Spider-Man: Erstaunliche Abenteuer – Die Spider-Man Anthologie

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Inzwischen kann ich glaub ich nicht mehr mitzählen, wie viele Bände Panini Comics neu aufgelegt hat, um entweder eine bestimmte Ära oder die gesamte Entwicklung eines Charakters nachzuzeichnen. So finden wir neben den Marvel Klassikern auch zahlreiche Anthologien, die sich zwar in der DCSparte öfter lokalisieren lassen, der aber mit Deadpool auch in der Heimat der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft ein Einstand gelungen ist.

Nun ist eben Spider-Man an der Reihe, dessen ikonenhafte Stellung zum einen keine andere Wahl zulässt, als seine Abenteuer Revue passieren zu lassen und zum anderen mit dem neuesten Kino-Hit Spider-Man: Homecoming eine perfekte Gelegenheit gekommen ist, eine neue Generation an Fans an die Figur heranzuführen. Mit Spider-Man: Erstaunliche Abenteuer – Die Spider-Man Anthologie verzichtet der Verlag dabei glücklicherweise auf einen unnötigen Aufguss von alten Geschichten, die nur aufgrund ihres Alters repräsentativ für ein Jahrzehnt sind, sondern bietet primär neuen Lesern einschneidende Storys, die das Franchise real vorangetrieben haben und zeitgleich einen guten Überblick bezüglich des veränderten Erzählstils und der verschiedenen Zeichner verschaffen.

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©Panini Comics

Wie zu erwarten, beginnt die Sammlung mit Spideys erstem Auftritt in Amazing Fantasy #15 aus dem Jahre 1962 und bewegt sich in schnellen Schritten durch die Jahrzehnte bis in die Gegenwart. Dabei gibt es einen Rundumschlag in Sachen „legendäre Gegenspieler“. Gleich in Amazing Spider-Man #2 gibt es eine erste Begegnung mit dem Geier, dessen Neu-Interpretation aktuell die Kino-Leinwände unsicher macht. Nicht fehlen dürfen auch Feinde wie der grüne Kobold, der Vampir Morbius oder Venom, die allesamt im klassischen Look über die Seiten wüten und dabei ein wohlig nostalgisches Gefühl nach sich ziehen.

Auch bezüglich Ereignisse, die die Welt von Peter Parker aka Spider-Man nachhaltig auf den Kopf stellten, wird geklotzt. So finden wir Spideys Abkehr vom Superhelden-Geschäft und allem was damit zusammenhängt, die Hefte, in denen er mit sechs Armen seinem Namensvetter noch ähnlicher wird oder die Hochzeit mit seiner Langzeit-Liebe Mary-Jane.

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©Panini Comics

Eine besondere Perle, deren Veröffentlichung in dem Band mich besonders freut, ist die Geschichte „Das lange Gespräch„, welche nur aus einem Dialog zwischen Peter und seiner Tante May besteht, die sein Geheimnis herausgefunden hat. Eine Erzählung, die einfühlsam, emotional und erstaunlich reif daher kommt und damit gleichzeitig unter Beweis stellt, dass Figuren wie Spider-Man auch ohne Action funktionieren und ihre über Dekaden anhaltende Popularität auf einer soliden Basis und keinem Trend beruht.

In diesem Sinne schließt sich auch der Kreis dieses „Best-Of„, welches sich zwar wie schon erwähnt primär an Einsteiger richtet, aber durchaus eine Investition für Fans sein kann, wenn sie die erwähnten Hefte nicht schon längst im Regal stehen haben. Ich für meinen Teil war von der Zusammenstellung positiv überrascht und habe mich neben den eigentlichen Geschichten, auch über die einleitenden Worte gefreut, die jeder Story voraus gehen und diese entsprechend historisch als auch erzählerisch einordnen. Daher kann ich als jemand, der solchen Kollektionen eher skeptisch gegenüber steht, auch ohne schlechtes Gewissen eine klare Empfehlung aussprechen.

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©Panini Comics

Mark Millar Collection (Bd. 3) – Kick-Ass: Runde 1

 

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Wer wollte nicht schon immer mal ein Superheld sein? Genau diese Frage stellte sich wohl Comic-Wunderkind und Erfolgsautor Mark Millar, als er die Idee zu Kick-Ass entwarf und zwischen 2008 und 2009 auf die Welt losließ. Was danach geschah ist vermutlich schon allgemein bekannt: Hollywood klopfte an, das Franchise explodierte, zog mehrere Fortsetzungen nach sich und etablierte sich endgültig im Bereich der Popkultur.

Warum ich darüber gut 8 Jahre später schreibe? Weil Mark Millar sich über die Zeit hinweg einen solch unumstößlichen Status als Genie der Branche erarbeitet hat, dass sich Panini Comics kurzerhand entschlossen hat eine eigene Reihe mit seinem Gesamtwerk im edlen Hardcover-Format heraus zu bringen. Nachdem WANTED und Wolverine – Staatsfeind die Regale der Comicshops als Neuauflage erobert haben, war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis Kick-Ass sich in all seiner Pracht hinzugesellen würde.

Hier hat sich Millar nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem nicht minder legendären John Romita Jr. (am eben erwähnten Wolverine-Band) erneut dazu entschlossen den Zeichner mit an Bord zu holen und das überragende Ergebnis spricht für sich.

Aber lasst uns erstmal die Story begutachten, die die Comic-Gemeinde in beinharte Fans und Hater gespalten hat: Dave Lizevski stellt wohl so etwas wie den Prototypen des Typs dar, in dem sich die Leser solcher Geschichten schnell wiederfinden. Er ist ein Junge im Teenager-Alter, der von seinem alleinerziehenden Vater großgezogen wird, seine Freizeit mit Comics lesen verbringt und ein für ihn unerreichbares Mädchen aus seiner Klasse anhimmelt, für die er sogar den schwulen besten Freund mimt, nur um ihr nahe zu sein.

