sehr in die Comedy-Ecke wie Marvel zu rutschen. So wird eine gewisse Balance gehalten, die der letzten DC-Veröffentlichung gefehlt hat. Auch ihre Mitstreiter mit etwas weniger Screentime wie Captain Boomerang, überzeugen in soweit durch ihre Ausstrahlung, dass ein weiteres Eintauchen in ihren Charakter nicht obligatorisch ist.

Apropos Joker und Screentime. Euch brennt es bestimmt schon unter den Fingernägeln zu erfahren, wie unser Lieblings-Clownprinz des Verbrechens rüber kommt und ihr werdet wohl leicht überrascht sein. Es kommt mir vor, als hätte sich eine ganze Generation an Ledgers punkiger Version festgeklammert und dabei ausgeblendet, dass diese Figur schon 75 Jahre und vermutlich genauso viele Veränderungen durchgemacht hat. Ich erinnere nur zu gerne an Jack Nicholson mit seiner 20er-Jahre-Gangster-Attitüde, der so rein gar nichts mit dem Freak samt geschnitztem Grinsen zwei Dekaden später zu tun hat. So verhält es sich auch mit Jared Leto, der zwar zeitlich so nah an Ledger dran ist, dass er sich dadurch Vergleiche gefallen lassen muss, aber trotzdem eine eigenständige Kreation hervorbringt. Ihr müsst ihn euch als eine Art exzentrischen Mafia-Boss vorstellen, der durch seine offensichtlichen Psychosen völlig unberechenbar und brutal agiert. Zeitgleich ist er nicht mehr das personifizierte Chaos, welches nur Spaß an Zerstörung hat, sondern ein Krimineller, mit Connections, Geld und Macht in der Unterwelt. Seine Stimme scheint einem dabei zwar vertraut zu sein, aber Gestik und Mimik transportieren ein frisches Feeling, welches man in der Fassung (zumindest in einem Film) noch nicht kennen lernen durfte. Leider dürft ihr auch nicht erwarten wahnsinnig viel von ihm zu sehen, da er nicht der Hauptantagonist, sondern eine der vielen Nebenfiguren ist. Stellt euch also besser drauf ein, ihn erst bei einem der nächsten DC-Streifen wirklich in Aktion zu erleben.

Nun kommen wir zu den eigentlichen Problemen, an denen „Suicide Squad“ krankt. Es sei vorangestellt, dass der Film trotz allem durchgehend unterhaltsam ist aber – nun, ja – auch nicht mehr. Leider wurden aufgrund der zahlreichen Interviews und vielversprechenden Trailer Erwartungen geweckt, die so nicht erfüllt werden können. Es fühlt sich daher so an, als stecke eine Menge Potential in dem Projekt, welches nicht genutzt wurde. Es fängt schon bei der Frage an, warum explizit diese Gruppe ausgewählt wurde, während eine schwer bewaffnete Elite-Einheit zur Verfügung steht, aber nur zur Eskorte genutzt wird. Darauf aufbauend muss man sagen, dass Knarren ein großes Thema des Films sind, aber in so einem Ausmaß genutzt werden, dass die Action auf der Leinwand die Handlung zu erdrücken scheint. Quasi das Bedienen eines Klischees über Helden (oder in diesem Fall Bösewichte) in Strumpfhosen im Sinne einer hirnlosen Klopperei. Klar sieht es bei der Marvel-Konkurrenz diesbezüglich ähnlich aus, aber durch eine humoristische Grundstimmung kommt man nicht in die Versuchung mehr darin erkennen zu wollen. DC versucht langsam eine eigene Linie zu finden, die auch schon anvisiert ist, aber noch nicht mit festem Schritt betreten wurde. Entweder die Macher einigen sich darauf eine reale Tiefe ohne künstlichen Pathos zu injizieren oder sie müssen sich einfach darauf besinnen, dass ein Großteil ihres Publikums vermutlich nie einen Comic in der Hand gehalten hat und durch das Marvel-Franchise gepolt wurde (Mid-Credit-Scene bei BvS vermisst?). Man sieht, dass langsam Kompromisse in diese Richtung gefunden werden, aber eine konsequente Umsetzung noch fehlt. Ich gehe davon aus, dass es genau der Grund ist, warum die letzten beiden DC-Universe-Filme einige grobe Schnitzer aufweisen. Der Versuch einen Spagat zwischen Mainstream-Superheldenkost und destruktiv-düsterem Zeitgeist zu schlagen funktioniert einfach nicht so wie geplant. So wirkt vieles etwas gehetzt, Erklärungen für bestimmte Handlungsweisen bleiben teils auf der Strecke und die Auflösung von Konflikten scheint arg vorhersehbar. Darüber hinaus glaube ich, dass das Publikum einfach noch nicht bereit ist auf den Realismus der „The Dark Knight„-Trilogie verzichten zu wollen. Meta-Wesen, cartooneske Outfits und Dialoge passen in meinen Augen wie die Faust aufs Auge, wenn man bedenkt, dass der Ursprung all dieser Figuren und Geschichten im Comic liegt. Trotzdem musste auch ich mich im Laufe der Zeit daran gewöhnen, dass alles nicht mehr in der uns greifbaren Welt, sondern in einer bizarren Version vorhanden ist. So wirkt vieles zunächst unwirklich überspitzt und damit befremdlich. Es ist also höchste Zeit sich auf diesen neuen Look einzustellen, der uns noch mindestens bis in das Jahr 2020 erhalten bleibt.

