Feuer und Stein – Predator

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Nachdem ich schon das Glück hatte die ersten drei Bände der erfolgreichen „Feuer und Stein“-Saga von Cross Cult zu besprechen, ist vor kurzem endlich die Abschlussausgabe „Predator“ in meinen Briefkaste geflattert.

Diese greift wieder die Geschichte um den Söldner Galgo auf, der nach einer gescheiterten Mission sein Schiff „Perses“ und damit sich selbst in Sicherheit bringen möchte. Was er nach dem Angriff der Predatoren im Vorgänger-Band nicht mitbekommen hat, ist jedoch, dass er einen blinden Passagier mitgenommen hat, der ganz andere Pläne hat. Der Predator „Ahab“ (wie er im Laufe der Geschichte von den anderen Figuren betitelt wird) möchte die ultimative Trophäe in Form eines „Konstrukteurs“ in den Händen halten und zwingt dementsprechend den verängstigen Piloten dazu den Kurs auf den infizierten Mond zu nehmen, auf dem das Chaos seinen Anfang nahm.

Auf diesem findet nun das ungleiche Duo die zu einer Handvoll dezimierten Überlebenden der Katastrophe um Kapitän Angela wieder. Nun zu einer größeren Gruppe zusammengeschlossen, fängt die Crew an nach einem Fluchtweg aus ihrem Gefängnis zu suchen als plötzlich der mit der schwarzen Flüssigkeit infizierte Android „Elden“ auf LV-223 abstürzt und der Handlung eine erneute Wendung hinzufügt, die mit großen Schritten auf das offene Ende der Geschichte zusteuert.

Das dieser letzte Teil überhaupt nachzulesen ist, haben wir der Kurzgeschichte „Omega“ zu verdanken, die die Fäden der bis dato erzählten Geschichte nach der Haupt-Story zusammenführt, dem Leser aber selbst überlässt sich Gedanken darüber zu machen, was aus den übrig gebliebenen Charakteren wird. Ohne diese letzten Seiten wäre in meinen Augen ein viel zu großes Fragezeichen übrig geblieben, welches mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Nur mit dieser Erweiterung macht es Sinn, die vorangegangenen Bände überhaupt in eine Reihenfolge zu setzen. Man muss jedoch dem „Predator“-Autor Joshua Williamson zugute halten, dass er als einziger mit der Aufgabe betraut wurde, die vorhandenen Puzzle-Stücke zu einem Ganzen zu formen und dies auch sehr atmosphärisch und zum Teil sogar recht witzig in Szene setzt. So etwas wie Humor ist weder typisch für die Filme, auf denen die „Feuer und Stein“-Saga beruht, noch ist es ein Element, dass in den anderen Geschichten als Stilmittel verwendet wird. Trotzdem fügt es sich sehr gut in den Story-Strang ein und vermittelt dabei zwangsläufig ein frisches Lese-Gefühl, welches auch auf dieser Ebene für einen schönen Cut zwischen den Bänden sorgt. Somit gelingt der etwas schwierige Spagat vier eigenständige Geschichten kreieren zu wollen, die jedoch unter einer Zeitlinie zusammen kommen.

Das Finale wird dabei wieder von einem Künstler umgesetzt, der sich deutlich von seinen Vorgängern abhebt und dabei seine ganz eigene Art einbringt. Wenn es so etwas wie einen „klassischen Action-Stil“ gibt, beherrscht ihn Christopher Mooneyham souverän und erzeugt über mehrere Panels hinweg ein wunderbares Gefühl von Bewegung und Tempo, welches im positiven Sinne kaum Zeit zum durchschnaufen gibt. Zusätzlich nimmt sich der Künstler die Freiheit schon vorhandene Figuren aus dem Film-Universum in seinem Sinne zu modifizieren und kleine Easter-Eggs einzubauen, die nach Entdeckung für zusätzliche Heiterkeit sorgen. So ist zum Beispiel der nach dem Moby Dick-Jäger benannte Predator ähnlich übel zugerichtet wie sein Namensvetter und dadurch in seiner Wirkung noch martialischer. Als kleinen Kontrast trägt er jedoch den Schädel eines simplen Schnabeltiers als Halsschmuck. So ein exotisches Wesen musste wohl auch Teil seiner Trophäen-Sammlung werden.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass „Predator“ ein Muss für jeden Sammler der bisherigen Reihe ist, welches es dabei dank der schon erwähnten Kurzgeschichte schafft einen finalen Bogen über die „Feuer und Stein“-Saga zu spannen. Das hinterlässt wiederum ein gewohnt wohliges Gefühl der Vollendung einer Geschichte, wie es nur nach einer Reise über mehrere hundert Seiten eintreten kann. Science Fiction wird zwar vermutlich nie mein Steckenpferd im Bereich der Comics und Graphic Novels werden. Trotzdem beweisen Veröffentlichungen wie die hier vorliegende, dass das Genre spannende Unterhaltung bieten kann, ohne in das oft so naheliegende Klischee abzurutschen.