In Folge dieser vorgezogenen Midlife-Crisis möchte er seinem trostlosen Leben einen Sinn geben und was liegt da näher, als sich einen grünen Neopren-Anzug bei eBay zu besorgen und auf reale Vebrecherjagd zu gehen? Richtig. Wie zu erwarten geht sein erster Einsatz in den Straßen New Yorks ordentlich schief und die Quittung erfolgt durch einen ausgedehnten Krankenhausaufenthalt in Folge einer ordentlichen Tracht Prügel samt einem Frontalzusammenstoß mit einem Auto. Doch dadurch lässt sich unser Held nicht entmutigen und nimmt seine Patrouille in den düsteren Straßen der Ostküsten-Metropole wieder auf.

Natürlich dauert es nicht lange, bis die erste Konfrontation ins Haus steht. Diesmal ist Dave jedoch besser vorbereitet und zeigt keine Skrupel beim Einsatz seiner zwei Knüppel, die ihr Ziel primär im Gesicht ihrer Gegner suchen. Da wir uns in der Gegenwart befinden, dauert es auch nicht lange bis der Einsatz auf YouTube landet und Kick-Ass über Nacht zum Star einer wirren Szene aus Hobby-Superhelden avanciert. Solche Aktionen rufen wie zu erwarten auch Schurken auf den Plan, sowie weitere Vigilanten, die sich wie die von ihrem Vater trainierte Mindy McReady (ja, so heißt sie) aka Hit-Girl mit deutlich brachialeren  Mitteln eine Stimme verschafft. Letztere in der Folge sogar so erfolgreich, dass sie mit einer eigenen Geschichte bedacht wurde, die jedoch nicht in der vorliegenden Collection zu finden ist. Dafür können sich Fans über die Tatsache freuen, dass sich in diesem Band zusätzlich Kick-Ass 2 finden lässt, dass fast nahtlos an die Geschehnisse im Vorgänger anschließt.

Visuell spendiert uns John Romita Jr. die unverkennbar mit ihm assoziierte Kost, die Fans von seinen anderen Veröffentlichungen, wie The Amazing Spider-Man oder All-Star Batman zu genüge kennen sollten. Teils simpel, mit gelungenem Einsatz von Schraffur und mit einem extrem guten Gefühl für Bewegung und Dynamik scheint die Story wie für ihn geschaffen zu sein.

Nun könnte man denken, dass es sich bei der vorliegenden Geschichte um typische Superhelden-Kost mit einem leicht anderen Twist handelt, aber weit gefehlt. Die Spirale an physischer Gewaltdarstellungen wird hier so weit gedreht, wie es bei einem Comic, der sich noch verkaufen will, überhaupt möglich ist: Abgetrennte Gliedmaßen, Enthauptungen, Kopfschüsse, Folterszenen und alles was einem Sadisten in seinen feuchtesten Träumen einfallen könnte, findet hier Verwendung. Zusätzlich wird das Slasher-Szenario mit einer Vielzahl an popkulturellen Referenzen und Andeutungen auf Meta-Ebene aufgepeppt und in eine dem Zeitgeist entsprechend zynische Richtung gelenkt. Genau mit dieser Kombination scheinen einige Kritiker nicht umgehen zu können und schlucken das Ganze, als wäre es ein unnötiges Feigenblatt auf einer dünnen Erzählung.

Hierbei liegen sie genauso falsch, wie die nimmermüden Tarantino-Hasser, die nicht verstehen wollen, dass Gewalt, schwarzer Humor und die Durchdringung der vierten Wand Stilmittel sind, die nicht nur eine optionale Ergänzung, sondern ein wichtiger Teil bei der Kreation einer Atmosphäre sind, die in ihrer Kombination wohl näher an die rohe Realität rückt, als so manch leisetretender Feuilleton-Liebling.

Dabei kommen die Leser nicht nur Dank der verdammt guten Handlung auf ihre Kosten, sondern auch durch das schöne Bonusmaterial in Form eines Vorworts des Deadpool-Erfinders Rob Liefeld, einer Reihe von Variant-Covern und einem Nachwort des A-Team-Regisseurs Joe Carnahan, mit dessen Worten so ziemlich alles gesagt sein sollte, wenn man sich für die Anschaffung der Mark Millar Collection (Bd. 3) – Kick Ass: Runde 1 entschieden sollte:

So, der Appetit ist geweckt und die Hand geölt, also lehnt euch zurück und amüsiert euch, Leute. Was nun folgt, ist ein albtraumhafter, thermonuklearer Trip, den euch Mark Millar und John Romita Jr. in ihrer gemeinsamen geistigen Drogenküche gebrodelt haben. Viel Spaß…Sackratten!

Egon Schiele. Sämtliche Gemälde 1909-1918

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Jung, rebellisch, radikal und verstörend. Allesamt Attribute, die man zunächst wohl einem Individuum der zeitgenössischen Kunst zuschreiben würde. Ob sich diese nun in Musik, Malerei oder anderweitig Ausdruck verschafft, ist im ersten Schritt vermutlich nicht mal von Relevanz, da sich die damit im Zusammenhang stehenden Akteure in solchem Maße mit Provokationen zu übertrumpfen versuchen, dass der anvisierte Schock in der Bedeutungslosigkeit zu verpuffen droht.