Trotz der geäußerten Kritik bleibt „Suicide Squad“ ein solider Action-Film, der an manchen Stellen wirkt wie die Vorlage für etwas größeres (Stichwort: Joker), aber trotzdem für sich alleine genossen werden kann. Der größte Fehler, den man dahingehend feststellen kann ist, dass er einfach nicht dem gigantischen Hype gerecht wird, der langsam in Fahrt geriet und am Ende sogar fast zur sagenumwobenen Rettung des DC-Universe stilisiert wurde. Seht ihn als Puzzle-Stück, welches unvoreingenommen durchgehend zu unterhalten weiß und tatsächlich Lust auf die kommenden Jahre mit diesen Figuren macht.

Lobo Megaband – Blutige Jagd

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Nachdem sich das Sommersemester mit der letzten Prüfung verabschiedet hat, bin ich endlich wieder da und habe den Kopf frei um mich den wichtigen Dingen im Leben zu widmen! 😉

Deswegen fange ich gleich mit der Besprechung von „Lobo Megaband – Blutige Jagd“ an. Ältere Kaliber unter euch werden den vulgären Kopfgeldjäger aus seiner gleichnamigen Reihe der 90er kennen. Damals war der letzte Czarnianer noch das leibhaftige Abbild eines Metalhead-Klischees: Biker-Kluft, dem Alkohol nicht abgeneigt, pöbelnd, grapschend und jederzeit bereit für eine ordentliche Keilerei. Nun haben sich die Zeiten aber gehörig geändert. Das Business der Verlage ist von leichter Experimentierfreude zu fast neurotischem Perfektionismus geschwankt und zieht damit zwangsläufig auch gewisse Serien in Mitleidenschaft.

Im konkreten Fall werden die DC-Leser wissen, dass die „New 52“ wenig mit Humor am Hut haben, einen übergeordneten Zusammenhang bieten und eine düstere Stimmung zum Standardrepertoire zählen. Ausnahmen bilden die Ausflüge von „DC You“, die mit Perlen wie „Section Eight“ oder „Bizarro“ daherkommen. Leider wurde relativ früh festgelegt, dass „Lobo“ Teil der Kontinuität sein sollte und sich damit zwangsläufig einer Neuausrichtung unterziehen musste. Also waren die geliebten Monologe, Rockermähne, Zigarre und Bart gezwungen zu weichen und einer zwar nicht weniger narzisstischen aber umso sterileren Fassung Platz machen. Der Aufschrei der kleinen aber sehr treuen Fan-Gemeinde ließ nicht lange auf sich warten und DC reagierte auf seine ganze eigene Art und Weise. Ich möchte es mal so formulieren: Es handelt sich bei den zwei beschriebenen Varianten der Figur nicht zwangsläufig um dieselbe Person…

Nun aber zur Handlung selbst (inszeniert durch Cullen Bunn und Frank J. Barbiere): Als gefährlichster Auftragskiller der Welt, wird ihm eine eher ungewöhnliche Aufgabe übertragen. Er soll die Erde vor acht seiner Kollegen schützen, die wiederum den Auftrag haben den blauen Planeten zu vernichten. Damit das klappt, wird dem Eigenbrötler ein seltsames Team zur Seite gestellt, zu dem sich kurzfristig auch Superman gesellen muss, um den Schutz der Menschheit wirklich garantieren zu können. Daraus folgt eine Anwerbung durch „Sinestro“, der „Lobo“ als laufende Waffe gegen gefühlt jede Variante der Lantern-Corps einsetzen will. Dabei gerät er nicht nur mit den jeweiligen Teams wie den „Red Lanterns“ aneinander, sondern zum Beispiel auch mit der abtrünnigen „Green Lantern“ Hal Jordan.