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Feuer und Stein: Alien vs. Predator

Der dritte und damit vorletzte Band der „Feuer und Stein“-Saga beschert uns ein Wiedersehen mit den von LV-223 geflohenen Charakteren um den krebskranken Astro-Biologen Francis, den von ihm mit der „schwarzen Masse“ infizierten Androiden Eden, sowie der verbliebene Rest-Crew um den Söldner Galgo.

Die Geschichte setzt hier direkt nach den Ereignissen des ersten Bands „Prometheus“ ein und zeigt uns was passiert ist, als Francis, gefangen gehalten durch Galgo, vom infizierten Mond flüchtet. Zunächst sieht es so aus, als ob die Mannschaft sich in den Kryo-Schlaf wiegen könnte um danach daheim die zuvor gefundene Waffe der „Konstrukteure“ teuer verhökern zu können. Doch der zu einer Mischung aus Roboter und Alien mutierte Elden, begleitet durch eine Horde Xenomorphe, ist ihnen schon auf den Fersen um Francis zu schnappen und ihn vor seinem Tod nach dem Sinn des Lebens zu befragen, welches der Androide plötzlich führt.

Um das Crossover komplett zu machen und dem Titel der Ausgabe gerecht zu werden, haben auch schon die Predatoren das Schiff ins Visier genommen um ihrem Jagdtrieb nachzugehen. Während Galgo seinen Gefangenen ausliefern will um seine Haut zu retten, stürmt die Mannschaft der Killer mit Dreads das Schiff, um sich auszutoben. Ab hier geht nun eigentlich bis zum Ende des Bandes ein vor Wendungen zu platzen drohender Story-Strang los, der von einem durchgehenden Kampf zwischen allem und jedem begleitet wird. In dessen Verlauf erleben wir wie in den Ausgaben zuvor einige in die Realität umgesetzte Gedankenspiele des Autors Christopher Sebela, wie zum Beispiel die Wirkung des schwarzen Schleims auf einen Predatoren oder Menschen, sowie die immer weiter voranschreitende Mutation Eldens.

Story-technisch kann „Alien vs. Predator“ dabei den beiden Vorgängern leider nicht das Wasser reichen, da der Tiefgang durch das sehr dominante Gemetzel schnell in den Hintergrund gerückt wird und dabei die ganze Geschichte schnell abzustumpfen droht. Als Ergänzung zum ersten Band kann es jedoch auf keinen Fall schaden zuzugreifen um die gesamte Saga als geschlossenen Run genießen zu können.

Vor allem der moderne Zeichenstil von Ariel Olivetti setzt sich positiv von den Vorgängern ab und lädt dazu ein die schönen Panels auf sich wirken zu lassen. Plastisch bis malerisch setzt er die Charaktere sehr attraktiv in Szene und spart ebenfalls nicht an ästhetisch sehr gut aufbereiteten Gewaltdarstellungen, die jedoch immer Story-dienlich sind.

Als Fazit lässt sich ziehen, dass der dritte Teil von „Feuer und Stein“ eine verpflichtende Ergänzung der Sammlung um die Geschichte darstellt. Lesern, die gerne das Aufeinandertreffen der extraterrestrischen Metzel-Maschinen für sich allein genießen wollen, ist in diesem Zusammenhang der Band „Prometheus“ ans Herz zu legen, um die Charaktere und ihre Beweggründe vollends verstehen zu können.

Bei Interesse könnt ihr euch „Alien vs. Predator“ hier besorgen!

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