New Fashion Nudes

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Vor geraumer Zeit habe ich über „Goliath“ berichtet. Ein Verlag, der mit seinen hochwertigen Veröffentlichungen im Bereich der Photographie versucht den Begriff der Erotik in einem zeitgenössischen Rahmen zu präsentieren. So kommen für den Mainstream ungewöhnliche Bände wie „Tattoo Super Models“ zustande, die ein Publikum ansprechen, welches im Zeitalter der Digitalisierung schon alles gesehen zu haben scheint. Mit diesem Konzept schlagen die Macher eine neue Richtung ein, die konstant fortgeführt wird. Ein gutes Beispiel wäre der aktuellste Release mit dem einprägenden Titel „New Fashion Nudes„.

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Auch hier wird ein erfrischender Weg beschritten und ein Spiegel des vorherrschenden Zeitgeists erzeugt. Der Band repräsentiert mit den Produkten verschiedenster Fotografen aus aller Welt, die erotische Form des „Arty Snapshot“. Dahinter steckt die Definition der Ästhetik, die uns seit dem Boom der Social Networks tagtäglich begegnet. Augenscheinlich ungestellt und zufällig entstandene Momente, die zeitgleich sowohl Natürlichkeit, als auch inszenierte Schönheit ausstrahlen. Untermalt durch gelegentliche Farbstiche, Unschärfen oder einer betont unvollkommener Beleuchtung, sehen wir auf Facebook oder Instagram ständig junge Frauen, die die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf ihren Alltag lenken wollen, der aber mit einem Arrangement repräsentiert wird.

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Genau diesem Look widmet sich das 272 Seiten starke Buch, dass mit 240 Abbildungen all die Facetten darstellen möchte, die mit den genannten Kriterien einhergehen. So sehen wir neben verträumten Begegnungen in der Natur, urbane Direktheit und subkulturelle Anstriche in Form von Piercings, Tattoos oder alternativen Kleidungsstilen. Bedenkt man den internationalen Ansatz der zahlreichen Photographen wird darüber hinaus der globalisierte Blickwinkel der Jugend auf ihre eigene Generation umso deutlicher wiedergegeben. Frauen von verschiedenen Kontinenten spinnen durch ihre digitale Vernetzung ein einheitliches Bild der Schönheit, dass nur durch den kulturellen Background in seinen Nuancen variiert. Genau aus diesem Grund wirkt der Inhalt von „New Fashion Nudes“ durchgehend homogen und anziehend. Kein wild zusammengewürfeltes Sammelsurium, sondern eine gekonnt zusammengestellte Galerie moderner Erotik.

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Tattoo Super Models

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Mit der folgenden Review eröffne ich zeitgleich eine neue Kategorie auf ZOMBIAC: Fotografie!

Wie die meisten von euch wissen sollten, beschränkt sich heutzutage visuelle Kunst nicht nur auf einen bestimmten Bereich, sondern wird mit den Jahren erweitert. Zum Beispiel wäre man vor nicht allzu langer Zeit ausgelacht worden, wenn man als erwachsener Mann zugegeben hätte Comics zu lesen. An der Etablierung der sogenannten „Graphic Novel“ und dem immensen Erfolg einschlägiger Verfilmungen kann man ablesen, wie weit diese Form des Geschichten-Erzählens im Mainstream angekommen ist.

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Tattoo model Leah Jung doing a back bend completely nude, photographed by Christian Saint

Von einer ähnlichen Story können tätowierte Menschen in einer noch extremeren Form berichten. Während Comics ab einem gewissen Alter als seltsam empfunden wurden, schlug permanenten Körperverzierungen regelrecht Hass und Ablehnung entgegen. Assoziationen mit Kriminalität, Drogenmilieu und Mangel an Bildung wurden schnell gezogen. Die scheinbar einzige Personengruppe, die es sich erlauben konnte offen mit dem Thema umzugehen, waren vor allem Musiker.