Während des fast durchgehenden Gemetzels, gibt es immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit des Hauptprotagonisten, um seinen Werdegang zu erklären, der doch nicht so eindeutig zu sein scheint, wie er ihn sich selbst ausmalt. Dadurch bekommt der Megaband zumindest eine Andeutung von Tiefgang, ohne die zwar die Geschichte immer noch unterhaltsam, aber am Ende doch nicht mehr als ein (durch die Zeichner Reilly Brown, Robson Rocha und Szymon Kudranski umgesetztes) optisch ansprechendes Action-Feuerwerk wäre.

Dementsprechend kann man zusammengefasst sagen, dass diese Veröffentlichung primär auf eine neue Leserschaft setzt, die den alten „Lobo“ eventuell gar nicht kennt. Eine Anbiederung an die alte Fassung, samt schrägem Humor kann ich trotz einer kleinen Überschneidung beim besten Willen nicht erkennen. Damit wird zwar ein unausweichlicher Bruch vollzogen, aber es handelt sich dabei definitiv nicht um ein von den „old-school“-Fans in grellsten Farben ausgemaltes Desaster. Deswegen kann ich es jedem Fan von Weltraumschlachten („Guardians of the Galaxy“ oder sogar „Star Wars“ lassen grüßen) mit reinem Gewissen ans Herz legen, sich diesen Band zu besorgen. Man darf zwar nicht die ausgeklügeltste Story erwarten, dafür aber kurzweilige Unterhaltung, die trotz opulentem Umfang (über 320 Seiten!) nie auf die Nerven geht!

Batman – Das Beben

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Neben vereinzelten Perlen, die als gesonderte Geschichten erscheinen („The Killing Joke“, „The Dark Knight Returns“, „Superman Unchained“ usw.), halten die Comicverlage ihre Leser primär mit Events bei der Stange, die immer wieder als etwas angekündigt werden, dass „alles verändern“ soll. Dabei werden so gut wie alle Register der Fantasie gezogen. Alien-Angriffe, die ehemalige Feinde zusammenschweißen, der Tod eines lieb gewonnen Charakters oder anderweitige Katastrophen, die sich teils durch verschiedene Serien ziehen und diesen somit einen übergeordneten Zusammenhang verpassen.

Im Batman-Universum gab es diesbezüglich so einige Momente, die sogar noch Einfluss auf später stattfindende Reboots hatten. Zum Beispiel wird jeder Fan die „Knightfall“-Saga bzw. die Szene kennen, in der Bane Batman das Rückgrat bricht. Eine andere Geschichte ist die um „Das Beben“, welcher die berühmte „Niemandsland“-Storyline folgen sollte. All diese Ereignisse liegen nun teils Dekaden zurück und sind wohl nur noch eingefleischten Kennern der Materie bekannt. Um diesen Umstand zu beheben, werden wie schon oft erwähnt die alten Schinken neu aufgelegt, damit auch die aktuelle Generation sich an den tollen Geschichten erfreuen kann. Aber waren sie denn wirklich so toll oder sehen wir eine verklärte Vergangenheit, weil wir vom Hype erfasst wurden, der immer noch nachwirkt? Diese Frage kann ich zumindest für den Fall des eben erwähnten „Batman – Das Beben“ beantworten, da ich 1998 (Release-Jahr) gerade mal ein Jahr in Deutschland war und erstmals sehen musste, wie ich die Sprache am besten erlerne. Dementsprechend kann ich einen relativ neutralen Blick auf Handlung und Optik werfen.