Dabei bleiben die Originale, die sich in erster Linie durch ihre Schöpfung selbst definiert und die Reaktion der Umgebung als Nebenprodukt mitgenommen haben, bis zum heutigen Tag unvergessen. Die Rede ist dabei nicht von den Enfant Terribles der modernen Popkultur, sondern von ihrem personifizierten Vorläufer Egon Schiele, der als der wohl berühmteste Vertreter des Wiener Expressionismus, mit seinen verstörend offenen Malereien und Zeichnungen die Gemüter seiner Mitmenschen erhitzte und den nachfolgenden Generationen als Inspiration diente.

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Selbstbildnis mit Lampionblume, 1912 (Wien, Leopold Museum)

Der mit nur 28 Jahren Jahren an der spanischen Grippe verstorbene Künstler hinterließ trotz seines sehr kurzen Lebens, jedoch ein so umfangreiches Œuvre, dass man nicht umhin kommt von einem Jahrhundertalent zu sprechen. Es ist in dem Sinne nicht verwunderlich, dass ihm seine Begabung durchaus bewusst gewesen sein muss, wenn man von seinem auf dem Totenbett getätigten Zitat ausgehen möchte: „Nach meinem Tode, früher oder später, werden die Leute mich gewiß lobpreise und meine Kunst bewundern.

Es scheint in diesem Sinne nicht verwunderlich, dass sich diese Voraussage im vollen Umfang als wahr herausstellen sollte und der Name Schiele in seiner Beliebtheit eine Art zweite Renaissance erlebt. Diese nutzt nun der Herausgeber, Kunsthistoriker und ehemalige Direktor des Leopold Museums, Tobias G. Natter in Zusammenarbeit mit dem TASCHEN-Verlag um sämtliche Gemälde des Künstlers zwischen den Jahren 1909 und 1918 im XL-Format zu präsentieren und mit Experten-Beiträgen einzuordnen. Diese sind ausgewiesene Kenner in Bezug auf Schiele und haben schon zuvor grundlegende Werke zu dem Mann publiziert (u.a. Christian Bauer) oder ganze Ausstellungen kuratiert (u.a. Helena Peréna).

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Versinkende Sonne, 1913 (Wien, Leopold Museum)

Sie bieten mit ihren Texten die Möglichkeit Egon Schieles Leben chronologisch von seinen Anfängen, über seinen Durchbruch, seine Stil-Entwicklung, bis zu seinen letzten unter dem Eindruck des ersten Weltkriegs erlebten Jahre zu verfolgen und dabei die Einflüsse und Einschnitte zu entdecken, die zu seinem unverwechselbaren Stil führten: ausgezehrte, den Betrachter fixierende Gestalten, die drastisch dargestellte Sexualität und nicht zuletzt die unzähligen Selbstporträts, die den Berufsprovokateur zu der Legende formten, die sie heute ist.

Hinzu kommt ein ganzes Kapitel, welches sich nur mit dem literarischen Output des Mannes beschäftigt. Was in dem Zusammenhang nämlich vielen unbekannt sein dürfte, ist die Doppelbegabung Schieles, die sich in zahlreichen Gedichten äußerte, die vor seinen Malereien und Zeichnungen natürlich in den Hintergrund rückten, in diesem Band aber die Beachtung erfahren, die sie verdienen.

Wie es sich für eine TASCHEN-Publikation gehört, findet sich abschließend ein kurzer, aber aufschlussreicher Lebenslauf, sowie ein Katalog sämtlicher Gemälde, die in ihrer Kombination einen schönen Einstieg für Neuentdecker Schieles und eine willkommene Ergänzung für Kenner der Materie bieten.

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Stehendes nacktes Mädchen mit orangefarbenen Strümpfen, 1914 (Wien, Leopold Museum)
orangefarbenen Strümpfen, 1914

In diesem Sinne bietet Egon Schiele. Sämtliche Gemälde 1909-1918 die Qualität, die man vom Verlag gewohnt ist und die von der Tatsache, dass viele der 221 abgebildeten Gemälde für dieses Buch eigens neu fotografiert wurden, eindrucksvoll unterstrichen wird. Die Zusammenarbeit mit einer, wenn nicht sogar DER Koryphäe auf dem Gebiet der Wiener Kunst um 1900 wirkt dabei nicht als Überraschung, sondern als zwangsläufige Folge, um den etablierten Standard zu zementieren.

Daher kann ich nichts weiter, als eine vom ganzen Herzen kommende Empfehlung für die Anschaffung dieses Bandes aussprechen, der in keinem Regal eines Bewunderers der Wiener Kunst-Szene um die Wende des 20 Jahrhunderts oder jemanden, der es werden möchte, fehlen darf.

ALIENS Classic Omnibus

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1979: Das Jahr in dem Ridley Scott der Welt ein Stück immerwährende Popkultur schenkte und mit dem Großmeister H.R. Giger Alpträume erschuf, die auch fast 40 Jahre später Relevanz haben. Natürlich spreche ich von der legendären ALIEN-Reihe, die zum einen bis heute auf der Kinoleinwand existiert und zum anderen auch andere, vor allem visuelle Medien, immer noch in Beschlag nimmt. Dazu zählen selbstverständlich Comics, die neben Filmen wohl die logischste Form darstellen, wenn es um die Vermittlung des visuellen Schreckens der Xenomorphe geht.

In ihrer minimalistischen Farbgebung und fast schon eleganten Formen liegt es nahe, dass sie in einer schwarz-weißen Umgebung um einiges bedrohlicher wirken, als in „klassisch bunten“ Bildchen. Diesen Gedanken fassten wohl auch vor 10 Jahren die Leute von Cross Cult um die „nur“ getuschten Versionen großartiger Geschichten unters Volk zu bringen, die allesamt während der 90er ihren ursprünglichen Release feierten. Nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, welcher Zeitgeist in Popkultur und Medien herrschte und dabei natürlich Comics nicht außen vor ließ.