Inzwischen hat sich ein nicht zu leugnender Wandel vollzogen, der weg vom einfachen Handwerk für Außenseiter der Gesellschaft, hin zur Kunst für jedermann führte. Neben dem Fortschritt auf praktischer Ebene (professioneller, objektiv schöner, experimentierfreudiger), halfen auch prominente Vorbilder aus Sport und Medien deutlich nach, indem sie sich auf dem Platz oder rotem Teppich offen mit ihren Hautbildern präsentierten. Ein eher bizarres aber doch passendes Beispiel wäre ein Promi wie Justin Bieber, der den Prototyp des Teenyschwarms verkörpert wie kein anderer. Zeitgleich ist er stark tätowiert ohne, dass sein Image (zumindest in Bezug auf seine Optik) Schaden genommen hätte. In der Ära der Boybands wäre das ein Grund seine Karriere zu begraben. Ein weitere Berufsstand, der von seiner Optik lebt, aber mit Tattoos bis dato kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde sind Models. Richtig gehört: Frauen, die fast surreal schön sind, sich auf Catwalks und in Photosessions trauen, aber bei denen der Blick des Zuschauers vom fast perfekten Körper hin zu Meisterwerken wandert, die das Gesamtbild umso mehr abrunden.

Tattooed model Hattie Watson photography by Christian Saint.

Tattooed model Hattie Watson photography by Christian Saint.

Um eben diesen Damen zu huldigen, erschien beim GOLIATH Verlag vor kurzem der Bildband „Tattoo Super Models“, der auf fast 140 Seiten zeigt, dass es extrem sexy ist den einen Moment zu leben und nicht darüber nachzudenken, was die Welt in 30 Jahren über die dauerhaften Schmuckstücke denken wird. Die Bilder präsentieren selbstbewusste Schönheiten, die sich entgegen aller Konvention dazu entschieden haben, einen unwiderruflichen Weg zu gehen und damit nun Erfolge feiern. Ob mit viel nackter Haut oder mit aufreizenden Dessous, bei dem vorliegenden Band wird (zumindest für den Großteil der Bevölkerung) eine gänzlich neue Dimension in Bezug auf Ästhetik beigefügt, die die Körper der Frauen noch aufregender und damit den Inhalt zur visuellen Achterbahnfahrt macht.

Dabei werden die Motive bewusst hochstilisiert und in einen eher für Fashion- und Beauty-Kampagnen bekannten Kontext gesetzt, der die Darstellungen noch weiter von der konventionellen Fotografie abhebt. Das dies kein Zufall ist, verdanken wir dem in Brooklyn ansäßigen Fotografen Christian Saint, der über 20 Jahren als Profi im Bereich (wie schon angedeutet) Fashion, Beauty und Celebrity tätig war und sich nach Ermüdungserscheinungen durch das ihm vorgesetzte Schönheitsideal dazu überging seinen Schwerpunkt auf die Tattoo-Szene zu legen. „Tattoo Super Models“ ist dabei wohl der beeindruckendste Beweis dafür, dass er die vollkommen richtige Entscheidung traf. Wer diese Form der Ästhetik ansprechend findet, der kommt an diesem Buch wohl nicht vorbei!

Alt tattooed model Vanessa Lake photographed by Cristian Saint.

Alt tattooed model Vanessa Lake photographed by Cristian Saint.

Für all diejenigen, die mehr aus diesem Bereich sehen wollen und dabei auch eher „verruchteren“ Themen nicht abgeneigt sind, bietet GOLIATH eine Vielzahl an Bildbänden aus den Sparten Fetisch, Akt und auch erotische Abarbeitungen im historischen Kontext. Für die Sammler unter euch gibt es auch limitierte und signierte Editionen und Kunstdrucke zu erwerben. Ein gutes Beispiel für die Vielfältigkeit des Bereichs wäre das ebenfalls vor kurzem erschienene „Naked Fashion Girls“, welches den Weg der Natürlichkeit bestreitet, den rauen Look der unverfälschten Spontanität geht und dabei Frauen aus der Fashion-Branche in all ihrer natürlichen Schönheit darstellt. Interessenten können sich einfach mal auf der Seite umsehen und sich selbst ein Bild davon machen. Wer weiß? Vielleicht entdeckt man auch Facetten an sich selbst, die einem bisher verborgen blieben.