Zunächst mal zum Ausgangspunkt der Story. Wie der Titel schon verrät, erschüttert ein gewaltiges Erdbeben Batmans Heimat „Gotham City“ und stürzt die Metropole erwartungsgemäß ins Chaos. Neben dem dunklen Ritter müssen sich dabei noch weitere Mitglieder der Fledermaus-Familie (Nightwing, Huntress und im weitesten Sinne Catwoman und Azrael) beweisen und den Bewohnern der Stadt helfend zur Seite stehen, während alte Bekannte wie Bane und KGBeast ihnen das Leben schwer machen. Dazwischen mischen sich persönliche Schicksale und ungewöhnliche Bündnisse, die der Situation geschuldet, gehalten werden müssen. Ihr seht, es kommt auf den 240 Seiten einiges zusammen und das ist dabei bloss der erste von zwei Teilen! Es ist durchaus unterhaltsam dem Chaos über die gesamte Länge des Erzählstrangs zu folgen, doch die Art in der es rüber gebracht wird ist etwas gewöhnungsbedürftig. Nicht vergessen – wir befinden uns in den 90ern und die Comic-Landschaft war damals noch weit davon entfernt gezielt Leute außerhalb des Teenageralters anzusprechen. Klar, gab es großartige Ausnahmen wie „Spawn“ und auch die zwei Marktführer haben nicht nur gekleckert. Trotzdem sehen wir durchgehend die Attribute, die dieses Jahrzehnt gewißermaßen ausgezeichnet haben. Hanebüchene Dialoge, ein durchgehendes Action-Feuerwerk und der Versuch sich irgendwie in düsteren bis brutalen Gefilden zu platzieren, was leider recht peinlich ausfallen kann. Trotzdem bleibt es unterhaltsam, da ein B-Movie-Charme mitschwingt, der dafür sorgt, dass es beim lesen nicht langweilig wird. In diesem Sinne braucht man trotz pathosgeladenem Setting nicht zu erwarten, dass so etwas wie Tiefe geboten wird. Quasi Popcorn mit Nostalgie-Geschmack.

Das nichts anderes möglich war, erkennt man leicht, wenn man die erste Seite aufschlägt und sieht über wie viele Reihen hinweg die Handlung ausgebreitet wurde. Sage und schreibe zehn Ausgaben, die aus acht verschiedenen Serien entnommen wurden. So betrachtet, ist es eigentlich schon eine Meisterleistung, den Bogen gespannt zu haben. Dafür verantwortlich waren zudem ganze sechs Autoren, unter denen sich legendäre Schreiber wie Alan Grant und Denny O’Neil befinden.

Die dazugehörigen Zeichner können sich ebenfalls nicht über zu geringe Prominenz beschweren. Männer wie Jim Aparo, Klaus Janson, Graham Nolan oder Mark Buckingham sind nicht gerade kleine Hausnummern, können aber das gebotene Niveau nicht durchgehend halten. Den zu sehenden Stil kann man ihnen nicht wirklich vorwerfen, da damals andere Zeiten mit anderen Ansprüchen geherrscht haben, die Catwoman-Seiten von Jim Balent können zum Beispiel aber fast schon als Körperverletzung durchgehen. Hintergründe gehen gerade so durch, aber die Figuren könnte vermutlich ein talentierter Teenager besser hinkriegen. Sorry, aber das geht in jedem Jahrzehnt besser. Diese gelegentlichen qualitativen Einbrüche in Bezug auf die Befüllung der Panels stellen damit aber auch den einzigen Wermutstropfen dar, der den Lesern zwar leicht aufstoßen könnte, aber den allgemeinen Spaß an trashiger Unterhaltung kann das nicht trüben.

Deswegen kann ich diesen Band, der den Einstieg in ein weit größeres Event bietet und durch eine zweite Veröffentlichung ergänzt wird jedem empfehlen, der sich zum einen auf einer historischer Ebene mit Batman beschäftigen möchte und zum anderen die Materie zumindest in Bezug auf die reguläre Reihe nicht zu ernst nimmt. Ich freue mich in jedem Fall auf die Fortsetzung, von der ich euch sicher ebenfalls berichten werde!

Section Eight

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Es gibt nicht oft die Möglichkeiten das Wort „asozial“ positiv konnotiert verwenden zu können, aber heute ist es endlich soweit! Mit „Section Eight“ erreicht uns der asozialste, derbste und perverseste Release, den DC bzw. hierzulande Panini Comics seit Jahren auf die Leser losgelassen hat. Aber eins nach dem anderen.