2007 und 2008 noch in drei Teilen veröffentlicht, beschenkt uns der Verlag diesmal mit einem Omnibus in Übergröße und Limitierung auf 999 Stück. Dieses edel designte Buch, dass wohl den Schrank eines jeden Minimalisten Platz finden würde, ist hierbei nicht nur eine schöne Ergänzung für Fans des kultigen Franchise, sondern auch für Kenner der Comic-Szene ein Must-Have. Hier gibt sich nämlich das „Who-is-Who“ der Zeichner und Autoren die Klinke in die Hand und beglückt damit das Nerd-Herz.

Man kann getrost von Legenden sprechen, wenn Leute wie Mike Mignola (Hellboy), David Lloyd (V for Vendetta), Eduardo Risso (100 Bullets), Kelley Jones (Sandman) oder Richard Corben (Underground-Veteran) den Zeichenstift schwingen und dabei mit ihren Trademarks nicht hinterm Berg halten. Jede, der von ihnen realisierten Storys bekommt den Stempel verpasst, der sie wiederum sofort an ihren Schöpfer bindet. Daher ermüdet das Auge bei der 500 Seiten starken Lektüre nicht so schnell, wie man bei ihrem Design zunächst denken könnte. Man entdeckt dadurch sogar einzelne Aspekte, die bei einer „Farbkur“ wohl untergegangen wären.

Inhaltlich gibt es bezüglich der Geschichten natürlich auch genug zu entdecken. Mal finden wir uns in einem bitterernsten Szenario wieder, dass an die bedrückende Atmosphäre der Filme erinnert, mal klingt so etwas wie zynischer Humor durch die Panels, um dann in vollkommen übertriebenem Splatter aufzugehen. Damit wird jede Spielart des Horrors bedient und genau solche Attribute erwartet man, wenn man zu einer Veröffentlichung dieser Art greift. Beim Kauf des ALIENS Classic Omnibus findet der Leser die Essenz der Reihe, die ohne zu übertreiben in jedes Regal eines Fans gehört, wenn dieser sich selbst für einen hält.

Spawn Origins Collection – Band 9

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Auf diesen Band der Spawn Origins Collection habe ich mich schon seit der ersten Ausgabe gefreut und wurde nicht enttäuscht. Zunächst war noch nicht wirklich klar, ob Panini Comics Deutschland den Alleingang wagen und die hiesige Fassung der Spawn-Historie auf eigene Faust fortführen würde. Nun ist es aber endlich soweit und die Fortsetzung, die sogar einen persönliche Bedeutung für mich hat, kann im Comic-Shop eures Vertrauens abgeholt oder zu euch nach Hause geliefert werden.

Der Grund, warum dieser Band einen persönlichen Touch für mich hat, liegt schon verdammt lange zurück, denn mein erster Kontakt zu dem wohl erfolgreichsten Antihelden der Comic-Geschichte ist schon ganze 15 Jahre her! Damals fiel mir das deutsche Heft mit der Nummer 52 in die Hände und läutete damit eine bis heute andauernde Leidenschaft für Todd McFarlanes Kreation ein.

Schon damals stach mir der extrem detaillierte Zeichenstil von Angel Medina ins Auge, der zwar auf seinen Vorgängern Greg Capullo und eben McFarlane basiert, aber in seiner Extreme in Bezug auf Einzelheiten und Dramaturgie noch einen drauf setzt. Jeder Blutspritzer, jede Falte und jedes noch so kleine Staubkorn kommen in den überbrodelnden Panels zum Vorschein und fesseln den Leser bis zur letzten Seite.

Mit Band 9, in dem auch das eben erwähnte Heft zu finden ist, wird die Ära Medina gebührlich mit drei Kurzgeschichten eingeleitet, die in ihrem bitteren Zynismus sofort die Essenz der Hauptfigur zu transportieren weiß und dabei eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass Spawn nicht nur in den Gassen New Yorks oder übernatürlichen Umgebungen funktioniert, sondern auch im klassisch anmutenden Horrorambiente (gruselige kleine Kinder), sowie echten Alpträumen (Konzentrationslager) einen wohligen Schauer über den Rücken laufen lassen kann.

Dem schließt sich die reguläre Geschichte des Hellspawns an, welcher nach dem Sieg über Malebolgia seine Wut auf alte Erzfeinde konzentriert, die in Form des altbekannten Jason Wynn, sowie des noch nie in solcher Pracht dargestellten Overtkill daherkommen. Ungebunden und mit neuer Macht ausgestattet, dauert es nicht lange, bis der wandelnde Tote sich siegreich vom Schlachtfeld entfernt.

Doch schon kurz darauf merkt Spawn erneut, dass die Kategorien „gut“ und „böse“ in seiner Welt nicht ausreichen, als die scheinbar religiöse Sekte das Himmelreich über New York herfällt und dabei sogar den ältesten Sohn von Detective Twitch fast ins Verderben reißt…

Man kann durchaus sagen, dass sich die Figur und mit ihr zwangsläufig die Reihe kontinuierlich positiv entwickelt hat und mit dem hier präsentierten Band einen erzählerischen Höhepunkt an die Leserschaft heranträgt. Wie schon oft bei anderen Rezensionen von mir angemerkt wurde, kränkelten Serien der 90er fast durchgehend an vollkommen übertriebenem Pathos und damit einhergehend peinlichen Dialogen und Handlungssträngen. Spawn bildete zwar diesbezüglich keine wirkliche Ausnahme, aber durch die generelle Zuspitzung von Gewalt und sensiblen Themen, fiel es nicht ganz so sehr ins Gewicht, wie bei Batman und Co..

