Star Wars – Chewbacca

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Trotz des Umstands, dass mit dem Release des siebten Star Wars-Films „Das Erwachen der Macht“ das sogenannte Expanded Universe für nichtig erklärt wurde, befriedigt Marvel bzw. Panini Comics immer noch den Hunger der Fans nach Geschichten außerhalb der Kinoleinwand. So begann mit der Storyline „Skywalker schlägt zu“ ein gänzlich neues Kapitel im Bereich der Comics, welches mit immer mehr Auskopplungen weiter gesponnen wird. Dabei handelt es sich aber nicht, wie man eventuell vermuten könnte, um Ereignisse nach der Original Trilogie, sondern oftmals um Nebenstränge, die ein neues Licht auf bekannte Ereignisse werfen.

Dazu gehört definitiv auch „Chewbacca“ von Gerry Dugan („Deadpool“, „Hulk“) und Phil Noto (der gefeierte Zeichner von „Black Widow“). Beide lassen den pelzigen Co-Piloten von Han Solo nach der Schlacht von Yavin (also nach dem Erstling von 1977) auf einem vom Imperium okkupierten Planeten stranden. Dort versucht er zunächst sein Schiff flugfähig zu machen um sich wieder der Rebellion anzuschließen. Dabei hat er aber die Rechnung ohne das Mädchen Zarro gemacht, dem die Flucht aus der Sklaverei gelang. In diese musste sie sich mit ihrem Vater begeben um angebliche Schulden bei einer zwielichtigen Gestalt zu begleichen, die eine Mine zum Abbau organischen Materials für Blaster betreibt. Um ihren Vater zu retten braucht die Kleine aber natürlich Hilfe, die sie bei unserem Lieblings-Wookie sucht.

Da Chewbacca einst selbst ein Sklave war (wovon wir in Rückblenden erfahren), stimmt er nach anfänglichem Zögern zu und macht sich mit Zarro bereit zum Angriff. Doch als das Imperium plötzlich auftaucht, wird die Sache doch etwas komplizierter als gedacht…

Gerry Duggan schafft es diesen Plot trotz der offensichtlichen Einschränkungen in Bezug auf Chewies Gesprächsmöglichkeiten einen unterhaltsamen Plot zu spinnen, der zwar keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt, aber trotzdem zu unterhalten weiß. Vor allem Verweise auf die Kontinuität lassen Star Wars-Fans regelmäßig strahlen. Zum Beispiel wird endlich geklärt warum der Hauptprotagonist bei der Zeremonie am Ende von „Eine neue Hoffnung“ keine Medaille um den Hals trägt. Das müsst ihr aber schon selbst raus finden, damit ich hier keine Spoiler posten muss! 😉

Phil Notos tut sein Übriges um die Stimmung in gewohnt hochklassige Panels umzusetzen. Das besondere ist jedoch, dass ihm durch Chewbaccas im Normalfall nonverbale Kommunikation ebenfalls die Rolle eines Autoren zukommt, der in Bildern die Gefühlslage oder Aussage der Figur vermitteln muss. Das schafft er entsprechend seines Niveaus mit Bravour und setzt parallel angenehm sanfte Farbelemente ein, die das gesamte Werk etwas von der Masse der Franchise-Veröffentlichungen abheben.

Als Fazit kann man daraus ziehen, dass diese abgeschlossene Mini-Serie vermutlich keine allzu großen Spuren hinterlassen wird, da die Handlung doch etwas beliebig erscheint, aber dabei trotzdem nie langweilig wird. Insbesondere die erwähnte Aufklärung um eine seit Jahrzehnten gestellte Frage, sollte vermutlich für viele Fans die Kaufentscheidung erleichtern. Es ist in diesem Sinne kein Must-Have aber durchaus eine tolle Ergänzung für den geneigten Sammler!

Star Wars – Lando

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Wer mir bei Facebook folgt, wird sicherlich mitbekommen haben, dass „Star Wars“, insbesondere nachdem die Ausstellung „Identities“ ihre Tore in München geöffnet hat, ein wiederkehrendes Thema meiner Posts ist. Dort kann man sowohl Kostüme, als auch Requisiten aus allen bis dato erschienenen Teilen bewundern und sich wortwörtlich in die Welt einer weit entfernten Galaxie fallen lassen. Dort finden sich unter anderem Ausstellungsstücke einzelner Charaktere, die zwar nicht allzu viel Screen-Time spendiert bekommen haben, aber dafür eine umso größere Fan-Gemeinde um sich scharen konnten. Repräsentative Beispiele wären ein Jango Fett oder Lando Calrissian. Letzterer hatte zwar mehr Sprechpassagen, aber man kann nicht behaupten viel mehr über die Person in Erfahrung gebracht zu haben, als über den eben erwähnten Kopfgelder. Diesem wurde sogar eine eigene Origin-Story in der Prequel-Trilogie spendiert, aber Lando? Ein paar Expanded Universe-Geschichten, die mit Disneys Übernahme des Franchise ohnehin nichtig sind. Das wars.