Für diejenigen, denen der Titel nichts sagt, wäre hier eine kleine Geschichtsstunde in Sachen Comics. Im Jahre 1997 tauchte in der DC-Reihe „Hitman“ ein neues Superhelden-Team auf, welches das Konzept der Cape-Träger unter der Gürtellinie aufs Korn nahm. So wurde es zum einen von „Sixpack“ angeführt, dessen besondere Fähigkeit darin besteht sich auf unnatürliche Weise betrinken zu können und Leute mit einer zerbrochenen Schnapsflasche zu vermöbeln. Ihm folgten „Bueno Excellente“, ein fetter haariger Latino, der nur seinen Namen aussprechen kann und das Böse durch die Macht der Perversion besiegen will. Dazu kamen „der Fensterstürzer“, der alle seine Gegner durch eine mitgebrachte Fensterscheibe wirft, der „Hundschweißer“, der tote Hunde an seine Gegner…naja…schweißt? Ebenfalls dabei waren Freundes-Feuer (er kann nur auf Verbündete schießen), der Schüttler (ein stotternder Penner, den es ständig schüttelt), „Jean de-Baton“ (kämpft mit der Macht des „französisch-seins“) und „Speister“ (verteidigt sich mit hochgewürgtem Rotz). Diese Freak-Versammlung wurde nach einem Einsatz fast gänzlich ausgelöscht und fristete bis jetzt ein Dasein in den nostalgischen Erinnerungen der alten Fans der Serie.

Nun kann sich auch die aktuellste Generation an Lesern an den widerlichsten Protagonisten der Verlagsgeschichte erfreuen, denn das original Team um Garth Ennis (Autor) und John McCrea (Zeichnungen) hat sich erneut zusammen getan um den Ernst aus dem DC-Universum raus zu kitzeln. Es beginnt damit, dass der temporär vom Alkohol losgekommene „Sixpack“ einen Rückfall erleidet und daraufhin sein Alter Ego erneut das Licht der Welt erblickt. Im Rausch beschließt er eine große Bedrohung für die Welt abzuwenden (die er sich eventuell nur einbildet). Dafür muss er aber laut eigner Aussage eine neue „Section Eight“ zusammenstellen um eine Chance gegen das Böse zu haben. Dafür rekrutiert er zunächst den ebenfalls überlebenden „Bueno Excellente“ und holt sich neue Verstärkung durch „Baytor“ (Dämon der Kriminellen und Barkeeper in „Sixpacks“ Stammbar), den „Greiffa“ (eine mit einem Greifhaken ausgestattet Nervensäge, die ihren Mund nicht halten kann), „Bauhauser“ (hat eine Bohrmaschine an seinen Helm montiert) und „Därm“ (ein weiblicher Haufen innerer Organe ohne Körper). Dazu kommt ein von „Hundschweißers“ Ausrüstung besessener Afro-Amerikaner, der seine Stelle im Team einnimmt. Da „Sixpack“ davon überzeugt ist, dass die Gruppe aus genau acht Mitglieder bestehen muss, versucht er den letzten Platz mit jemanden aus der „Justice League“ zu besetzen und damit fängt das ganze Schlamassel erst richtig an.

Um nicht allzu viel vorweg zu nehmen, möchte ich mich einfach mal auf die Hauptereignisse beziehen. „Batman“ ist die erste Wahl, wird jedoch als Rassist hingestellt und dampft sauer ab. „Green Lantern“ hat von Kyle Rayners Schicksal (Stichwort „Bueno Excellente“ und „date-rape“) gehört und lehnt das Angebot ab, „Martian Manhunter“ ist interessiert und „Wonder Woman“…ich will nicht weiter ins Detail gehen.

Während all dieser Geschehnisse scheint es, als ob der Autor versucht sich Stück für Stück in Sachen dreckiger Humor zu steigern und schreckt dabei vor rein gar nichts zurück. Ich meine ein belesener überdimensionaler Bandwurm der gegen unseren perversen Latino um das Herz von „Därm“ kämpft!? Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Ich habe mich selten so gut amüsiert, während unsere Lieblingshelden ganz offiziell und nicht allzu zimperlich durch den Kakao gezogen wurden (Superman schenkt „Sixpack“ eine Flasche Fusel um ihn aufzuheitern! WAS?). Es fühlt sich einfach gut an, wenn man nicht mal im Ansatz vermuten kann was auf den nächsten Seiten passieren wird und verschluckt sich manchmal bei dem Gedanken, dass gewisse Szenen wirklich zu Papier gebracht wurden. Einfach eine große Kunst der Grenzüberschreitung, die insbesondere in Bezug auf das doch recht biedere Genre mehr als ausgiebig zelebriert wird. Wer auf seichte Unterhaltung mit einem Anspruch an Moral steht, sollte schleunigst die Finger davon lassen. Für alle anderen ist das hier eine Pflichtanschaffung, die in meinen Augen das Juwel der „DC You„-Reihe darstellt.