Mit der Überschreitung der Jahrtausendwende zog die Ernsthaftigkeit und neu entdeckte Selbstreflexion ins Medium Comic ein und zeigte, dass die Macher mit mehr Finesse an Projekte herangehen konnten, ohne bisherige Leser vor den Kopf zu stoßen. Natürlich gehört eine Art „trashiger“ Charakter zu blutgetränkten Reihen, aber diesmal muss einem nicht stellvertretend die Schamesröte ins Gesicht steigen. Da ich auch spätere Hefte mein Eigen nennen darf, kann ich schon mal voraus schicken, dass die ohnehin schon zu diesem Zeitpunkt hohe handwerkliche und erzählerische Qualität  gesteigert wird und man sich ohne Zweifel auf den hoffentlich schon geplanten Band 10 der Spawn Origins Collection freuen darf!

 

75 Jahre DC Comics. Die Kunst moderne Mythen zu schaffen

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Als ich im Jahr 2011 das Comicfestival München besucht habe, war ich schon ein großer Fan der dort präsentierten Kunstform. Zu diesem Zeitpunkt war ich aber leider noch kaum mit der Szene vernetzt, geschweige denn über den Output der relevanten Verlage informiert.

Dazu gehört aufgrund von entsprechenden Releases natürlich auch der TASCHEN-Verlag, der mir das erste Mal auf der eben erwähnten Veranstaltung durch den damals frisch auf den Markt geworfenen Band 75 Jahre DC Comics. Die Kunst moderne Mythen zu schaffen aufgefallen ist. Zu übersehen war das Werk auf jeden Fall nicht. In den typisch gigantischen Maßen (nur die SUMO-Ausgaben sind größer) und leuchtenden Farben zog es mich in seinen Bann und wäre ich nicht noch Schüler mit entsprechend geringem Einkommen gewesen, hätte ich mir schon damals dieses Buch zugelegt.

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Neben den offensichtlich quantitativen Merkmalen, war schon damals bekannt, welch unvergleichlicher Inhalt mit diesem Prachtband geliefert wird. Nicht umsonst wurde dieser im selben Jahr mit dem prestigeträchtigen Eisner-Award als bestes Buch mit Comic-Bezug ausgezeichnet. So ging ich auf die Suche nach einer gebrauchten Version, um auch in den Genuss dieses Must-Haves zu kommen, ohne gefühlt mein halbes Konto plündern zu müssen und fand schlussendlich eine reduzierte Fassung, die seitdem ein prominenten Platz in meinem Bücherschrank für sich eingenommen hat. Jahre später können neue Fans und diejenigen, die sich die XXL-Fassung nicht leisten konnten, endlich aufatmen und sich für nur ein Drittel des ursprünglichen Preises, eine bezüglich der Größe kleinere aber inhaltlich identische Version von 75 Jahre DC Comics besorgen.

Falls es tatsächlich jemanden geben sollte, an dem dieses Juwel zum Zeitpunkt der ursprünglichen Veröffentlichung vorbei gegangen sein sollte, möchte ich im Detail darauf eingehen, was den Käufer erwartet:

Auf stolzen 720 Seiten präsentiert uns der Herausgeber Paul Levitz, seines Zeichens ehemaliger Geschäftsleiter des legendären DC-Verlags, sowohl die Geschichte des im Titel prangenden Hauses, als auch die inhaltliche Ausrichtung einzelner Reihen im Laufe von fast acht Dekaden. In dieser Zeit begegnen uns mehr als hundert Mitarbeiter, die sich in den verschiedensten Arbeitsbereichen des Unternehmens eingebracht und dabei unzählige Charaktere erarbeitet haben, die zum großen Teil noch heute fester Bestandteil der Popkultur sind.

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Um dabei nicht den Überblick zu verlieren, teilt sich das Buch entsprechend der bekannten Zeitalter der Comic-Geschichte (Golden Age, Silver Age, etc.) in mehrere Kapitel ein, die für sich einen schönen Überblick zu den Ereignissen der jeweiligen Epoche bieten. Wie es sich für eine Veröffentlichung bezüglich dieses Themas gehört, wird mit den bunten Bildchen nicht gespart und der geneigte Leser damit fast (im positiven Sinne) erschlagen. Diesbezüglich handelt es sich nicht nur um die Cover der wichtigsten Geschichten des Verlags, sondern auch um Schätze für Kenner, Ausflüge in bestimmte Subgenres des Mediums und zahlreiche Archiv-Fotos, die teils zum ersten Mal und exklusiv Eingang in ein Buch fanden.

Wem das nicht reicht, findet zusätzlich Passagen, die den Einfluss der DC-Releases auf die Popkultur beleuchten. In diesem Zusammenhang werden nicht nur offensichtliche Ereignisse wie die Adam West-Batman-Serie erwähnt, sondern auch moderne Verfilmungen, die insbesondere seit der Jahrtausendwende im Aufwind sind. Abgeschlossen wird der Band kurz vor Beginn der New 52-Reihe, die ohnehin einen nicht zu vergleichenden Einschnitt in das Kontinuum der uns bekannten Geschichten darstellt, welcher erst mit dem Rebirth-Reboot Rückgängig gemacht wurde.

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Sollten Leser darüber hinaus Interesse an der Geschichte des Verlags haben, aber der englischen Sprache nicht mächtig sein (in der standardmäßig bei TASCHEN veröffentlicht wird), gibt es ein schön übersetztes Beiheft, welches man sich nach der Bilderflut des Hauptbuches zu Gemüte führen kann.