Um das sympathische Schlitzohr doch noch irgendwie in die Kontinuität einfließen zu lassen, wurde dem Guten vor kurzem sogar ein eigener Band spendiert, der in Deutschland wie üblich eine gesamte US-Serie abdeckt. In dieser befinden wir uns kurz nach den Ereignissen von „Eine neue Hoffnung“ und damit vor der Zeit, in der Lando als Administrator in der Wolkenstadt zugegen oder der Rebellion beigetreten ist. Wir begegnen ihm als dem Betrüger und Spieler, der es gerade so schafft nicht erwischt zu werden oder sich gerade so seinen Lebensunterhalt zu „verdienen“. Das zeigt vor allem der Einstieg in die Geschichte, bei dem er einen beauftragten Diebstahl erfolgreich absolviert, dieser ihm aber nicht den gewünschten Gewinn bringt um seine (scheinbar immer währenden) Schulden zu begleichen. Dementsprechend bekommt er eine zweiten Chance um das nötige Geld aufzutreiben. Er soll ein imperiales Schiff stehlen, welches mit Reichtümern beladen sein soll, welche im Auftrag nicht näher beschrieben werden. Diese soll er behalten dürfen, falls er das Gefährt erfolgreich entwenden kann. Nachdem sich unser Hauptprotagonist ausgerechnet hat, dass es mit dem passenden Team mehr als machbar sein sollte, willigt er ein und begibt sich auf ein Abenteuer, welches eine unerwartete Wendung nimmt, als plötzlich ganze drei Sternenzerstörer seine Fährte aufnehmen. Die Fracht scheint doch mehr zu sein, als ihn seine Auftraggeber haben glauben lassen…

Auf der Rückseite des Bands steht zwar „116 Seiten Star Wars Action!“, aber der Autor Charles Soule („Swamp Thing“, „Death of Wolverine“) schafft es die Geschichte nicht zu einem stupiden Krawall-Spektakel verkommen zu lassen, sondern auch ruhige Momente einzubauen, die dem „Star Wars“-Feeling mehr als zuträglich sind. So kann man sich als Leser neben den Kampfszenen auch auf Inhalte konzentrieren, die gekonnt über die gesamte Handlung gespannt werden. Die Fans der Original-Trilogie werden dabei nicht nur durch die Hauptfigur, sondern auch durch seinen treuen Begleiter Lobot bedient, dessen Vorgeschichte sein Auftreten im Film erklärt und dem ganzen Konstrukt eine noch tiefere Ebene spendiert. Des Weiteren wird durch das markante Schiff eines unserer Lieblings-Sith ein Bezug zu der Prequel-Trilogie hergestellt, der für das bekannte „Ha, erkannt!“-Gefühl sorgt. Alles in allem also ein Dienst am Fan, der zwar nicht gänzlich in die Materie eingetaucht sein muss, aber als Kenner eine zusätzlich Ebene bekommt. Da wurde der richtige Mann besetzt!

Visuell umgesetzt wurde das Ganze durch Alex Maleev („Stephen King’s N“, „Hellboy“), der durch seinen fast schon „bodenständigen“ Stil wie geschaffen für ein „Star Wars“-Projekt ist. Ich konnte persönlich nie etwas mit den cartoonhaften Adaptionen anfangen, die aus unerfindlichen Gründen sogar Eingang in die Kontinuität gefunden haben. Dementsprechend genieße ich richtig die vorliegende Lektüre, die optisch nahtlos in die Filme passt und damit mühelos eine Brücke zu all den angedeuteten oder offen angesprochenen Momenten auf der großen Leinwand schlägt. Einfach großartiges Kino, welches in traumhafter Teamarbeit zwischen Autor und Künstler zu einem Ergebnis geführt hat, welches ich sowohl jedem beinharten Fan als auch Neueinsteiger empfehlen kann! „Star Wars“ wie es sich gehört: Action, Witz und Atmosphäre die zusammen funktionieren. Wenn ihr „Lando“ noch nicht habt – ab zum nächsten Comic-Laden!