Visuell wird uns eine ordentliche Portion Ekel serviert, die man sich genüsslich von Panel zu Panel einverleibt. Ob klassische Superhelden-Darstellung, groteske Geschöpfe wie aus einem Cartoon oder einfach nur jede erdenkliche Körperflüssigkeit – McCrea weiß von der ersten bis zur letzten Seite zu überzeugen. Man kann förmlich spüren wie sich der Künstler austoben konnte. Jede Linie versprüht einen unwirklich Spaß am Schabernack und nimmt den Betrachter sofort in ihren Bann. Alles in allem einfach eine großartige Arbeit.

Anhand der Lobhudelei ist es für euch wahrscheinlich ersichtlich, aber ich muss es einfach nur wiederholen. „Section Eight“ ist ein durchgehendes Vergnügen am Rande der Perversion, welches zwar nichts für zarte Gemüter aber auf jeden Fall etwas für alle mit einem dehnbaren Begriff von Humor ist! Auf zum nächsten Comic-Shop und viel Spaß beim lesen!

 

„Batman: The Killing Joke“ – Trailer veröffentlicht!

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Die Pose diente auch als Inspiration für Jared Letos erstes Promo-Foto als „Joker“.

Es gibt wahnsinnig viele Geschichten um und mit Batman, die in ihrer Qualität von fantastisch bis grottig schwanken. Bei fast 80 Jahren als Hauptfigur einer der meistgelesenen Comic-Reihen aller Zeiten ist das natürlich kein Wunder.

Nun gibt es ein paar Storys, die jeder Fan in seinem Schrank und jeder Einsteiger in die Welt des dunklen Ritters gelesen haben sollte. Dazu gehören selbstverständlich „The Dark Knight Returns“, „Batman: Das erste Jahr“, „Arkham Asylum“ und die legendäre Graphic Novel „The Killing Joke“.

Hier wird durch Alan Moore („From Hell“, „V wie Vendetta“, „Watchmen“) auf eine Origin des Jokers eingegangen, der Grund für Barbara Gordons Lähmung dargestellt und eine nachdenklich-düstere Ebene eingeführt, die es in der Form noch nie gab. Die detailverliebten Zeichnungen des Briten Brian Bolland (2011 Gast auf dem Comicfestival München) passten in diesem Zusammenhang wie die Faust aufs Auge und unterstrichen die Atmosphäre der Geschichte in Perfektion. So hinterließen zwischen Szenen und Zeiten verbindende Panels und ein Witz des Clownprinzen des Verbrechens einen bleibenden Eindruck bei mir und inspirierten mich vor einigen Jahren sogar zu einem gleichnamigen Song, der die Ereignisse in dem Band behandelt.

Dieses Jahr erscheint nun eine passende Film-Adaption aus der „Animated“-Reihe, in der schon der Stoff von „The Dark Knight Returns“ und „Batman: Das erste Jahr“ vorlagengetreu umgesetzt wurde.

Was erstaunlich wenige Leute wissen ist, dass Mark Hamill (ja, Luke Skywalker!) dem Joker bis dato in so gut wie allen Videospielen und Trickfilmen seine Stimme lieh. Leider kündigte er schon vor geraumer Zeit an sich von der Figur zu verabschieden, kehrt aber für den aktuellsten und vermutlich wichtigsten Auftritt des Bösewichts zurück.

Jetzt wurde der erste Trailer zum Event veröffentlicht, dass schon in wenigen Monaten (voraussichtlich August) auf Blu-Ray erscheinen wird:

Panini Programmvorschau 2. Halbjahr 2016!

 

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Vor wenigen Tagen hat Panini Comics Vetriebsleiter Alexander Bubenheimer in einem Interview mit dem Comic-Report einen Ausblick auf das Verlags-Programm für die zweite Jahreshälfte 2016 gegeben.

Diese hat es dabei in sich! Sowohl von der Masse als auch Qualität her, erwartet uns eine ganze Menge an hochkarätigem Material. So nutzt der Verlag, da er die Flaggschiffe Marvel und DC unter einem Banner vereint, die Möglichkeit die Mark Millar-Collection komplett herauszubringen. Außerdem kommen neue Reihen und Sammelbände aus der Superhelden-Ecke auf uns zu. Viel diskutierte Werke wie „Über“ oder lang erwartete Bände wie „MADs große Meister: Spion & Spion“ dürfen auch endlich in die deutschen Läden.