Alles in allem stellt 75 Jahre DC Comics. Die Kunst moderne Mythen zu schaffen nicht einfach nur eine gute Informationsquelle in Bezug auf die Historie eines der relevantesten Comic-Verlage aller Zeiten dar, sondern kann, ohne zu übertreiben, als Standardwerk bezeichnet werden, welches man sich ohne irgendwelche Zweifel ins Regal stellen kann. Insbesondere durch die nun günstige Neufassung des Werks, kann es eigentlich keine Ausreden mehr geben. Also nichts wie hin zum nächsten Comic-Shop oder Bücherladen und ab in den Einkaufswagen damit!

Gung Ho – Band 3: Sexy Beast

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Wie wir wissen, ist Deutschland „Export-Weltmeister“. Wenn es jedoch um das Medium Comic geht, sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Zwar existiert hierzulande eine rege Szene und über zu wenige Veröffentlichungen muss man sich auch nicht beschweren, aber eine internationale Bühne ist nur den wenigsten Zeichnern und Autoren vorbehalten. Zu den wenigen Auserwählten gehören zum Beispiel Thomas von Kummant und Benjamin von Eckartsberg.

Die beiden Münchner sind in den hiesigen Breitengraden ein Begriff und werden auf Festivals zu recht am entsprechenden Verlagsstand belagert. In Frankreich sind sie jedoch nicht einfach „erfolgreich“, sondern geradezu Superstars. Das wiederum führt zur seltenen Situation, dass ihre aktuelle Reihe Gung Ho zuerst bei unseren Nachbarn erscheint und erst später ihren Weg in die heimischen Regale findet.

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©Cross Cult

Selbiger Umstand gilt auch für den dritten Band der angesprochenen Serie, der den klingenden Namen Sexy Beast trägt und eindrucksvoll unter Beweis stellt, warum sich in kürzester Zeit eine ganze Fan-Gemeinde etablieren konnte.

Inhaltlich befinden wir uns, wie schon in Schwarze Schafe und Ohne Rücksicht auf Verluste, in einer postapokalyptischen Welt, deren Leben sich primär hinter Mauern von rar gesäten Dörfern und Städten abspielt, da die Außenwelt eine Vielzahl an unkalkulierbaren Gefahren birgt. Das gilt natürlich auch für die Hauptlocation der Story in Form von Fort Apache. Dort leben die uns schon bekannten Figuren, die sich im Zuge der vergangenen Events immer weiter voneinander entfernen, wobei die Trennlinie primär zwischen den Teenagern und Erwachsenen der Siedlung gezogen wird. Hierbei sind, wie schon zuvor, die Brüder Zack und Archer Goodwoody der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Während der jüngere Zack langsam in die Gemeinschaft integriert wird, stellt sich Archer immer wieder quer zu den auferlegten Regeln. So dauert es zum Beispiel nicht lange, bis für die Versorgung zuständige Beamte Bangster, aufgrund von Abhängigkeiten, jegliche Grenzen der Moral überschreitet und die Führer der Ortschaft ihn trotzdem gewähren lassen. Das kann Archer nicht auf sich sitzen lassen und greift zu drastischen Mitteln, die am Ende aber kombiniert mit Intrigen, seinen Rauswurf aus der Gemeinschaft zur Folge haben, der mehr Konsequenzen nach sich zieht, als es zunächst den Anschein macht…

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©Cross Cult

Visuell bleibt Thomas von Kummant seinem Stil treu und lässt den Leser dadurch erneut in eine Mischwelt aus Animationsfilm und Mad Max-Dystopie (mit weit mehr Grünzeug) eintauchen, die in malerischer Schönheit auf jeder Seite zur Entdeckungsreise einlädt. Genau diese individuelle Art hebt die Reihe vom Rest der deutschen Releases ab und lässt sie folgerichtig auf einer internationalen Ebene landen. Zwar bewegt sich das ganze stilistisch etwas weiter weg vom „klassichen“ Comic-Ambiente, aber genau dieser Umstand hält die Fans wohl, neben der sehr unterhaltsamen Story, schon seit geraumer Zeit bei Laune.

Hinzu kommt die Tatsache, dass schon bekannt ist, dass Gung Ho in insgesamt fünf Bänden abgeschlossen sein wird (Das Skript war schon vor dem ersten Pinselstrich fertig). Dadurch wird zumindest mir die Entscheidung erleichtert, ob ich zugreifen soll, da man sich nicht auf eine Endlosschleife à la The Walking Dead einlassen muss.

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©Cross Cult

Dementsprechend kann ich jedem nur ans Herz legen, sich Sexy Beast zuzulegen und falls man noch nicht das Vergnügen mit den Vorgängerbänden hatte, einen Blick hinein zu werfen und sich überzeugen zu lassen.

Paper Girls – 1

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Wenn ihr Comic-Fans seid, wundert ihr euch wahrscheinlich, warum die erste Ausgabe von Paper Girls (Cross Cult) erst jetzt ihren Weg zu einer Rezension auf ZOMBIAC gefunden hat. Wißt ihr was? Ich kann euch diese Frage nicht beantworten und schäme mich fast schon dafür, meine Leser nicht früher über diese großartige Geschichte informiert zu haben.

Nun habe ich aber endlich die Gelegenheit und möchte sie gleich nutzen, um in eine Story einzutauchen, die ihresgleichen sucht. Wir befinden uns in Stony Steam, einem Vorort von Cleveland am Morgen nach Halloween 1988. In der Morgendämmerung macht sich das zwölfjährige Mädchen Erin Tieng an ihre Arbeit als fahrradfahrende Zeitungsausträgerin, als sie Mac und ihrer Entourage aus Tiffany und K.J. über den Weg läuft, die ebenfalls in Erins Alter sind und mit dem selben Job im kleinen Ort ihr Taschengeld aufbessern. So weit, so üblich. Als jedoch plötzlich seltsame Gestalten auftauchen, die trotz Halloween-Settings nicht ganz in die Szenerie reinpassen wollen, geraten immer mehr mysteriöse Dinge in Bewegung, die die Augen des Lesers geradezu an die Seiten nageln.