Eine Serie, die vermutlich nicht wenige Fans verarmen lassen wird, ist die „Star Wars“-Kollektion, die ähnlich wie bei Hachette oder Eaglemoss hart getacktet und mit Rückenbild erscheinen wird. Hier werden fleißig alte Dark Horse- und Marvel-Sachen neu aufgelegt und ermöglich damit neuen Lesern an alte Geschichten anzuknüpfen. Manchmal wünscht man sich wirklich einer, dieser extravaganten Millionäre mit Comic-Faible zu sein.

Was merkt ihr euch schon mal vor? Im Übrigen werden die limitierten Fassungen der einzelnen Ausgaben noch nicht gelistet. Der Geldbeutel wird vermutlich also etwas lauter schreien.

Hier geht es zum Interview und der Liste!

Willem Dafoe für Justice League-Verfilmung bestätigt!

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©Brad Trent

Wie „The Hollywood Reporter“ exklusiv berichtet, ist Willem Dafoe offiziell zum Cast der „Justice League“-Verfilmungen (zwei sind geplant) hinzu gestoßen!

Bis dato ist nichts genaues über seine Rolle bekannt. Soweit man weiß, soll es sich jedoch um einen der „guten“ Charaktere handeln. Damit stößt schon der zweite Schauspieler nach J.K. Simmons (als Commissioner Gordon) aus den ersten Spider-Man-Filmen zum Ensemble. Im ersten Teil um den Netzschwinger sahen wir Dafoe als den „Grünen Kobold“.

Ich bin gespannt ob die großen Namen auch eine gewisse Qualität mit sich bringen. Nach den verhaltenen Kritiken am Auftakt zum DC-Cinematic-Universe in Form von „Batman v Superman“, häufen sich kritische Stimmen bezüglich der Umsetzung einer solch ambitionierten Idee. Die Macher werden sich vermutlich auch die Verrisse durchgelesen haben und könnten eventuell einlenken. Mit einem klingenden Namen wie „Batman“ kann man alles verkaufen, aber ob die Strategie auch aufgeht, wenn andere Charaktere gleichwertig im Vordergrund stehen, wird sich zeigen.

 

Batman-Reboot bestätigt!

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Da flattern die Fledermaus-Ohren. Sorry. Auf jeden Fall müssen sich Fans des dunklen Ritters jetzt gut fest halten:

Wir werden Ben Affleck als Batman noch in mindestens drei(!) Filmen bestaunen dürfen!
Genaugenommen hat Warner-Firmenchef Kevin Tsujihara bestätigt, dass in den nächsten 5 Jahren 10 DC-Filme veröffentlicht werden.

Einer davon wird ein Batman-Reboot mit Affleck in der Hauptrolle sein. Darüber hinaus übernimmt er auch die Regie des Films.

Zusätzlich hat er schon für seine Auftritte in „The Justice League Part One“ und „The Justice League Part Two“ unterschrieben. Da wir aus dem Trailer zu „Suicide Squad“ herauslesen können, dass er auch dort zu sehen sein wird, sind andere Cameos nicht auszuschließen.

Bis dato sind folgende DC-Projekte in der Pipeline, wobei Sequels bei einem positiven Einspielergebnis nichts im Weg stehen sollte. So geht man aktuell schon vor der Premiere im August von einer Fortsetzung zu „Suicide Squad“ aus.

1. Suicide Squad – 2016
2. The Justice League Part One – 2017
3. The Flash – 2018
4. Wonder Woman – 2017
5. Aquaman – 2018
6. Batman – 2018 oder 2019
7. Shazam! – 2019
8. The Justice League Part Two – 2019
9. Cyborg – 2020
10. Green Lantern Corps – 2020

Bat-Mite

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Wie schon vor einiger Zeit ausführlich berichtet, gab es einen sanften Relaunch beim DC-Verlag, aus dem das sogenannte „DC You“-Universum hervor ging. Hier wurde die Kontinuität der einzelnen Reihen aufgeweicht um Autoren mehr Freiheiten bei der Gestaltung ihrer Geschichten zu geben und andererseits neue Zielgruppen zu erschließen.

Das geschieht aktuell zum Beispiel mit der „Gotham Academy“, „Batgirl“ oder „Bizarro„. Letzterer setzt auf einen humoristischen Ansatz, den man üblicherweise vom Konkurrenten Marvel erwarten würde. In die selbe Kerbe schlägt auch „Bat-Mite“.