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©Cross Cult

Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Coming-of-Age-Geschichte, die trotzdem den dazu passenden Charme transportiert. Wenn uns eine alkoholkranke Mutter über den Weg läuft und mit Waffen hantiert wird, merkt man recht schnell, dass diese Lektüre trotz des jungen Alters der Protagonistinnen, alles andere als für ein gleichaltriges Publikum konzipiert wurde.

Neben der eigentlichen Story beglückt uns der Ausnahmeautor Brian K. Vaughan (Y: The Last Man, Saga) mit einer gewaltigen Ladung an popkulturellen Referenzen, die nicht nur Kinder der 80er verstehen sollten. Ob Musik, Technik oder einfach der Zeitgeist – so gekonnt platziert habe ich solche Anleihen höchstens in gut gemachten TV-Serien gesehen. Das Ganze wird zum Glück nicht einfach als Futter für die Fanboys à la „Ha! Kenn ich!„-Effekt verkauft, sondern immer mit einem leichten Augenzwinkern in die Geschichte verbaut.

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©Cross Cult

Hinzu kommt das wunderschöne Artwork von Cliff Chiang, welches die Atmosphäre gekonnt einfängt und eine Welle der Nostalgie über die Leser schwappen lässt, ohne diese altbacken wirken zu lassen. Man bedenke: Ich bin ein Kind der 90er und fühle mich bei der Lektüre wie in eine fiktive Vergangenheit zurück versetzt. Jede der Figuren, ob Randerscheinung oder Träger der Geschichte, strotzt nur so vor individuellen Charakterzügen und baut damit auch umso leichter eine emotionale Brücke auf. Ich für meinen Teil, würde mich zumindest nicht wundern, wenn man Paper Girls sowohl bezüglich der Story als auch der visuellen Umsetzung als Blaupause für das nächste große Serien-Projekt aufzieht. Das gilt auch für die Farbgebung durch Matt Wilson, welche mit einer reduzierten Palette auskommt und trotzdem nichts zu wünschen übrig lässt. Diese trägt nämlich ungemein zur Atmosphäre bei, die Chiangs Zeichnungen die Facette gibt, die den Touch der 80er erst in ihrer ganze Fülle transportiert.

Alles in allem ist dieser Band das, als was er von Seiten des Verlags (ohne zu übertreiben) beworben wird: „Das wohl Heißeste und Abgefahrenste, was der US-Comicmarkt derzeit zu bieten hat.“  Ich wurde auf jeden Fall so extrem und vor allem positiv überrascht, dass ich jedem, der sich nur im Ansatz als Comic-Leser bezeichnet, Paper Girls ans Herz lege.

Brian K. Vaughan: Paper Girls 1

©Cross Cult

Band 1 ist schon im Handel erhältlich! Der zweite Band erscheint am 31.07. und der dritte am 18.12.2017!

Batman: Auf dem Weg ins Niemandsland – Band 2

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Wenn ihr ZOMBIAC schon einige Zeit folgt, werdet ihr meine Abneigung gegen einen großen Teil der 90er-Releases im Superheldenbereich kennen. Zu viel künstlicher Pathos, seltsame Dialoge und ein Artwork, dessen Charme sich mir komplett entzieht. Vielleicht bin ich auch zu verwöhnt von den Auswüchsen des neuen Jahrtausends, welche sich durch mehr Experimentierfreude und teilweise ganz dem „klassischen“ Comic fremde Elemente hervortun.

Nach wie vor bin ich aber offen für schöne Gegenbeispiele und Erklärungen, die diese Dekade in einem potentiell anderen Licht erstrahlen lassen könnten. Leider ist es bis dato niemandem so recht gelungen, wobei der vorliegende Band, der die Ausläufer der 90er markiert, in eine Richtung tendiert, die mein Interesse an der großen Niemandsland-Saga geweckt hat. Noch ist es nicht soweit, aber mit dem zweiten Teil der Auf dem Weg ins Niemandsland-Storyline steht der große Umbruch neben den Ereignissen um Knightfall kurz vor seinem Beginn.

Nun aber zur vorliegenden Geschichte, die ihren Ausgangspunkt beim Kampf von Bruce Wayne gegen die US-amerikanischen Behörden hat, die das durch ein verheerendes Erdbeben zerstörte Gotham aufgeben wollen. Richtig gehört: Der dunkle Ritter ist in diesem fast 400-Seitigen Schmöker fast schon eine Nebenfigur. Die Action-Szenen werden aber immer noch von einer illustren Runde aus der Bat-Familie bestritten. Dazu gehört neben den üblichen Verdächtigen wie Robin oder Nightwing auch Azrael, der sich primär durch seine skrupellose Gewaltanwendung in der Vergangenheit einen Namen gemacht hat und nun gegen einen mächtigen Feind zu Felde ziehen muss, der nichts weniger als das endgültige Ende Gothams samt aller „erforderlichen Verluste“ zum Ziel hat.

Ungefähr zeitgleich schmiedet der Joker im von der Versorgung abgeschnittenen Arkham Asylum Pläne für den Ausbruch mit den uns bekannten Antagonisten wie Killer Croc, Poison Ivy oder dem Riddler. Wie für den Clownprinzen des Verbrechens typisch, beinhalten seine Ausführungen nichts weniger als pure Anarchie, garniert mit einem Witz, der im Hals stecken zu bleiben droht. Der einzige der sich ihm dabei versucht in den Weg zu stellen, aber am Ende nicht mehr als ein Zuarbeiter für seine verrückten Ideen ist, ist der Leiter der Anstalt Jeremiah Arkham, dessen Mitarbeiter von Tag zu Tag sowohl durch Flucht aus der Anstalt oder Mord durch die Insassen dezimiert werden. Eine scheinbar ausweglose Situation, die in einer fatalen Entscheidung mündet…

Insbesondere der zweite Teil der Geschichte hat es mir angetan. Wie schon zuvor wird die dünne Handlung nicht durch künstlich aufgetragene Tiefe kaschiert, sondern präsentiert sich als das was sie ist: Eine volle Ladung an actiongeladenem Entertainment, die kurzweilige Unterhaltung bietet und dabei alle Elemente einer klassischen Batman-Story ausspielt. Dementsprechend musste ich mich nicht wie bei den Vorgänger-Bänden durch die kolossale Masse an Papier ackern, sondern habe die Story sogar sehr genossen.

Auf visueller Ebene wird man mich aber, Legende hin oder her, nicht vor den Ofen hervorlocken können. Mir ist vollkommen bewusst, dass Männer wie Jim Aparo oder Mark Buckingham großes für die Figur geleistet haben, aber grobschlächtige bis emotionslose Art der Federführung will sich bei mir einfach nicht als „schön“ etablieren. Dabei ist es nicht mal eine Art von altbacken, die mir sauer aufstößt. Die Werke des Golden und Silver Age haben mich auch nachhaltig beeindruckt, aber das? Nun ja, Geschmacksache würde ich sagen…

In jedem Fall lässt sich darüber hinwegsehen, wenn die Story stimmt und das tut sie in diesem Fall tatsächlich! Keine bitterböse Frank-Miller-Dystopie oder modernes Scott Snyder-Drama, sondern das was man sich von den 90ern erwartet: Action, Spaß und das Fünkchen Irrsinn, das die Fans von den Hatern trennt. Wenn ihr euch nicht sicher seid, zu welcher Seite ihr gehört, solltet ihr den nächsten Comic-Shop aufsuchen und euch selbst ein Bild von Auf dem Weg ins Niemandsland – Band 2 machen!

 

TASCHEN Warehouse Sale + Gewinnspiel

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Zwei Mal im Jahr dürfen sich Fans von Design, Film, Malerei, Comics und anderen Kunst-Formen ganz besonders freuen: Der TASCHEN-Sale findet statt und bietet auch Fans mit kleinerem Geldbeutel die Möglichkeit, sich ein paar richtige Schmuckstücke ins Regal zu stellen.

Vom 22. bis 25. Juni können sich Besucher von TASCHEN.com mit Rabatten von 30-75%(!) eindecken und dabei aus der ganzen Bandbreite des Verlags schöpfen (bis zum 24. Juni in den Flagshipstores). Wenn ihr euch nicht sicher bezüglich einer Anschaffung seid, könnt ihr gerne durch meine Rezensionen stöbern. Einfach den Namen des Verlags in die Suchleiste eingeben und los geht’s!

Zur Feier dieses Events gibt es auch wieder eine feine Verlosung, die wohl den Großteil meiner Leser ansprechen sollte:

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75 Jahre DC Comics. Die Kunst moderne Mythen zu schaffen als Neuausgabe! Diese ist inhaltlich mit der gigantischen (mit dem Eisner-Award ausgezeichneten) Fassung für 150€ identisch, ist aber im neuen Format besonders lesefreundlich gestaltet und kann bald euch gehören! Was ihr dafür tun müsst? Euch bis zum 21.06. (23:59 Uhr) beeilen und folgendes durchführen:

  1. Lasst ein „Like“ auf meiner Facebook-Seite
  2. Lasst ein „Like“ unter diesem auf der FB-Seite geposteten Beitrag
  3. Markiert einen Freund unter dem eben genannten Beitrag

Dadurch kommt ihr in den Los-Topf aus dem ich danach den glücklichen Gewinner ziehen werde.

Ich wünsche euch viel Glück beim Gewinnspiel und ganz viel Spaß beim schmökern!

Teilnahmebedingungen
1. Teilnahmeberechtigte
Teilnehmen kann jede(r) Volljährige, ausgenommen Mitarbeiter der TASCHEN GmbH.
Eine Teilnahme über Gewinnspiel-Agenturen oder sonstige Dritte, die den Teilnehmer bei einer Vielzahl von Gewinnspielen anmelden, ist ausgeschlossen.
2. Teilnahmemöglichkeiten
Eine Teilnahme ist nur über Facebook möglich, indem der im Text angegebene Beitrag und die Facebook-Seite von ZOMBIAC mit einem „Like“ versehen und öffentlich geteilt wird. Das Gewinnspiel erfolgt ohne Zusammenarbeit mit Facebook.
3. Teilnahmeschluss
Teilnahmeschluss ist der 21.06.2017 um 23:59 Uhr.
4. Gewinnermittlung
Der Gewinner wird per Los ermittelt.
5. Art der Gewinnbenachrichtigung
Der oder die Gewinner/in wird über eine persönliche Facebook-Nachricht schriftlich kontaktiert.
6. Veröffentlichung der Gewinner
Der Name des Gewinners wird nach seiner Ermittlung in anonymisierter Form auf zombiac.blog und der angeschlossenen Facebook-Seite veröffentlicht.
7. Der Rechtsweg
Eine Barauszahlung der Gewinne ist ebenso wie der Rechtsweg ausgeschlossen.