Viele Fans des dunklen Ritters kennen mit ziemlicher Sicherheit die 60er-Jahre Serie mit Adam West, die in Bezug auf verrückte Versionen von Batman wohl die Rangliste anführt. Was wiederum wenige wissen ist, dass schon im Jahr 1959 der kleine „Bat-Mite“ seinen Einstand in der US-Reihe „Detective Comics“ feiern durfte. Er stammt laut Origin-Story aus dem selben Universum wie Supermans Widersacher „Mr. Mxyzptlk“, ist aber im Gegensatz zu diesem Bösewicht ein großer Fan des dynamischen Duos „Batman & Robin“. Dementsprechend möchte er die beiden unterstützen, stiftet dabei jedoch mehr Chaos als zu helfen. Er tauchte größtenteils, passend zum damaligen Zeitgeist, in den 60ern auf und verschwand Ende der 70er fast vollkommen vom Radar der Comic-Leser, als  die Geschichten einen ernsteren Anstrich verpasst bekommen haben.

Nun ist der nervige Zwerg mit den magischen Kräften in einer abgeschlossenen Mini-Serie von Autor Dan Jurgens („Der Tod von Superman“, „Flashpoint“, „Batman of the Future“ usw.) und der Zeichner-Newcomerin Corin Howell (dieser Band ist ihr Debüt im Batman-Universum) zu neuem Leben erwacht.

In der vorliegenden Story taucht der Gnom aus dem nichts auf um dem echten dunklen Ritter bei einem Kampf zur Seite zu stehen. Natürlich artet die undurchdachte Aktion in Chaos aus und endet in einer Zerstörungsorgie. Wie üblich kann Bat-Mite jedoch keine Schuld bei sich selbst entdecken und ist nach wie vor überzeugt davon, der bessere Verbrechensbekämpfer zu sein. Dadurch bildet er sich zu allem Überfluss ein, dass Batman sein Sidekick sei, dem er fortwährend unter die Arme greifen muss. Dieser ist davon eher weniger begeistert und im Laufe des Zwiegesprächs entwickelt sich bei dem Wesen aus einer anderen Welt eine irrwitzige Idee. Dadurch, dass er sich für den ultimativen Helden hält, ist es für ihn die logische Konsequenz Amateure wie „Robin“ aka „Damian“, „Hawkman“, „Poster Gold“ oder die „Inferior Five“ zu coachen.

Mit der Umsetzung seines Einfalls bricht nun das komplette Chaos aus, welches unsere Hauptfigur in eine Anstalt für Hirntransplantationen, die Wohnung eines seltsamen Pärchens und in die Konfrontation mit der Cape-tragenden Version eines Sammler-Nerds treibt. Es klingt verrückt? Ist es auch! Glücklicherweise funktioniert dieses Konzept aber wunderbar und lässt den Leser öfter mal laut auflachen. Leider sind ein paar gute Witze durch die Übersetzung verloren gegangen, die ansonsten mehr als deutlich auf die verschiedenste Bereiche der Popkultur verweisen. Sie können aber bei der Masse an Gags gut verschmerzt werden. Filme, Comics und Musik werden mit sicherer Hand durch den Kakao gezogen und bilden das i-Tüpfelchen auf der durchgehend unterhaltsamen Geschichte. Auch mit diesem Band hat DC eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass Humor in ihrem Haus einen Platz finden kann und nicht nur auf depressiv dreinblickende (was nicht schlecht sein muss!) Charaktere bauen muss.

Die visuelle Umsetzung passt dabei wie die Faust aufs Auge und könnte für Corin Howell die Eintrittskarte für eine dauerhafte Etablierung im Verlag bedeuten, wenn „DC You“ einen nachwirkenden Anklang bei der Leserschaft findet. Ihr zwischen Realismus und Cartoon schwankender Stil unterstreicht die bizarre Verflechtung zwischen Superhelden-Genre und Comedy auf eine Weise, die frischen Wind in die Reihen der muskelbepackten Heroen bringen könnte. Ich werde die Dame auf jeden Fall auf dem Radar haben um ihren Werdegang ganz genau verfolgen zu können!

Dafür, dass ich es von mir selbst nicht erwartet hätte, habe ich einen Narren an der neuen Ausrichtung und den abgeschlossenen Serien gefressen, die etwas Leichtigkeit in die dunkle Comic-Welt in meinem Schrank bringen. Wer ebenfalls einen Versuch mit „Bat-Mite“ wagen möchte, kann ab dem 19. April im Comicbuchladen eueres Vertrauens oder hier zuschlagen.